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Undertow gehören seit 16 Jahren zu einer festen Größe im Deutschen Underground und verwöhnen uns immer wieder mit tollen Platten. Mit ihrem neuesten Werk „Don´t Pray On The Ashes“ toppen sie sich wieder einmal selbst. Sänger und Gitarrist Joschi und Bassist Tom beantworteten uns ein paar Fragen.

Da beackert man die Metal Szene seit 16 Jahren, veröffentlicht ein neues Album und fährt überall Höchstnoten ein. Wie fühlst du dich?

JOSCHI : Sehr gut, vielen Dank. Manchmal kann ich die Kritiken selbst kaum fassen. Aber ist doch immer wieder ein schönes  Erlebnis, überhaupt ´ne Platte veröffentlichen zu können und wenn die dann noch solche Reviews einfährt, ist das natürlich schon der Hammer für uns.

Was war in dem Entstehungsprozess zum neuen Album anders als bisher?

JOSCHI :Wir konnten ohne jeglichen Zeitdruck arbeiten. Als die Platte entstand, hatten wir kein Label, unser Produzent Roger, mittlerweile ein guter Freund von uns, gab uns aber auch die Möglichkeit etappenweise aufzunehmen, so dass sich allein der Aufnahmeprozess über ca. ein Jahr hinzog. Jeder konnte kommen, wie er Zeit hatte. Es war definitiv der lockerste Aufnahmeprozess in den letzten 16 Jahren. Total entspannt, in fast schon familiärer Atmosphäre würd ich sagen. Wir konnten uns diesmal auch Zeit nehmen um einiges auszuprobieren und somit neue Elemente mit einfließen zu lassen.

Was glaubst du macht euer neues Album so viel stärker bzw. spezieller als früheres Material?

JOSCHI : Insgesamt gesehen finde ich das neue Album jetzt nicht unbedingt stärker oder spezieller als z.B. „34ce“ oder „Milgram“. Jedoch nahmen wir uns eben diesmal die Zeit die wir brauchten und somit ist auch die Produktion insgesamt wesentlich ausgereifter. Vom Songwriting her hat sich eigentlich nichts geändert, nur, dass wir  diesmal, bis auf ein paar Arrangements, alles auch so aufgenommen haben wie wir die Songs  geprobt hatten.

Wie sind die Songs entstanden?

JOSCHI : Die meisten Songs entstanden auf meiner uralten, klapprigen Akustikklampfe. Ich nutze eigentlich zu Hause jede Gelegenheit um darauf rumzuspielen. Dann probier ich das Ganze noch auf der E-Gitarre aus und geh mit einer bestimmten Vorstellung in den Proberaum um es den Jungs zu präsentieren. Und da basteln wir dann noch gemeinsam an den Songs rum. So lange halt, bis es für jeden irgendwie passt. Die Texte teile ich mir mit Tom!

Macht ihr euch irgendwelche Vorgaben beim Schreiben eines neuen Albums?

JOSCHI : Nein, eigentlich nicht. Ich versuche möglichst jede Idee zu verwenden, die mir im Schädel hängen bleibt. Ich lasse mich meistens von meinen Gefühlen leiten und ich denke deshalb kommen immer recht abwechslungsreiche Songs dabei heraus. Auch im Proberaum haben dann Tom und Raini noch Ihre Ideen,  die wir mit einfließen lassen. Das neue Album lebt sehr von den verschiedenen Stimmungen der Songs.

Was hat es mit dem Hidden Track auf sich. Er unterscheidet sich ja stark vom restlichen Material?

JOSCHI : Der Hidden Track ist ne recht private Sache von mir und ich hab lange überlegt, ob ich den überhaupt aufs Album nehmen soll, weil er halt doch einfach anders ist. Textlich geht es um die Rolle des „Vater seins“, die oft nicht ganz einfach ist und die daraus entstehenden Gefühle und Gedanken.

Es fällt auf, dass einige der neuen Songs  wütender sind als je zuvor. Woher kommt’s?

JOSCHI : Hm, findest du? Ich denke es sind allgemein halt mehr treibende Songs auf dem Album vertreten. Der Gesang und die Instrumentierung sind meiner Meinung nach ausgereifter und kommen eher auf den Punkt und das trägt dazu bei, dass viele Songs wütender klingen.

Wofür steht der Albumtitel?

JOSCHI : Die Idee zum Albumtitel stammt von Tom. Es  geht um Traditionen. Nach einem Zitat von Gustav Mahler ist Tradition nicht die Anbetung der Asche, sondern das Weiterreichen der Flamme. Im Bezug auf Undertow ist gemeint, dass es schon immer schwierig war, unseren Musik-Stil im Bereich METAL  festzulegen. Zuweisungen wie Thrash, Hardcore, Metalcore, Doom, Alternative usw. waren uns schon immer egal. Wir spielen unsere Definition von Metal und an dieser Tradition hat sich auch auf Don´t Pray To The Ashes nichts geändert.

Womit beschäftigt ihr euch auf der neuen Platte textlich?

