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With Full Force XIII /

30.07.2006, Roitzschjora, Flugplatz

Wie jedes Jahre wieder lockte auch dieses Jahr wieder das With Full Force Festival mit einem massiven Lineup aus dem Besten was die harte Gitarrenmusik zu bieten hat. Neuerungen zum letzten Jahr gab es keine. Die schicke Videoleinwand war wieder am Start und eine Zweite wurde extra für die WM aufgebaut. Für die zahlreichen Fußballfans gab es also keinen Grund nicht auf dem Festival zu erscheinen. Dieses war dann auch wieder gut besucht. Von dem Soundproblemen an der Hauptbühne war in diesem Jahr nichts zu spüren. Das Wetter hätte in diesem Jahr kaum besser sein können. Alle drei Tage waren sehr sonnig, für manche sicher schon zu sonnig wie man an zahlreichen verbrannten Gesichtern erkennen konnte. Sonnencreme sollten neben Bier zur Festival Standardausrüstung gehören. Die Schattenseite der vielen Sonne war allerdings dass der Boden stark austrocknete und so mit dem stetigen Wind massenhaft Staub aufgewirbelt wurde. Staubfressen hieß da die Devise.

Freitag, 30.7.06

Mainstage

Bloodsimple

Kaum dass wir auf dem berühmt-berüchtigten Flugplatz in der Nähe Leipzigs angekommen waren, ging es auch schon mit großen Schritten Richtung Mainstage, denn von dort waren bereits die ersten Bloodsimple-Akkorde zu vernehmen. Die aus der Asche von Vision Of Disorder erstandene Combo präsentierte eine sehr kurzweilig zusammengestellte Setlist und spielte sich fast durch das gesamte „A Cruel World “-Album. Auch wenn ihr aktueller Stil nicht mehr so aggressiv ist wie zu VOD-Zeiten, so gelang es ihnen doch von Beginn an, die zahlreich erschienene Zuhörerschaft in Bewegung zu versetzen. Besonders Tim Williams, der quirlige Frontmann der Truppe, konnte durch einen engagierten Auftritt vollauf überzeugen und bewies, dass er und seine New Yorker Jungs durchaus in der Lage sind, nicht nur in Clubs, sondern auch auf Festivals ihre Fans zu rocken. Obwohl ich das vorher nicht unbedingt erwartet hatte, lieferten Bloodsimple einen klasse Auftakt in unser WFF-Wochenende. (cj)

Devildriver

Da das leibliche Wohl bei einem Festivalbesuch auf keinen Fall zu kurz kommen darf, verpasste ich leider die ersten zwei Songs von DEVILDRIVER – die Schlange am Bierstand war einfach zu lang. Das, was ich aber dann zu sehen und zu hören bekam, war nicht von schlechten Eltern. Die fünf Amis konnten mit ihrer derben Mischung aus Trash-, Nu- und Death Metal die Menge in kollektives Kopfnicken versetzen. Insbesondere Ex-Coal-Chamber-Frontmann Dez Fafara wusste durch eine dynamische und stimmgewaltige Performance zu bestechen und nutze dabei die gesamte Breite der Mainstage um den Fans einzuheizen. Es wurden erstaunlicherweise gar nicht so viele Songs des neuen Albums „ The Fury Of Our Maker's Hand ” zum Besten gegeben, dafür aber sämtliche Brecher des Vorgängers. Besonders wild ging's bei „Meet The Wretched”, „Cry For Me Sky” und „End Of The Line” zur Sache, und bei „Nothing's Wrong” gipfelte die Massenbewegung schließlich in einem amtlichen Circlepit. Es lag also definitiv nicht am konsumierten Alkohol, dass die vierzig Minuten Devildriver viel zu schnell vorbei waren. (cj)

With Full Force. Freitagabend. Viele befinden sich schon in Fußball- bzw. Feierlaune, doch einige trotzen dem WM Wahnsinn und warten kurz vor dem Anpfiff des Viertelfinal-Spiels Deutschland vs. Argentinien auf DIE Band des Festivals... Devildriver !! Es wird an diesem Wochenende wohl nur wenige geben, die nur wegen einer einzigen Band angereist sind. Ich jedenfalls bin es und zwar verdammt nochmal wegen Devildriver !
Nachdem ich die Kalifornier erst vor gut zwei Wochen als Opening Act von Trivium wieder mal abfeiern konnte, war ich jetzt gespannt auf die Festival / Open Air Künste der Mannen um Dez Fafara. Die Bühne ziert ein überdimensionales, sehr schickes Devildriver -Backdrop im aktuellen Tourdesign. Der Zuschauerraum ist, trotz „widriger“ Umstände, ordentlich gefüllt. Es ist angerichtet und als das Intro von „End Of The Line“ vom aktuellen Machwerk „The Fury Of Our Maker´s Hand“ ertönt, gibt es kein Halten mehr! Das Publikum geht von Sekunde 1 an voll mit, huldigt Szene-Ikone Dez und nach einem schwungvollen Opener bzw. „Nothing´s Wrong“ als zweiten Song des Sets gibt es KEINEN Zweifel mehr – Devildriver sind, egal ob auf Platte oder live, eine absolute Macht und allen Anwesenden wird dermaßen eins übergebraten, dass auch mir öfters mal der Orientierungssinn abhanden kommt. Zum Devildriver Sound, der übrigens für „vom-Winde-verwehte“ Full Force Verhältnisse sehr knackig aus den Boxen jagt, schüttelt jeder das, was sein Outfit eben hergibt – langhaariger Oldschool Metaller, Hardcore Kids, Metalcore-ler oder Emo-Anhänger - Bei Devildriver vereinigen sich alle unter einem Banner!
Eine ausführliche Setlist sei an dieser Stelle aufgrund des zu hohen Körpereinsatzes meinerseits entschuldigt... aber wer da nicht ausflippt... und mitschreiben war eben beim besten Willen nicht möglich...
„I Could Care Less“, „Mountain“, „Grinfucked“ und das geniale „Before The Hangman´s Noose“, dazu weitere Tracks vom aktuellen Album und ein oldschooliger Circle Pit bei „Meet The Wretched“... wer diesen Auftritt verpasst hat, darf sich wirklich in seinen werten Hintern beißen und sollte bei nächster Gelegenheit eben diesen zu einem Devildriver Gig schwingen!
And so do I... wir sehen uns! (ff)

