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Mit ihrem Album „Climax“ haben die Finnen von Beastmilk eine echte Überraschung vorgelegt. Von null auf wow sozusagen. Wir haben der Band ein paar Fragen gestellt welche sie uns auch brav beantwortet haben.

Als ich zum ersten Mal euren Bandnamen hörte, gingen mir verschiedene Gedanken durch den Kopf, was er bedeuten könnte. Die meisten davon waren eher anzüglich… könnt ihr das bitte näher erläutern?

Unser Bandname bezieht sich auf Flüssigkeiten, die nun einmal existieren und einen Einfluss auf unterschiedliche Ebenen der Gesellschaft haben. Außerdem geht es um die Erforschung der Beziehungen zwischen diesen Ebenen. Nimm als Beispiel Blut, Öl, Sperma, vaginale Flüssigkeit, Urin, Alkohol, Wasser, Muttermilch, etc. Sie alle sind verbunden mit verschiedenen Aspekten der Menschlichkeit und dienen alle dem Zweck das große Ganze der Menschheit zu erfassen. Diese Flüssigkeiten werden auf unterschiedliche Weise verwendet, so sind einige davon Merkmale für Krieg, manche ernähren Kinder und wieder andere sind die Summe von Begierde und Liebe. Beastmilk bezieht sich auf die facettenreiche Natur dieser Flüssigkeiten und was sie repräsentieren. Wer ist das Biest und was ist die Milch?

Erzählt uns bitte, wie eure Band entstanden ist. Kennt ihr euch schon seit vielen Jahren, vielleicht aus der Kindheit, oder handelt es sich dabei eher um eine professionelle Beziehung?

Wir sind im Laufe der Jahre zusammengekommen. Unseren Bassisten Arino kenne ich seit vielleicht 15 Jahren, er ist der einzige Bassist mit dem ich jemals zusammengespielt habe. Kvohst (Sänger – A.d.R.) und unseren Schlagzeuger kenne ich noch nicht so lange. Ich mochte DHG (Dødheimsgard – A.d.R.) und Code (beides ehemalige Bands von Kvohst – A.d.R.) und bin ihm dann vor einigen Jahren in Londen und Oslo über den Weg gelaufen. Durch Zufall ist er dann nach Helsinki, direkt in meine Nachbarschaft gezogen und wir fingen an zusammen rumzuhängen, was schließlich zur Gründung der Band führte.

Warum habt Ihr angefangen Musik zu machen? Was ist die treibende Kraft hinter Beastmilk?

Ich habe schon vor ca. 15 Jahren angefangen Musik zu machen, habe das aber meistens für mich behalten. Es ist nicht wirklich eine Entscheidung, es ist vielmehr einer der Aspekte, die das Leben lebenswert machen. Ich denke, die treibende Kraft hinter der Band ist der Drang kreativ zu sein.

Könnt ihr uns beschreiben, wie ein Beastmilk-Song normalerweise entsteht? Arbeitet ihr zusammen daran, oder gibt es einen genialen Kopf, der alles alleine aufbaut?

Ich sitze zuhause und nehme ein Instrumental-Demo auf, welches ich dann zu Kvohst schicke, damit er seine Texte und Gesangsarrangements beisteuern kann. Dann proben wir die Stücke mit der ganzen Band und nehmen, falls erforderlich, einige Änderungen im Laufe dieses Prozesses vor. Generell ist das alles aber sehr autistisch und fügt sich irgendwie auf magische Weise zusammen.

Vor einigen Jahren verbrachte ich etwas Zeit im winterlichen Finnland und war sehr erstaunt, wie kalt und dunkel es dort werden kann. In welchem Ausmaß hat diese Umgebung einen Einfluss auf die Menschen, die dort leben und natürlich auch auf ihre Musik?

In sehr großem Ausmaß. Das ist der eigentliche Grund, warum wir überhaupt die Band gestartet haben. Wir fühlten uns sehr depressiv und frustriert, es war sehr kalt und dunkel, und die einzigen Auswege schienen Selbstmord oder eine Band zu gründen. Wir entschieden uns für das Letztere.

Lasst uns ein bisschen über eure neue Platte “Climax” sprechen. Wie sind die Reaktionen bisher ausgefallen? Was sagen die Fans, was sagen die Medien?

Keine Ahnung, ich versuche mich nicht darum zu kümmern, was andere Leute über uns sagen. Ich freue mich, wenn unsere Musik jemanden inspiriert, oder wenn sie jemanden dazu bringt, sich in Bezug auf das Leben im Allgemeinen besser zu fühlen.

