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Sucks n Summer Festival 2007 /

03.08.2007, Leising, AJZ

 

Dieses Jahr war mein erstes Sucks`n Summer Fest und für mich steht nun fest, dass hoffentlich noch viele folgen werden. Die Atmosphäre war sehr nett und familiär, viele Bands wurden großartigst abgefeiert und alles verlief sehr friedlich. Das Festivalgelände befindet sich rings herum, um das in der Gegend bekannte AJZ Leisnig, in dem zahlreiche HC-Shows stattfinden. Die Nahrungsmittelpalette konnte sich sehen lassen, Preise waren voll fair. Es gab eine Vielzahl an vegetarischen und veganen und auch omnivoren Verköstigungsmöglichkeiten. Sogar leckeren veganen Kuchen in einer Vielzahl an Variationen. Da gibt`s absolut nix zu meckern, vom Feinsten kann man nur sagen. Zudem musste man nirgendwo lange anstehen, weder beim Essen noch bei den Getränken.

Die Festivalorganisation war perfekt, der Sound am Wochenende fast auch die ganze Zeit immer Top, somit lag es also nur noch an den Besuchern und an den auftretenden Bands. Insgesamt haben circa 100 mithelfende Leute zu einem funktionieren und reibungslosen Ablauf des Festivals beigetragen, einfach aus Spaß an der Freud. Das Wetter war ebenfalls ein Segen, es fiel nicht ein Tropfen vom Himmel, sondern war überwiegend sonnig und die Temperaturen bewegten sich auf einem angenehm warmen Level. Wieviele Besucher dort waren kann ich schwer einschätzen, die Leute waren ja ständig überall in der Gegend verstreut. Was auch cool war, ist das Freibad direkt nebenan, das heißt nächstes Jahr sind Badeklamotten mit am Start.

Wer nicht dabei sein konnte oder sich das ganze nochmal von der Scheibe ansehen möchte...kurz vor Weihnachten soll die Sucks`n Summer Fest 2007 DVD erscheinen, da bin ich schon mal volle Pulle drauf gespannt. Viele Sucks´n Summer Besucher kamen aus den umliegenden Ländern Deutschlands und hatten alle ihren Spaß.

FREITAG

Nachdem wir leider etwas verspätet, aber nicht viel später, auf dem Gelände ankamen, war schon fast komplett die erste Band TODAY FOREVER vorbei. Somit war die erste Band für uns MY CHILDREN, MY BRIDE die moshlastigen Metal-/Hardcore runterprügelten. Mir bis dato völlig unbekannte Band aus England, die aber einen amtlichen Eindruck hinterlassen hat. Waren gut die Jungs, recht wuchtig irgendwie.

Von AFTER THE RISING SUN habe ich nicht viel mitbekommen, weil wir uns nach der langen Fahrt dann erst mal etwas genauer auf dem Gelände umgesehen haben und der Nahrungsmittelnachschub gesichert werden musste.

CONFRONTO aus Südamerika waren als nächstes an der Reihe. Mittlerweile auf ihrer dritten Europatournee, sind die Kerle hierzulande keine unbekannten mehr. Confrontos aktuelle Tour lief ewig lange, ich glaube über zwei oder sogar fast drei Monate. Heute war wohl die viert letzte Show von der Confronto Tour. Von Tourmüdigkeit aber keine Spur. Der Slayer-infizierte Metalcore der Brasilianer kam kraftvoll und voller Spielfreude aus den Boxen und hat im Publikum konstant für Bewegung gesorgt. Sänger Felipe hatte einige Ansagen, auch über die Situation im Land Brasilien, zwischen den Songs.

TEAMKILLER brachten dann anschliessend an Bewegung im Publikum noch ein Vielfaches mehr. Die Stuttgarter hatten heute einen Tag und Auftritt wie er besser kaum sein könnte. Sowohl Band und Publikum waren nur am rotieren. Ein ganz dicker Auftritt. Da ging saumäßig die Post ab. Coole Show. Der absolute Oberknaller war der Rausschmeißer „Punishment“ von Biohazard. Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie die Meute auf solch alte Klassiker abgeht. Besonders auch der Sound war megafett.