Trivium

Punkt 17.00 Uhr war Anpfiff für das Match Deutschland gegen Argentinien, fünf Minuten nach 17.00 Uhr bestiegen Trivium die Hauptbühne. Ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, nicht nur für die Band, auch für mich, da ich eigentlich sowohl die Band sehen als auch das Spiel verfolgen wollte. Die ersten Minuten des Spiels hatte ich mich noch im Pressezelt angeschaut, konnte mich aber schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem Stuhl halten und machte mich auf den Weg zur Hauptbühne. Dort angekommen, stellte ich zu meinem erfreuen fest, dass das Spiel auch auf der Leinwand neben der Bühne, auf der sonst die Protagonisten auf der Bühne gezeigt werden, übertragen wurde. Sehr geil, Metal und Fußball nur eine Kopfdrehung voneinander getrennt. Vor der Bühne hatten sich dennoch einige Trivium Fans eingefunden, sicherlich weniger als ohne Spiel, jedoch wesentlich mehr als ich erwartet hätte. Die Band glänzt dann auch durch recht guten Sound und souveräne Bühnenpräsenz. Der sympathische Frontmann Matt Heafy hat inzwischen eine stattliche Mähne am Start und auch die T-Shirt Wahl der Band spricht eine deutliche Sprache. Heavy Metal is the law, ohne Zweifel. Die Songauswahl ist sehr gut, und neben Songs vom Debüt und dem Hitalbum „Ascendancy“ lässt die Band auch einen brandneuen Song auf die Meute los. Coole Show und genau der richtige Sound fürs gepflegte Vorabend-Moshen. (rg)

Stone Sour

Als Stone Sour, die Band um Slipknot Sänger Corey Taylor und Slipknot Gitarrist James Root, die Bühne betraten kehrten auch die Kontrahenden auf dem Fußballfeld wieder aus der Halbzeit zurück. Aber auch Stone Sour ließen sich dadurch nicht stören und konnten sich ebenfalls über eine stattliche Anzahl Zuhörer erfreuen. Frontmann Corey, im schwarzen Sakko, wirkte stimmlich wesentlich besser aufgelegt zu sein als beim letzten Auftritt von Slipknot auf dem WFF und die Darbietung sowohl der melodischen Gesangsparts als auch der heftigen Shouts lieferte keinen Anlass zur Beanstandung. Das Publikum hatte er fest im Griff und auch als die Band Songs vom neuen, noch nicht veröffentlichtem Album anstimmte, waren die Fans begeistert. Auch Stone Sour waren mit guten Gesamtsound gesegnet. Die eingängigen Rocksongs der Band sind für Konzerte dieser Art geradezu prädestiniert und wirken entsprechend gut. Auch in Kombination mit dem Fußballspiel funktionierte bestens. Wer braucht schon Kommentatoren wenn Stone Sour nebenan spielen. Geil. (rg)

Madball

Als die New Yorker HC-Veteranen von Madball ihr Set begannen, lief gerade die Verlängerung des Viertelfinales Deutschland gegen Argentinien auf der, neben der Mainstage aufgebauten Videoleinwand. Dass die Köpfe der meisten Leute mehr auf die Leinwand, als auf die Bühne gerichtet waren, schien die vier Jungs von MADBALL anfangs nicht besonders zu stören. Dank ihrer engagierten Show gelang es ihnen, trotz WM-Übertragung, die Masse in Bewegung zu halten. Als es dann aber ins Elfmeterschießen ging, hatte auch ich nur noch Augen für Fußball. Jeder Treffer wurde frenetisch gefeiert, und die Action auf der Bühne wurde zur Begleiterscheinung degradiert. Für die Band war das mit Sicherheit nicht besonders erbauend, was ihnen auch deutlich anzumerken war. Gerade als Fronter Freddy Cricien im Begriff war, eine sehr persönliche Ansage zu „Legacy“ zu machen, hielt Lehmann den entscheidenden Ball und ab da ging alles in einem einzigen Jubelschrei unter…Nachdem sich die Menge wieder halbwegs beruhigt hatte, galt es noch drei Songs zu absolvieren, die Freddy und Co. allerdings mehr als versöhnt haben sollten. Die ganze Freude über den Einzug ins Halbfinale wandelte sich nämlich in Bewegungsenergie um, und ein gigantisches Pit war die Folge! Die schiere Hölle brach aber beim abschließenden „Demonstrating My Style“ über das WFF herein, bei dem die komplette Meute abging und mitsang. Für mich war dieser - von der FIFA gesponsorte - Auftritt der Höhepunkt des Wochenendes! (cj)

