. .
  • Darkest Hour

    Bilder/slide/darkestHour2014_slide.jpg

    Mit ihrem selbstbetitelten Album gehen Darkest Hour neue musikalische Wege. Die Scheibe ist sicherlich eine der interessantesten der ... more

    Darkest Hour
  • Mantar

    Bilder/slide/mantar_slide.jpg

    Mantar sind das erste deutsche Signing von Svart Records. Ihr Debüt „Death By Burning“ ist in der Szene eingeschlagen ... more

    Mantar
  • Beastmilk

    Bilder/slide/beastmilkslide.jpg

    Mit ihrem Album „Climax“ haben die Finnen von Beastmilk eine echte Überraschung vorgelegt. Von null auf wow sozusagen. ... more

    Beastmilk
  • Sahg

    Bilder/slide/sahg_slide.jpg

    Die Norweger von Sahg haben mit ihrem vierten Album “Delusions Of Grandeur” ein rundum starkes Werk in Sachen Prog-Metal ... more

    Sahg
  • Dave Hause

    Bilder/slide/DaveHauseSlide.jpg

    Dave Hause Dave Hause ist derzeit in aller Munde. Der Ex-Frontmann von The Loved Ones hat sich in den letzten ... more

    Dave Hause

 

Mit ihrem neuen Album ?Antigone? haben Heaven Shall Burn es geschafft den viel beachteten Vorgänger ?Whatever It May Take? locker zu toppen. Bei ihrer Show in Will schnappte ich mit Drummer Matthias und sprach mit ihm über das Album.

Lass uns zuerst mal etwas über euer neues Album plaudern.

Wir sind total froh, dass es jetzt endlich das Licht der Welt erblickt. Wir haben von September bis Dezember daran gearbeitet. Wir arbeiteten immer stundenweise daran und hatten auch mal wochenweise Pause dazwischen aber es ist jetzt doch schon seit einer Weile fertig und wir freuen uns, dass es jetzt endlich mit dem Release geklappt hat. Insgesamt kann man sagen, dass es sich nicht besonders von dem unterscheidet was wir bisher gemacht haben. Es klingt vielleicht etwas ausgereifter und moderner was hauptsächlich an der Produktion liegt. Wer ?Whatever It May Take? gemocht hat wird auch das neue mögen. Es ist also kein Stilbruch oder so. Es sind einige neue Sachen dazu gekommen wie elektronische Spielereien. Das hat aber die Songs nicht grundlegend verändert sondern ist eher das i-Tüpfelchen.

Ihr seid also keine Band die viel experimentiert?

Nein eigentlich nicht. Wir spielen immer nur das was uns in den Kopf kommt. Wenn wir im Studio denken, dass wir noch etwas in einen Song einbauen könnten was ihn aufpeppt, dann machen wir das auch. Aber es ist nicht so, dass auf einmal irgendwelche seltsamen Einflüsse auftauchen. Wir sind da einfach nicht die Leute dafür. Wir fahren unsere Linie.

Wie geht ihr an ein Album heran? Gibt es einen Zeitpunkt an dem ihr sagt: ?So, jetzt fangen wir an ein Album zu schreiben.??

Also eigentlich versuchen wir immer kontinuierlich Songs zu schreiben was aber meistens daran scheitert, dass wir so viele Konzerte spielen. Es gibt zwei bis drei Monate vor dem Studiotermin immer eine heikle Phase in der die letzte Hälfte der Songs geschrieben wird. Wir gehen dann einfach in den Proberaum und sammeln Ideen. Unser Gitarrist Mike hat daran den größten Anteil da er sich viel zuhause ausdenkt. Die fertigen Songs entstehen dann aber gemeinsam im Proberaum. Wenn wir ins Studio gehen sind sie dann meistens komplett fertig. Es ist also nicht so, dass wir erst im Studio mit dem Songwriting beginnen. Wie gesagt wir spielen was uns in den Sinn kommt. Wir setzen uns also auch nicht im Vorfeld zusammen und beraten wie die Platte werden soll.

