. .
  • Darkest Hour

    Bilder/slide/darkestHour2014_slide.jpg

    Mit ihrem selbstbetitelten Album gehen Darkest Hour neue musikalische Wege. Die Scheibe ist sicherlich eine der interessantesten der ... more

    Darkest Hour
  • Mantar

    Bilder/slide/mantar_slide.jpg

    Mantar sind das erste deutsche Signing von Svart Records. Ihr Debüt „Death By Burning“ ist in der Szene eingeschlagen ... more

    Mantar
  • Beastmilk

    Bilder/slide/beastmilkslide.jpg

    Mit ihrem Album „Climax“ haben die Finnen von Beastmilk eine echte Überraschung vorgelegt. Von null auf wow sozusagen. ... more

    Beastmilk
  • Sahg

    Bilder/slide/sahg_slide.jpg

    Die Norweger von Sahg haben mit ihrem vierten Album “Delusions Of Grandeur” ein rundum starkes Werk in Sachen Prog-Metal ... more

    Sahg
  • Dave Hause

    Bilder/slide/DaveHauseSlide.jpg

    Dave Hause Dave Hause ist derzeit in aller Munde. Der Ex-Frontmann von The Loved Ones hat sich in den letzten ... more

    Dave Hause

 

God Dethroned haben mit ihrem neuen Album „Passiondale“ wieder einen musikalisch Schritt zurück zu ihren Wurzeln gemacht. Dabei klingt das Album dennoch topmodern und ist ein echtes Highlight in Sachen Death Metal geworden. Auch das lyrische Konzept der Platte ist sehr interessant. Ich führte folgendes Email-Interview mit Mastermind Henri.

Euer letztes Album erschien 2006. Warum habt ihr so lange gebraucht um ein neues Album herauszubringen?

„Toxic Touch“ wurde im Oktober 2006 veröffentlicht, das neue Album „Passiondale“ im April 2009, was ein bisschen mehr als 2 Jahre sind. Normalerweise brauchen wir ungefähr eineinhalb Jahre für ein neues Album, wir sind also nicht allzu viel drüber. Ich musste mir aufgrund familiärer Probleme eine Auszeit nehmen. Das hat mich für eine Weile vom Musikmachen abgehalten. Aber immerhin habe ich es geschafft, dass sich das Warten auf das neue Album gelohnt hat, haha.

Wie würdest du das neue Album charakterisieren?

Als ein schnelles, brutales Album mit epischen Melodien und Atmosphären. Wir sind zurück zu unseren Wurzeln gegangen. Das neue Album hätte auch der Nachfolger von Bloody Blasphemy sein können was Songwriting und Atmosphäre angeht.

Die neuen Songs sind sehr abwechslungsreich. War das euer erklärtes Ziel als ihr die Platte geschrieben habt?

Ich mag Abwechslung auf einem Album. Ich mag keine Platten, auf denen alle Songs gleich klingen. Deshalb wird man auf Alben von God Dethroned immer viel Abwechslung finden.

Was hat dich beim Schreiben beeinflusst?

Die Geschichten aus dem ersten Weltkrieg. Darum ist es ein Konzeptalbum geworden.

Die neuen Songs klingen sehr frisch und energisch, auf der anderen Seite aber auch sehr ausgereift. Wie ist euch das gelungen?

Ich denke, das erklärt vielleicht auch warum es etwas länger gedauert hat, haha. Ich hatte einfach viel Energie und hab mich sehr auf die neuen Songs konzentriert als ich sie geschrieben habe. Die Rückmeldungen, die ich auf das Album bekomme, sind insgesamt sehr gut, also muss uns hier tatsächlich ein gutes Album gelungen sein.

Was war in der Produktion anders als bei früheren Alben?

Nichts, außer dass wir sehr viel Zeit mit dem Mix und dem Mastering verbracht haben. Die Aufnahmen liefen schnell und glatt ab. Ich habe nur drei Tage für die Rhythmusgitarren gebraucht. Wir haben dann aber ungefähr zwei Monate auf den Mix und das Mastering verwendet um das Resultat möglichst heavy klingen zu lassen.

Der Titel “Passiondale” bezieht sich auf ein Schlachtfeld im ersten Weltkrieg. Was hat dich dazu inspiriert, ein ganzes Album über den ersten Weltkrieg zu schreiben?

Ich habe irgendwann angefangen mich sehr dafür zu interessieren. Das war während den Jahren, als ich unseren früheren Gitarristen Isaac Delahaye besucht habe. Er lebt in einer Stadt namens Ypres in Belgien. Der Großteil der Schlachten des ersten Weltkriegs fanden dort statt. Ich habe also angefangen in der Geschichte der Stadt zu graben und beschlossen, ein Konzeptalbum darüber zu schreiben. Die Armeen waren in den Schützengräben um das Dorf  Passchendaele vier Jahre lang festgesetzt. Es war ein kranker Krieg und ich habe versucht so objektiv wie möglich darüber zu berichten. Die Engländer konnten den Namen Passchendaele nicht aussprechen, also haben sie den Ort Passiondale genannt. 

Wie sind die Texte zum neuen Album entstanden? War es schwieriger darüber zu schreiben als sonst?

Ich habe damit angefangen, Nachforschungen über den Krieg anzustellen. Dann habe ich damit begonnen zu schreiben. Am Anfang war es schwierig weil ich nicht wusste wo ich anfangen sollte. Aber nachdem ich ein paar Songs fertig hatte wurde es immer einfacher. Viel später habe ich festgestellt, dass es eine recht einzigartige Sache ist, da noch nie eine Band ein ganzes Album über den ersten Weltkrieg geschrieben hat.

Möchtest du eine bestimmte Botschaft rüberbringen?

Nein, wir predigen nie auf unseren Alben. Die Songs wurden aus einem neutralen Standpunkt geschrieben. Aber die Platte ist definitiv ein Anti-Kriegs-Album.

Du bist das einzig verbliebene Originalmitglied von God Dethroned. Wie hat sich die Band über die Jahre verändert?

Die Band hat sich nicht wirklich verändert, da ich schon immer den größten Teil der Songs geschrieben habe. Nur die Menschen haben sich über die Jahre geändert. Wenn Leute das Interesse an der Band verloren haben oder eine neue Herausforderung brauchen, halte ich niemanden auf. Es bringt nichts, jemanden in der Band zu halten, es funktioniert sowieso nicht. Da ist es besser, frisches Blut in die Band zu bringen. Das hält die Sache sehr viel interessanter.

Wie sehen eure Tourpläne aus?

Wir werden Ende Juni auf dem Balkan touren. Wir werden genau 95 Jahre nach dem Attentat auf Franz Ferdinand von Österreich, was der Auslöser für den ersten Weltkrieg war, in Sarajevo spielen. Im September gehen wir auf Tour in Südamerika, dann nach Mexico und Nordamerika. Wenn wir wieder zurück kommen wollen wir eine volle Europatour machen.

Hast du noch letzte Worte?

Vielen Dank für das Interview.

Rolf Gehring

Dieser Artikel wurde 366 mal gelesen

Review: The Toxic Touch, 2006 (rg)
Review: Passiondale, 2009 (rg)
Review: Under The Sign Of The Iron Cross, 2010 (rg)