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    Dave Hause

 

Auf ihrer vergangenen Europatour mit Ensign traf ich mich in Will mit dem Cheerleader der Band Beau Beau. Wir suchten uns einen gemütlichen Platz in der Sonne und quatschten über Avail, Fußball und Alkoholexzesse. Das Gespräch war recht aufschlussreich und äußerst lustig.
Here we go:


Wie läuft die Tour bisher?

Gut. Wir waren in England, Wales und Deutschland. Alles was ich mache ist, Fußballfelder anzuschauen, denn ich liebe Fußball.

Hast du dir auch Spiele angeschaut.

Nein, leider hatte ich noch keine Gelegenheit Spiele zu sehen. Ich habe nur im Fernsehen gesehen wie Manchester United Real Madrid ziemlich dumm haben aussehen lassen. Neulich haben Manchester schon einmal ein anderes Team, ich komme jetzt nicht mehr auf den Namen, total fertig gemacht. Das ist alles was ich mache, Fußball und Shows spielen.

Wie gefällt es dir in Europa?

Es gefällt mir gut. Hier Shows zu spielen ist etwas völlig anderes wie in den Staaten. Wir sind in den Staaten viel größer als hier. Das ist eigentlich komisch, denn normalerweise ist es genau umgekehrt. Bands die aus den Staaten nach Europa kommen sind hier richtig groß und in den Staaten spielen sie vor 25 Leuten. In den Staaten bekommt man auch kein Essen.

Auch nicht als eine große Band?

Man kann den Veranstaltern natürlich sagen, dass sie es tun sollen, aber dann musst du auch dafür bezahlen. Das ist ein Unterschied, außerdem rauchen hier viel mehr Leute Gras. Wie ich schon gesagt habe, bin ich Fußball-abhängig und darum mag ich es in Europa. Ich mag nur Bayern München nicht. Ich hasse sie. Ich hasse Kahn zutiefst, aber er ist auch so verdammt gut.

Euer neues Album "Front Porch Stories"...

...handelt nicht vom Fußball.

Das dachte ich mir bereits. Kannst du es beschreiben?

Es ist southern Hardcore-Punk-Rock´n Roll-Music. Es ist unser letzter Stand der Dinge in Sachen Alben. Wir haben dieses Mal versucht ein bisschen mehr zu tun. Es klingt etwas anders, wir waren in einem neuen Studio und haben mit einem anderen Produzenten gearbeitet. Ich finde es klingt in der Tat viel besser. Ich will da jetzt nichts schlechtes über Mark und sein Studio sagen, aber Brain ist mehr der Gitarren und Gesang Produzent. Während Mark eher der Produzent für Drums und Bass ist, bei ihm haben wir viel Zeit auf die Drums verwendet und nicht so viel auf den Gesang. Dieses Mal haben wir uns mehr auf den Gesang und die Gitarren konzentriert. Mit beiden dieser Jungs haben wir uns aber häufig betrunken und viel Scheiße gemacht. Wir haben uns sehr, sehr betrunken mit Mark, viele Male. Wenn wir eine Party hatten ist er derjenige der auf dem Boden einschlief.

Hilft das denn dabei ein Album zu produzieren?

Es hilft tatsächlich dabei. Glaub es oder nicht. Die Produzenten lernen die Band dadurch auch von einer anderen Seite viel besser kennen. Sie kennen dich dann auf eine andere Weise und nicht nur als die Band die jeden Tag für 10 Stunden vorbei kommt um an dem Album zu arbeiten. Durch das gemeinsame abhängen verstehen sie viel besser wer man ist und worum es geht. Wir hängen immer viel herum und trinken und hängen ab und trinken und trinken. Wir ziehen das "Abhängen & Trinken Programm" voll durch.

Das Album scheint melodischer zu sein als "One Wrench". Wie kam das?