Wie war es denn im Studio?

Wir haben wieder wie immer im Rape of Harmonies Studio aufgenommen. Wir kommen mit den Leuten dort einfach super klar. Die haben auch immer mal Ideen wenn wir nicht weiter kommen. Manchmal hat man im Proberaum Ideen die sich im Studio einfach nicht so umsetzen lassen. Beispielsweise, dass etwas nicht so zusammen klingt wie es soll. Das stellt sich oft erst bei genauem hinhören heraus. Die Leute im Studio haben uns da immer viel geholfen. Deshalb haben wir beschlossen wieder dort aufzunehmen. Außerdem ist es nur eine Stunde von unserem Wohnort entfernt, was sehr angenehm ist wenn man über einen längeren Zeitraum an einem Album arbeitet. Beim Mix und Mastering wollten wir aber mal was anderes ausprobieren und sind nach Dänemark zu Tue Madsen gefahren. Das hat sich ziemlich gelohnt. Wir haben uns im Vorfeld seine Arbeiten angehört. Die letzte Born From Pain und MNEMIC. Davon waren wir sehr beeindruckt. Es klingt bei ihm vor allem nicht so steril und klinisch wie bei anderen dicken Produktionen. Er achtet darauf, dass alles wirklich organisch klingt und beispielsweise das Schlagzeug nicht wie ein Drumcomputer klingt. Obwohl er auch einen Haufen Effekte benutzt. Bei manchen Bands bekommt man den Eindruck, dass die Drums Programmiert wurden. Das gefällt mir nicht. Ich denke er ist ein großartiger Produzent und wird vermutlich noch sehr viel weiter kommen. Im Moment ist er erst im Aufwind. Auch Destiny haben ihr Album dort eingespielt und das ist auch super geworden.

Woher habt ihr die klassischen Intro/Outos?

Die hat ein Typ aus Island komponiert. Er ist noch keine 20 Jahre alt und komponiert viele klassischen Sachen aber auch elektronische Sachen. Er hatte die ganzen Ideen und schnappte sich ein paar Leute vom Philharmonika Orchester aus Reykjavik geschnappt und das eingespielt.

Woher kanntet ihr ihn denn?

Wir haben zweimal auf Island gespielt und unser Gitarrist hatte Kontakte geknüpft. Ich glaube die Leute die damals die Shows für uns dort gemacht haben kannten ihn. In Island haben es die Leute echt drauf solche ruhige und melancholische Sounds zu machen. Björk ist nur ein Beispiel. Es gibt dort viele Leute die in dieser Richtung aktiv sind. So etwas wollten wir schon immer mal haben. Das ist besser als einfach wieder etwas aus einem Film zu nehmen. Das bietet sich zwar an da es einfach geht. Jetzt haben wir aber wirklich etwas Eigenes auf der Platte was natürlich super ist.

Warum sind denn zwei Outros auf der Platte? Steckt da ein Konzept dahinter?

Nein, das hat einfach an diesen Stellen gepasst. Die Songreihenfolge haben wir erst in den letzten Minuten festgelegt. Wir wollten etwas Abwechslung bieten. Mit der Reihenfolge der Songs kann man viel herausholen aber eben auch viel versauen. Viele Leute denken wegen dem Titel das Album sei ein Konzeptalbum. Aber das ist es eigentlich nicht. Da kann ich auch gleich auf den Titel ?Antigone? zu sprechen kommen. Wir haben ihn von dem gleichnamigen griechischen Drama geklaut und es geht darum, dass wir den Namen ?Antigone? als Metapher nutzen für all die Freiheitskämpfer denen wir immer mal wieder Lieder gewidmet haben. Auf der Neuen ist zum Beispiel ein Lied über Nelson Mandela und auf der letzten gab es einen Song über Salvadore Alliente, den ehemaligen Präsidenten von Chile und auch über die weiße Rose, die Widerstandsbewegung im dritten Reich. Auf der neuen Platte ist auch ein Song über Victor Jara, auch ein chilenischer Schauspieler und Sänger der von Pinochets Truppen umgebracht wurde weil er einen wahnsinnigen Einfluss auf das Volk gehabt. Die Leute lagen ihm zu Füßen und er war überhaupt nicht derselben Meinung wie die Militär Diktatur. Das ist ihm zum Verhängnis geworden. Der Song heißt ?The Weapon They Fear?. Er und seine Lieder waren die Waffen die von den Mächtigen gefürchtet wurden. Er hat mit seinen Liedern die Leute erreicht und hat so als einzelner Mann einem ganzen Regime das Fürchten gelehrt.