Soulfly

Die Tribal-Metaller um Altmeister Cavalera sind live eigentlich immer ein Ohrenschmaus - und vor allem weil das aktuelle Album „Dark Ages“ im Vergleich zum Vorläufer wieder vernünftig rockt, fand ich mich kurz nach 21 Uhr nicht ohne Vorfreude vor der großen Bühne ein. Durchaus akzeptable Soundverhältnisse und eine gut gefüllte Festivalwiese sollten weitere Garanten für einen klasse Freitagabend sein. Das Programm umfasste mit „Eye For An Eye“, „Seek 'N' Strike“, „Back To The Primitive“ etc. die komplette Soulfly-Hit-Sammlung, die ihre Wirkung bei den Fans auch nicht verfehlte. Auch die obligatorischen Sepultura-Songs, wie „Roots“ und „Refuse/Resist“ wurden präsentiert, und da war dann auch ordentlich Abmoshen angesagt. Allerdings klang Max' sonst so mächtige Röhre ziemlich abgefuckt und ließ den sprichwörtlichen rauen Charme vermissen. Seine Mitstreiter schienen da etwas besser in Form zu sein, auch wenn der gesamte Auftritt ziemlich routiniert heruntergeschrubbt wurde. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich nicht wirklich in Begeisterung verfiel. Daran konnte auch die Percussion-Einlage gegen Ende des Sets nichts mehr ändern. Wahre Spielfreude sieht anders aus, das haben sie auf dem WFF04 eindrucksvoll bewiesen. Jedenfalls wurde kaum ein anderer Auftritt so heftig diskutiert wie dieser. Ich für meinen Teil wäre aber wahrscheinlich bei den zeitgleich spielenden Boy Sets Fire besser aufgehoben gewesen. (cj)

Celtic Frost

Warum die reformierten Celtic Frost in der Rolle des Freitags-Headliners die Bühne betreten war mir um ehrlich zu sein ein Rätsel. Klar, die Band hat Metal bis zu modernen Bands maßgeblich mitgeprägt und vor allem Bands wie Obituary würden ohne die Schweizer Truppe wohl gänzlich anders klingen, dennoch haben sie heute eher Kultstatus als wirklichen Erfolg. Das belegte am WFF auch der Platz vor der Hauptbühne. Dieser war nämlich, wenn man berücksichtigt dass gerade die Hauptband spielt, nahezu leer gefegt. Ob das jetzt daran lag, dass Soulfly, die zuvor großen Zulauf fanden, die Energiereserven der Gäste verbraucht hat oder daran, dass Celtic Frost sehr und nur schwer verdaulich sind sei dahin gestellt. Über schwachen Sound konnten sich die Eidgenossen nicht beschweren. Ihre tonnenschweren Riffs schallten massiv aus der PA. Die Songs waren ultrazäh und langweilten mich schon nach kurzer Zeit. Cool war hingegen die Bühnendekoration und die Priesterkostüme. Wer auf den Sound steht hatte sicherlich viel Spaß. Mir war das allerdings zu viel, weshalb ich mir auch nicht die gesamte Show angeschaut habe. (rg)

Tentstage

Deadsoil

Deadsoil hatten am Freitag die undankbare Aufgabe zugeteilt bekommen den Hardbowl zu eröffnen. Bereits um 15.00 Uhr hatten sich jedoch gemessen an der Uhrzeit relativ viele Zuhörer eingefunden. Die Band, in der ex-Night In Gales Mitglieder spielen, bot heftigsten Metalcore mit einigen melodischen Einschüben. Live wirkte die Band noch mal eine ganze Ecke heftiger als auf Platte. Leider wollte der Funke, obwohl der Sound seht gut war, nicht so recht überspringen. Die Band wirkte sehr statisch und glänzte hauptsächlich durch Bewegunsarmut. Auch die Songs, die mir auf Platte eigentlich ganz gut gefallen, wirkten Live noch undifferenzierter und so kehrte schnell Langeweile ein. (rg)

The Black Dahlia Murder

Die verrückten Death-Metal/Grindcore Amis hatten wohl am stärksten unter dem Fußballspiel zu leiden. Da im Zelt keine Leinwand einsehbar war, verirrten sich in der zweiten Halbzeit lediglich einige wenige Fans ins Zelt. Schade, denn so bekam nur ein recht exklusiver Hörerkreis den musikalischen Wahnsinn mit den die Band auf der Bühne entfachte. Auf technisch höchstem Niveau bretterten die sympathischen Jungs brutalste Smasher runter. Sehr geil, auch der Sound. Wirklich sehr schade, dass die Jungs auf diesem Spielplatz verheizt wurden, Ich selbst hätte mir auch gern mehr von der Show angeschaut, da aber ausgerechnet während meines Aufenthaltes im Zelt das deutsche Ausgleichstor viel, machte ich mich wieder auf zur Hauptbühne. (rg)

