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Es gibt Versionen

Es gibt ein Buch, das heißt High Fidelity. Und es gibt einen gleichnamigen Film, der die selbe Geschichte erzählt wie das Buch, die ist ziemlich lesenswert da lehrreich. Rob Gordon ein Durchschnittsdepp (zugegebenermaßen mit eigenem Plattenladen, der allerdings wiederum ziemlich runtergekommen ist) durchläuft eine Phase seines Lebens, in der es nicht sonderlich läuft, vor allem nicht mit den Frauen, er hat die fixe Idee, allen seinen Exfreundinnen hinterher zutelefonieren, um von diesen zu Erfahren warum er nicht der Richtige war, warum er – der zwar liebenswerte Normalo aber eben auch Berufsverlierer – von ihnen sitzengelassen wurde. Lehrreich ist die Geschichte deshalb, weil klar wird, dass man sich außer jeder Menge Ärger nichts mit einem solchen Unterfangen einhandelt.
Die top five John Cusack Filme sind übrigens High Fidelity, das Urteil, Being John Malchovich, Zimmer 1408, (der eigentlich scheiße ist aber den John Cusack rettet), und Con Air der es zu zwei Oscar Nominierungen gebracht hat und zum Gewinn der Goldenen Himbeere. Und zwar für die Bruchlandungsszene in Las Vegas. In einer eigens eingeführten Sonderkategorie für die rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum. Guter Film, Rob hätte er sicher gefallen.
Es gibt diese oben erwähnte Phase, in der man mehr reflektiert oder nachdenkt über Vergangenes, Aktuelles und eventuell sogar Zukünftiges. Vielleicht kommt man dann auch auf die Idee verflossene Liebschaften anzurufen. Jeder Kerl kennt das wohl, wie bei Rob, gibt es eine Frau, mit der man zusammen gewesen ist, die ohne weiteres Modell hätte werden können, die zwar nicht Catherine Zita Jones ist (Film), dafür vielleicht unheimlich blond (Realität), und auch wenn die Stadt weder Chicago (Film) noch London (Buch) gewesen ist, so gab es sehr wohl den Nebenbuhler, der sich auch mit dem Hauptgewinn in den Sonnenuntergang hinein verabschiedet hat. Realität und Film gehen natürlich gut aus, versprochen!
Sentimentalitäten. Davon wollen wir hier Abstand gewinnen.
Es gibt nämlich Texte, die überhaupt nur geschrieben werden, weil man drum gebeten wird, das zu tun. Wie man in die ganze Sache hineingeraten ist, interessiert uns an dieser Stelle aber nicht.
Irgendjemand hat mal gesagt, dass man sich selbst durch das Schreiben näher kommt. Dieser jemand saß morgens in einer WG Küche, war vielmehr eine JemandIn und hörte auf den Namen Agneta. Vermutlich waren deren Eltern ABBA Fans. Oder sie hatten Humor, große Voraussicht oder beides. Agneta jedenfalls gab jedenfalls noch viel mehr ungeheurem Stuss von sich und sah im Übrigen auch so aus, wie man sich eine Agneta vorstellt…
Sie meinte im weiteren dargebotenen Monolog, dass man sich von sich selbst nicht alles gefallen lassen solle. Manchmal sollte man sich einfach nur im Bett befinden um fünf Uhr morgens.
Wenn schon veröffentlicht, dann sollten Texte auch zu Ende gelesen werden, lieber Leser, und deshalb: Mehr Gehalt! Nahostkonflikt. Oder der neue Kalte Krieg. SPD in der Krise. Länderspielpause in der Bundesliga. Das sind Themen.
Es gibt Entscheidungen, die ich nicht treffen will. Es gibt Texte, die zurecht als „verbal Onanie“ klassifiziert werden dürfen oder schlicht schlecht. Weil die erzählende Person gewechselt hat, um nur einen Grund zu nennen. (Man – Ich). Entscheidungen, die ich nicht treffen will also, und die die Weltpolitik beeinflussen und eine ganze Generation prägen. Darf ausgerechnet das von Gott geliebte und bevorzugte Volk, von Alteuropäern seit 40 Jahren eher misstrauisch beäugte und bisweilen stupide arrogant daherkommende Volk, diese Entscheidung treffen? Und kann ein Mann, der zu allem Überfluss Hussein mit zweitem Vornamen heißt, die Geschicke der Welt so verändern kann, dass am Ende wirklich alles gut wird? Aber das wird es ja immer, im Film und auch „in echt“.