Es spiegelt einfach den Punkt unseres Lebens dar an dem wir stehen. Wir haben das nicht geplant oder so. Wir haben einfach Songs geschrieben die sich gut anhörten und sie schließlich aufgenommen. Fat Wreck waren dumm genug das Album zu veröffentlichen.

Ich denke nicht, das es dumm war.

Das denke ich auch nicht, aber es ist für uns immer noch absolut verrückt, dass die Leute unsere Alben veröffentlichen wollen.

Auch nach all diesen Jahren?

Ja, denn im Grunde sind wir nichts als ein paar übergroße Kids die es mögen Musik zu machen, abzuhängen und zu trinken. Das ist unser Leben. Keiner von uns mag es zu arbeiten oder etwas anderes zu tun was man als eine "normale Lebensweise" bezeichnet. Die Tatsache, dass wir Musik machen können und jemand es veröffentlicht ist unglaublich. Und dann kommen solche Sachen wie: "Lass uns einen Monat in Europa auf Tour gehen". Das ist der Hammer. Niemand gründet eine Band mit dem Hintergedanken 6-7 Mal nach Europa zu gehen, 25 US-Touren zu machen oder in Japan, Brasilien und Australien aufzutreten. Man gründet eine Band um die selben sechs Songs immer wieder für seine 25 Freunde zu spielen die immer wieder kommen um es zu sehen. So war es bei uns auch, dann muss irgendetwas passiert sein.

Auf dem Album sind ein paar Country-Einflüsse zu hören.

Hmm...ja, die meisten in der Band außer mir hören Country Musik. Dadurch fließt es natürlich auch in die Musik ein. Zu dem Country-Intro von "West Wye" gibt es eine witzige Geschichte. Einer der Typen mit denen wir zuhause rumhängen und trinken ist ein einer Metal-Band namens "Lamb of God". Das ist eine dieser wirklich verrückten Metal-Bands. Wir haben ihn gefragt ob er nicht etwas zu unserem Album beitragen will. Er hat uns gefragt was wir wollen und wir haben ihm gesagt er soll einfach seine Gitarre bringen und sich etwas einfallen lassen. Er kam dann, war total high, und hat sich unsere Songs angehört. Schließlich hat er spontan angefangen dieses Intro zu spielen und uns gefragt ob das cool wäre. Wir waren begeistert.
So läuft das in Richmond und Virginia generell. Alles ist dort sehr relaxt.
"Möchtest du auf unserer Platte spielen?", "Na klar, was soll ich tun" "Egal komm einfach und schrei diese fünf Wörter ein paar Mal." oder "Wir kratzen etwas Geld für einen Van zusammen, wollt ihr Jungs nicht mitkommen und eine Show mit uns vor 50 oder 60 Leuten spielen?" "Ja, warum nicht." "Danach gehen wir zu mir und machen ein Barbequeue."
So ist es dort. Man hat dieses Country-Feeling aber gleichzeitig leben wir in einer großen Stadt. Es schon verrückt, in der Gegend in der Tim lebt laufen seine Nachbarn an seinem Haus vorbei und sagen: "Tim, gib mir ein Bier" worauf Tim sie natürlich einlädt. Joe lebt bei einer Schule und da rennen dauernd Kinder herum. Ed´s Nachbar hat Hühner im Garten. Ich lebe gleich gegenüber eines Highways. Obwohl es eine große Stadt ist hat man dennoch dieses Kleinstadt Feeling.

Inspiriert euch das für die Songs?

Es inspiriert mich dort zu leben. Ich war an vielen verschiedenen Orten und ich mag meine Heimatstadt wirklich sehr. Ich möchte sie eigentlich gar nicht verlassen. Wahrscheinlich werde ich das aber trotzdem tun müssen. Es ist ein großartiger Ort.

Aber du bist nicht allzu oft dort?

