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Heirs ist eine australische Band, die in Victoria beheimatet ist und mit ihrem Debütalbum „Alchera“ ein recht unkonventionelles Werk präsentiert hat. Unmittelbar vor ihrer Japantour erklärten sich Damian (Gitarre) und Brent (Schlagzeug) dazu bereit, ein bisschen über das Album und ihre Geschichte, aber auch über Abhängigkeit, die Musikindustrie und einiges mehr zu plaudern.

Damian, Heirs begann als Dein Soloprojekt. Was war die treibende Kraft hinter der Gründung dieses Projekts?

Damian: Ich habe mehr als ein ganzes Jahrzehnt in Bands gespielt und dabei immer auf eine demokratische Weise gearbeitet, was bedeutet, dass man immer ein bestimmtes Maß an Kompromissen eingehen muss wenn man mit anderen Leuten zusammenspielt. Heirs war für mich die erste Situation, in der ich die vollständige Kontrolle über jeden Aspekt des Endprodukts hatte. Das war irgendwie auch ein musikalischer Test für mich selbst. Meine Idee dahinter war, vereinfachte Riffs zu schaffen, die mehr eine gewisse Stimmung hervorrufen sollen, als einen Sound zum Zuhören darzustellen.

Was ist die Geschichte hinter dem Bandnamen Heirs?

Damian: Zu der Zeit als ich Heirs ins Leben rief, fühlte ich, dass Musik ein wenig überflüssig geworden war, zumindest was die neue Herangehensweise ans Komponieren betrifft. Ich habe über Jahre hinweg ein Label betrieben und immer wieder Bandbiografien erhalten, die die absolute Eigenständigkeit der jeweiligen Gruppe betonten. Wenn ich dann aber die Musik hörte, war ich in der Lage, sie mit Leichtigkeit in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Es schien mir so, als würden sich die Leute selbst verschaukeln und wären völlig unehrlich. Meine Idee hinter dem Namen Heirs war eine Reaktion auf die Unfähigkeit mancher Bands, ihre Einflüsse zu erkennen. Der Name steht für die ehrliche Einstellung, musikalische Ideen zu „jagen“ und zu „sammeln“.

Was veranlasste Dich, Heirs auf das nächste Level zu heben und eine ‚richtige’ Band mit mehr als einem Mitglied zu werden?

Damian: Wenn man bedenkt, dass viel der Musik, die ich höre, von „Solokünstlern“ wie Jean Michel Jarre, Leviathan, Thrones etc. gemacht wird, fühle ich, dass Heirs mit einem Mitglied genau so „echt“ ist wie mit zehntausend Leuten.

Die Stücke auf Eurem Debütalbum “Alchera” vereinen in sich starke Kontraste, wie Gewalt und Schönheit, heftige und ruhige Momente, etc. Was treibt Euch an, all diese Gegensätze zusammenzubringen?

Damian: Im Laufe der Jahre habe ich viele Bands gesehen, die sich an ein bestimmtes Rezept halten, und mich persönlich langweilt es zu Tode, über einen langen Zeitraum hinweg den gleichen musikalischen Stil zu verfolgen. Eine der Hauptgedanken hinter Heirs ist es, einen Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit zu schaffen. Der Baphomet von Elphias Levi (ein Dämon, kreiert vom französischen Okkultisten Elphias Levi – Anm.d.R.) war für mich dabei eine Inspiration – in Bezug auf alles Gegensätzliche und das Gleichgewicht im Leben.

Spiegelt Eure extreme Musik Eure Persönlichkeiten wider?

Damian: Ich denke, wenn unsere Musik nicht unsere Persönlichkeiten widerspiegeln würde, wären wir einfach nur eine weitere Band mit niederen Motiven, die leicht in eine Schublade gesteckt werden kann. Jede ehrlich gemeinte, künstlerische Arbeit ist eine Reflektion des Künstlers.

Warum habt Ihr Euch entschieden, Songs komplett ohne Gesangsbeteiligung zu schreiben?

Damian: Es war nicht unbedingt eine Entscheidung. Wir spielten durchaus mit der Idee Gesang hinzuzufügen, aber wir fanden, das würde von der Aussage ablenken, die wir zu vermitteln versuchen.

Wie schreibt Ihr eigentlich Eure Musik? Waren die Songs fertig, bevor die anderen Leute zur Band stießen, oder entstanden sie in Teamwork?

Damian: Wenn man die Demo-CD mit „Alchera“ vergleicht, kann man die Einflüsse der anderen Musiker und auch ihre Beiträge zum Album deutlich heraushören. Die Zusammenarbeit der Band bei der Entstehung von „Alchera“ funktionierte also bestens.

