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Am  Freitag, 22.12., spielten Failte Isteach ihr letztes Konzert mit dem bisherigen Drummer Steffen Grie?inger. Failte Isteach machen nun immerhin schon f?nf Jahre lang zusammen Musik, sie haben viel f?r die Tuttlinger Musikszene getan und mit Sicherheit eine gute Hand voll Bands beeinflusst. In dieser Zeit hat sich musikalisch innerhalb wie au?erhalb der Band einiges ver?ndert. Vielleicht also ein geeigneter Augenblick, um zur?ckzuschauen.

 

Am Wochenende findet euer letztes Konzert in der urspr?nglichen Vierer- Besetzung statt. Wieseht ihr eure musikalische Entwicklung seit euren Anf?ngen und wie seit ihr ?berhaupt zur Musik gekommen? Wer oder was hat euch dabei beeinflusst?

Steffen: Das hat mit vierzehn, f?nfzehn in der Schulband der Realschule angefangen. So habe ich Mike kennen gelernt. ?ber ihn kam dann noch Stephen Sulima dazu. Zuerst spielten beide Gitarre, aber schlie?lich entschied sich Steffen f?r den Bass. Zu Beginn haben wir bei mir zu Hause im Keller geprobt bis wir rausgeschmissen wurden.

Mike: Dann haben wir in den Proberaum der Realschule gewechselt und brauchten noch einen S?nger. Frank, der damals auch noch mit mir und Stephen Sulima zur Schule ging, wurde dann eben unser S?nger.

Frank: Am Anfang haben uns vor allem die Hosen? beeinflusst. Musikalisch wie ideell. Wir haben mit Punk begonnen, nicht unbedingt, weil es am einfachsten war, sondern weil es uns am n?chsten lag.

Mike: Auch die Aussicht keinen normalen Job machen zu m?ssen war und ist immerhoch ein wichtiger Grund. Wir kriegen sonst eh nichts auf die Reihe ( allgemeines Gel?chter).

Steffen, f?r dich ist es voraussichtlich der letzte Auftritt. Was nimmst du aus der Zeit mit Failte Isteach mit? Willst du weiterhin Musik machen und warum steigst du bei Failte Isteach aus?

Steffen: Ich hab? auf jeden Fall ne Menge Spa? gehabt. Ich bin durch die Band viel herumgekommen, habe viele Leute kennen gelernt und eine sch?ne bzw. produktive Jugend erlebt. Ich denke, es war sehr sinnvoll und hilfreich f?r mich. Du lernst mit Leuten umzugehen, schlie?lich sind das ja auch richtige Beziehungen zwischen den Bandmitgliedern.

Ich kann allerdings nicht mehr die n?tige- den andern gegen?ber faire- Zeit aufbringen. Ich m?chte jetzt auch erst malmehr in Richtung Theater gehen.

Was wird ohne Steffen aus Failte Isteach? Habt ihr etwa schon einen neuen Schlagzeuger?

Mike: Vielleicht werden wir ein paar Wochen Pause machen um uns dann auf die Suche nach einem neuen Schlagzeuger zu machen. Gerade sind wir dabei unsere eigene Homepage zu erstellen.

Frank: Wir haben eigentlich schon vor wieder neue Sachen zu Schreiben. Von den meisten haben wir bisher aber nur eine grobe Vorstellung.

Findet ihr heute eure alten St?cke, z. B. die Von der ?Cuba Special?-Kasettenoch gut? Ihr habt sie schon lange nicht mehr gespielt.

Frank: Die sind immer noch cool. Diese Woche beim Konzert spielen wir wahrscheinlich ?ber die H?lfte nur die alten Sachen.

Steffen: Das war damals eben Punk-Rock. Es hat echt Spa? gemacht, aber es war eine ganz andere Zeit und jetzt hat sich unsere Musik eben ver?ndert.

Mike: Wir h?ren uns die Lieder nicht mehr an, aber wir spielen sie regelm??ig vor den eigentlichen Proben und haben immer noch unseren Spa? daran.

Habt ihr euch bewusst entschieden h?rtere Musik bzw. Hard Core zu machen? Oder hat sich das von selbst so entwickelt?

Frank: Nein, wir haben das nicht bewusst ver?ndert, die alten Sachen sind uns mit der Zeit zu langweilig geworden. Die Ver?nderungen haben sich mehr oder weniger einfach so ergeben.

Mike: Genau, das hat sich halt so entwickelt. Wir bereuen aber nichts von dem, was wir aufgenommen haben und die Bezeichnung ? Hard Core?haben uns andere gegeben, nicht wir selbst. Hard Core hilft zwar zu erkl?ren, aber musikalisch ist diese Kategorisierung eher hinderlich. Und ich denke, wir machen auch keinen typischen Hard Core. Hard Core ist f?r uns sowieso mehr Einstellung als Musik.


Was denkt ihr ?ber die j?ngsten Charterfolge von Bands wie Korn, den Deftones oder zahlreichen anderen Hard Core-?hnlichen Gruppen?


Steffen:
Sie verkaufen sich schon anders, aber haupts?chlich ist das Publikum daf?r verantwortlich, dass solche Bandsechte Produkte werden.

Mike: Das ist eben der derzeitige Trend. Anfang der 90? er war es Grungemit Nirvana, dann Punk- Rock mit Green Day, anschlie?end Hip Hopp und Boygroups und jetzt eben Hard Core.


Ende Oktober wart ihr auf eurer ersten kleinen Tour gemeinsam mit End of April und Koroded. Wie hat es euch gefallen? Habt ihr auch Erfahrungen mit sogenannten Fans gemacht?