Nein, wir haben herausgefunden, dass wir nach dieser Tour insgesamt ungefähr 170 Tage auf Tour waren und wir ca. 90 Shows gespielt haben, das beinhaltet nicht die off-days für die Fahrten. Wir spielen also seit 6 Monaten jeden zweiten Tag eine Show. Außerdem haben wir festgestellt, dass wir alle 16 Tage in einem anderen Land sind. Ich bin also tatsächlich nicht oft zuhause. Wir haben im November angefangen und dreieinhalb Wochen in den USA getourt, waren dann über Weihnachten zuhause und sind dann im Januar wieder dreieinhalb Wochen raus gegangen. Danach hatten wir neun Tage zuhause bevor wir wieder für zwei Wochen auf die Strasse gingen, bevor wir hierher kamen war ich elf Tage zuhause. Wir hätten im Juni wieder für sechs Wochen auf Tour gehen sollen, das hätte geheißen, dass wir drei Wochen zuhause gewesen wären. Wir haben aber beschlossen nicht auf Tour zu gehen denn ich muss in meiner Sonntags-Fußballmannschaft spielen und Joe´s Sohn muss ebenfalls in seiner Mannschaft spielen. Ich hab ernsthaftes Fußball spielen und Trinken zu erledigen, ich kann schließlich nicht den ganzen Sommer im Bus verbringen.

Euer Sound ist ein sehr eigenständiger Mix aus Punk und Hardcore. War es von Anfang an euer erklärtes Ziel einen möglichst eigenständigen Sound zu haben?

Nein, überhaupt nicht. Vieles hat damit zu tun, dass wir alle in der Gegend von Washington D.C. aufgewachsen sind. Wir haben uns die ganzen alten Super-Punk-Bands angehört, aber wir haben auch die frühen shitty Emo-Bands wie Fugazi mitbekommen. Wir hatten also diese Einflüsse. Joe jedoch hörte sich auch andere Sachen an. Wenn ich zu ihm gegangen bin als wir 15 waren, liefen dort Bands wie The Cult. Ich hasste diese Musik und habe ihm stattdessen The Exploited vorgespielt. Er wiederum mochte das nicht, weil man den Sänger nicht verstehen konnte. Wir hatten viele verschiedene Einflüsse. Als wir dann nach Richmond gezogen sind, gab es dort fast nur Straight Edge Bands und es gab Gwar und White Cross und all diese verrückten Bands die eher wie Mathe waren und keinen Sinn ergeben haben.
Wir haben eigentlich nie versucht nicht nach jemandem zu klingen, aber wir haben auch nicht versucht wie jemand anders zu klingen. Ich weiß, jeder sagt das: "Wir machen Musik direkt aus dem Herz, blah, blah, blah. Wir sind von niemandem beeinflusst". Wir haben einfach die Musik gemacht die Sinn für uns ergeben hat. Außerdem sind wir keine besonders guten Musiker.

Seit ihr nicht?

Nun gut, wir haben es irgendwie geschafft sieben Alben mit den selben fünf Akkorden zu veröffentlichen. Wir haben uns nie zu dem Punkt entwickelt an dem wir diese technische Scheißmusik spielten. Bei uns ist alles sehr simpel. Es läuft so bei uns: "Hi, wie geht es? Wir sind Avail, wir trinken, wir machen ein Album, wir kommen in deine Stadt, trinken euer Bier und spielen eine Show". Das ist alles.

Warum habt ihr das Album "Front Porch Stories" genannt?

Wir sind auch auf der verbalen Schiene keine Virtuosen. Darum benennen wir unsere Alben immer nach einer Textzeile die in einem Song vorkommt. Uns fallen nie so coole Namen ein wie beispielsweise Naked Raygun. Diese Jungs hatten immer coole Namen für ihre Alben. Bis zu "Over The James" hatten wir die Regel, dass ein Albumtitel nur aus einem Wort bestehen darf. Als dann einer die Idee mit "Over The James" aufwarf, haben wir uns gestritten. "Fuck that dude, es sind zu viele Worte". So dämlich sind wir. Ab dann mussten es dann aber immer drei Worte sein. Mehr wäre zuviel für uns.