Boysetsfire

Boy Sets Fire waren der perfekte Headliner für den Hardbowl am Freitag. Die Band hatte reichlich Spaß an diesem Auftritt und wurde vom zahlreich anwesenden Publikum entsprechend abgefeiert. Die Setlist unterschied sich in den zentralen Punkten kaum von der, der letzten Tour. Es gab also eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs zu hören. Heftige Nummern genauso wie sanfte. Zwischen den Songs wurden Samples vom neuen Album eingespielt. Der Frontsympath Nathan war wie immer zu Späßchen aufgelegt, hatte jedoch auch einige Dings zu sagen, welche die Zuschauer zum Nachdenken anregen sollten. Auch Soundtechnisch war bei Boy Sets Fire alles im grünen Bereich. Ich habe diese Band nun sicherlich schon 10mal gesehen und sie begeistern mich immer wieder. Der Auftritt am WFF war da keine Ausnahme. (rg)

Napalm Death

Nachdem mir das recht unglücklich zusammengestellte Line Up am Freitagabend (Soulfly parallel zu Boys Sets Fire und Celtic Frost als Headliner) fast schon die gute Laune verdorben hatte, war es an der Zeit, bei der Knüppelnacht ordentlich Dampf abzulassen. Und wer wäre dazu besser geeignet gewesen, als die „Enemies Of The Music Business“ Napalm Death. Bereits nach wenigen Minuten war mein Frust vergessen, denn die vier Jungs aus Birmingham waren nicht gekommen, um Gefangene zu machen: Kompromisslos bolzten sie sich durch die mittlerweile endlos erscheinende Liste ihrer Veröffentlichungen. Dank der mächtigen Doublebass aus dem Hause Herrera, messerscharfen Harris'schen Riffs und Barney's gewohnt eigenwilliger Bühnenpräsenz brannte alsbald die Luft. Die aus den Boxen hämmernden Trash- und Punk-Salven rissen die Masse mit sich und entfachten ein enormes Pit unterm Zeltdach. Nur wenige Bands rekrutieren ihre Fans aus so verschiedenen Richtungen extremer Musik wie die Engländer, und so drängte sich eine illustre, szeneübergreifende Gesellschaft vor der Zeltbühne, die in den Genuss einer der besten Shows des Freitags, wenn nicht des gesamten Wochenendes kam. (cj)

Samstag, 01.07.06

Mainstage

Raunchy

Nach den Blödelpunks von A.O.K. enterten die Dänen von Raunchy die Hauptbühne. Ihr letztes Album „ Death Pop Romance “ hat mir recht gut gefallen. Live konnte ihr moderner Metal jedoch nicht so recht überzeugen. Hauptsächlich ist dies wohl auf den schlechten Sound unter dem die Band zu leiden hatte zurück zu führen, der einem ordentlich den Spaß verdorben hatte. Zum anderen war die Show der Band jedoch auch sehr statisch und blutleer. Schade. (rg)

The Haunted

Es gibt nichts Besseres zur Bekämpfung eines üblen Samstagmorgenkaters, als sich von einer Metalgranate wie es The Haunted sind, ordentlich den Arsch versohlen zu lassen! Alter Schwede, die fünf Nordlichter fackelten nicht lange und ließen schon mit den ersten Akkorden die Hölle über den verschlafenen sächsischen Flugplatz hereinbrechen. Sänger Peter Dolving zimmerte zusammen mit seinen Jungs einen 1A-Auftitt auf die Hauptbühne, und auch wenn er mehr an einen HC-Shouter, als an einen Metal-Fronter erinnert, hatte er die Trash-hungrige Meute bestens im Griff. Die Björler-Brüder und Jensen ließen ordentlich die Saiten krachen, und Per's heftige Doublebass-Attacken taten ein Übriges, sodass sich The Haunted von ihrer besten Seite zeigen konnten. Nebenbei verhalfen sie mir und den restlichen Anwesenden zu einem spitzen Nackenmuskeltraining. Besonders gespannt war ich, ob uns die Skandinavier den einen oder anderen Song des bereits fertig eingespielten, neuen Albums präsentieren würden, und ich wurde nicht enttäuscht. Trotz des etwas matschigen Sounds, kann ich sagen, dass das neue Material in bester Bandtradition steht und die hohen Erwartungen an den „Revolver”-Nachfolger durchaus erfüllen könnte. (cj)

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn kann man inzwischen getrost als alte Hasen auf dem WFF bezeichnet werden. Von den Soundproblemen mit denen Raunchy noch zu kämpfen hatten ist bei Heaven Shall Burn nichts mehr zu hören. Sehr druckvoll ballern die sympathischen Jungs alles und jeden nieder. Das Publikum nahm das brutale Metal/Hardcore Gebräu dankend auf und folgte der Aufforderung zur Wall Of Death von Frontmann Marcus nur zu gern. Souverän ballerte sich die Band durch aktuelle und ältere Songs wie den Hit “The Weapon They Fear “ oder „The Seventh Cross“. Grandioser Auftritt und definitiv einer der Festivalhöhepunkte. (rg)

Obituary

Samstagnachmittag war Moshtime! Nach The Haunted und Heaven Shall Burn fand die Headbanger-Action bei Obituary ihren Höhepunkt. Die Metal-Heroen eröffneten mit „Redneck Stomp“ und schon wirbelten überall um mich herum die Mähnen, und auch ich konnte nicht mehr stillhalten. Ein bombiger Sound und die sehr spielfreudig aufgelegte Combo aus dem schönen Florida lieferten die perfekten Zutaten für den besten Auftritt am Samstag auf der Hauptbühne. Das abgefahrene „Chopped in Half“, sowie die Slow-Mo-Neckbreaker „Insane“ und „Slow Death“ ließen die Leute im Pit ausrasten. Als aber das, für Obituary-Verhältnisse, extrem rasant gespielte „On The Floor“ ertönte, gab es kein Halten mehr, und der Circle vor der Bühne ließ mächtige Staubwolken aufsteigen. Die offensichtlich gut gelaunten Könige des Death standen in bestem Kontakt zum Publikum, und sicherten sich so die Sympathien der Zuhörerschaft. Als nach einer äußerst kurzweiligen Dreiviertelstunde noch der Überhammer „Slowly We Rot“ als Zugabe nachgelegt wurde, stand fest, dass alle nachfolgenden Bands einen schweren Stand haben würden. Respekt! (cj)