Das BACKFIRE in der Region schwerstens angesagt sind, sollte auch kein Geheimnis mehr sein. Es war also nicht verwunderlich, dass es eine monströse Show werden würde. Backfire selbst waren bestens gelaunt, bedankten sich beim Publikum zudem nochmal für den ebenfalls großartigen Empfang auf dem Full Force. Songs gab’s sowohl von den älteren Backfire Werken, als auch von den letzten Scheiben. Die Hymne „Still Dedicated“ wurde von  so 1.000 Kehlen mitgegröhlt. Es ist einfach nur schön sowas miterleben zu können, die ganze Energie und die Stimmung. Auch nach hunderten Hardcore Shows – sowas wird nie langweilig.

Last but not least standen HEAVEN SHALL BURN als finale Bands am Freitag auf der Außenbühne. Nach einer kurzen Phase des Warmwerdens geriet das Publikum dann ebenfalls wieder in große Wallung und bereitete Heaven Shall Burn den angebrachten Respekt. Frontmann Marcus ist Sympathie pur und weiß wie er die Meute zu handeln hat. HSB schafften es den größten Circle-Pit des Wochenendes in Gang zu bringen. Wie auf ihrem letzten SNS-Festival Auftritt, ging der wieder im großen Stil bis hinter das Mischpult herum. Nicht nur bei HSB stieg erheblich Staub in die Luft. Meine Nase zeigt mir das heute, einige Tage später, immer noch.

Nach HSB ging es dann im AJZ Leisnig drinnen weiter, in den Raum passte nur ein Bruchteil der anwesenden Besucher rein. Es dauerte scheinbar länger als geplant bis dort die Türen aufgingen. Anfangs war ein unglaubliches Gedränge vor, so dass im Endeffekt kaum einer reinkam. Das legte sich nachher. Trotzdem brauchte ich erst mal `ne Verschnaufpause, so dass ich MAKE IT COUNT und COMMON CAUSE an dem Tag fast vollständig verpasst habe, zumindest habe ich sie nicht gesehen sondern nur gehört. Was ich gehört habe war aber äusserst positiv. Der Name MAKE IT COUNT begegnet einem auf HC-Shows in den letzten Monaten tierisch oft. Die Band scheint schwer angesagt zu sein. Common Cause um den ehemaligen Eyeball/Damage Control Sänger wurden ebenfalls gut abgefeiert. Die Jungs spielen typischen Straight Edge Youth Crew/Old School Hardcore a la 90er, angehaucht in ein leichtes Metalsoundgewand, aber nur ganz leicht. Richtig kraftvoll.

Doch es waren THE FIRST STEP aus Virginia die letztendlich kein Stein mehr auf dem anderen liessen. Mittlerweile kurz vor drei Uhr morgens, machten sich nochmal ganz ganz viele Leute auf, um der Band einen triumphalen Empfang und Sing-A-Longs sowie Stagedives am laufenden Meter zu bescheren. Eine großartige Show. TFS sind eine positive Youth Crew Hardcore Band, die eine pur positive Message rüberbringen. Sänger Steven wirkt megasympathisch und mit haufenweise einläutenden Ansagen für den nächsten Song. Von solchen Bands brauchen wir definitiv mehr!
 

SAMSTAG

CHEAP THRILLS aus Aachen waren die erste Band am Samstag, die ich mir gegeben hab. Die Jungs gehen stark in die NYHC meets Death Threat Kerbe und machen ihr Ding recht gut. Scheinbar hatten noch nicht so viele Besucher Bock so früh auf Mucke, weil es noch recht leer vor der Bühne war. Zum Abschluss von CT gab`s ein Death Threat Cover von der „Peace And Security“-Scheibe.

50 CALIBER, auf die sich `ne ganze Menge Leute gefreut hatten...haben dann doch kurzfristig abgesagt. Scheinbar hat sich deren Drummer die Nacht zuvor beim Boxtraining die Hand gebrochen. Somit wurde das nix. Vielleicht nächstes Jahr?

Das Set von den Heavyweights SETTLE THE SCORE war wie üblich souverän, ohne große Überraschungen, einfach cool und zog schon einiges mehr an Leute vor die Sonnenbestrahlte Bühne. Die Jungs werden in kürze ihre neue Full Length raushieven, von der es erste Hörproben gab.

THE OCEAN sind ziemlich originell und übelst brachial. Der Band einen Stempel aufzudrücken, in welche Richtung deren Mucke geht, würde ihnen nicht gerecht werden. Obwohl ein grossteil der Anwesenden nicht besonders viel mit der Band anfangen konnte, war der Auftritt völlig überzeugend. Die Scheibe „Aeolian“, die schon vor längerem auf Metal Blade rauskam, sollte man sich wirklich mal reinpfeifen, wenn man auf düsteren Hardcore meets ein tonnenweise mehr an Metal mag. Würde sagen für Freunde von Disembodied, Breach meets some Metal/core und keine Ahnung.

