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Arma Gathas heißt das neue Betätigungsfeld von ex-Cataract Gitarrist Simon und ex-Born From Pain Shouter Che. Ihr Debütalbum „Dead To This World“ ist nicht von schlechten Eltern. Ich knöpfte mir Simon vor um mir ein paar Fragen beantworten zu lassen.

Wie kam die Idee zustande die Band zu gründen?

'Ne andere Band zu gründen stand bei mir schon ca. im Herbst 2006 fest, dass es Arma Gathas in der Form sein wird, aber erst seit ca. März 2009. Vorher war es mehr eine Suche nach den richtigen Leuten, jammen mit verschiedenen Personen und Songs schreiben. Ich wusste noch gar nicht, in welcher Tonart ich die Songs spielen wollte oder wie sie zu klingen haben, etc. Es war also mehr ein Projekt. Arma Gathas war eigentlich weniger eine Idee, sondern ein Plan. Es war wie eine Fügung. Da haben sich 5 Leute auf'm selben Niveau gefunden und setzen jetzt Visionen um.

Wie haben sich die Mitglieder zusammengefunden?

Ich habe Anfang letztes Jahres mal Demo-Songs an Che geschickt, nach zig Anläufen mit anderen Sängern und Musikern. Er ist ein Freund und ich bewundere ihn seit Jahren. Er ist ein super Typ und ein fantastischer Sänger! Etwa 2 Wochen später hat er mich kontaktiert und gesagt, er würde das gerne machen. Dann hat er Max ins Spiel gebracht von damals ex-Disloyal, den er schon länger kannte, und ich meinen alten Freund Marc. Anfang März stand die Band bis auf den Bassisten. Da hat es 3 Anläufe gebraucht. Anfang dieses Jahres haben wir dann in Alex den richtigen gefunden.

Gab es bei der Bandgründung bereits eine Vision wie die Band klingen sollte?

Ja, Che und ich hatten eine genaue Vorstellung wie das Konzept auszusehen hat. Wir beide hatten immer so eine ganzheitliche Vision, nur konnten wir das nie so richtig umsetzen in unseren alten Bands. Jetzt war die Zeit gekommen. Interessant war, dass sich die Songs in der Band zusammen musikalisch enorm entwickelt haben. Von der Vision zur Wirklichkeit mit wirklich ganz tollen Musikern zusammen. Das Konzept für die Lyrics und das Artwork ebenfalls. Somit wurde aus der fixen Idee von Che und mir ein Teamwork. Das war eine fantastische Entwicklung. Ich bin noch nie so stolz und glücklich gewesen wie jetzt. Schlussendlich klingt die Band genauso wie wir das wollen und es sich für uns gut anfühlt. Ehrlich und direkt.

Bei Arma Gathas ist zwar die Handschrift von Dir und Che zu hören, die Band ist aber mehr als ein Mix aus Cataract und Born From Pain. War es ein erklärtes Ziel von euch nicht so zu klingen?

Danke. Das nehme ich als Kompliment. Das gibt’s viel zu oft, dass "Nachfolge-Bands" sich nach den Vorgänger-Bands anhören. Einfach, weil das Erfolg brachte. Uns war es wichtig, anders zu klingen, anders zu sein ohne unsere Wurzeln zu verneinen. Wir wollten einen Schritt weiter gehen und Sachen machen, die wir noch nie gemacht hatten, wie z.B. fast in jedem Song Soli oder 3 Instrumentales auf einer Platte. Wir wollen Arma Gathas so offen wie möglich halten für alles, was nachher kommt. Keine Grenzen. Egal, ob wir nachher ein Pop-Album schreiben oder sonstwas. In dieser Art von Musik, die wir machen und lieben, sind die Grenzen eng gesteckt, aber sich darin weiterzuentwickeln war uns wichtig. Dass Arma Gathas so klingen, wie sie klingen war komplett beabsichtig und wir klingen auch live so.

Was hat euch beim Songwriting inspiriert?

Bücher, Filme, die Realität und wir uns selbst. Musik praktisch keine. Wir hören keine Musik, wenn wir Songs machen. Das irritiert zu sehr und bringt die falschen Einflüsse mit sich. Wir wollen einfach wir selbst sein beim Songschreiben, egal ob´s gefällt oder nicht. Wir machen das für uns, darum sind wir selbst auch der größte Einfluss.