Es gab Helmut Schmidt und gibt ihm zum Glück immer noch, aber der war auch der Letzte, der beinhart und entschlossen war, Charisma hatte und immer Entscheidungen traf und zwar die Richtigen! Ich hätte ihm so was zugetraut; Ich kann das behaupten, denn ich bin ein Kind dessen Sozialisation in der nach schmidtschen Zeit, der der geistig moralischen Wende, stattgefunden hat(„Birne“ ist doof, wehe wer jetzt an Obst denkt!). Und aus uns ist ja dann doch noch was geworden. Oder wird bald. Früher war eben alles besser. Außenseiter wurden gehänselt und verprügelt und liefen nicht ballernd durch Schulen und Gewerbegebiete sondern heim zu Muttern.
Der Letzte, von dem sich die Weltöffentlichkeit ähnlich viel versprochen hat, wie von Obama, war ein lustiger Franzose. Von Statur und Auftreten schien dieser direkt dem Geschlecht Napoleons entsprungen. Die Rede ist vom lustigen Herrn Sarkozy. Der kümmert sich inzwischen leider hauptsächlich um die Promotion seiner Frau und rechnet NATO - Gesandten aller Herren Länder vor, dass 30 Liebhaber, die Frau Bruni-Sarkozy (40) jüngst ihr Eigen nannte, nicht übermäßig viele seien. Rob hat es auf 5 gebracht.
Es gibt Themen, die einen Bart haben, oder „asbach“ sind, wie mein Fahrlehrer zu sagen pflegte, nämlich uralt. George W. Bush Beinamen zu verpassen, die seiner Schimpf und Schande Ausdruck verleihen sollten. Vorreiter in diesem Sport sind mexikanische Skabands und Klowand-Literaten. „Wer wird Weltmeister? Stuttgata Kickers - BUSH NAZI – American Beer is like Fucking in a Canoe, it´s fucking close to water“.
Ein guter Witz, Schenkelklopfer vorprogrammiert, ist hingegen der Folgende: Was ist eine Blondinen auf einem Wasserbett? Eine Bohrinsel!
Es gibt Momente, da steht man vor Blondinen in Wasserbetten und denkt an Bohrinslen, ganz sicher sogar. (Für den geneigten Leser und Freund der Kohärenz des Text-Autor Problems: Es gab noch keinen Moment, indem ich vor einer Blondine stand, die in einem Wasserbett lag. Eines Tages, „Brent Spar“, eines Tages!)
Es gibt Momente im Leben, in denen man Janette Biedermann verteidigen muss, weil Britney Spears einem wirklich mittlerweile zu kaputt ist und man muss die Kirche überhaupt auch mal im Dorf lassen und in Deutschland. So lange Frauen in Kaffeepausen ungeniert von den top five der sexisten men alive sprechen [wobei die Reihenfolge ungefähr wie folgt anzusiedeln ist: 1) Robby Williams 2) George Clooney 3) Bratt Pitt 4) Dr. House 5) wahlweise Til Schweiger (wenn er die Klappe halten würde) oder Johnny Depp (verrückt). Einige Frauen bevorzugen auch den Kerl aus der Jever Werbung, der sich in den Sand fallen lässt. Nicht den neuen tuckigen, sondern den mit Glatze und Bassstimme]. So lange solche Diskussionen in meinem Beisein stattgefunden haben und weiter stattfinden, machte ich keinen Hehl aus meiner Schwäche für Janette. Und der Song „right now“ war sensationell! So!