Woher kommen diese Ideen?

Das ist wieder mal unser Gitarrist Mike, der kreative Kopf in der Band. Er kommt immer mit solchen Sachen an. Das sind immer Sachen die wir alle im Hinterkopf haben, aber er ist immer derjenige dem sie einfallen. Es ist halt so, dass wir alle im östlichen Teil Deutschlands aufgewachsen sind und gerade Chile war dort immer ein Thema. ?Solidarität mit Chile?, so hieß ein Spruch. Das war zwar 1973, da war ich noch nicht geboren aber meine Eltern haben immer viel erzählt. Es gab da immer eine besondere Verbindung. Wir haben uns auch früher Geschichten aus der Literatur angenommen die wir damals in der Schule durchgenommen haben und heute kein Thema mehr sind wie zum Beispiel ?Das Siebte Kreuz? von Anna Seghers oder auch ?Nackt Unter Wölfen?. Kennst du die?

?Das Siebte Kreuz? kenne ich, ?Nackt Unter Wölfen? nicht.

Das ist von Bruno Apitz und es spielt im KZ Buchenwald. Da haben Häftlinge das Kind von einem anderen Mithäftling versteckt und bis zum Schluss retten können. Das war auf der letzten Platte. ?Das Siebte Kreuz? war auf der Split mit Caliban ein Thema. Wir haben also schon immer Themen dieser Art aufgegriffen. Das war immer Präsent.

Ist es euch wichtig euch auf diese Art politisch zu äußern?

Ja, schon. Wir sind alle keine Bücherwürmer aber es gibt auf jeden Fall ein paar Sachen die man gelesen haben sollte.

Hat eure Herkunft aus dem Osten Deutschlands auch sonst irgendeinen Einfluss auf eure Musik?

Vielleicht schon. Ich war 14 als die Mauer viel. Ich weiß nicht ob das jetzt noch Einfluss hat auf das heutige Leben, aber man hat sicherlich noch Erinnerungen daran. Vor allem wie es damals ausgesehen hat. Wenn man heute in den Osten fährt ist das ein völlig anderes Bild. Die Häuser sind besser in Schuss und so. Auf der anderen Seite läuft man heute durch eine Kulturstadt wie Weimar und jedes zweite Schaufenster ist leer, weil die Geschäfte alle Pleite machen. Die jungen Leute gehen alle in den Westen weil es im Osten keine Arbeit mehr gibt. In den Städten gibt es nur noch alte Leute. Die Region blutet richtig aus. Gerade auch in Ostthüringen wo wir her kommen. Städte wie Gera sind völlig am Arsch. Da ist 2006 die Bundesgartenschau, da wird einiges gemacht und schafft auch ein paar Jobs aber das ist nichts Dauerhaftes.

Gibt es dort eine Hardcore Szene.

Ja auf alle Fälle. Wir kommen aus Saalfeld, da wohnen ca. 36.000 Leute, also nicht wirklich groß. Da finden alle zwei Monate Konzerte statt und da kommen immer 500-600 Leute. Die Leute sind natürlich nicht alle von dort. Aber Saalfeld hat einen guten Ruf was Shows angeht und die Leute kommen von außerhalb. Andere Leute denken wiederum, dass es dort viele Hardcore Kids gibt, das ist aber nicht so. Die Leute kommen aus Berlin und teilweise aus dem Pott. Die Szene ist aber doch ziemlich vital.

