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Baroness

Vor gerade mal vier Jahren in Savannah, Georgia gegründet, haben Baroness dieser Tage ein mehr als beachtenswertes erstes Album über das Qualitätslabel Relapse in die Regale gestellt. Die Musik ist ausgefeilt, komplex und deep, im Interview ist Bandkopf John Baizley aber eher wortkarg, beantwortet manche Fragen erst gar nicht und ist auch sonst eher kurz angebunden, ein paar Infos hat er dann aber doch rausgelassen...

HD: Ihr habt Baroness 2003 gegründet, zwei EPs und eine Split-CD veröffentlicht und dieser Tage kam dann das Debut „Red Album“ bei Relapse raus. Seid Ihr soweit zufrieden mit der Bandgeschichte?

JB: Absolut. Wir hatten mit Baroness seither sehr erfüllte Erfahrungen.

HD: Über ein Label wie Relapse kann man ja wohl nur glücklich sein. Wie ich das sehe ist das eine der letzten Adressen, der die Käufer noch nahezu blind trauen und da CDs kaufen, oft auch ohne die Band vorher zu kennen. Wie kam denn der Kontakt zustande, hat irgendwann einfach das Telefon geklingelt?

JB: Sie haben im letzten Sommer Kontakt mit uns aufgenommen, als wir grade in den letzten Zügen des Songwritings zu „Red Album“ lagen. Wir haben uns dann fünf Monate Zeit gelassen und darüber nachgedacht. Als wir dann ein paar Leute vom Label kennen gelernt haben, haben wir uns entschlossen zuzusagen.

HD: Im Internet (Blabbermouth/Nielsen Soundscan) war zu lesen, dass ihr in den Vereinigten Staaten in der ersten Woche 1000 Stück von Eurem Relapse-Debut verkauft habt. Entspricht das Deinen Erwartungen, bist Du also zufrieden oder doch eher enttäuscht?

JB: Das höre ich zum ersten Mal. Ich kümmere mich auch gar nicht um solche Sachen. Ich hab an sich auch gar keine Meinung zu der Zahl.

HD: Baroness scheint eine Art „Family Thing“ zu sein. Mal abgesehen von einem vor kurzen ausgewechselten Gitarristen, kennt Ihr Euch alle seit Jahren, habt schon in anderen Bands zusammen gespielt und mit den Bickles am Schlagzeug bzw. an der Gitarre habt Ihr sogar ein Brüderpaar in der Band, zudem lebt Ihr alle in der gleichen Stadt. Was hat eine so langjährige Bekanntschaft für Auswirkungen auf die Band?

JB: Naja, dieser familiäre Umgang hilft uns einfach unsere Musik zu schreiben und zu spielen. Nachdem wir schon so viele Jahre zusammen sind, haben wir eben einfach gelernt auf musikalischer Ebene und ohne Worte zu kommunizieren. Das erlaubt uns unsere Zähne noch etwas tiefer in unsere Musik zu versenken.

HD: Ihr seid zusammen in Lexington aufgewachsen, habt die Stadt dann aber jeder für sich und  mit verschiedenen Zielen verlassen, seit aber nach ein paar Jahren doch wieder alle in der gleichen Stadt gelandet. Glaubst Du, dass der Ort an dem Ihr Eure Musik schreibt eine besondere Auswirkung auf ihren Sound hat? Wären Baroness also eine andere Band, wenn Ihr beispielsweise in Europa leben würdet?

JB: Auf jeden Fall, besonders durch Savannah hier. Es gibt so viele Teile in unserem Sound, die untrennbar mit der Stadt verbunden sind. Es gibt da einen bestimmten Vibe oder eine Feinfühligkeit mancher Städte, die die dort kreierte Kunst ganz ohne Frage beeinflusst.

HD: Ich hab gelesen, dass Ihr nach der Veröffentlichung der ersten EPs diese live ohne Unterbrechung gespielt habt. Ist das heute immer noch der Fall bei einem Konzert, also keine Ansagen und „Let The Music Do The Talking“?

JB: Naja es ist ohnehin so, dass wir auf musikalischer Ebene besser kommunizieren als auf verbaler. Es gab da eigentlich schon immer diese Art Übereinkunft bei Baroness. Bei uns steht immer die Performance und die Musik im Mittelpunkt und wir sind einfach besser, wenn wir nicht mit den Leuten sprechen. Später, unter vier Augen, ist das dann eine ganz andere Sache, aber auf der Bühne gibt es nichts zu vermitteln, das wir nicht mit unseren Händen und Instrumenten ausdrücken könnten.