In Flames

Nachdem wir den diesjährigen Auftritt von Agnostic Front zugunsten einer Pause am Zelt haben sausen lassen legten In Flames als Samstags-Headliner los. Die Band hatte wieder eine beachtliche Menge an Pyros im Gepäck. Diese waren perfekt auf den Sound abgestimmt und lieferten reichlich Abwechslung fürs Auge. Auch musikalisch wurde einiges geboten. Die Setlist las sich wie eine Best-Of Zusammenstellung, wobei der Schwerpunkt zwar auf aktuellerem Material lag, sich jedoch keineswegs auf das aktuelle Album „Come Clarity“ stützte. In Flames machten auf der Bühne eine wesentlich bessere Figur als im letzen Jahr und schafften es viel besser den Funken überspringen zu lassen. Mehrmals stellte ich mir die Frage ob Sänger Anders Frieden vielleicht stockbesoffen ist. Seine Ansagen beinhalteten oft eine seltsame, sicherlich unfreiwillige Komik und wirkten wenig souverän. Sehens- und Hörenswert war die Show aber dennoch. Auch der Sound war super. (rg)

Tentstage

With Honor

Zu so früher Stunde noch ziemlich im Tee stehend, schleppten wir uns bei gefühlten vierzig Grad in den Schatten der Tentstage. Zum Wachwerden kamen uns da die Oldschool-Zocker von With Honor gerade recht. Tanzbarer, eingängiger Hardcore zum Mitgrölen stand nun auf dem Programm und die Kids ließen sich auch nicht lange bitten. Auch wenn sich die Anzahl der Zuhörer in Grenzen hielt, wurden die Refrains lautstark mitgesungen, und keine Chance für Beatdowns ausgelassen. Ebenso wie das Publikum legte der Fünfer aus Connecticut viel Bewegungsdrang an den Tag und konnte mit einer insgesamt sehr energiereichen Performance überzeugen. Wenn ich dem Skin neben mir Glauben schenken darf, waren die Jungs eine Woche zuvor auf dem Pressure Fest noch mal eine Nummer besser, wobei ich sagen muss, dass es an diesem Auftritt eigentlich nichts zu meckern gab. Den Schluss des Sets musste ich mir aber leider entgehen lassen, da mich der Hunger zum Verzehr einer – für 4,50 € viel zu kleinen - indischen Reispfanne trieb. (cj)

Evergreen Terrace

Für mich waren Evergreen Terrace die positive Überraschung des Festivals. Die Platten der Band, insbesondere das neue, gefallen mir zwar sehr gut, haben mich jedoch nie völlig vom Hocker gerissen. Ganz anders Live. Auf der Bühne entfachen die Jungs eine energiereiche Show die ihresgleichen sucht. Erst hier wird bewusst über welchen Hitfaktor einige Songs verfügen und dabei dennoch über genügend Durchschlagskraft verfügen. Wie gut die Band live ist hat sich offenbar herum gesprochen, denn das Zelt war zu diesem recht frühen Zeitpunkt schon sehr gut gefüllt und Evergreen Terrace wurden entsprechend abgefeiert. Völlig zu Recht. (rg)

Shelter

Ray Cappo ist einmal wieder aus der Versenkung aufgetaucht und erfreut die Hardcore Welt mit einem neuen Album. Von seiner Band ist jedoch nichts mehr übrig. Für die Tour hat er die Songs mit vier neuen Begleitern einstudiert. Shelter waren aber spätestens seit dem Ausstieg von Porcell sowieso nur noch Ray. Dieser hat dann auch sichtlich Spaß an der Show und liefert wie gewohnt souveräne Arbeit ab. Er hüpft über die Bühen wie ein Gummiball, divet in die Menge und erläutert seine Songs. Die Setlist besteht neben einigen neuen Songs hauptsächlich aus Material von „Matra“. Also genau dem was die Leute sehen und hören wollen. Der berühmte Funke springt über und trotz des seltsamerweise spärlich gefüllten Zeltes trifft die Band auf sehr positive Fanreaktionen. Mir hat die Rayshow auch gefallen. (rg)

Leeway

Als ich mich während den letzten Akkorden des Openers „Enforcer” Richtung Hardbowl-Bühne bewegte, war ich erstaunt, wie wenig dort los war. Leeway, die ja so etwas wie eine Legende des NYHC sind, hätten auf jeden Fall ein größeres Publikum verdient gehabt, zumal auf der Mainstage die völlig belanglos gewordenen Clawfinger agierten. Im Gegensatz dazu gaben die New Yorker mit viel Energie und Spielfreunde ein erstklassiges Set zum Besten und die Tatsache, dass grob geschätzt hundert Leute anwesend waren, wurde schlicht ignoriert. Bei den unzähligen Shows, die Leeway schon auf dem Buckel haben, kann man davon ausgehen, dass sie gelernt haben mit solch einer Situation perfekt umzugehen…und das taten sie auch! „On The Outside”, „Rise and Fall” und „Mark Of The Squealer” waren meine Highlights, und bei diesen Klassikern entstand sogar so etwas wie ein Pit. Somit wurde aus den schlechten Voraussetzungen das Bestmögliche herausgeholt…was will man mehr? (cj)