Was hat sich für euch nach dem Release von ?Whatever It May Take? verändert?

Vor allem haben wir dadurch die Möglichkeit bekommen auf dem With Full Force Festival zu spielen. Dort sind sicherlich einige Leute auf uns aufmerksam geworden die wir sonst nicht erreicht hätten. Es kamen da auch schon größere Labels auf uns zu die Interesse bekundet haben. Mit denen haben wir dann verhandelt aber es ist nichts daraus geworden weil es nicht so lief wie wir uns das vorstellten. Wir waren auch nicht unbedingt scharf darauf auf ein größeres Label zu wechseln. Die Bedingung war, dass es zu unseren Konditionen läuft und wir so weiter arbeiten können wie wir es gewohnt sind. Die CDs sollten nicht zu horrenden Preisen in den Läden stehen. Beim Media Markt hat das Label zwar wenig Einfluss auf den Preis aber die ganzen Independent Distros sollten sie noch zu guten Preisen bekommen. Wir können auch nicht monatelang auf Tour gehen. Das geht bei uns einfach nicht. Wir studieren oder arbeiten alle. Century Media haben das am Ende so akzeptiert und dann sind wir uns schnell einig geworden.

Was auch ungewöhnlich ist, ich könnte mir vorstellen, dass das Label ein Interesse daran hat euch auf Tour zu schicken.

Ja, das stimmt schon. Die fragen auch manchmal an, aber wenn wir keine Zeit haben dann geht das einfach nicht. Sonst müssten wir das Studium schmeißen oder unsere Jobs an den Nagel hängen. Das wollen wir aber nicht. Ich weiß nicht ob sich das lohnt für zwei Jahre Musikerleben alles wegzuwerfen.

Ist das nicht ein Traum?

Nee, eigentlich nicht. Touren ist schon schön, aber es ist auch schön wieder zuhause zu sein. Eine Tour hat seine Schattenseiten. Man hängt meistens nur rum, fährt durch die Gegend und wartet auf den Auftritt. Es ist schon auch cool neue Leute kennen zu lernen und so. Aber es ist nicht unser primäres Ziel. Wir wollen in erster Linie Spaß haben und es soll nicht zum Job verkommen. Wir wollen nicht Songs schreiben müssen oder Konzerte spielen müssen um unsere Rechnungen bezahlen zu können. Das wäre die falsche Motivation.

Ihr seht euch also eher noch als Hobby Musiker?

Es ist schon mehr als das geworden. Die Band nimmt viel Zeit in Anspruch. Zweimal die Woche proben, am Wochenende Auftritte spielen, Interviews geben und die ganzen Business Sachen die anfallen. Gerade jetzt bei der Veröffentlichung der Platte musste viel abgestimmt werden. Das ist gut an Century Media. Man merkt, dass sie sich wirklich um uns kümmern. Die Kommunikation ist bestens es kam vor, dass wir zwei bis dreimal am Tag mit denen telefonierten. Mal sehen wie es nach dem Release läuft aber bis jetzt kann ich nicht klagen.

Kommt die Platte eigentlich weltweit raus.

Ja, bei Century Media wird sie weltweit vertrieben. Außer in Südamerika, da haben wir eine Abmachung, dass die Platte dort über Liberation Records erscheint. Das ist ein Label das dort direkt seinen Sitz hat. Sie haben schon unsere letzte Platte veröffentlicht. Das macht es den Leuten dort möglich die Platte auch wirklich zu kaufen. Sie können dort einfach keine 10 Dollar für eine CD ausgeben. Liberation ermöglicht es, dass sie dort nur 3 oder 4 Dollar kostet. Wirtschaftlich steht es da unten ja auch nicht gerade zum Besten. Uns ist es so lieber. Wenn sich die Leute die Platte nur aus dem Internet ziehen haben sie keine Texte dazu. Wir haben nichts gegen das Ziehen aus dem Internet. Aber da hat man dann auch nur die Musik und uns sind die Texte schon wichtig.

