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Das neue Album ?Smear Campaign? ist ohne Zweifel eines der stärksten in der langjährigen Geschichte der britischen Grindgötter. Ich traf mich mit einem sehr entspannten Shane Embury in Freiburg bei einer Show der Band und löcherte ihn zum neuen Album.

Wie läuft die Tour bisher?

Sehr gut. Wir haben am 1. September in den Staaten angefangen für dieses Album zu touren. Wir waren sechs Wochen mit Hatebreed, Black Dahlia Murder, Exodus, First Blood und Despised Icon unterwegs. Diese Tour ging bis zum 12. Oktober, danach haben wir noch ein Festival in Japan gespielt und haben dann direkt mit dieser Tour begonnen. Sei dauert 35 Tage am Stück, davon sind jetzt noch zehn übrig. Es ging sehr schnell vorbei. Mit ihrem Verlauf sind wir bisher sehr zufrieden. Es gibt immer ein paar Shows die nicht so toll sind, aber insgesamt ist die Tour gut.

Ist es für euch ungewöhnlich für ein Album zuerst in den Staaten zu touren?

Ja, das ist es. Normalerweise spielen wir immer in zuerst Europa. Dieses Mal wollten wir uns aber mehr auf die Staaten konzentrieren. Wir haben es in den letzten Jahren etwas vernachlässigt dort zu spielen. Das musikalische Klima hat sich dort wieder zu unseren Gunsten verändert. Heute gibt es dort viele Kids die auf extreme Musik stehen. Wir werden bald wieder dort spielen. Wenn diese Tour am 19. November zu Ende ist haben wir drei Tage frei und gehen dann wieder für weitere vier Wochen in die Staaten. Es ist gerade ziemlich hektisch bei uns. Ich komme aber gerade erst in die Stimmung zu touren. Der Start war gut, aber dann hatte ich ein Stimmungstief. Jetzt fühle ich mich aber wieder besser. Man muss sich immer wieder ans Touren gewöhnen.

Magst du es denn auf Tour zu sein?

Ja, eigentlich schon. Früher war ich allerdings noch mehr begeistert. Heute ist das etwas anders. Es ist zwar noch immer eine tolle Sache aber wenn wir manchmal sehr lange unterwegs sind kann es auch ermüdend sein. Es ist aber nicht so, dass ich mein Zuhause vermisse, ich bin auch außerhalb von der Band praktisch permanent unterwegs. Ich lebe zwar in England, das ist aber nicht unbedingt meine Heimat. Meine Freundin ist Japanerin und ich verbringe dort viel Zeit, ich besuche Freunde in den Staaten oder bin durch meine anderen Projekte unterwegs. Aber dennoch ist es unangenehm wenn man beispielsweise nach einer langen Tour seine Post durchschauen muss. Es ist immer irgendeine Rechnung dabei die man übersieht und für die man einen Monat später einen Arschtritt bekommt. Mit dem Internet ist es heute aber viel einfacher auf der Höhe der Dinge zu bleiben. Im Grunde mag ich aber das Touren, zumindest die meiste Zeit.

Wie sind die Reaktionen auf das neue Album bisher?

Sehr gut eigentlich. Wir hatten mit den Arbeiten zum neuen Album sehr schnell nach der Veröffentlichung der letzten Platte begonnen. Unser Label hatte Bedenken ob es gut ist so schnell ein neues Album nachzuschieben. Wir hatten sehr viele Songs bereits fertig. Die Reaktionen sind aber trotzdem besser als auf den Vorgänger. Insbesondere Live. Die Reaktionen auf die neuen Songs sind viel stärker. Das kann zweierlei Gründe haben, entweder Songs sind so gut, oder man konnte das Album schon zwei Wochen vor der Veröffentlichung aus dem Internet runterladen?.hahaha.

Warum denkst du dass die Reaktionen auf eure Platten so unterschiedlich sind, obwohl ihr eigentlich immer hohe Qualität abliefert?