Ignite

Nachdem die Meute den ganzen Tag schon gut angewärmt wurde, bildeten Ignite den krönenden Abschluss der Hardbowl am Samstag. Von Beginn an ließen sie keinen Zweifel daran aufkommen, warum sie hier waren: Man wollte rocken! Fronter-Legende Zoli präsentierte sich in Topform und war nicht nur während den Songs, sondern auch bei den Ansagen (bis auf die Geschichte mit den „ungebildeten Metalheads“…) auf voller Höhe. Er wirkte wesentlich frischer als zuletzt, konnte stimmlich hundertprozentig überzeugen und hatte zu fast jedem Song etwas zu sagen. Aber auch seine Bandkollegen standen ihm in nichts nach, wobei vor allem Brett Rasmussen mit einer äußerst agilen Show am Bass auffiel. Einen guten Teil der Setlist stellte das aktuelle Album „Our Darkest Days“, wobei das voll gepackte Zelt auch auf die Klassiker wie „Embrace“, „A Placed Called Home“, „In My Time“ oder „Who Sold Out Now?“ nicht verzichten musste. Den absoluten Höhepunkt (vielleicht des gesamten Festivals) stellte aber ihr U2–Cover „Sunday Bloody Sunday“ dar, bei dem die Menge komplett den Part des Sängers übernahm. Spätestens mit diesem Song gelang es ihnen, eine derart intensive Atmosphäre unter dem Zeltdach zu entflammen, dass andere Bands nur davon träumen können. Gegen Ende des Sets betätigte sich Zoli auch noch als Stagediver und sprang gleich mehrere Male in die Menge, um von dort aus das Mikro zu bedienen, was von den Fans begeistert gefeiert wurde. Wer hier nicht ausgeflippt ist, flippt nie wieder aus und war definitiv auf der falschen Veranstaltung! (cj)

Volbeat

Wie klingt wohl eine Mischung aus Elvis, Keith Caputo und James Hetfield? Wer das erfahren wollte musste sich zu später Stunde ins Zelt begeben und bekam von den Dänen Volbeat die Antwort geliefert. Die Band verbindet Schweinerock mit Thrash und modernem Metal, dazu ein Sänger der in seiner Stimme eben oben genannte Sangeskünster vereint. Scheint ziemlich verrückt zu sein, klingt bei Volbeat jedoch alles aus einem Guß. Die Band hat Energie, eine sympathische Ausstrahlung und rockt vor allem wie Sau. Die mitreißenden Songs haben enormes Hitpotential. Ihr Spielplatz im Saturday Night Fever zwischen all den Industrail Bands scheint reichlich deplaziert zu sein. Besonders voll war das Zeit leider nicht, die anwesenden Fans waren dafür umso enthusiastischer und feierten Volbeat völlig zurecht ab. (rg)

Sonntag, 02.07.06

Mainstage

Mambo Kurt

Den Sonntag läutete Heimorgel-Papst Mambo Kurt mit seinen Interpretationen bekannter Rock/Metal Hits ein. Zuerst alleine, dann mit seinen Bossa Babes (Gitarre und Drums). Mambo Kurt begrüßte das Publikum als „Liebe Freunde der Heimorgel“ und gab Nachhilfeunterricht in Sachen tanzbaren Beats. Metallica´s „Enter Sandman“ wurde kurzerhand zum Walzer umgebaut. Auch „Highway To Hell“, „I Was Made For Loving You“ und natürlich „Raining Blood“ dürfen natürlich nicht fehlen. Hochmotiviert fordert Mambo Kurt immer wieder zur Damenwahl auf und sorgt vor allem mit seinen trockenen Ansagen zwischen den Songs für einen Lacher nach dem anderen. Lediglich die Bossa Babes hätte er sich sparen können, Schlagzeug und Gitarre machen den Sound der Heimorgel eher kaputt als dass sie nützlich sind. Das Drumssolo das Mambo von Drumbabe darbieten lässt, ist zudem mehr als langweilig und schwach. Da gibt es bessere Drummer auf dem Festival. Insgesamt war der Auftritt aber doch sehr lustig half wohl dem einen oder anderen seinen Kater vom Vorabend zu überwinden. (rg)

Holy Moses

Soilwork mussten ihren Auftritt leider kurzfristig absagen. Stattdessen traten Holy Moses auf. Deren Show war dann ziemlich langweilig und wartete vor allem mit Metalklischees auf.