Habt ihr in Südamerika mal gespielt?

Ja, wir waren 2002 dort auf Tour. Die ging allerdings nur 10 Tage und wir haben 5 Konzerte in Brasilien gespielt. Wir haben aber auf jeden Fall wieder vor dort zu spielen, vielleicht über Pfingsten. Das ist aber noch nicht sicher. Es kommt darauf an ob wir günstig Flüge bekommen. Wir würden gern nach Chile und Brasilien jeweils für einen Auftritt. Das ist dann ein verlängertes Wochenende und schon ziemlich dekadent. Aber das wollen wir uns dann auch mal gönnen. Ein bisschen Geld kommt durch Merchandise Verkäufe auch rein. Das geben wir dann für so was aus. Aber sonst wird mit unserer Musik nicht viel Geld verdient. Sie ist eben einfach zu extrem.

Aber im Moment ist der Stil doch ziemlich angesagt.

Ja, stimmt schon, aber das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein.

Mit einem Label wie Century Media im Rücken kann es nur nach oben gehen.

Das ist auf jeden Fall eine große Gelegenheit für uns und wir wollen wirklich versuchen dass wir dieses Jahr wieder in den Staaten auf Tour gehen können. Die Platte ist jetzt doch schon unsere vierte. Wir bekommen immer viele Anfragen von dort und ehe wir da in Vergessenheit geraten sollten wir mal rüber. Wenn wir uns die Zeit nehmen das zu machen sollte es aber auch was Ordentliches werden. Vielleicht mit Caliban die waren ja schon drei oder viermal drüben und die Leute kennen sie da schon ein bisschen. Wir sind noch relativ unbekannt. Das wäre schon gut für uns. Um die Staaten zu knacken und wirklich was zu reißen muss man dort allerdings permanent auf Tour sein weil das Land so groß ist. Vielleicht ergibt sich ja mal was dass wir länger rüber können. Im Moment sieht es aber nicht so aus.

Wie lange studiert ihr denn noch?

Also bei mir weiß ich das noch nicht so genau. Das kann noch dauern. Das Studium hat in letzter Zeit schon ziemlich gelitten. Nicht nur wegen der Band, ich hab auch noch ein paar andere Sachen gemacht.

Was studierst du denn?

Ich studiere BWL. Das ist also ziemlich öde und langweilig. Zuerst war ich in Erfurt an der FH, jetzt bin ich in Jena. Ich mach das nur damit ich mal einen Abschluss habe. Was ich genau danach mache weiß ich noch nicht. Vielleicht was mit Musik. Man ist mit diesem Studium relativ offen für viele Bereiche.

Ich kann mir vorstellen, dass das Metal Publikum verstärkt auf euch Aufmerksam geworden ist. Stimmt das?

Ja es ist schon so, dass auf den Konzerten immer mehr Leute mit langen Haaren zu sehen sind. Zum größten Teil ist es aber immer noch ein Hardcore Publikum. Aber diese Entwicklung finde ich sehr gut. In den Staaten ist das ja schon etwas länger so, dass Metalcorebands mit echten Metal oder Death-Metal Bands zusammen spielen. Die Leute sind da vielleicht ein bisschen offener. Hier hat man immer noch diese Unterteilung in Metal und Hardcore usw. Ich finde das eigentlich relativ schwachsinnig. Es gibt schließlich nur gute und schlechte Musik. Wir ordnen uns selber auch nicht gerne ein. Vom Kopf her und von der Attitüde her sind wir ganz klar im Hardcore verwurzelt aber musikalisch würde ich da nicht darauf pochen. Es ist auch nicht wichtig wo man sich einordnet, es muss einfach nur passen.

Welche Platten hörst du dir zurzeit an?