Wer schreibt bei euch die Texte?

Tim und Joe zum größten Teil.

Kannst du auch darüber reden?

Ja, klar.

OK, dann erzähl doch mal wovon sie handeln.

Sie sind wie ein Tagebuch. Sie schreiben über die Dinge die sie zu dem Zeitpunkt beschäftigen. Der Song "South Bound 95" handelt davon wie wir von einer langen Tour zurückgekommen sind wir es nicht glauben konnten wieder zuhause zu sein. Das hat Tim damals beschäftigt. Auf dem neuen Album ist er ein bisschen politischer geworden. Aber er versucht es zu maskieren. Die Mitglieder von Avail haben unterschiedliche politische Ansichten. Wir segeln unter keinem bestimmten Banner. Wir waren aber alle mit diesen Texten einverstanden. Im Normalfall schreiben wir keine Songs oder Texte bei denen man sofort erkennen kann um was es geht. Wir lassen da viel Spielraum für Interpretationen. Jeder kann aus den Songs das ziehen was ihm etwas gibt. Wir können uns einen Song anhören und ich kann denken er handelt von Äpfeln während du denkst es geht um Orangen. In Wirklichkeit handelt er aber von Wassermelonen. Ich finde das viel besser als: "Hallo, wir sind Vegan und Straight Edge und in diesem Song geht es um dies". Tim schreibt immer über das was ihn beschäftigt.

Diskutiert ihr in der Band über die Texte und müssen sie dann zuerst von allen abgesegnet werden?

Nicht unbedingt, aber Tim und Joe wissen dass es Themen gibt bei denen die Meinungen innerhalb der Band weit auseinander gehen. Nur mal als Beispiel: Anti-Waffengesetze. Wenn sie einen Anti-Waffen Text schreiben würden, würde zwangsläufig einer in der Band aufschreien : "Fuck You, Ich finde Waffen gut". Es gibt bestimmte Dinge über die wir einfach nicht schreiben können. Wir haben Songs über Obdachlosigkeit in unserer Heimatstadt Richmond und über Dinge wie das Corporate-America uns alle ficken wird. Auf diese Dinge können wir uns einigen. Aber beispielsweise über Sozialismus, Anarchie, Pro-Gun, Anti-Gun, Pro-Choice, Pro-Life, usw...alles was irgendwie mit einer realen politischen Sache zu tun hat, geht nicht. Da haben wir einfach keinen gemeinsamen Standpunkt. Wir schauen uns natürlich die Texte an. Wenn einer Auftaucht der uns z.B. als Anti-amerikanisch erscheint, wird uns Tim oder Joe darlegen, dass es nicht so ist und uns die Gründe für den Text erklären.

War es nach dem 11.9. schwieriger für euch die kritischen Themen in den Staaten anzusprechen?

Nein, überhaupt nicht. Ich denke, dass der 11.9. den Leute in Wirklichkeit die Dinge mehr vor Augen geführt hat und sie aufmerksamer gemacht hat. Wir hatten keine Probleme. Darüber hinaus gibt es einige sehr Pro-amerikanische Leute in unserer Band die das Land über alles lieben. Sie lieben nicht unbedingt die Regierung so sehr, aber eben das Land. Es gibt niemanden in der Band der sagen würde "Fuck America". Das ist absolut hohl. Ich könnte auch sagen "Fuck Germany" das würde nichts bringen, das kann jeder. Ich habe normalerweise ein sehr wüstes Vokabular. Ich schimpfe und fluche sehr viel. Aber es gibt einige Dinge die ich bewusst nicht sage weil sie andere Leute in der Band beleidigen würde.
Außerdem kümmere ich mich persönlich nicht um Politik. Wir sind eine Punkband. Ich bin in einer Punkband und arbeite an einer Bar. Ich lebe davon die Leute betrunken zu machen. Warum sollte ich mich einen Dreck darum scheren?