JOSCHI : Mich inspiriert hauptsächlich meine Arbeit als Krankenpfleger in einer Psychiatrie. Ich verarbeite oft das Erlebte in meinen Texten und schreibe über Dinge, die für viele Leute sehr weit weg scheinen, aber in Wirklichkeit doch so nah sind !Tom ist da glaube ich etwas geerdeter und schreibt eher über seine Gefühle und seine Texte sind oft realistischer und nachdenklicher als meine „Erfahrungen“.

Kannst du mir die Lyrics zu „Smoke Garden“ auseinander nehmen?

TOM: Da der Text von mir ist, mal soviel dazu: Die Idee beruht auf einem Bild, das ich irgendwann mal im Kopf hatte. Es geht um ein intensives Gespräch unter Freunden, es wird viel geraucht und die aufsteigenden, sich verwirbelnden Rauchsäulen „frieren ein“ und bleiben als Protokoll des Gesprächs im Raum stehen, bilden somit eine Art begehbaren Garten.

Wie ist das Artwork entstanden und was symbolisiert es?

TOM: Da müsstest Du eigentlich Björn von Killustrations fragen. Er hat uns wie beim letzten Mal zunächst mit einem Entwurf geschockt, den wir uns nicht vorstellen konnten. Der zweite Vorschlag war quasi das finale Albumcover, es fehlten gerade mal die drei Punkte am Ende des Titels. Die abgebrannten Streichhölzer passen optimal zum Asche-Thema, zudem sind´s fünf Stück und es ist unser fünftes Album. Ich steh allgemein auf Artwork, dass nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und „Das ist ein böses Metal-Album!“ schreit und sowas hatten wir auch noch nie. Also keine Drachen, (halb)nackte Mädels, Schwerter und Motorräder für uns!

Wie kam der Wechsel von Silverdust zu Prevision Records zustande?

JOSCHI : Unser Vertrag mit Silverdust war ausgelaufen und wir hatten somit keine Option auf ein weiteres Album. Da uns Silverdust in den letzten Jahren sehr unterstützt hat und wir mit diesem relativ kleinen Label sehr gute Erfahrungen gemacht hatten, wollten wir dies natürlich fortsetzen. Auf Prevision Rec. kamen wir dann über unsere Freunde von BRESCHDLENG, die uns auf die gute Zusammenarbeit mit Ihrem  Label aufmerksam machten. Auf dem Summer Breeze 2009 einigten wir uns dann mit Robby, dem Labelchef von PR, auf einen entsprechenden Deal.

Neben der Band habt ihr alle einen recht vollen privaten Terminkalender. Wie bekommt ihr das alles unter einen Hut?

JOSCHI : Ha, keine Ahnung! Ich stecke gerade mitten in der Facharbeit im Rahmen meiner beruflichen Weiterbildung, Tom ist mit seiner Bibliothek und Leitung der Volkshochschule voll ausgelastet und Raini als Lehrer an einer Hauptschule eh dem puren Stress ausgesetzt. Vielleicht ist auch genau das der Knackpunkt, dass wir unsere Leidenschaft, Musik zu machen, so ausleben. Es  ist einfach ein wunderbarer Ausgleich zum stressigen Alltag. Aber das dies alles so klappt, liegt auch an unseren lieben Frauen, die uns bei unseren musikalischen Aktivitäten sehr unterstützen und uns die Zeit dafür einräumen.

Angenommen ihr müsstet auf dem nächsten Album einen Song covern. Welcher wäre das?

JOSCHI : Darüber hatten wir schon oft geredet. Wir hatten noch keinen konkreten Song ins Auge gefasst. Nur waren wir uns sicher, dass wir möglichst keinen Song aus dem Metal-Bereich nehmen wollen. Wir hatten eine Zeit lang ein paar Songs von 80´er Legenden wie Eurythmics oder Peter Gabriel im Visier. Mal sehn, vielleicht setzen wir das beim nächsten Album tatsächlich um!?

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

JOSCHI : Jetzt erst mal im Rahmen unserer Möglichkeiten spielen, soviel eben geht, im Sommer ein paar Festivals und dann ist im Herbst ´ne Tour mit zwei befreundeten Bands für ca. 10 Dates geplant. Alles weitere muss man sehen. Ich hoffe, dass es in Zukunft so gut weiter läuft mit UNDERTOW, wir noch viele schöne Momente zusammen erleben können und da gäb´s noch so ein paar richtig fette Festivals auf denen wir in Zukunft gerne noch spielen würden. Wir sind jedenfalls für alles offen!

Letzte Worte?

JOSCHI : Vielen Dank für dieses Interview, hat mir sehr viel Spaß  gemacht und es würde mich sehr freuen, wenn man sich bald mal wieder über´n Weg läuft.

Rolf Gehring

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Interview: Interview mit Sänger Joschi zu Milgram. (2006)
Interview: Interview mit Bassist Tom zu "In Deepest Silence" (2013)
Review: 34CE, 2003 (rg)
Review: Milgram, 2006 (rg)
Review: Don´t Pray To The Ashes, 2010 (rg)
Review: In Deepest Silence, 2013 (rg)