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Gutbestückte Jungspunde

Forever In Terror sind eine der vielen Bands, die im Zuge des Metalcore-Runs (Hypes?) an die Oberfläche geschwemmt wurden und Gefahr laufen in eben diesem Strom auch unterzugehen. Wenn man sich aber die Biographie der Band aus dem Großraum Cleaveland zu Gemüte führt, fällt zunächst mal das Alter der Musiker auf. Metal Blade hat die Band nämlich unter Vertrag genommen, als sie gerade mal 17 Lenze zählten (ist das dann Verführung Minderjähriger? Anmerk. d. Verf.)! Ihr Debut wurde am 15. Juni 2007 veröffentlicht und mittlerweile sind die Youngster immerhin 18 Jahre alt. Wenn man sich die CD also mal unter diesem Aspekt anhört, verlangt sie einem auf jeden Fall Respekt ab und lässt doch auch so einiges für die Zukunft erwarten. Drummer Nick Borukhovsky hat sich bereitwillig unseren Fragen gestellt.

HD: Was ich zu Anfang ja gar nicht fassen konnte, ist Euer Alter. Erzähl zum Einstieg doch mal was zu Eurem ersten Kontakt mit Metal und wie alt Ihr da wart.

JO: Oh, ich denke das muss etwa in der achten Klasse gewesen sein. Wir waren alle total wild auf harte Musik und haben Moshpits nachgemacht und uns gegenseitig wie beim Crowdsurfen durch die Gegend getragen. Wir haben einfach gerne gerockt und so lags nahe ne Band zu gründen...

HD: Und was hat Euch dann dazu gebracht wie wild zu üben und Eure heutigen Fertigkeiten zu erreichen?

JO: Wir haben damals in der achten Klasse entschieden wer was spielen würde, und da wars an sich auch schon um uns geschehen. Wir wollten die beste Band der Welt werden (Die Ärzte? Anmerk. d. Verf.?) und haben uns Ziele gesetzt, die zu dieser Zeit völlig bescheuert waren, wie etwa einen Plattenvertrag zu bekommen und auf Tour zu gehen – und das alles noch während unserer Highschool-Zeit. Seltsamerweise haben wir in der Zeit dann tatsächlich noch viel mehr erreicht.

HD: Haben Eure Eltern diese Pläne unterstützt? Ich nehme mal an, dass Ihr ne Menge Zeit im Proberaum am Üben wart und Euch weniger um Eure schulische Laufbahn und gar die zukünftige Berufswahl gekümmert habt?

JO: Naja, zu Anfang fanden sies natürlich nicht so cool. Ist ja auch nicht so der übliche Weg den 13-jährige sonst so einschlagen. Bei den meisten geht’s um die Schule, Sport und solche Sachen. Wir haben währenddessen lieber gelernt nen 4/4-Takt zu spielen. Aber unsere Eltern sind super. Es ist ja schon verrückt genug, dass wir fünf uns getroffen haben, aber dass unsere Eltern das dann mitgemacht haben... Wir sind jetzt zwar 18, aber keiner von uns plant in der näheren Zukunft daheim auszuziehen und keine von unseren Eltern wehren sich dagegen. Wir haben echt Glück, dass wir das so sagen können. Ich bin mir aber sicher, dass sie verdammt glücklich sind, dass wir obwohl das mit der Band immer wichtiger wurde, trotzdem alle unseren Abschluss gemacht haben – unsere Eltern sind der Hammer!

HD: Dann habt Ihr also alle dieser Tage Euren Abschluss gemacht? Wie geht’s dann weiter, bleibt die Band Eure oberste Priorität, oder kümmert Ihr Euch parallel um eine konventionelle Laufbahn, einen Studienplatz oder Job?

JO: Wir haben tatsächlich alle erst im Juni unseren Abschluss gemacht! Das ist so krass, wir sind alle total heiss. Die Schule hat uns so lange vom Touren und Proben abgehalten und wir sind jetzt mehr als bereit die Band anstatt unserer Kurse zu unserer Top-Priorität zu machen.

HD: Ihr habt Eure Karriere unter dem Namen 7th Plague begonnen – wieso habt Ihr Euch denn dann später in Forever In Terror umbenannt?

JO: Es gab da Copyright-Probleme mit denen sich weder wir noch Metal Blade rumschlagen wollten. Wir haben uns also unmittelbar nach dem Metal Blade-Vertrag  und bevor es zum ersten Mal auf Tour ging umbenannt. Das war schon scheiße dann das ganze Merch und die Demos etc. neu anschaffen zu müssen. Wir sind aber zufrieden mit dem Namenswechsel und bereit unter dem Namen Forever In Terror die Welt zu erobern!