Das Artwork der neuen Platte wurde von eurem Drummer Ed gemacht? Macht er das professionell?

Ja, er ist in Richmond ein recht angesehener Künstler. Er macht viele Ausstellungen und erhält Aufträge von der Stadt um Fassaden zu bemalen. Wenn du durch Richmond fährst bekommst mindestens sechs Restaurants zu sehen die er bemalt hat.

Hat er früher schon Sachen für die Band gemacht?

Nein, er hat zwar schon immer das Layout gemacht, aber nie die Bilder gemalt. Es war meine und Tims Idee es so aussehen zu lassen aber er hat es schließlich umgesetzt. Er ist in dieser Richtung einfach begabter als wir, und wir sind auch fauler als er.

Und betrunkener?

Nein, er ist auch viel betrunken.

Als sich der Krieg im Irak abzeichnete wurde es besonders angesagt einen Anti-Kriegssong zu veröffentlichen. Habt ihr darüber nachgedacht?

Nein, als Band hat Avail nichts über den Krieg zu sagen außer, dass wir ihn nicht gut finden. Wenn Anti-Flag das machen ist es cool, aber für uns ist das nichts.

Aber was hältst du davon, dass so viele Künstler das tun?

Ehrlich gesagt finde ich, dass sie sich etwas vormachen. Ich glaube nicht, dass Musik wirklich etwas verändern kann. Ich glaube nicht, dass ein Anti oder Pro-Irgendetwas Song etwas verändern kann. Er kann es nur dann, wenn wirklich jeder einzelne Mensch auf der Welt diesen Song mag. Das wird nicht passieren. Die Gemeinschaft auf der die Musik basiert kann etwas tun, aber die Musik an sich nicht. Sie ist nur Unterhaltung. Ich weiß, was ich sage klingt schrecklich. Vielleicht gibt es Leute die zu Shows gehen um die neueste linke Propaganda zu hören wie McDonalds die Welt zerstört. Aber meistens geht man doch auf Shows um zu tanzen, mitzusingen und schlicht Spaß zu haben. Wie soll das etwas verändern? Wenn wir einen Anti-Kriegssong spielen würden, würde jeder genauso abgehen als ob wir South Bound 95 spielen würden, was überhaupt nichts damit zu tun hat. Es ist natürlich viel cooler und hipper solche Songs zu haben, aber ich war nie cool oder hip. Also scheiß drauf.

Hast du ein paar lustige Tourgeschichten auf Lager?

Ja, aber ich kann mich dummerweise nie daran erinnern wenn mich jemand fragt. Das Beste an Avail ist, dass wir unseren Bassisten Gwomper haben. Er ist einer der Leute die fast alles für Geld machen. Es ist absolut verrückt. Wir haben versucht herauszufinden ob er es schafft einen halben Liter Bier in weniger als 5 Sekunden zu trinken. Wir waren alle dabei und haben es auf Video aufgenommen. Er macht wirklich alles was mit essen oder trinken zu tun hat für Geld. Einmal haben wir um 40 Dollar gewettet, dass er es nicht schafft ein Gallone (ca. 3.7853 Liter) Milch in 30 Minuten zu trinken und es drin zu behalten. Es ist unmöglich. Wenn du mal schnelle 50 Mäuse machen willst, wette mit einem Freund darum. Eine Gallone Milch in 30 Minuten ohne zu kotzen. Es ist absolut unmöglich. Gwomper ist unglaublich, er lässt sich immer wieder auf solche Dinge ein. Wir stehen dann um ihn herum, lachen, feuern ihn an, machen Fotos und er kotzt Milch. Wir machen andauernd solche Sachen.
Wir waren auf dieser Tour in Hamburg auf der Reeperbahn. Es waren ich, Tim von Ensign und ein paar andere. Dort gibt es eine Polizeiwache und gegenüber ist der Burger King. Ab dem Burger King steht alle paar Meter eine Prostituierte. Sie bilden eine Schlange die zwei Blocks weit reicht. Wenn eine der Prostituierten mit jemandem mit geht, rückt die ganze Schlange um eine Stelle weiter, wenn sie zurück kommt rücken sie wieder zurück. Das ist eine der verrücktesten Sachen die ich je gesehen habe. Wir sind dort vier Stunden gesessen und haben uns das angeschaut. Wir haben versucht herauszufinden wer wen mit nimmt und wohin sie gehen usw.. Über zwei Stunden lang ist nichts passiert. Es wurde schließlich kalt und wir haben beschlossen in den Burger King zu gehen um etwas zu essen. Als wir drin waren sind sieben Prostituierte auf einmal weg gegangen. Wir sind zwei Stunden dort gesessen und nichts ist passiert, wir gehen fünf Minuten weg und alle Prostituierten sind weg. Wir haben uns echt aufgeregt darüber. Fußball, Porno und trinken...das ist meine Welt. Ich liebe es in irgendwelche beschissenen Bars zu gehen.
Das ist was wir auf dieser Tour gemacht haben. Trinkspiele und Würfelspiele. Wir spielen Silow....kennst du das?