Die Leute interpretieren die Platten einfach immer anders. Das liegt in der Natur des Menschen. Man kann nicht erwarten, dass jeder ein Album auf dieselbe Weise wahrnimmt wie man es selbst tut. Es gibt uns glücklicherweise schon eine ganze Weile. Wir können also auf unsere früheren Platten zurückblicken und von ihnen lernen. Wir wissen was funktioniert hat und was nicht. Das hat uns sehr geholfen. Wir wollten auf dieser Platte schnelle Sachen aber auch eingängige Sachen spielen und haben versucht die richtige Mischung zu finden. Über die Jahre haben sich einige enge Freundschaften mit Fans entwickelt. Ein Freund von mir in den Staaten flippt jedes Mal völlig aus wenn wir ein neues Album veröffentlichen, manchmal zu sehr. Wir sind wirklich froh nach all den Jahren noch Platten veröffentlichen zu können. Manche Leute übertreiben es vielleicht etwas und reden von ?dem besten Album jemals?. Das ist mir nicht wichtig. Ich finde es ist eine gute Sache viele Alben zu haben. Denn das bedeutet, dass wir es immer wieder machen. Ich bin beispielsweise ein großer Fan von Rush, aber ich finde sicherlich nicht jedes Album von Rush gut. Man sollte auch mal schwächere Platten machen dürfen. Natürlich tut dies keine Band vorsätzlich. Wir machen immer die Platte die uns zu der Zeit am besten repräsentiert. Hoffentlich verlieren wir dabei nicht all unsere Fans. Ich glaube aber, dass zu diesem Album wieder viele unserer Old-School Fans zurückkommen. Wir hoffen auch, immer ein paar neue Leute zu erreichen. Man kann die Reaktionen nie voraussagen. Bisher waren sie aber sehr gut, was natürlich toll ist.

Kommen auch jüngere Kids zu euren Shows?

In Europa nicht so sehr. Gestern waren ein paar jüngere in der ersten Reihe. Auf der Hatebreed Tour in den Staaten waren aber wirklich sehr viele junge Gesichter im Publikum. Manchmal glaubt man, dass die Show beim Publikum nicht so gut ankam und hinterher stehen 12-jährige am Merch-Stand und kaufen ein T-Shirt. Das ist eine gute Sache. Auf der nächsten Tour wollen wir ein anderes Publikum ansprechen. Wir spielen mit A Life Once Lost und Animosity. Die Bands sind ganz anders als wir und auch viel jünger. Hoffentlich gefällt jemandem was wir tun.

Ihr habt mit dem neuen Album in musikalischer Hinsicht wieder einen Schritt nach vorne gemacht.

Ja, zumindest an machen Stellen.

Wie schafft ihr es nach all den Jahren euren Sound frisch zu halten und nicht in Formeln zu fallen?

Ich und Mitch schreiben die Musik. Mitch hört eigentlich kaum neue Musik an. Er hört das was ihm schon immer gefällt, das wars. Ich kritisiere ihn dafür zwar immer wieder, aber es hat auch was Gutes. So kann er sich auf seinen Stil konzentrieren. Ich hingegen bin immer auf der Suche nach neuer Musik. Ich bevorzuge es meine Sachen das ganze Jahr über zu schreiben, so dass ich immer schon Sachen fertig habe wenn wir ein neues Album machen. So können die Songs über eine längere Zeit reifen. Das ist gut. Auf dem neuen Album sind ein paar Sachen die ich ursprünglich für andere Projekte geschrieben hatte, im Endeffekt aber doch besser zu Napalm Death passten. Der Titeltrack beispielsweise. Barney hat so coole Vocals dazu gemacht, dass wir den Song lieber für uns behalten haben. Manche Bands mögen es nicht im Studio zu sein, wir hingegen mögen es sehr. Unser Produzent ist ein langjähriger Freund von uns und hat auch schon Live den Sound für uns gemacht. Er ist absolut auf demselben Level. Beim Musik machen kommt es oft auf die kleinen Dinge an. Ich habe immer wieder viel Spaß daran zu sehen wie sich ein Song im Studio entwickelt. Wenn man die Drums aufnimmt klingen sie allein meist mehr schlecht als recht und man hat nicht das Gefühl, dass am Ende etwas Brauchbares heraus kommt. Wenn dann aber die Gitarren, der Bass und die Vocals dazu kommen, man Effekte benutzt und dann zusätzliche Gitarrenspuren einspielt, erkennt man wie der Song wächst. Danach kommt der Mix, das Mastering und schließlich das Artwork. Davon bekomme ich immer noch einen Kick. Das braucht man um es frisch zu halten. Um wirklich frisch und originell zu klingen muss man vor allem echten Spaß am Musik machen haben. Ich arbeite auch an anderen Projekten einfach weil es mir so viel Spaß macht. Ich spiele mit Sven von Dimmu Borgir in einer Band. Er schreibt die meisten Songs dafür, aber auch ich habe einen geschrieben. Wenn ich den auf meinem Laptop abspiele freue ich mich wie ein Kind. Das ist eine gute Sache. Man kann zwar Musik machen um Geld damit zu verdienen. Ich mach das auch, einfach weil ich nichts anderes gelernt habe. Aber man darf es nicht allein aus diesem Grund machen. Man braucht diesen Kick. Wir alle in der Band können manchmal ziemlich angekotzt sein, aber wenn wir zusammen Musik machen hat das etwas Magisches.