HD: Wo wir es gerade von Namen haben, wie kamt Ihr zum Albumnamen „Restless In The Tides“?

JO: Naja, hauptsächlich ist es mal der Name des Titeltracks des Albums (Ach nee! Anmerk. d. Verf.), der ein ziemlich heftiges auf und ab von brutalen und schönen Passagen ist und zudem textlich einiges zu bieten hat und auch ne Enge Verbindung zum Artwork hat. Für mich ist es aber auch so was wie ein Bandmotto. Mit alle dem Kram mit dem wir uns so konfrontiert sehen, ob nun positiv oder negativ, müssen wir ruhelos bleiben und uns auf unsere Ziele hinarbeiten.

HD: Das Coverartwork ist offensichtlich von Derek Hess. Wieso fiel die Wahl auf ihn und was ist Euer Lieblingsartwork von ihm?

JO: Derek ist gebürtig aus Cleaveland und hat sogar eine Zeit lang im gleichen Gebäude gearbeitet wie unser Manager. Wir dachten es wäre genial, wenn er unser Artwork machen würde und so war es dann ja auch. Unsere Lieblingsarbeit von ihm ist unser Coverartwork. Ich liebe es und bin sehr zufrieden damit, wie es geworden ist. Ich finde es cool, dass es eben nicht das gängige schwarz-rote, böse daherkommende Artwork ist. Es transportiert so ein bisschen Ironie durch die Farben und den tatsächlichen Bildinhalt.

HD: Mit Chimaira habt Ihr ja eine recht erfolgreiche Band aus der Region Cleaveland. Soweit ich weiss, seid Ihr befreundet, denn ihr Sänger Mark Hunter hat ja einen Gastauftritt auf Eurem Album „Restless In The Tides“...

JO: Chimaira sind einfach unsere Helden. Sie waren die erste Band, die uns nicht nur auf musikalischer sondern vielmehr auf menschlicher Ebene beeinflusst haben, einfach weil sie es geschafft haben. Die kommen aus Cleaveland und haben was Großes geschaffen. Sie haben uns super behandelt, wir durften ein paar ihrer Heimspiele supporten und sie haben uns sogar ausgesucht um auf ihrer Release-Party zu spielen. Mark singt auch tatsächlich auf unserem Album, und zwar beim dritten Song „In The Face Of The Faceless“, der auch ein echter Killer ist!

HD: Chimaira haben sich im Lauf ihrer Karriere doch recht verändert, was haltet Ihr davon und was ist Euer Lieblings-Chimaira-Album?

JO: Naja, da waren schon ein paar verrückte Sachen dabei. Es war schwer vorstellbar als ihr Drummer Andols die Band verlassen hat, aber nach ner Zeit hat es für mich ganz gut funktioniert. Ich hab sogar ein paar Schlagzeugstunden bei ihm genommen. Ich freu mich aber, dass er jetzt wieder mit dabei ist. Ich muss sagen, dass „The Impossibility Of Reason“ mein Lieblingsalbum ist. Die Produktion und die Aufnahme gehört zum besten, was ich seither gehört hab und es ist ein brutales und eingängiges Album.

HD: Euer Sänger, war früher jahrelang Euer Drummer – gibts da noch weitere Gemeinsamkeiten mit Phil Collins?

JO: Nee, absolut keine. Das ist eh eher eine Verwechslung. Unser Sänger hat nie bei uns Schlagzeug gespielt. Er hat in ein paar anderen lokalen Bands Schlagzeug gespielt, er und ich waren gut befreundet und haben oft zusammen gejammt. Ich hab bei unserer Band schon immer Schlagzeug gespielt. Unser Sänger Chris kam im letzten Herbst zur Band und aus irgendeinem Grund glaubt jeder, dass er vom Schlagzeug ans Mikro gewechselt hat... ist aber nicht der Fall. Unser Gitarrist Nate, Bassist Josh und ich sind die, die die Band damals in der achten Klasse gestartet haben. Chris ist aber ein geiler Schlagzeuger und er und ich haben großen Anteil daran, wenn wir beim Songwriting sind. Ich weiss dann auch immer, wenn ich was cooles gemacht hab, weil er dann diesen Blick draufhat, haha...