Habt ihr euch unter Druck gesetzt gefühlt aufgrund der Erwartungen die von außerhalb an euch gestellt wurden?

Nein, diese Erwartungshaltung haben ALLE außer uns. Uns schert das überhaupt nicht. Wir haben unserer Meinung nach das beste Album gemacht und lieben es. Genauso wollen wir weitermachen. Was andere denken und schreiben ist schön und recht, aber interessiert uns nicht wirklich. Wir gehen unseren Weg. Haha, das Label interessiert das wohl eher und all die "Journalisten" und "Kenner" da draußen. Gut, haben wir allen Futter gegeben.

Was bedeutet der Bandname?

Arma heißt so viel wie Rüstung, geschützt. Gatha(s) sind Gesänge oder Hymnen. Somit ein perfekter Name für uns. Sehr neutral und brutal, hat Inhalt und ist nicht banal.

Wovon handeln die Texte?

Das ist ein Konzept-Album. Die Texte sind als eine lange Geschichte verfasst, mit 13 Facetten der Menschheit. Da werden Themen aufgegriffen wie Überbevölkerung, Massenmord, Gott/Satan, Zukunft, die Finanzkrise und persönliche Themen. Che hat ganze Arbeit geleistet! Es ist uns wichtig, realistisch zu sein. Direkt und ehrlich. Düster, so wie die Welt im Moment ist.

Was sind eure Ziele mit der Band?

Spaß haben, Kunst schaffen, die in irgendeiner Form Relevanz hat und trotzdem weiterhin vielen Menschen außer uns glückliche Momente bescheren. Zu Diskussionen anregen – und das wichtigste: wir selbst sein. Es geht nicht darum, wohin man geht, sondern um den Weg dorthin. Wir haben bis jetzt soviel Spaß auf dem Weg, dass es noch einiges von uns zu hören geben wird.

Wenn ich mich recht erinnere, stieg Che damals bei Born From Pain aus weil ihm das Leben auf Tour zuviel wurde und auch du hast mit deiner Stellung bei Metal Blade sicher alle Hände voll zu tun. Wie habt ihr vor das mit der Band in Einklang zu bringen? Werdet ihr touren?

Ob das die wahren Gründe sind, bleibt für immer Spekulation. Wir machen, worauf wir Bock haben. Coole Shows haben wir schon und weitere werden folgen. Auf Tour gehen macht nur dann Sinn, wenn es mit einer großen Band ist. Da wir mitten in Europa leben, kann man an jedem Wochenende alles bequem erreichen.  Spielen und Spaß haben ist die Devise. Wir müssen nichts und sind da mit uns und unserer Umwelt im Einklang.

Als bekannt wurde, dass Arma Gathas bei Metal Blade unter Vertrag stehen gab es die eine oder andere kritische Bemerkung aus der Szene, die euch durch deine Stellung beim Label Vetternwirtschaft vorwirft. Was sagst du zu diesen Vorwürfen?

Mir persönlich ging und geht das ehrlich gesagt am Arsch vorbei. Ich weiß, wie es ist und warum wir auf Metal Blade sind. Das hat nichts mit Vetternwirtschaft zu tun. Ich hab' ja nicht mal was mit A&R zu tun. Ich kann mich nur schon deshalb gar nicht selbst signen. Wir sind den Weg jeder Band da draußen gegangen und es war auch nicht das einzige Angebot. Wir haben uns dann für das Label entschieden, mit dem drei von uns gute Erfahrungen gemacht haben über die letzten Jahre. Ein Bonus ist, dass ich, da ich hier arbeite, ein gewisses Maß an Kontrolle darüber habe, was mit uns passiert. Wer kann sowas heute noch behaupten? Wir sind mehr DIY als 99% der Band, die sich weiß ich was schimpfen. Wir ziehen das durch und machen alles selbst. Darum rate ich allen, bevor sie das Maul aufreißen, sich besser zu erkundigen.

Was sind eure Zukunftspläne?

Spielen, CDs aufnehmen und Spaß haben. Wir haben die nächste CD schon in Angriff genommen. Über ein Dutzend Songs sind schon in Rohfassung fertig. Es macht total Spaß und das Konzept ist noch nicht zu Ende geführt. Somit bleiben noch genügend Spielwiesen und Träume offen. Die wollen wir uns noch erfüllen.

Letzte Worte?

Danke für das Interview!

Rolf Gehring

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Review: Dead To This World, 2010 (rg)