Gorefest

Die Erwartungen an die neu formierten Gorefest waren anschließend recht hoch gesteckt. Schließlich ist das neue Album der Holländer ziemlich stark ausgefallen. Die Show der sympathsichen Deathern war dann nicht minder massiv. Selbstbewusst legten sie auch gleich mit dem Intro zum neuen Album los und auch sonst besteht die Setlist aus reichlich neuem Material. Alte Songs bleiben natürlich ebenfalls nicht auf der Strecke. Frontmann JC, mit schickem Kurzhaarschnitt, hatte nicht verlernt wie ein Elche ins Mikro zu röhren und glänzte vor allem durch nahezu akzentfreies Deutsch. Der druckvolle Sound der Band tat sein übriges den Auftritt abzurunden. So unterstreichen Gorefest nach der gelungenen Platte, dass ihr Comeback absolut gerechtfertigt ist. (rg)

Arch Enemy

Mit Arch Enemy ist es so eine Sache. Die Band gefällt mir auf CD ganz gut, hat mich aber Live noch nie sonderlich beeindruckt. Auf der Bühne wirken die Musiker viel zu steif und Frontröhre Angela Gossow nervt durch ihr viel zu gestenreiches und dadurch aufgesetzt wirkendes Stageacting. Auch die Show auf dem WFF war wieder genauso. Der Sound war jedoch super und die Songs wurden alle absolut tight gespielt. Das Shouting von Frau Gossow ist intensiv und die Ansagen, der zierlichen Dame mit der gewaltigen Stimme, waren sehr sympathisch. So gesehen also sicherlich kein schlechter Auftritt, mich hat das aber trotzdem schon nach kurzer Zeit gelangweilt. Von den Publikumsreaktionen zu schließen war ich jedoch einer der wenigen denen es so erging. Vor der Bühne hatten sich nämlich eine beachtliche Anzahl Fans eingefunden welche Arch Enemy abfeierten. (rg)

Bullet For My Valentine

Wow, bei Bullet For My Valentine hat sich der Platz vor der Hauptbühne stattlich gefüllt. Scheinbar hat die Präsenz bei MTVIVA ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Band aus Wales sind so was wie die Metal/Metalcore Shootingstars und wirken auf mich irgendwie unecht und aufgesetzt. Metal mit bitterem Boy-Band Nachgeschmack. Auch Live hat sich dieses Gefühl nicht zerstreuen lassen. Die Band wirkt mit ihren coolen Metalshirts zu durchgestylt, die Songs sind absolut vorhersehbar und platt und auch sonst gehen die Jungs auf Nummer sicher. Viel Hype um nichts. Die zahlreich anwesenden Fans störten sich daran jedoch nicht und nutzten den Mix aus Thrash-Metal, Metalcore und Pop um ausgelassen zu tanzen bzw. zu moshen. (rg)

Sick Of It All

„Take the night off…pass the buck!” Unter einem besseren Motto könnte eine Sick Of It All-Show auf dem Full Force gar nicht stehen, und genau aus diesem Grund war der Opener der neuen Platte „Death To Tyrants“ auch der erste Song auf ihrer Setlist. Eigentlich standen sie dieses Jahr gar nicht auf dem Billing, als aber KORN absagten, war die Zeit für die vier Jungs aus dem Big Apple, die dieses Jahr übrigens zwanzigjähriges Bandjubiläum feiern, gekommen. Direkt vom Flieger auf die Bühne, so ungefähr muss es wohl gelaufen sein, denn zu Beginn war vor allem Shouter Lou anzumerken, dass er mit einem üblen Jetlag zu kämpfen hatte. Nach den ersten paar Songs, die trotz allem erstklassig dargeboten wurden, kamen die Urgesteine des NYHC so richtig in Fahrt und lieferten einen sehr routinierten, energiegeladenen Auftritt ab. Neben vielen alten Stücken, wie „My Life“ oder „Injustice System“ rollten auch einige brandneue Sachen („Uprising Nation“, „Die Alone“, „Faithless”) vom Stapel und gliederten sich perfekt in die lange Reihe der Hits ein. Highlights waren auf jeden Fall „Us Vs. Them“, „Sanctuary“, „Step Down” und die WFF-obligatorische Wall Of Death! Als nach über einer Stunde Spielzeit die Bühne für Motörhead geräumt wurde, hatten Sick Of It All wohl auch den Letzten überzeugt, dass sie viel mehr als ein würdiger Anheizer für die Chefs des Rock n' Roll waren. (cj)

Motörhead

Wie zu erwarten war, ließen die Überrockstars eine ganze Weile auf sich warten. Als sie sich dann aber deutlich nach 22 Uhr auf die Bühne bequemten, brachen alle Dämme! „We are Motörhead and we play Rock'N'Roll.“ So sieht's aus, und alle die sich gefreut hatten, Lemmy würde vielleicht dieses Mal auf der Bühne sterben, wurden bitter enttäuscht. Erstaunlich frisch und kommunikativ präsentierte sich der Warzenprotagonist aus England. Die Dialoge mit Phil Campbell fielen recht lang aus, und wenn man das furchtbare Genuschel verstand, war's teilweise sogar richtig lustig. Ansonsten war alles wie immer: Zwei Stunden lang Rock'N'Roll-Klassiker der feinsten Sorte, hin und wieder ein Jack und natürlich die Mädels in der ersten Reihe anmachen. Ach ja, Mikkey Dee's Solo war obligatorisch viel zu lang und die Leute waren begeistert… also nichts Besonderes, außer dass die Jungs das jetzt seit dreißig Jahren machen und immer noch wie die Scheisse rocken. (cj)

Tentstage

Fire In The Attic

Am Sonntag luden die Deutschen Fire In The Attic zum Frühsport im Zelt. Energiegeladen legte die Band mit ihrem turbulenten Emocore los. Mit viel Herz und mindestens genauso viel Energie fegten die Jungs über die Bühne. Die Setlist bestand sowohl aus Songs vom letzten Album „Crush/ Rebuild“ sowie vom neuen Werk „I'll Beat You, City“. Cooler Auftritt einer coolen Band, leider viel zu früh. (rg)