Würdest du mit der Band weiter machen wenn das verloren ginge?

Ich glaube nicht. Um ehrlich zu sein war wohl jeder von uns einmal an einem Punkt wo er alles hinschmeißen wollte. Wir sind uns sehr nahe und vier von uns haben lange Zeit in einer WG gelebt. Wir sind wie Brüder. Napalm Death sind wie eine Familie und auch in den besten Familien gibt es mal Streit. Man kann den anderen nicht ändern. Wenn man älter wird lernt man glücklicherweise den Anderen zu akzeptieren. Es gibt immer Tage an denen man lieber woanders wäre. Das hat dann aber nichts mit den Anderen oder der Band zu tun, das ist einfach jeder selbst. Wenn alle jeden Tag so sind, funktioniert es einfach nicht mehr. Wir raufen uns aber immer wieder zusammen und machen vielleicht eine Pause, bis die schlechte Stimmung verflogen ist. Manchmal braucht man aber einfach einen Tritt in den Arsch. Viele meiner Freunde haben reguläre Jobs und manchmal kommt man in eine Stimmung wo man diesen Lebensstil attraktiv findet. Sie erinnern mich dann aber immer daran was ich alles mit der Band erlebt habe und dass ich die ganze Welt gesehen habe. Das kann man mit einem regulären Job einfach nicht machen. Man verdient vielleicht 100.000 Pfund im Jahr aber hat nur zwei Wochen Urlaub. Was hat man davon? Manchmal muss ich mir das vor Augen halten. Ich merke dann, dass ich eigentlich glücklich bin mit dem was ich mache.

Ihr habt Anneke van Giersbergen von The Gathering als Gast auf dem Album. Wie kam das zustande?

Celtic Frost waren schon immer ein großer Einfluss für Napalm Death. Der Track ?Indifference? hat diesen Spoken-Word Teil und Barney hat ihn ursprünglich gesungen. Auf dem Album ?Morbid Tales? von Celtic Frost gibt es einen Song der uns sehr stark an unseren erinnert hat. Dort ist auch eine weibliche Stimme zu hören und so kamen wir auf die Idee auch eine Frauenstimme auf den Song zu packen. Ursprünglich wollten wir dass es Tony Iommis Tocher macht, die in unserer Nähe lebt. Sie hatte aber leider keine Zeit. Leif von Dew-Scented der auch bei Century Media arbeitet, hat dann Anneke vorgeschlagen. Ich glaube, dass Anneke auch ein alter Napalm Death Fan ist und sie hat sofort zugesagt. Sie mochte die Herausforderung und wir schickten ihr die mp3s der Songs. Sie ging in ein Studio in Holland und schickte die Vocal Tracks am nächsten Tag zurück. Sie klangen perfekt.

Ihr habt also nicht zusammen daran gearbeitet?

Nein. Sie kam aber zu einer unserer Shows letzte Woche. Abgesehen von dem Spoken-Word Teil hat sie am Ende noch etwas von sich aus improvisiert, was sehr cool war.

Thematisch geht es auf dem Album um Religion, richtig?

Ja. Ich habe selbst ein paar der Texte geschrieben und ich habe versucht, meine Texte passend zu Barneys Themen zu schreiben. Barney ist selbst ein recht religiöser Mensch. Natürlich ist er kein Hardcore-Christ und ich denke speziell in letzter Zeit wendet er sich immer mehr dem Atheismus zu. Ich finde Religion prinzipiell keine schlechte Sache. Man kann Religion nicht pauschal verdammen. Damit würde man andere Menschen diskriminieren. Religionen werden aber immer wieder dazu benutzt die Menschen zu spalten und Gewalt zu provozieren. Außerdem verursacht Religion in den Menschen oft das Gefühl weniger Wert zu sein. Obwohl es im Grunde keine Beweise für die Geschichten in der Bibel gibt. So viele Religionen basieren auf diesem Buch oder Variationen davon. Unsere Gesellschaft basiert auch nach 2000 Jahren noch immer auf den Gesetzten und Regeln aus der Bibel. Die Frage die wir auf unserem Album aufwerfen ist, ob wir nicht reif genug sind um uns unsere eigenen Regeln zu erschaffen. Ich würde niemals jemanden töten oder vergewaltigen. Das sind meine Regeln. Das braucht mir keiner zu sagen. Ich denke wir würden in einer besseren und friedlicheren Welt leben in der sich die Leute mit mehr Respekt behandeln würden. Das ist das grobe Konzept der Platte. Die einzelnen Songs sind Variationen dieses Themas. Ich hätte nicht erwartet, dass Barney sich so vehement diesem Thema widmen würde. Es ist immerhin ein sehr delikates Thema für ihn.