Der Name „Alchera” ist soviel ich weiß ein alter Ausdruck der australischen Ureinwohner. Was bedeutet dieser Titel?

Brent: Das Wort Alchera bedeutet „Traumzeit”. Das war nach dem Glauben der Aborigines ein Zustand unbewussten Träumens, während dem die Welt erschaffen wurde. Wir versuchten ein Album zu machen, welches den Hörer in einen tranceähnlichen Zustand versetzt. Wir wollten die Grenzen zwischen „wach sein“ und „schlafend“ verwischen, sodass die Zuhörer vielleicht Dinge heraushören, die gar nicht da sind, und so ihre eigenen Visionen zu diesem Erlebnis beisteuern.

Brent, in welchem Bezug steht der Titel zu dem Artwork, das Du entworfen hast?

Brent: Das Artwork ist eine weitergehende Erforschung eines halluzinogenen Erlebnisses – das Schreckgespenst der Sucht, ein Geist der einen heimsucht. Die Schaffung dieses Albums war eine reinigende Erfahrung für uns alle, aber Abhängigkeit ist etwas, das dich für immer verfolgt und nur darauf wartet, dass du schwach wirst. Die Tatsache, dass gewisse Mitglieder dazu in der Lage waren, dieses Album zu „kreieren“ und das, was es aussagt zu solch einer Zeit, das war unser „Alchera“.

Würdest Du sagen, dass eine Platte völlig ohne Texte nach einem eher anspruchsvolleren Artwork verlangt?

Brent: Ich hatte eine ziemlich gefestigte Vorstellung wie das Artwork des Albums aussehen würde, noch bevor es aufgenommen war. Die Coverfotos wurden letztes Jahr in einem Tempel und auf einem Friedhof in Japan aufgenommen und die Bilder im Inneren sind aus einem Schlachthaus in Melbourne. Weil es meine Musik ist, ist es viel leichter das Design dazu zu entwerfen, eben weil man ein Teil der Musik ist. Ich denke es ist immer besser ein Layout für instrumentelle Musik zu entwerfen, weil man deutlicher veranschaulichen kann, was die Musik in einem selbst hervorruft, als es in Bezug zum textlichen Inhalt zu setzen.

Eure Musik und auch Eure Biografie deuten an, dass Ihr eine eher kritische Einstellung gegenüber der Musikindustrie habt. Kannst Du erklären wie diese Einstellung aussieht?

Damian: Obwohl Heirs ein relativ neues Projekt zu sein scheint, sind wir alle schon seit etlichen Jahren in viele Aspekte der Musikindustrie involviert. Wir haben die besten und die schlimmsten Seiten der Industrie gesehen und wissen, wie man die üblichen/unüblichen Falltüren vermeiden kann, die einen sehr schlechten Einfluss auf die Langlebigkeit einer Band haben können.

Ihr seid kurz davor Eure Japantour zu starten. Was sind Eure Erwartungen an diesen Trip?

Damian: Wir haben sehr hohe Erwartungen an die Tour, weil wir alle schon in Japan waren und die Schönheit des Landes und seiner Einwohner erlebt haben. Besucherzahlen und Popularität stehen in keiner Beziehung zu unseren Erfolgserwartungen an die Tour.

Auf Eurer Myspace-Seite sucht Ihr immer noch Hilfe bei Konzerten für Eure anschließende Europatour. Wie schwer ist es im Allgemeinen für eine Band wie Euch Konzerttermine zu bekommen?

Damian: Ohne die Hilfe, die wir von Timo und Thomas von Denovali Records erhalten haben, würden wir überhaupt nicht durch Europa touren können. Gelegentlich haben wir uns selbst um Shows gekümmert, aber die enormen Ausmaße der Tour sind ein klarer Beweis dafür, wie hart das Label arbeitet, und wir sind für diese harte Arbeit aufrichtig dankbar.

Habt Ihr danach schon irgendwelche Pläne?

Damian: Wir werden eine längere Auszeit vom Touren nehmen, um uns auf das Schreiben unseres nächsten Albums  konzentrieren zu können. Anschließend schauen wir, ob wir nicht durch ein paar Regionen dieser Erde touren, in denen wir noch nicht waren. Natürlich wollen wir auch Länder und Leute besuchen, denen wir uns verbunden fühlen.

Letzte Worte…?

Damian: Vielen Dank für das interview und Dankeschön an Magnus von Creative Eclipse für all seine harte Arbeit.

 

Chris Jennert

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