Es gibt eine öffentliche Meinung in unserem geliebten Heimatland. Der Durchschnittsdeutsche entnimmt diese aus der bild, so sagt der Volksmund. Der Deutsche an sich kann immer noch und mehr denn je durch Massenaufmärsche und Fähnchenschwenken im Sturm gewonnen werden. Das gefällt ihm, dem Deutschen. Ob nun im Sommermärchen, im Sommermärchen II, bei Obama in Berlin, oder dem Papst in Köln. Menschenmassen und Jubeln und Fähnchen, das ist der deutschen Metier. Das wiederum sind die Lieblingsaufmacher der bild. Schließlich sind wir ja alle schwarz rot geil. Irgendwie.
Würde Rob von oben im Text Janette Biedermann kennen, er würde sie lieben, nicht weil sie charakterlich eine Bank ist, wie Al Gore, nicht weil sie singen kann wie Carla Bruni Sarkozy von mir aus, sondern weil sie niedlich anzusehen ist. Geil halt. Und, wichtig: strohblöd! Eine zum heiraten also!
Bild.de hat einen Wettbewerb ausgerufen, an dem jeder Normalo-Durchschnitts-Karl-Arsch teilnehmen darf und sollte. Nach Möglichkeit bild Leser. Ziel ist es der einsamen Janette B. ein Ende ihrer Leidenszeit zu bereiten. Sie (27) nämlich hat ihr Singleleben satt und leidet furchtbare Qualen, so steht es geschrieben. Und weiter: Sie möchte jetzt endlich den richtigen finden. Den Traummann. Denjenigen, der sie trotz ihrer Schneewittchenschönheit und dem atemberaubenden Reichtum, der jeden Petro Rubel Milliardär vor Neid erblassen lässt, haben will. Und der den Menschen Janette liebt und nicht das Poppsternchen.
Es gibt folgerichtig Momente im Leben, da muss man Janette Biedermann schreiben. Die sich kürzlich halbnackt für FHM ablichten hat lassen, einem Magazin für Herren, das niveaumäßig irgendwo zwischen Tic Tac Toes unvergessner Live-Pressekonferenz 1997 und abgeschnittenen Fußnägeln anzusiedeln ist. FHM ist schlicht scheiße und um Welten die schlechtere Wahl für Zugfahrten als jede kicker Ausgabe aus den 1980ern. Damals war Fortuna Düsseldorf noch eine Macht in der 1. Liga, aber das ist eine andere Geschichte.
Mein Brief via bild. de ins Herz von Janette handelte von Gefühlen, war gespickt von Metaphern, Komplimenten, Vergleichen; kurz: alle bekannte und bis dato bekannte Liebeslyrik war von mir tief in den Schatten gestellt worden. Umsonst, fürchte ich. Ob sie ihn jemals gelesen hat sein mal dahingestellt. Und doch : mein inneres Auge hatte schon die durchschnittlichen 0,7 Kinder, Apfelbäume und einen Gartenzaun nebst Pool gesehen. Und in einem funkelnigelnagelneuen Passatkombi fuhr dieser Traum vorbei an der Wirklichkeit. Kein obligatorischer Erlebnis - Abholtag für die ganze Familie in der Auto und Eventstadt Wolfsburg.
Wäre ja auch zu schön gewesen, Janette Biedermann mit meinem Kind in einem Passatkombi?!
Wohl eher ein standesgemäßer S8 mit 480 PS in dunkelblau mit diesem bösen Blick, Vollausstattung und Leder allenthalben. Ledergarnituren allerdings vertragen sich mit Kindersitz und obligatorischem Babysabber in ungefähr (von den scheiß Schattenspendern an der Scheibe gar nicht zu sprechen) so gut, wie der Aufkleber „Lutitia Salina die III. on tour“, auf diesen Namen die etwas in die Breite gegangene Biederfrau bestanden hätte, neben dem SOCIAL DISTORTION Schriftzug quer über die Heckscheibe meines S8, auf den ich bestanden hätte.
Es gibt Träume, die sich zu Albträumen entwickeln, die dennoch verbalisiert und veröffentlicht werden, wenn auch nicht auf bild.de. Ich bin mir sicher: Rob hätte mich verstanden.

van der Schüü

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