HD: Wo wir gerade beim Thema Shows sind, wie stehen denn die Dinge in Sachen Europatour?

JB: Im Moment sieht es gerade so aus, als ob wir im Januar oder Februar 2008 rüber kommen werden.

HD: Ich glaube Ihr habt ja früher schon in Deutschland gespielt, wie waren denn damals so Eure ersten Eindrücke?

JB: Wir fandens richtig cool in Deutschland! Das Land ist wunderschön, die Leute unglaublich und das Essen, das wir hatten, war echt herausragend. Wir freuen uns also richtig darauf wiederzukommen!

HD: Nachdem die ersten beiden EPs ja quasi durchnummeriert waren, hätten wohl machen auf “Three” als Titel Eures Debuts gewettet. Ihr habt Euch jetzt aber wohl von der vorherrschenden Farbe des Artworks inspirieren lassen. Ist das also jetzt der Beginn der „Farb-Ära“? Gehts also dann mit dem blauen, gelben und grünen Album weiter oder willst Du da erst mal nicht zu viel vorwegnehmen?

JB: Ich denke wir wartens einfach mal ab.

HD: In einer Menge Reviews zum neuen Album fällt irgendwann der Name Mastodon. Langweilt Euch das oder geht das im Fall von Mastodon schon klar?

JB: Ich verstehe es, wenn Vergleiche herangezogen werden um den Lesern eine Art Anhaltspunkt zu geben. Das kann ihnen ja auch den Zugriff auf etwas ermöglichen, das ihnen sonst verborgen geblieben wäre. Wenns dann darum geht auf besondere Bands einzugehen: wir wurden von so vielen verschiedenartigen Quellen beeinflusst, dass es mir unmöglich ist, das auf eine zu limitieren.

HD: Nachdem Ihr auch schon die ersten EPs mit Phillip Cope von Kylesa aufgenommen habt, seid Ihr auch fürs Album wieder mit ihm im Studio gewesen. Habt Ihr über einen Produzentenwechsel für Euer Albumdebut bei Relapse nachgedacht, oder war das nie eine Option?

JB: Das war nie ein Thema. Phillip war von Anfang an dabei.

HD: Mal ganz abgesehen von Baroness bist Du ja mittlerweile auch als Künstler recht bekannt und hast schon für diverse Bands das (Cover-)Artwork übernommen. In den letzten Monaten war es schon fast unmöglich an Deinen Arbeiten vorbeizukommen, weil in kurzer Zeit gleich mehrere Alben mit Deiner „Handschrift“ auf den Markt kamen, beispielsweise Darkest Hour, Pig Destroyer und Euer Debut. Einen derart unverwechselbaren Stil haben nur wenige Künstler, hat es lange gedauert diesen zu finden?

JB: Gar nicht. Es war viel mehr ein Problem damit dann einen Fuß in die Tür zu bekommen. Mittlerweile sinds aber in der Tat ein paar feine Arbeiten für ne Menge cooler Bands geworden.

HD: Einige Elemente wie etwa Blumen, Frauen, Insekten und (völlig Metal-untypische) Schädel finden sich immer wieder bei Dir. Entstehen die Werke am Rechner oder womit arbeitest Du?

JB: Ich verwende eigentlich ganz hergebrachte, traditionelle Mittel. Stifte, Tusche, Wasserfarben usw. Den Computer nutze ich dann nur fürs Layout.

HD: Gibts anderer Künstler, die Du empfehlen würdest?

JB: Oh, da könnte ich stundelang Namen nennen, jetzt müssen aber mal die folgenden reichen: Roger Dean, Tom Denney, Jeremy Clark, Santos und Arik Roper.

HD: Gibts eine Band, für die Du gerne mal arbeiten würdest?

JB: Eine ganze Menge, aber ich nenne da ungern Namen.

HD: So John, danke dafür, dass Du Dir Zeit fürs Interview genommen hast. Ich freu mich schon auf die Tour und vielleicht sieht man sich da dann ja!

JB: Gern geschehen – und sorry für die knappen Antworten, wir sind grade auf Tour und haben einen total vollgepackten Zeitplan!

Thomas Jentsch

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