Die Berliner FINAL PRAYER ballerten druckvoll ohne Ende, wie viele andere Bands gab`s auch von denen Ansagen und Statements gegen Faschos. Bei denen ging’s ähnlich ab wie bei Teamkiller. Klar dass die Truppe quasi Heimspiel hatte. Von der Power her, eine der deutschen Hardcorebands heutzutage, die ganz vorne mitspielt - irgendwo zwar auch recht Stumpf, aber Abrissbirne pur.

Die folgenden NO TRIGGER, die gerade zusammen mit Set Your Goals auf Tour sind, waren nicht nur für mich eher Nebensache, was eigentlich schade ist, denn die Band kam wirklich sehr sympathisch rüber, war aber wahrscheinlich die softeste Band des Festivals und fiel somit etwas aus dem Rahmen.

SET YOUR GOALS versprühten Unmengen an catchy Riffs, geilen Hooklines, Sing-A-Longs und Spielfreude, ebenfalls eine äusserst melodische Hardcore Band, jedoch mit guten, dicken Abgehparts zwischendurch. Bei den Sunshine-Boys mit zwei Sängern ist immer alles posi.

Da wehte bei NO TURNING BACK schon wieder ein ganz anderer Wind. Die Niederländer existieren mittlerweile seit zehn Jahren. Die Meute vor der Bühne tobte ohne Ende. Es gab haufenweise Stagedives und Berge von Leuten, die sich bei sämtlichen Textzeilen aufs Mikro stürzten und alles gaben. Die ganze Energie, welche die Show bot, in Worte zu fassen ist gar nicht so leicht. Fest steht, dass der NYHC von NTB einfach alles abreißt und groovt wie sau – nicht von ungefähr kommt der Status, den die Band nun hat, völlig zurecht. Tour um Tour reist man mittlerweile durch die ganze Welt.

THE BLACK DAHLIA MURDER waren dann wieder was für die Metalheads. Der Death Metal infizierte Metalcore mit gut Blastbeats in den Songs kommt wie immer hochpräzise und technisch durch die Boxen gepustet. Im Vergleich mit den ganzen Hardcore Bands, die technisch zwar mit viel kleineren Kuchenstücken spielen, fehlt mir aber ein wenig die direkte Energie und Rohheit. Anyways – die Metaller hatten definitiv ihren Spaß mit TBDM.

Die Band des Tages waren niemand geringeres als MADBALL - von vielen Szenegrößen als die Hardcoreband überhaupt gehuldigt. Freddy Madball geht wie kein anderer auf der Bühne ab und rennt und springt von einer Ecke in die andere. Die sichtlich gut gelaunte Band verlangte dem Publikum nochmal alles ab. Und mit so vielen Brecher-Songs geht das auch gar nicht anders. Wer bei Madball still steht, dem kann wirklich keiner mehr helfen. Die New Yorker präsentierten ebenfalls einige Songs von der in einigen Tagen erscheinenden Scheibe „Infiltrate The System“, die den Vorgänger „Legacy“ von der Durchschlagskraft ein ganzes Stück hinter sich lassen sollte. Das knallt an allen Ecken ohne Ende. Der Sound von Madball ballert einfach immer alles weg und der Groove ist fast schon unmenschlich. Der Opener war an diesem Tag „Demonstrating My Style“, der sonst immer viel später im Set steht. „Set It Off“ war der Knaller schlechthin. Insgesamt gab es diesmal leider einige Songs weniger von Debüt. Aber mit so vielen Hammer Songs von den Folgescheiben ist das ja auch schwer. Madball spielen ja schließlich keine 90 Minuten, sondern eher so 50, dafür aber bretter, bretter pur, so wie es sich für ein HC-Band gehört.

Am Samstag spielten drinnen noch Screwed Up, True Colors und Vitamin X. Sind mir aber leider alle durch die Lappen gegangen, weil die Heimreise bereits angetreten wurde. Wenn nächstes Jahr wieder ein ähnlich gutes Line-Up zustande kommt, was beim Sucks`n Summer in den letzten Jahren quasi immer war, dann wird meinem erneuten anwesend sein hoffentlich nichts im Wege stehen. (mo)

(mo)

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