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Die Zukunft voller Rollstühle

Ein Interview mit Björn ?Speed? Strid (Gesang) über seine fleißige und immer noch irgendwie unterbewertete Band, seine Ehe und irrsinnige Bassisten.

Erklär doch zu anfang mal die Bedeutung hinter dem Titel eurer neuen CD ?Stabbing the Drama?.

B: Das ist eben einfach ein Statement von Soilwork, dass wir diese Hysterie beenden wollen. Da wird doch ständig übertrieben mit hochgehypten neuen Genres und ?DEM neuen Ding!?. Soilwork verdienen meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit, weil wir einfach einen eigenen Sound haben und auch finden, dass wir da recht konkurrenzlos sind.

Ihr seid ja eine recht fleißige Band und bringt fast jedes Jahr ein neues Album raus. Euch geht das offenbar recht leicht von der Hand, oder?

B: Ich würde sogar sagen, dass wir am besten arbeiten, wenn wir nur wenig Zeit zur Verfügung haben. Wir verwandeln den Druck in etwas Gutes. Wenn wir mal ein ganzes Jahr ohne zu touren Zeit für ein Album hätten würde das wohl in ner Katastrophe enden!

Wieso habt ihr euch für Daniel Bergstrand als Produzenten entschieden und wie groß war sein Einfluss aufs Material?

B: Sein Sound ist doch recht anders als der ?Fredman?-Sound (ein anderes, bekanntes schwedisches Studio, Anmerk. des Verf.), der doch recht glattgebügelt und bombastisch ist. Wir wollten jemanden der eine gewisse Präsenz in die Produktion bringt, es sollte alles auf den Punkt und direkt sein ...

Hat er eigenen Ideen eingebracht, oder ist er eher so der Typ der seine Geräte bedient und sich um die Aufnahme kümmert?

B: Er ist eine Mischung aus beidem. Das Material war schon ziemlich fertig bevor wir ins Studio gingen. Wir haben dann aber im Bandkontext viel ausprobiert und verschiedene Sachen in den Songs ausprobiert, es hat sich also schon noch was bewegt. Daniel hatte viele Vorschläge, wollte die Band aber auch nicht verbiegen.

Ihr hattet vor einiger Zeit ein komplett animiertes Video, wer hat das gemacht und war das Absicht sich somit von den meisten typischen ?Metal?-Videos abzusetzen?

B: Wir setzen uns schon gerne über Grenzen hinweg und machen Sachen, die man normalerweise einfach nicht macht. In dem Fall war es so, dass ein Freund den Clip umsonst gemacht hat! Es war eine Art Abschlussarbeit für die Schule, aber es ist mal richtig gut geworden!

Ich hab gelesen, dass der Gitarrist von Menemic die Gestaltung des neuen Albums übernommen hat. Seid ihr befreundet, oder habt ihr andere Arbeiten von ihm gesehen und euch dann für ihn entschieden?

B: Wir haben schon gemeinsam getourt, kennen uns also und sie sind ja auch echt nett. Wir wollten für diesen aussagekräftigen Titel auch ein direktes Cover. Mircea (Mircea Gabriel Eftemi, Mnemic, Anmerk. des Verf.) hat diesen Vorschlag gemacht und wir haben es sofort geliebt, es ist ideal, simpel und einfach ein Hingucker.

Ich hab Soilwork zum ersten Mal beim Summer Breeze Festival gesehen und da hattest Du ein knallrotes Hemd an, das mich an die Formel 1 erinnert hat. Ich hab dann später noch mehrere Bilder von Dir gesehen, auf denen du das gleiche Shirt angehabt hast, war das dein Lieblingsshirt?

B: Ich mag diese Uniform-Sachen. Üblicherweise trage jeweils ein Hemd zu jedem Album. Ich hatte auch mal dieses Feuerwehrshirt aus Vancouver ... Ich bin übrigens gar kein Formel 1-Fan, das Hemd hat mir eben gefallen und war auffällig anders.

Du hast ja im September geheiratet. Jetzt geht grad wieder die Promo und dann bald die entsprechende Tour zum neuen Album los, ist das jetzt schwieriger für dich, weil du verheiratet bist?