Habt ihr geplant ein ganzes Album zu einem Thema zu machen?

Wir hatten es nicht wirklich geplant, aber ab einem bestimmten Punkt war es klar, dass es so werden würde. Wir hatten nie so etwas gemacht. Ich würde nicht unbedingt von einem Konzeptalbum sprechen, aber es kommt schon nahe dran. Die Texte von mir sind ?When All Is Said And Done? und ?Shattered Existence?. Sie passen sehr gut zu dem was Barny geschrieben hat. Ich bin nie einem Gott gefolgt. Das war nie eine Option für mich. Ich glaube lieber an mich selbst, meine Freunde und meine Familie. Mit Politik ist das ähnlich. Barney ist sehr politisch und ich eher nicht. Ich habe lediglich diese etwas beschränkte Sicht, dass sich sowieso nie etwas verändert, Barney setzt sich differenzierter mit Themen auseinander.

Ihr seid dafür bekannt eine Band zu sein die kein Blatt vor den Mund nimmt. Ist es euch wichtig eine bestimmte Botschaft zu vermitteln?

Was ich am Anfang an Napalm Death mochte, noch bevor ich selbst eingestiegen bin, war ihre Energie, nicht die Texte. Ich fand zwar schon immer Bands mit intelligenten Texten cool, aber eben auch solche, die Fantasy-basierte Texte hatten. So bin ich ursprünglich auf Napalm Death aufmerksam geworden. Aber natürlich war die Band immer politisch und es ist uns natürlich wichtig. Insbesondere für Barney ist das sehr wichtig. Wir anderen konzentrieren uns stärker auf die Musik. Es geht aber Hand in Hand. Das muss es auch. Das ist doch was uns von vielen anderen Bands absetzt.

Bekommt ihr Feedback zu den Themen die ihr behandelt?

Ja, manchmal. Zum neuen Album habe ich bisher noch keine gehört. Die Texte brachten uns auch schon in Schwierigkeiten. Wenn man die englische oder amerikanische Regierung kritisiert finden das immer bestimmte Leute nicht so toll. Speziell aus den USA bekommen wir immer wieder Drohungen uns besser nicht dort blicken zu lassen. Aber man muss sagen was man sagen muss. Wir haben über die Jahre auch sehr viel Feedback von Leuten bekommen, die von unseren Texten positiv inspiriert wurden.

Gab es auch mal ernsthafte Probleme?

Wir haben vor Jahren einmal in einem Club irgendwo in Pennsylvania gespielt. Wir konnten nur vier Songs spielen weil ca. 50 Skinheads im Publikum waren die Ärger machten. Es waren zwar insgesamt 400 Besucher da, aber die Skinheads hatten sie im Griff. Das lag wohl daran, dass die Anwesenden alle aus der Gegend waren, genau wie die Skinheads und daher Gefahr liefen, später auf der Straße zusammengeschlagen zu werden. Wir hatten also keine andere Wahl als aufzuhören. Wir wussten, dass sie da waren und eröffneten natürlich mit ?Nazi Punks, Fuck Off?, was sehr cool war. Nach vier Songs mussten wir aber aufhören. Das war wohl das verrückteste was uns je passiert ist. Ansonsten ist nie wirklich was passiert. Manchmal liegt etwas in der Luft, aber es passiert dann doch nichts.

Du sagtest du bist interessiert in aktueller Musik. Was genau hörst du dir derzeit gerne an?

Ich mag das neue Converge Album sehr. Das ist sehr interessant. Ich mag diese Band aus Holland, The Textures. Sie klingen ein bisschen wie Meshuggah mit ruhigen Parts. Die sind sehr gut. Das neue Mastodon Album ist ebenfalls sehr geil.

Beeinflusst dich das auch für Napalm Death?

Ja, auf eine gewisse Art sicherlich. Ich war auch immer ein Fan von Today Is The Day bevor sie zu metallisch wurden. Ein paar Sachen von Dillinger Escape Plan mag ich ebenfalls. Diese ganze Art von Bands interessiert mich. Ich spiele ja neben dem Bass auch Gitarre und darum interessiere ich mich immer für neue, fordernde Sachen. Interessanten Krach eben.

Wie steht es um deine anderen Projekte?