Anticops

Da schon im Vorfeld bekannt geworden war, dass Liar nicht spielen würden, war ich nicht sonderlich überrascht, als kurz vor 15 Uhr die Berliner HC-Protagonisten Anticops die Zeltbühne enterten. Mit ihrem straighten Moshcore alter Schule war es ihnen ein Leichtes, die, von der Vorband Fire In The Attic wenig begeisterten HC-Kids in Schwung zu bringen. Fäuste und Füße flogen in alle Richtungen und die Crowd fand in den fünf Hauptstädtern genau die richtige Plattform für ihre wilden Moves. Wer allerdings - wie ich - keinen Bock zum Abgehen hatte, sah sich mit einer etwas öden Vorstellung konfrontiert, denn die dargebotenen Songs folgten allesamt einem recht leicht zu durchschauenden Schema. Schade war auch, dass die Ansagen kaum zu verstehen waren, und der Kontakt zum Publikum etwas unpersönlich ausfiel. Da ich die Jungs hier auf dem WFF zum ersten Mal live gesehen hab, will ich mir kein abschließendes Urteil über sie erlauben…ein überwältigender Auftritt war das aber nicht. (cj)

ZSK

Eigentlich hätten jetzt die Engländer von Hundred Reasons die Bühne betreten sollen. Diese mussten ihren Auftritt jedoch aus unbekannten Gründen absagen. Stattdessen sind die deutschen Antifa-Punker von ZSK eingesprungen. Diese traten erstmals mit ihrem neuen Bassisten Flo von Schwarz auf, der einigen vielleicht besser als Frontmann von Pyogenisis bekannt sein dürfte und sich bisher als Produzent von ZSK betätigt hatte. Die Band feuerte die Hits vom alten Album sowie neue Songs ab. Dazwischen machten sie immer wieder klar wo sie politisch stehen und verteilten die auf ihre Initiative entstandene „Kein Bock Auf Nazis“-DVD. „Nazis raus“, das kann man leider nicht oft genug sagen und so ist es auch schön, dass ZSK es in dieser halben Stunde sowohl verbal als auch musikalisch gesagt haben. (rg)

First Blood

Die fünf Kalifornier von First Blood sind alle schon eine ganze Weile in Sachen HC unterwegs, und die Ex-Sworn Vengeance-Leute Doug Weber und Carl Schwartz, die ja auch bei Terror zu Gange sind bzw. waren, haben hier eine nicht zu unterschätzende Combo an den Start gebracht. Nach erfolgter Aufnahme ihres Debut-Full-Length, schickt sich die Band, die bei Trustkill ein Zuhause gefunden hat, nun an, mit Hatebreed auf Tour zu gehen. Da aber während des Full Forces die Platte in Deutschland noch nicht veröffentlicht war, und die Songs somit für die meisten Leute völlig unbekannt waren, kam die Meute nicht wirklich in Gang. Die Musik wäre auf jeden Fall dafür prädestiniert gewesen, die Stimmung ordentlich anzuheizen, denn gewisse Parallelen zu Terror und Konsorten sind nicht von der Hand zu weisen, wenn ihr Sound auch wesentlich metallischer klingt. Obwohl man äußerst engagiert zu Werke ging, und von Seiten der Bay Area-Jungs auch nichts unversucht gelassen wurde, wollte der Funke nicht richtig überspringen. Schade eigentlich, denn First Blood gehörten in meinen Augen zu den besten Bands der sonntäglichen Hardbowl. (cj)

Opeth

Schlag Zwölf…Geisterstunde! Fünf komplett in schwarz gekleidete Typen mit langen blonden Mähnen enterten die Zeltbühne, griffen unverzüglich in die Saiten, und ich bekam den Mund nicht mehr zu! Selten bin ich so überfahren worden; und dem immer zahlreicher werdenden Publikum ging es wohl nicht anders. Wir wurden mit tiefgängigen, düsteren Death Metal-Wogen skandinavischer Herkunft überschwemmt und mitgerissen. Zehn Minuten später, die mir höchstens wie zwei vorkamen, war der erste Song vorbei und ich musste erstmal Luft holen. „We're Opeth from Sweden“ hauchte Mikael Akerfeldt mit Flüsterstimme ins Mikro und das komplette Zelt tickte aus. Mehr Gänsehaut geht nicht… Wahnsinn! Zwei Worte hatte er noch zum Verlauf des Tages zu sagen: „Schaisse und Fuck ”, denn Teile ihres Equipments waren bei der Anreise verloren gegangen. Schlechte Laune kam deswegen aber nicht auf, denn es ging rasch weiter im Set. Mir war durchaus bewusst, was für ein Kaliber die Schweden auffahren würden, allerdings konnte ich mir nicht ausmalen, wie überragend sie die atmosphärische Dichte ihrer Alben live umsetzen können. Die Kombination dieser musikalischen Genialität und den unglaublichen technischen Fähigkeit, ist auf Platte schon ein Ereignis, dies aber live zu erleben, war mehr als beeindruckend. Nach insgesamt vier Stücken und vierzig Minuten Spielzeit mussten Opeth leider von der Bühne, allerdings mit dem Wissen, vielleicht den besten Auftritt des Full Force 2006 auf die Bretter gelegt zu haben. Als auch ich den Schauplatz (mit weichen Knien) räumte, wurde mir klar, dass ich spätestens seit diesem Tag ein fanatischer Anhänger dieser Band bin. (cj)

(cj)

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