B: Naja, wir wussten ja, was auf uns zukommt. Sie steht ja auch sehr auf die Musik ? obwohl sie meist sogar derbere Sachen hört ? sie freut sich sehr, dass ich mich so verwirklichen kann und unterstütz mich, wo sie nur kann. Klar ist es manchmal hart, aber wir sind es auch gewohnt getrennt zu sein, weil sie aus Japan kommt und es anfangs sehr lange gedauert hat, bis wir das mit dem Visum geregelt hatten, da waren wir für lange Monat getrennt.

Im April geht's ab in die Staaten für eine Headliner-Tour zusammen mit Hypocrisy, Dark Tranquility und Menemic. Ist das eure erste Tour als Headliner in den USA?

B: Allerdings, und es wurde auch Zeit! Und auch wenn die Clubs drüben meist nicht so dolle sind ? manchmal gibt's nicht mal Sachen wie Duschen etc. ? freuen wir uns auf die Tour, denn das Publikum ist meistens gut dabei.

Wenn man dieser Tage über die USA spricht, muss man auch über ihren ach so tollen Präsidenten reden. Was hälst du von der politischen Situation?

B: Es hat ja jeder irgendwie damit gerechnet, dass er's für weitere vier Jahre machen wird. Das verrückte für mich, ist dass der christlichste Kandidat in Amerika das Rennen macht. Es hat den Anschein, dass das alles nichts mit Politik an sich und wie er das Land regiert zu tun hat. Trotzdem kümmern sie sich nicht um ihre eigenen Probleme, stattdessen ist er ständig auf der Suche nach Ländern, die er bombardieren kann. Und natürlich geht's genauso sehr um finanzielle Aspekte. Redefreiheit? Menschenrechte? Am Arsch!

Auf eurer Homepage erwähnst du, dass es eines der merkwürdigsten Erfahrungen war Devin Townsend zu treffen, wie kommts?

B: Er ist auf angenehme Art merkwürdig. Er ist so ein außergewöhnlicher Mensch und hat uns im Studio auch alle inspiriert und das Beste aus uns heraus geholt. Das darf man jetzt auch nicht missverstehen, eine merkwürdige Erfahrung, kann gleichzeitig auch eine sehr gute sein!

Soilwork gibt es seit 1995, es gibt dieses Jahr also ein Jubiläum zu feiern, habt ihr da etwas Besonderes geplant?

B: Naja, wir hoffen, dass wir es schaffen eine DVD mit Material der anstehenden Shows rauszubringen, das wäre sehr cool, da wir bisher kein Live-Album oder etwas in der Art gemacht haben. Außerdem haben wir jede Menge Backstageaufnahmen, die wir dazupacken könnten. Ich hab tonnen lustiges Zeugs, das sollte was ganz Besonderes für die Fans geben. Und natürlich bekommt unser Bassist seine eigene Sektion ...

Wie jetzt, ist der son Spaßgarant?

B: Ja Mann, du würdest es nicht glauben! Einmal stand er z.B. splitterfasernackt mit einem Verkehrsschild auf einer Wiener Strasse. Ab und an ist das auch recht gefährlich ... Oder als er am helllichten Tag in eine deutsche Tankstelle gestürmt ist um dort ausgestopfte Viecher zu begatten ? die ganzen Familien sind schreiend rausgestürmt ...

Nach zehn Jahren Soilwork mit unzähligen Interviews und Konzerten, was denkst du, wirst du in zehn Jahren machen?

B: Oh, das ist heftig. Ich hab keine Ahnung ... Ich hoffe, dass wir dann immer noch ganz tolle Musik machen, und ich denke so wirds auch sein! Obwohl, ich denk gerade an unseren Gitarristen, der mit 39 Jahren etwas älter als die anderen in der Band ist, der wäre ja dann 50!

Naja, wozu gibt's denn Rollstühle!

B: Yeah ... Aber es ist schon schwer zehn Jahre in die Zukunft zu denken. Aber wahrscheinlich werden wir echt noch gute Musik machen und unseren Spaß haben!

Hast du dir je Gedanken über eine Karriere abseits der Musik gemacht?

B: Nee, nicht wirklich. Das hier ist mein Traum, den ich momentan auslebe. Wir werden ja sehen, wie weit das noch geht!

Gibt's für Soilwork noch irgendwelche unerfüllten Träume?

B: Zuallererst hätte ich gerne mal die Aufmerksamkeit, die wir verdienen! Wir standen schon so lange Jahre im Schatten diverser anderer Bands ...

Das Interview wurde von Thomas Jentsch geführt.

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Review: Stabbing the Drama, 2005 (tj)
Review: The Panic Broadcast, 2010 (tj)