Mike:
Die Tour war echt klasse. Wir haben uns vom ersten Moment an perfekt verstanden. Nicht das die Stimmung in der Band sonst so aggressiv w?re, aber w?hrend der Tour verlief einfach alles v?llig harmonisch. Zuvor liefs eben auch nicht so gut dieses Jahr. Es war nicht schlecht, aber wir haben auch nicht so viel Neues hinbekommen. Wir hatten einen kleinen Durchh?nger, aber auf der Tour hatten wir wieder richtig Lust Musik zu machen.

Steffen: Wir haben uns gut mit den anderen Bands verstanden und zu Spielen hat riesigen Spa? gemacht. Auch nach den Auftritten hatten wir noch unser Vergn?gen. Es war schon ein bisschen exzessiv...

Frank/Mike: Und Fans hatten wir bisher eigentlich auch noch nicht. Autogramme finden wir z.B. auch ziemlich sinnlos. Unter Hard Core verstehen wir auch eher, keinen Unterschied zwischen Band und Publikum zu machen.


Habt ihr auf eurer Tour irgendwelche Kontakte zu Leuten von Plattenfirmen gekn?pft oder k?nntet ihr euch ?berhaupt vorstellen bei einem gr??eren Label zu unterzeichnen?

Mike: Wir hatten schon ein paar Kontakte, aber daraus hat sich bisher nichts ergeben. Prinzipiell sehe ich kein Problem darin, bei einer gr??eren Plattenfirma unter Vertrag zu sein, solange die Bedingungen stimmen. W?rden uns aber in bestimmten Punkten Freiheiten genommen, w?rde ich mich auf jeden Fall f?r ein kleineres Label entscheiden.

Habt ihr das Ziel von Musik zu leben?

Frank/ Mike:
Ja, aber allein das zu erreichen ist ziemlich hart. Wir wollen mit Musik schon so viel Geld verdienen, dass wir davon leben k?nnen. Aber wir haben nicht das Ziel, damit reich zu werden.

Ihr seid gerade dabei eure Homepage fertig zu machen. Vor ein paar Monaten hattet ihr via Internet eine l?ngere Streiterei mit ein paar anderen Bands (?Copy kills music?). Bands wie Fanta 4 oder Metallica verurteilen das sogenannte ?Runterladen? von Songs. Wie denkt ihr ?ber die derzeitige Diskussion ?ber das Internet und Napster, das man ja jetzt bald bezahlen muss?

Mike: Also, die ganzen Sticheleien per E-Mail waren ein bisschen kindisch. Davon wollen wir uns ?ffentlich distanzieren(Gel?chter). Wir haben ihnen geschrieben, dass uns ein paar Sachen nicht gepasst haben, und andere Leute haben sich eingemischt. Damit hatten wir am Ende nichts mehr zu tun. So wie es gelaufen ist, war es nicht gemeint und nicht gewollt.

Frank: Ob ich mir nun eine CD im Internet oder im Laden anh?re und dann kaufe oder nicht kaufe ist relativ egal. Denn wenn man eine Platte wirklich mag, kauft man sie sich so oder so.

Steffen: F?r mich ist das Internet ein echt geiles Musikmagazin. Es erm?glicht dir nun einmal, alle Bands zu h?ren. F?r die kleinen Bands ist es meiner Meinung nach viel leichter auf schnellem Weg viele Menschen zu erreichen. Letzten Endes bringt es auch f?r die Plattenfirmen keinen Nachteil. Die haben nur Angst, dass sie ihre Herrschaft ?ber den Musikmarkt verlieren; sie haben gemerkt, dass sie die Sache nicht mehr im Griff haben.

Mike: Was Metallica machen finde ich lachhaft. Mich haben sie dadurch verloren, abgesehen davon, dass sie jetzt schlechte Musik machen.

Im Moment seid ihr ja in alle m?glichen Himmelsrichtungen verstreut. Tuttlingen, Ravensburg, Freiburg und Berlin. Die Lieder habt ihr ja alle gemeinsam geschrieben, oder? Wo werdet ihr dann jetzt zusammen proben? Das sieht ja nicht so einfach aus.

Mike: Das ist nicht so schwierig, es geht schon. Wir k?nnen eben nur am Wochenende proben. Wahrscheinlich werden wir uns in Freiburg nach einem neuen Proberaum und einem Schlagzeuger umschauen. Vielleicht suchen wir uns aber auch in Tuttlingen was anderes; das ist noch nicht ganz raus.

Steffen: Unsere Songs haben wir schon immer zusammen gemacht, aber meistens hat einer die Idee, das ist ziemlich oft Mike, und dann spielen wir anderen etwas dazu; so entwickelt sich das Ganze.

 

Ihr habt jetzt Jahre lang in Tuttlingen Musik gemacht und habt viel reingesteckt, vor allem inJugendhauskonzerte. Wie seht ihr die Entwicklung der ? linken Szene? im Jugendhaus und der Bands hier im Raum?

Frank: Ich denke, das Ganze zerf?llt immer mehr, es gibt auch weniger Bands als fr?her, da viele Leute studieren gehen und nur wenige nachkommen. Aber eigentlich kann ich es nicht so ganz beurteilen, weil ich selbst nicht mehr so oft hier bin.

Mike: Ich glaube, im Jugendhaus l?uft noch zu viel gegeneinander. Es fehlt noch die richtige Harmonie, die an zu egoistischen Denkweisen scheitert.

Steffen: Es gibt schon viele gute Ans?tze, die aber leider nicht weitergehen. Die Leute hier machen einfach nicht mehr so viel miteinander, sondern eher allein. Als wir angefangen haben war das noch anders, wir haben uns bem?ht, gemeinsam mit anderenzusammen zu arbeiten.

 

Das Interview wurde gef?hrt von Georg Rees.

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