Die neue My Dying Bride höre ich sehr oft in letzter Zeit. Die neue Killswitch Engage gefällt mir auch sehr gut. Ansonsten höre ich das was mir gerade in die Hände fällt. Auch viel alter Kram. Alte Iron Maiden oder so. Zwischendurch höre ich auch mal ganz gern ein bisschen Hip-Hop oder so Sachen wie Coldplay. Ich bin da recht wechselhaft. Die neue Fear Factory ist auch sehr geil. Ich finde sie klingt wieder etwas ehrlicher.

Hast du noch zum Schluss ne lustige Tourstory auf Lager?

Erst heute sind wir wieder am Zoll angehalten worden. Die haben uns aber relativ schnell durch gewunken. Destiny mussten soviel ich weiß noch Zoll bezahlen. Einmal haben wir in Tschechien gespielt und unser Bassist hat erst kurz vor dem Zoll gemerkt, dass er keinen Pass dabei hatte. Wir haben ihn dann raus gelassen und sind ohne ihn weiter gefahren. Solche Sachen passieren immer wieder. Für so richtig abgefahrene Storys sind wir wahrscheinlich zu wenig auf Tour.

In Südamerika ist nichts passiert?

Ach doch, die Geschichte erzählt Mike auch immer gern. Wir sind mit Air France über Paris nach Brasilien geflogen und unser Gepäck ist auf dem Weg abhanden gekommen. Wir standen dann in Brasilien mit nichts außer dem was wir anhatten. In Frankreich war da wohl wieder mal ein Streik und es sollte wohl drei bis vier Tage dauern bis das Gepäck wieder da ist. Wir mussten aber auf Tour gehen und gleich am nächsten Tag spielen. Wir haben also von Air France Geld bekommen und sind dann erstmal losgegangen um Klamotten zu kaufen. Wir haben uns im billigsten Klamotten Discounter in Sau Paulo eingedeckt. Wir hatten alle das gleiche an. Die gleichen Socken, gleichen T-Shirts, gleiche Shorts. Am nächsten Tag hatten wir alle dann noch einen fetten Sonnenbrand, da unsere Sonnenblocker ja auch im Koffer waren. Wir sahen alle aus wie vom anderen Stern. Im Gesicht wie ne Pizza und alle dieselben Klamotten. Ich will nicht wissen was die Leute gedacht haben.

Wie habt ihr es mit den Instrumenten gemacht?

Die haben wir uns immer ausgeliehen. Es gab immer jemanden der jemanden kannte dessen Bruder ne Gitarre hatte. Insgesamt war es eine sehr coole Erfahrung dort zu spielen. Die Leute sind absolut enthusiastisch dort. Deswegen wollen wir auch unbedingt wieder zurück.

Wieviele Leute sind da zu den Shows gekommen?

Bei den drei Shows in den kleineren Städten waren so zwischen 200-300 Leute, also schon richtig gut. In Sau Paulo haben wir zwei Tage hintereinander gespielt. An dem einen waren 500 Leute und am zweiten über 1000, das war ein Festival.

Hast du noch letzte Worte?

Vielen Dank erstmal für das Interview und alle losgehen und Antigone kaufen oder zumindest mal reinhören. Das wäre schön.

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

Dieser Artikel wurde 554 mal gelesen

Interview: Email Interview mit Drummer Matthias (2006)
Interview: Ausführliches Interview mit Gitarrist Maik zu Iconoclast. (2008)
Interview: Kurzes Interview mit Drummer Matthias. (2010)
Review: Antigone, 2004 (rg)
Review: Deaf To Our Prayers, 2006 (rg)
Review: Iconoclast (Part 1: The Final Resistance), 2008 (rg)
Review: Iconoclast (Part 1: The Final Resistance), 2008 (tj)
Review: Iconoclast II - Bildersturm (The Visual Resistance), 2009 (rg)
Review: Invictus, 2010 (rg)
Review: Veto, 2013 (tj)
Live-Review: 28.09.2005, Stuttgart - Universum