HD: In den meisten Reviews wird Euer Sound mit dem Metalcore- oder NWOAHM-Sticker versehen. Aber da Trends ja meist recht kurzlebig sind und wenn Ihr eine langfristige Karriere ins Auge fasst: in welche Richtung werdet Ihr Euch mit neuem Material, an dem ihr wohl schon arbeitet, entwickeln?

JO: Wir haben nicht vor viel zu ändern. Wir lieben unsere Musik und die Leute sollen das ruhig nennen, wie sie wollen. Wir für uns selbst wissen, dass unsere Musik viel mehr ist, als man über ein einziges Genre, ob nun Metalcore oder was immer, ausdrücken kann und wir mögen den Sound so wie er ist. Wir haben Thrash, Death, Rock, Solos, die scheinbar im Grindcore und Deathcore enden und ja, wir haben sogar ein paar Hardcoreparts. Aber unserer Breakdowns, wie man das heute wohl nennt, haben einen technischen Einschlag und wir halten die gerne im Upbeat. Die meisten Leute glauben, dass wir von Norma Jean und Bands aus dieser Ecke beeinflusst wurden. Unsere „Breakdowns“ leiten sich aber eher von Meshuggahs wilderen Sachen aus den frühen 90ern ab und die Sachen, die wir dieser Tage so hören sind u.a. Bands wie All Shall Perish, Sikth, The Human Abstract usw. Es ist uns egal, wo uns die Leute hinstecken und wir versuchen definitiv nicht einem gewissen Genre zu entsprechen. Wir sehen uns gerne als „BRUTIFUL“, also eben eine Kombination aus Brutalität und Schönheit und Technik und schierer Eingängigkeit in einem.

HD: Auf einem Eurer Bandphotos sieht es so aus, als ob einer von Euch ein Pentagramm-Tattoo hat, ich nehm also mal an, dass Ihr nicht gerade eine White Metal-Band seid?

JO: Haha, das ist aber unser ALTER Sänger auf dem Bild. Das ist ein Wilder. Bei uns in der Band ist es eigentlich so, das keiner in irgendeiner Art stark gläubig ist. Wir leben unser Leben und huldigen der Fruchtbarkeit, haha.

HD: Euer Sound ist ja hochgradig technisch und ich hab mich gefragt was Ihr Jungs so neben offensichtlichen Sachen wie Meshuggah, Death Metal a la Suffocation, Euren Homies Chimaira und den üblichen Iron Maiden hört?

JO: Ok, ich hau jetzt einfach mal meine Lieblingsbands raus: All Shall Perish, Between The Buried and Me, The Human Abstract, Sikth (die es ja leider nicht mehr gibt, Anmerk. D. Verf.), Unearth, The Black Dahlia Murder, The Red Chord, All That Remains, 30 Seconds to Mars, Lamb Of God, etc.. Wir hören ne Menge verschiedener Musik und schätzen auch Klassische Musik. Wir versuchen nicht nach einer bestimmten anderen Band zu klingen und vermischen gerne verschiedene Styles. Die Einflüsse sind dabei sehr vielfältig und reichen bis hin zu At The Drive-In und Delirium.

HD: Ich nehme mal and, dass auf den Albumrelease eine intensive Tourphase folgt. Gibt’s auch schon Pläne nach Europa zu kommen?

JO: Da ist noch nichts in trockenen Tüchern. Wir sind da auf jeden Fall dran und haben auch schon mit Labelmates aus Europa Kontakt aufgenommen, wir freuen uns schon richtig darauf endlich in Europa zu spielen. Wir wurden dort bisher sehr gut aufgenommen und wir würden natürlich gerne für unserer dortigen Fans rocken!

HD: Kennst Du den Bands aus Deutschland?

JO: Ich kenne keine persönlich, aber ich stehe total auf Fear My Thoughts! Die gehören auf jeden Fall noch auf die obige Liste!

HD: So, zum Abschluss noch die Gelegenheit für Dich: Gibts ne Frage, die Du schon immer mal in nem Interview beantworten wolltest, die aber nie gestellt wurde? Wenn ja: hier ist Deine Chance!

JO: Lass es mich mal auf die kurze Formel bringen: FIT = gut bestückt, hahaha. Danke an alle in Deutschland und alle, die das lesen. Wir lieben Euch und können es kaum erwarten für Euch zu spielen. Holt Euch unsere CD „Restless In The Tides“ und besucht uns unter www.myspace.com/fitmetal. Danke fürs Interview!

Thomas Jentsch

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Review: Restless In The Tides, 2007 (rg)
Review: Restless In The Tides, 2007 (tj)