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25.10.2003, Donzdorf, irgendwo im schw?bischen Outback.

Die Einladung klang schon verdächtig nach Klassenfahrt: ?Treffpunkt um 15 Uhr am Nuclear Blast Office in Donzdorf, bitte warme Jacken mitbringen...?
Die waren auch bitter nötig, denn wie es der Monat schon nahe legte, es war Herbst und zwar richtig; will sagen golden (kalt aber sonnig).
Vor dem besagten Office stand bei meiner Ankunft merkwürdigerweise ein Traktor samt Hänger, den ich zunächst auch gar nicht mit dem Zweck der Zusammenkunft in Verbindung gebracht habe ? fataler Fehler! Zunächst also mal kollektives Händeschütteln und Frösteln mit den anwesenden Pressevertretern. Nachdem sich auch die Band am Treffpunkt eingefunden hatte, kam der Trecker ins Spiel...
Auf dessen Hänger wurden nämlich die Schreiberlinge samt Band gelotst, es lagen gemütliche Strohballen bereit und auch an flüssige Nahrung in Form von Most und Frischmilch war gedacht worden. Schon bald zündete der Traktorist die Triebwerke und ab gings über enge, steile, teilweise auch dschungelartig zugewachsene Waldwege in die schwäbische Pampa. Erster Stop war eine abgelegene Schnapsbrennerei, wo man lecker Hochprozentiges probieren konnte und es auch schon erste Häppchen gab. Hier hatte man dann auch, stilecht vor dem Traktor, die Möglichkeit für ein Fotoshooting mit den Deutschen Metall-Landwirten.
Danach wurde wieder ?aufgesessen? und weiter ging die Fahrt durchs Grüne, Endstation war dann ein Landgasthof in einem kleinen Dorf wo das Hinterzimmer reserviert worden war. Es wartete schon der heiß ersehnte Kaffee, ebenso wie Bier und andere Leckereien. Jetzt dann aber zum wichtigsten Teil der ganzen Veranstaltung: über eine amtliche Anlage wurde in entsprechender Lautstärke das neue Werk ?The Other Side? der Farmers auf die versammelte Journaille losgelassen, was denn dann auch gleich zu munterem Nicken und Mitwippen führte ? erster Test schon mal mit Bravour bestanden.

Zu den einzelnen Tracks:


? For the World to sing
Der Opener beginnt erst mal ohne Gitarren, Bass und Keyboard dominieren bevor Alex einsetzt. Treibende Strophen mit 80er-Jahre Pop-Refrain vereinen die Trademarks der Band auf einem erfreulich fetten Bass-Teppich.


? Like Jesus wept
Modern-Metal mit stellenweise zweistimmigem Gesang, das Schlagzeug groovt dass es eine wahre Freude ist. Sehr stimmkonzentrierter Song der im Mittelteil die Streicherkiste weit öffnet ? großes Kino!


? Once and for all
Der Hit des Albums! ...soweit man das nach zweimaligem Hören überhaupt schon ruhigen Gewissens sagen kann. Der Track geht ?voll inne Fresse?, ein harter Song mit viel Rhythmusgeriffe und vielen Stops. Das Keyboard hält sich deutlich zurück, auch weniger Gesang, dafür mit nem fetten Hüpf-Part.


? Where the Sun never shines
Wieder ein sehr atmosphärischer Anfang. Vonder Geschwindigkeit eher Midtempo, ein ?Mitstampfer?. Viel Raum für fantatstische Keyboardlandschaften, im Mittelteil ein langes Sprachsample und zum Abschluss ein Sample vn Lynchs Twin Peaks (?She´s dead, wrapped in plastic?).


? In my darkest Hour
Mitnichten ein Megadeth-Cover, auch wenn die Titel identisch sind. Vorhang auf für: die Ballade! Gehört mittlerweile zur Band wie die VfB-Sprüche vom Sänger und ist erneut sehr gelungen. Schön gezupfte Gitarre inklusive Meeresrauschen-Klänge, der Drum-Sound klingt fast, als wäre er programmiert, die Bass-Drum schiebt wunderbar.


? Stay like this forever
Ein eher untypischer Song, hier kommen ordentlich Vocal-Effekte zum Einsatz und obwohl die Gitarre ordentlich Riffs brät hat der Track irgedwie nen poppigen Grundcharakter...


? The Other Side
Der Titletrack. Ein riffbetonter Anfang der in einen irgendwie versetzten Beat mündet. Gegen Schluss dann getragenen Streicherpassagen.


? What a Feeling like
Sehr viele Breaks und hier mal wieder viel Gitarren, schön...


? Trail of Tears
Sehr eingängiger Song (der Refrain haftet zuverlässig nach einmaligem Hören auch nach Wochen noch im Gehörgang), hart an der Grenze zum Kitsch. Ich kann mir vorstellen, dass der Track und der letzte gespaltenen Meinungen hervorrufen wird, kann aber jetzt noch nicht sagen, ob ich den später auf der ?Mag ich?-Seite des Albums haben werde...


? Home is where the Stars are
Der Song braucht vielen wohl nicht erst vorgestellt werden, den Fans ist er von dem ein oder anderen Konzert wohl schon bekannt. Dies ist der erste Song, der nach dem letzten Album entstand und vereint die Qualitäten der Band. Erneut, wie schon auf ?The world is ours?, Ennio Morricone-artiger Frauengesang im Hintergrund. Am Ende dann ein Raumfahrt-Countdown.


? Get crucified
Zum Schluss haben sich die Farmers noch nen veritablen Arschwackler aufgehoben. Der Song hat wahrlich Disco-Qualitäten, obwohl wildest gerifft wird und er auch durchaus flott ist. Text-Zitat: ?And I´m coming back and this time noone gets out alive!? ? klingt nach Terminator-Trailer und passt auch wie das Gesäß aufs Gefäß, die vier Jahre Warten auf die nächste Platte haben sich gelohnt!


Fazit: Das Gehörte weist auf ein weiteres Top-Album der Schwaben hin. Ihr viertes Album ?The Other Side? zeigt die Band gereift und erneut schaffen sie es schlafwandlerisch tonnenschwere Metal-Riffs mit poppigen 80er-Jahre Pop Ohrwürmern zu verbinden. Wenn es denn tatsächlich eine Verbindung zwischen der Band und dem VfB gibt, dann müsste der VfB mindestens ins Championsleague-Endspiel kommen!

Nach dem offiziellen Teil gabs dann ein feudales Buffet und noch jede Menge Spaß im Gespräch und Spiel in Form eines extra aufgebauten elektrischen Bullrides. Mit steigendem Pegel ließ sich dann auch fast jeder (mit Ausnahme vom Manager Bär der Farmers) von Matze überzeuegen sich vor versammelter Meute mehr oder weniger lächerlich zu machen. Style und Konditionspunkte gehen dabei besonders an Keyboarder Dennis, der es mit Abstand am längsten auf dem E-Viech aushielt und der auch stets eine Hand stylisch in der Luft hatte!

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