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Wir trafen uns mit Barry nach einer Bolt Thrower Show in Wil. Barry stellte sich als angenehmer Gesprächspartner heraus und unterstrich die These, dass Metal vom Punk gar nicht soweit voneinander entfernt ist wie immer unterstellt wird.

Wie läuft die Tour?

Killer. Die Tour ist wie immer ein Killer. Gutes Publikum, gutes Essen, gute Bands, gute Songs. Die Tour läuft Prima.

Was ist denn mit Fleshcrawl passiert? (sie waren eigentlich Support, waren aber in Wil nicht dabei.)

Es gab eine Meinungsverschiedenheit. Eigentlich nichts was es Wert wäre zu erzählen, es hatte auch nichts mit Bolt Thrower zu tun.

Was kannst du zu dem neuen Album sagen?

Es ist ein gutes Album. Es könnte kaum besser sein. Eigentlich könnte jedes Album besser sein. Wenn man glaubt, dass man das best mögliche Album gemacht hat, kann man die Band auflösen. Wir wollen uns immer verbessern. Wir werden uns überlegen, was wir an diesem Album hätten besser machen können und werden es dann auf dem nächsten Album besser machen. Dann werden wir uns überlegen was an diesem Album besser sein könnte usw. Hoffentlich können wir uns so immer weiterentwickeln.

Das ist schon der nächste Punkt. Kritiker werfen euch vor, dass ihr euch seit Jahren nicht mehr weiter entwickelt habt.

Das sind meistens Leute die uns nicht mögen. Sie hören sich unser Album an und merken, dass es wie Bolt Thrower klingt und erinnern sich daran, dass sie uns nicht mögen. Leute die uns mögen, erwarten wenn sie ein Bolt Thrower Album auflegen auch Bolt Thrower Musik. Es muss da draußen Leute geben, die Bolt Thrower mögen. Wir sind jetzt seit 15 Jahren zusammen ohne jemals unseren Style geändert zu haben. Wir sind glücklich damit. Wir geben einen Scheiß drauf was Leute sagen die uns nicht mögen. Wir tun das um uns und unsere Fans glücklich zu machen. Das Schlimmste was wir tun könnten ist, uns von unserem Stil wegzubewegen. Wir entwickeln uns in unserer eigenen kleinen Bolt Thrower Welt weiter. Wir tun das was wir wollen. Auf allen unseren Alben ist eine Entwicklung zu erkennen. Wir entwickeln uns weiter, aber eben nicht aus unserem eigenen, einzigartigen Stil heraus.

Wie war die Arbeit mit eurem neuen Sänger Dave?

Sehr gut. Eigentlich ist Dave schon seit langer Zeit in der Band. Er hat damals beim With Full Force Festival ausgeholfen, das war vor Jahren. Er war auch auf der letzten Tour dabei. Er ist also eigentlich kein neues Mitglied mehr. Wir merken das gar nicht mehr. Das hier ist jetzt Bolt Thrower. Mit dieser Besetzung sind wir am Stärksten.

Warum hat euch euer alter Sänger Karl verlassen?

Das ist schon ewig her. Er hat zwar noch Mercenary eingesungen, aber es war schon damals klar, dass er nicht mit auf Tour kommen könnte. Karl wird immer ein Freund der Band sein, er wollte aber einfach nicht mehr Touren.

Gab es wegen Dave eigentlich Streit zwischen euch und Benediction??

Nein absolut nicht. Sonst hätten wir sie wohl kaum auf diese Tour eingeladen. Viele Leute haben das aber gesagt. Ich weiß was du meinst. Ich denke die wollten einfach nur Geschichten erzählen, keine von ihnen ist wahr. Wir sind zusammen aufgewachsen und haben schon immer zusammen gespielt.

Ihr benutzt immer diese Kriegsbilder, sowohl in den Texten als auch auf Covern usw.. Warum?

Als wir die Band gründeten, hatten wir diese Idee mit der Kriegs Thematik. Es hat sich von dort einfach weiterentwickelt. Wir habe verschiedene Kriegszeitalter beleuchtet. Wir hatten Post-Apocalyptisch auf "In Battle is no law", Futuristisch auf "Realm of Chaos", bei "Warmaster" hat sich alles in der Barbarenzeit abgespielt, "Forth Crusade" hat von den Englischen Kreuzzügen erzählt und davon durch die Welt zu ziehen und für Gott alles in Sicht zu töten, bei "For Victory" ging es um moderne Kriegsführung in der Gegenwart, dann hatten wir mit "Mercenary" ein Album das von Söldnern, die für Geld in den Krieg ziehen, und nicht für ein Ziel, handelte.

Ihr bekommt da sicherlich die Vorwürfe der Kriegsverherrlichung.