Da gibt es einen ganzen Sack voll. Ich habe kürzlich eine Plattenfirma zusammen mit Mick Kenny (Mistress und Anaal Nathrakh) gegründet. Wir werden die Alben von Lock Up, meiner alten Band, in Japan veröffentlichen. Außerdem habe ich Bass auf dem neuen Album von Anaal Nathrakh, das gerade erschienen ist Bass gespielt. Weiterhin habe ich ein paar Shows mit Brujeria gespielt. Nächstes Jahr werden wir noch ein paar spielen. Weiterhin werde ich Bass spielen bei dem Nebenprojekt von Sven von Dimmu Borgir, die Band wird Insidious Disease heißen. Weiterhin habe ich eine Punk Band mit Kevin von Brutal Truth namens Venomous Concept mit der wir unser zweites Album im nächsten Jahr veröffentlichen wollen. Und noch ein paar andere Dinge.

Du scheinst sehr beschäftigt zu sein.

Ja, das stimmt. Aber es ist wie ich vorher gesagt habe. Ich habe einfach Spaß daran. Manches wie beispielsweise Venomous Concept sind reine Spaßprojekte, damit verkaufen wir vielleicht ein paar hundert Alben, das war´s. Aber ich mag es einfach, es ist cool diesen Sound zu machen. Es macht Spaß einfach in den Probraum zu gehen und zu spielen was mir in den Kopf kommt. Viele Leute werden die Platte nicht mögen, weil es nichts Besonderes ist. Das wollen wir aber gar nicht sein. Wir emulieren eher eine Band die ich als Kind gemocht hätte.

Ich würde zum Abschluss gern mit dir über den Tod eures früheren Mitglieds Jesse Pintado sprechen. Ist das OK für dich?

Ja, sicher. Ich habe darüber bisher noch gar nie in der Öffentlichkeit geredet. Aber ich mach das jetzt einfach.

Es ist manchmal schwer sich zu erinnern. Er ist immerhin schon eine ganze Weile nicht mehr in der Band. Ich habe nur einzelne Ausschnitte in Erinnerung. Das an was ich mich aber erinnere ist nicht unbedingt das an was ich mich erinnern will. Er hatte sich sehr verändert über die Jahre. Er hatte viele persönliche Probleme und vor allem ein Alkoholproblem. Wir trinken alle, ich auch, aber er hatte wirklich ein Problem mit Alkohol. Um ehrlich zu sein war ich nicht sehr überrascht von seinem Tod zu hören. Natürlich habe ich gehofft, dass es nicht soweit kommen würde. Es ist wirklich seltsam, ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das wäre nicht richtig. Als ich von seinem Tod erfuhr, konnte ich es gar nicht verarbeiten. Als wir dann in den Staaten unterwegs waren, saß die Band zusammen und wir redeten darüber. Jeder verarbeitet den Tod anders. Manche Menschen sind sich dem Tod sehr bewusst und können ihn zeitnah verarbeiten. Ich war nie so. Auch wenn nahe Verwandte sterben verarbeite ich das oft erst Monate später und fange beim Fernsehen an zu weinen. Wer weiß, vielleicht überkommt mich alles einmal in ein paar Jahren. Hoffentlich passiert das nicht, denn das wäre eine Menge. Es tut mir natürlich sehr leid, dass er tot ist. Außerdem macht es mich auch wütend. Wir haben ihm über die Jahre wirklich immer wieder versucht zu helfen. Wir wollten ihm wirklich ernsthaft helfen, aber er hat es nie zugelassen. Er hat sich für diesen Weg entschieden. Es ist ein Jammer. Früher war er wirklich ein fantastischer Gitarrist und hat echte Killerriffs geschrieben. Man weiß nicht was mit ihm passiert ist. Ich bin aber traurig, dass er nicht mehr hier ist. Hoffentlich ist er jetzt an einem bessern Ort.

Hattet ihr nach seinem Ausstieg noch Kontakt?

Ja, wir haben alle zusammen in einem Haus gelebt. Als Mitch geheiratet hat und auch Jesse ausgezogen ist, habe ich den Teil der beiden übernommen. Er hatte noch eine Menge Krempel im Haus und ich war gerade dabei, all das Zeug zu ihm zu verschiffen. Das war erst vor ein paar Monaten. Er hat sich aber nie darum gekümmert.

Hast du noch letzte Worte?

Die Tour läuft super und Deutschland ist wie immer super. Wir sind immer gern hier. Die Leute sind super und wir haben hier eine Menge Freunde. Wir kommen bald wieder auf Tour. Wir lieben die deutschen Würstchen und natürlich das deutsche Bier.

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

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