Wie ein großes Markenzeichen haben alle eure Songs eine gewisse Grundstimmung: Sehr melancholisch, düster und höchst intensiv. Als ich eure Platte besprochen habe, musste ich mich fragen, ob da ein Masterplan dahintersteckt, ob ihr das also bewusst so arrangiert habt, oder ob das einfach so im Lauf des Schreibprozesses entstanden ist…

Es ist alles eine Summe seiner Einzelteile. Ich weiß, was mich dazu bringt mich zu bewegen und was mich erregt, und das ist genau das was ich in unsere Songs stecke. Ich denke Kvohst weiß ebenfalls, was ihn bewegt und erregt und das ist, was er in die Songs mit einbringt. Und dann passiert eben „Beastmilk“. Einen Song zu schreiben ist für mich wie eine Kurzzeitbeziehung, sehr aufregend und intensiv. Es kommt von irgendwoher, wird etwas verformt, dann entsteht ein Dialog, Dramaturgie kommt hinzu und schließlich hat man die fertige Komposition. Dieser Entstehungsprozess bis zum ersten Demo eines neuen Songs  bedeutet mir alles. Alles was danach kommt ist entweder ein Bonus oder lästige Pflicht.

Was denkt ihr jetzt, nachdem das Album veröffentlicht ist, darüber? Gibt es etwas, das ihr im Nachhinein anders machen würdet, oder seid ihr rundum zufrieden?

Ich bin überaus glücklich damit. Das Album ist genau so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wollten, dass es der nächste natürliche Schritt nach unserem Kassettendemo und der EP wird, sowohl vom Kompositorischen her, als auch von der Produktion. Wir wollten, dass es groß und unberechenbar klingt, und für mich ist es genau das.

Ich habe gelesen, dass ihr lediglich ein einziges Demo verschickt habt, an euer jetziges Label Svart. Stimmt das, und wenn ja, warum wolltet ihr unbedingt zu diesem einen Label?

Wie erwähnt, müssen wir von allem was wir machen, in erster Linie begeistert sein. Wir mochten Svart und alles was sie so machten. Es schien uns eine Gruppe guter, aufrichtiger Leute zu sein, und das ist der Grund warum wir nur ein einziges Demo verschickt haben. Wir wurden von einer ganzen reihe großer Labels kontaktiert, obwohl wir ihnen gar nichts geschickt hatten, aber wenn wir von etwas nicht gänzlich begeistert sind, machen wir es nicht. Das ist auch der Grund, warum wir MagicBullet für die Veröffentlichung in den USA wollten, denn wer wollte kein Labelkollege von Charles Manson sein?

Was für Musik hören die Beastmilk-Mitglieder prinzipiell? Was waren die letzten Platten, die ihr gekauft bzw. heruntergeladen habt?

Ich denke, wir hören viele verschiedene Sachen. Auf einer Liste mit unserer Lieblingsmusik würden wir alle mit Sicherheit unterschiedliche Bands nennen. Ich weiß gar nicht richtig, was die anderen so hören. Meine letzte Anschaffung war eine Kassette der finnischen Hip-Hop-Gruppe Aivovuoto mit dem Titel „Vihaa Karkkia“ (We Hate Candy). Mir gefällt die Produktion sehr gut und ich bevorzuge immer Kassetten gegenüber CDs.

Stimmt es, dass Beastmilk „nur” ein Nebenprojekt ist (ich kann das eigentlich nicht glauben)? Aber falls ja, in was für anderen Bands seid ihr tätig?

Nun, es ist schwierig genau zu sagen was Beastmilk ist. Es ist einfach. Manchmal beansprucht es mehr Zeit, manchmal weniger. Kvohst hat Hexvessel, die Dir wahrscheinlich etwas sagen. Ich habe Rainbowlicker, die Dir eher nichts sagen werden, das ist so eine Art Elektro-Punk. Ich mache zudem auch noch andere Sachen, von denen Du vielleicht etwas hören wirst, wenn sie irgendwann veröffentlicht werden. Unser Schlagzeuger arbeitet an so einer Art Jazz-Geschichte und außerdem mit einem „Gehirninstrument“, welches er vor einiger Zeit gemacht hat. Was unser Bassist macht, weiß ich gar nicht genau, nachdem er sein kleines „Segelboot“ verkauft hat. (WTF? – A.d.R.).

Hast Du noch etwas auf dem Herzen, das Du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest? Irgendwelche abschießenden Gedanken?

Hmm. Schaut euch unsere Homepage an, wenn ihr Interesse an Updates über die Band habt und wo wir demnächst spielen werden. http://beastmilk.me
Abgesehen Davon wünsche ich allen Lesern ein inspiriertes und erfolgreiches Neues Jahr!

Vielen Dank für das Interview! Viel Glück für Euch und eure Band!

Danke Chris, viel Glück mit eurem Magazine!

 

Chris Jennert

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Review: Climax, 2013 (cj)