Wir predigen zu niemandem. Wir beschreiben nur die Aspekte des Krieges und was im Krieg geschieht. Wir Verherrlichen nichts. Krieg ist ein Aspekt des Lebens. Andere Bands singen über Politik, weil es ein Aspekt des Lebens ist. Wir singen vom Krieg, auch das gehört zum Leben. Unser eigenes Land ist zur Zeit in einen Krieg mit Afghanistan verwickelt.

Wie denkst du darüber??

Ich weiß nicht. Ich habe mir da noch keine Gedanken darüber gemacht. Ich hoffe unser Jungs kommen unversehrt zurück. Das ist alles.
Wenn man jemanden stoppen will, muss man ihn zuerst bekommen würde ich sagen.

Viele Plattensammler kaufen eure alten Platten nur weil sie auf Earache (BTs altes Label) erschienen sind und nicht wegen der Musik. Wie denkst du darüber?

Ich weiß auch nicht. Earache sind ein Haufen Penner. Sie sind nutzlos. Wenn die Pleite machen, würde ich lachen. Sie behandeln ihre Bands schlecht und versuchen die Bands zu zerstören. Sie haben tatsächlich ein paar Bands zur Auflösung gezwungen. Sie haben es auch mit uns versucht. Ich frage mich wie die nachts schlafen können, nach allem was sie Bands angetan haben. They fucked up Bands big time. Sie sind das schlimmste Label der Welt.

Ihr seit jetzt bei Metal Blade. Seit ihr mit ihnen zufrieden?

Ja. Sie helfen uns sehr. Der Chef von Earache war am Anfang, als er das Label gründete, ein Fan der Band. Später ist er dann aber einfach ein Geldgieriges Arschloch geworden und hat jede Band gesignt. Er wollte ein Majorlabel werden. Er hat es nie geschafft. Heute ist er ein Nichts, ein Niemand. Er hat keine Zugkräftigen Bands mehr. Wir sind froh von Earache weg zu sein.

Was kannst du zum Artwork vom neuen Album sagen?

Es wurde von einem Künstler aus Deutschland gemacht, der Interesse an Bands hatte. Er hat auch schon das Artwork von Mercenary gemacht. Wir haben ihn gefragt ob er auch Lust hätte das Neue zu machen. Wir haben ihm gesagt was wir haben wollen und er hat uns dann drei Entwürfe gezeigt. Über das Internet haben wir uns ausgetauscht bis er irgendwann das perfekte Cover fertig hatte. Er ist selbst sehr stolz darauf. Wir hatten auch wieder Kontakt zu dem Künstler der Warmaster gemacht hat aufgenommen, doch der bekommt heute nichts mehr auf die Reihe.

Woher kommt eigentlich der Name "Bolt Thrower"?

Ein Bolt Thrower ist eine Mittelalterliche Kriegswaffe. Wie eine Armbrust nur Riesengroß, ca 15 Fuß hoch. Es schießt einen riesigen Pfeil ab.

Ach so, wir dachten schon es sei eine Anspielung auf das Bolzenschussgerät im Schlachthaus.

Nein, obwohl das auch passen würde, da einige von uns sich für Tierrechte engagieren. Aber wir predigen nicht darüber. Jedem das seine, Fleisch essen oder nicht, das ist egal.

Mann kann euch oft mit T-Shirts von alten Englischen Punk und Hardcore Bands sehen, wie z.B. Crass oder Discharge. Waren diese Band ein Einfluss für euch??

Ja, auf jeden Fall. Bands wie Discharge waren es die mich dazu brachten härtere Musik zu spielen. Vor diesen Bands gab es nur normalen Punk. Als Discharge rauskamen war das etwas vollkommen Neues. Ihre ersten Singles waren unglaublich. "Hear nothing, see nothing, say nothing" war das am besten Produzierte Punk Album dieser Zeit. Brillant. Ich wollte nur diese Musik spielen. Meine Freunde fragten mich ob ich nicht mal lernen wolle richtig Gitarre zu spielen. Ich sagte immer: "Nein, ich bin glücklich mit meinen drei Akkorden." Irgendwann habe ich dann aber zum ersten mal Slayer gehört, ab da wollte ich dann das spielen. Aber wir konnten es nicht. Was dann heraus kam war der Bolt Thrower Sound. Wir waren am Anfang also eine Mischung aus Slayer und Discharge.

Seit ihr euch eigentlich über euren Einfluss bewusst, den ihr wiederum auf jüngere Bands habt?