Nein.

Man hat drei Würfel wenn du zwei sechsen würfelst ist der dritte Würfel dein Punkt. Wir spielen das exzessiv. Dreizehn von uns versammeln sich um einen kleinen Tisch, jeder wirft Geld in den Pot und wir schreien..."Ihr verdammten Yankees." "Ihr dummen Rednecks.". Ralf, unser Fahrer, regt sich darüber auf. Wir machen viel dummes Zeug. Das muss man aber auch tun um die Tour interessant zu halten.

Was ist das besten daran in einer Band wie Avail zu spielen?

Diese eine Stunde die man auf der Bühne steht.

Was ist das schlechteste?

Die anderen 23 Stunden. Mal ehrlich, wir versuchen zwar immer es so angenehm wie möglich zu machen, aber dreizehn Leute auf engem Raum in einem kleinen Bus für fünf Wochen....das ist wirklich nicht so lustig. Wenn einer morgens aufwacht, weckt er einen anderen auf und dann wachen zwangläufig alle auf. Man kann fast nirgends duschen. Man isst zu verrückten Zeiten und verrückte Sachen. Es ist nie ein sauberes Klo da wenn man eins braucht. Man schläft zu komischen Zeiten. Man kommt um fünf ins Bett und schläft bis zwei Uhr mittags. Das macht alles nicht so viel Spaß auf Tour, außer eben dieser Stunde auf der Bühne. Das ist eigentlich das Beste überhaupt...außer trinken und Sex.

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Wir werden diese Tour noch beenden und uns dann erst mal ca. drei Monate frei nehmen damit wir etwas trinken und Fußball spielen können. Dann werden wir eine volle US-Tour machen. Danach haben wir noch keine Pläne, vielleicht werden wir etwas mehr touren, vielleicht gehen wir wieder nach Brasilien aber vielleicht beginnen wir auch damit ein neues Album zu schreiben. Vielleicht tun wir auch nichts.

Habt ihr schon neue Songs geschrieben?

Nein, wir waren ja fast immer auf Tour seit das letzte Album erschienen ist.

Auf Tour schreibt ihr nicht?

Nein, auf keinen Fall. Das letzte was ich auf Tour machen will ist, auf die Bühne zu stehen und an Songs zu arbeiten. Da würden automatisch alle Ideen im Müll landen weil wir keinen Spaß dabei haben.

Hast du noch ein paar letzte Wort?

Nein.

Ach komm schon.

Also gut, hier ist der Deal, eine halbe Stunde, eine Gallone Milch und man muss sie eine halbe Stunde unten behalten nachdem man fertig ist. Wette mit irgendjemandem den du kennst und du wirst gewinnen.

Alles klar, das werde ich machen.

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

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Review: Front Porch Stories, 2002 (rg)
Review: 4am Friday, 2006 (rg)