Ich möchte gern Glauben, dass wir den haben. Was wir damals aus der Punk Szene mitgebracht haben war dieses ganze D.I.Y.-Ding fernab von dem großen Musikzirkus und der Geldmaschine (Anm. d. Verf.: Jep, das muss ich unterstreichen. Die CDs und T-Shirts wurde auf der Show zu supergünstigen Preisen verscherbelt. Da könnten sich einige Punk/HC Band eine Scheibe abschneiden). Wenn man das macht lebt die Szene viel länger. Wir haben festgestellt, dass sie zwischenzeitlich etwas gestorben ist. Jetzt findet gerade wieder ein Aufschwung statt. Viele alte Band kommen zurück und machen eine große Reunion. Darüber können wir nur lachen. Wir waren die ganze Zeit da und haben geholfen die Szene am Leben zu halten. Wo waren denn die anderen? Für uns ist die Szene nie gestorben. Wir haben seit unserem Bestehen auf jeder Tour mehr Leute gezogen. Auf jeder verdammten Tour.


Was denkst du denn über die Death-Metal Szene zur Zeit?

Wir haben uns selbst nie als Death Metal Band gesehen. Als wir angefangen haben gab es Death Metal noch gar nicht. Uns wurde irgendwann gesagt wir seien eine Death Metal Band. Viele Bands haben irgendwann aufgehört sich Death Metal zu nennen weil sie glaubten es sei nicht mehr populär. Aber es war immer populär. Für uns ist die Szene nie gestorben, vielleicht für die anderen Band die nicht so gute Qualität lieferten. Diejenigen Bands die hohe Qualität liefern geht es heute immer noch gut. Wir legen sehr viel Wert auf Qualität. Die Aufnahmen zum neuen Album haben 3 Monate gedauert. Das ist viel Zeit. Wir haben unser ganzes Budget für die Aufnahmen verbraten. Weil die Fans Qualität wollen.

Wie schreibt ihr eure Songs? Als Band zusammen oder getrennt?

Wir haben einen eigenen Schreibstil den wir seit Anfang der Neunziger beibehalten. Wir haben früher als Gruppe zusammen im Proberaum geschrieben. Viermal das, zweimal dies, dann zurück zu jenem Teil....usw.... Die Qualität unserer Songs ist aber wesentlich besser, seit wir einen Schritt zurück gegangen sind und mit Hilfe von Aufnahme Equipment schreiben. Wir nehmen ein Riff auf und legen ein anderes darüber. Wir haben zwei Gitarren und es ist sehr schwer im Proberaum eine Melodie über ein Riff zu legen da bei vielen Songs die Gitarren verschiedene Sachen spielen. Mit dem Aufnehmen geht das viel einfacher. Wir haben unser eigenes kleines Studio Zuhause in dem wir das machen.

Könnt ihr eigentlich von der Band leben?

Wir könnten es wahrscheinlich, wenn wir es Vollzeit machen würden. Das wollen wir aber nicht. Wir sind glücklich damit nur alle ein, zwei Jahre rauszugehen. Wenn die Band zu einem Full-Time-Job wird, würden wir vermutlich den Spaß daran verlieren.

Warum ist eigentlich so wenig bekannt über die Mitglieder der Band selbst?

Ich weiß gar nicht, warum die Leute immer etwas über die Individuen in der Band wissen wollen. Wir sind ganz normale Menschen die Musik machen. Wir sind selbst Fans der Musik. Es gibt kein Mysterium dahinter. Wir sind einfach nicht so "In-Your-Face" wie andere. Wir platzieren keine großen Fotos von uns im Cover. Wir sind einfache Leute die harte Musik machen. Das ist alles.

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Wir werden in Griechenland und Portugal auf Tour gehen. Danach vielleicht in Amerika mit Cannibal Corpse. Wir werden abwarten was passiert. Zwischendurch wollen wir ein paar Songs schreiben. Uns wurden auch einige Festival Auftritte angeboten. Wir wissen aber noch nicht sicher ob wir sie annehmen werden. Wahrscheinlich nicht. Wir sind glücklich damit in den kleineren Clubs zu spielen. Wir fühlen uns einfach am wohlsten in kleinen Clubs, die packed sind. Es ist egal wie viele Zuschauer da sind. Hauptsache es ist packed.

Ja ich weiß was du meinst. Ich hab euch mal auf dem With Full Force gesehen, und es wirkte auf der großen Bühne einfach nicht so cool wie heute Abend.

Genauso denken wir. Es ist zwar schon cool vor so vielen Menschen zu spielen, aber es hat viele Nachteile. In diesem Club haben wir alles unter Kontrolle. Es ist unsere Produktion. Auf einem Festival ist es immer sehr stressig. Da brüllt dich jemand an: "Ihr müsst auf die Bühne, die Zeit geht von eurem Set ab". Wir sind einfach keine Festivalband, wir brauchen Zeit.

Hast du irgendwelche letzten Worte?

No.

Ach, komm schon.

No.

Das Interview wurde von Rolf Gehring und Manuel Lindinger geführt.

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