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Crowbar legten seit ihrem Album „Lifesblood For The Downtrodden“ 2005 eine längere Releasepause ein. Frontmann Kirk Windstein widmete sich seinen anderen Bands Down und Kingdom Of Sorrow. Jetzt sind die Sludge/Doom Urgesteine aber wieder mit einem neuen Album zurück. „Sever The Wicked Hand“ sollte allen Fans die Freudentränen in die Augen treiben.  Ich telefonierte mit Kirk Windstein und befragte ihn zum Album und seinem Kampf gegen Alkohol und Drogen.

Hallo Kirk, wie geht es dir?

Sehr gut. Ich bin gerade mit Pat dabei, neues Material für Crowbar zu schreiben.

Tatsächlich? dabei ist euer neues Album gerade erst erschienen.

Ja, es geht direkt weiter.

Du glaubst also, dass euer nächstes Album dieses Mal schneller erscheinen wird?

Ja, höchstwahrscheinlich. Wir sind schon daran, neues Material zu schreiben. Ich will versuchen, nun Crowbar, Down und Kingdom Of Sorrow alle zur selben Zeit zu betreiben und gleich zu behandeln. Es soll keine langen Pausen mehr dazwischen geben, in denen ich mich jeweils nur auf eine Band konzentrieren kann.

Das neue Crowbar Album „Sever The Wicked Hand“ hat ja gute sechs Jahr gebraucht bis es fertig war. Natürlich warst du mit deinen anderen Bands beschäftigt, dennoch ist es eine recht lange Zeit.

„Downtrodden“ kam im Februar 2005 raus und wir waren dann in England mit Hatebreed  und in den Staaten mit COC auf Tour. Danach wollten wir eigentlich noch mehr touren, aber da hat uns der Hurrikan Katrina einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das hat uns für eine ganze Weile zu schaffen gemacht. 2006 waren wir dann wieder in England auf Tour und ab dann wurde mein Leben im Prinzip von Down geprägt. Von März 2006 bis August 2010 war Down die Priorität. Natürlich habe ich zwischendurch etwas geschrieben und wir haben hier und da eine Show gemacht. Down war alles. Wenn wir eine Pause hatten, verbrachte ich die mit meiner Familie, arbeitete am Haus und versuchte, ein normaler Kerl zu sein. Dann ging es sofort wieder in den Proberaum und auf Tour mit Down. Es scheint zwar eine lange Zeit vergangen zu sein, ich war aber permanent unter Strom. Nicht zu erwähnen, dass wir nebenbei noch zwei Alben mit Kingdom Of Sorrow gemacht haben. Es war zwar eine Pause für Crowbar, aber nicht für mich persönlich. Es war aber sehr wichtig, die Grundlagen für Down zu legen. Es war wichtig, nach Europa zu kommen und den Leuten klarzumachen, dass Down nicht nur eine einmalige Sache war, sondern dass wir eine echte Band sind und weiterhin Alben machen werden.  Für mich verging die Zeit wie im Flug. Im letzten Jahr hatte ich dann eine persönliche Pause und die verwendete ich darauf, Songs für Crowbar zu schreiben.

Hast du Crowbar während der Zeit vermisst?

Ja, absolut. Ich liebe alle meine Bands, aber Crowbar ist mein Baby. Jimmy Bower und ich haben damals die Band gegründet. Er hat die Band dann wegen Eyehategod verlassen und auch alle anderen Mitglieder sind gegangen. Ich bin als einziger übrig geblieben. Es gab Zeiten, da bestand Crowbar tatsächlich nur aus mir. 2004 habe ich dann Pat und Tommy gefragt ob sie nicht mitspielen wollen und wir gingen auf Tour. Jetzt sind sie auch schon über sechs Jahre in der Band. Ich habe Crowbar sehr vermisst, es ist einfach mein Baby. Es geht mir dabei nicht einmal um die absolute Kontrolle, aber hier habe ich 100%ig künstlerische Freiheit all meine Ideen zu verwirklichen. Die anderen haben auch Ideen die sie einbringen und das ist auch gut so, denn das belebt den kreativen Prozess. Außerdem bin ich bei Crowbar der alleinige Texter und Sänger. Obwohl ich bei Kingdom Of Sorrow auch einige Gesangsparts habe, schreibt Jamey Jasta alle Texte und gibt die Richtung vor. Bei Down habe ich überhaupt keinen Anteil am Gesang. Bei Crowbar haben ich hier sehr viel mehr Verantwortung. Es ist eine andere Art der Liebe. Crowbar ist wie mein Kind.

Genießt du es bei den anderen Bands auch, eben nicht der eine zu sein, der für alles verantwortlich ist?

Ja, das ist natürlich oft auch eine Erleichterung. Ich bin aber sehr froh diese drei Bands zu haben die alle etwas anders funktionieren. Es ist großartig mit Phil, Jim, Pepper und Rex zu arbeiten. Wir arbeiten zusammen und natürlich kracht es da auch mal zwischen uns. Wir sind fünf Typen, die alle gute Songwriter sind, natürlich findet jeder immer seine Riffs am besten. Es ist eine völlig andere Erfahrung, aber es ist natürlich absolut großartig. Man wird selbst so viel besser wenn man mit anderen talentierten Musikern zusammenarbeitet. Mit den Jungs bei Down zu arbeiten regt mich selbst immer wieder zu neuen Ideen an. Das gleiche gilt für Kingdom Of Sorrow und Jamey. Er hat einen völlig anderen Background als ich, all dieses Hardcore Zeug. Er bringt sehr viele Ideen, die er mir zeigt und ich spiele damit herum. So schreiben wir innerhalb von fünf Minuten starke Songs. Ich schätze es sehr, in drei so unterschiedlichen Bands spielen zu können. Bei Crowbar habe ich die völlige Freiheit und kann bei den anderen beiden Bands trotzdem mit anderen großartigen Musikern zusammenarbeiten.

Haben sich die neuen Crowbar Songs über die letzten sechs Jahre entwickelt oder hast du sie erst kürzlich geschrieben?

Viele sind schon 2005 entstanden, noch bevor überhaupt klar war, dass wir Down wiederbeleben. Der Hurrikan war vorbei und wir waren dabei, unser Leben wieder aufzubauen. Während dieser Zeit hatte ich einige Ideen, die ich im letzten Jahr wieder aufgegriffen habe um die Songs noch fertig zu stellen bevor wir ins Studio gingen. Es hat ganz gut funktioniert.

Hatte euer neuer Gitarrist Matt schon einen Einfluss auf die Songs?

Er hat ein Riff zu „Liquid Sky And Cold Black Earth“ beigetragen und auch darüber hinaus immer wieder etwas eingebracht. Er ist zwar ein guter Gitarrist, allerdings noch nicht sehr erfahren als Songwriter. Er ist um einiges jünger als der Rest von uns und noch sehr viel rauer. Früher habe ich alles alleine geschrieben, aber unser Bassist Pat entwickelt sich immer mehr zu meinem Partner beim Songwriting. Er hat schon viel zum neuen Album beigetragen und wir sind wie schon gesagt weiter dran, zusammen Songs zu schreiben. Es war nie vorgesehen, dass ich immer alles für Crowbar schreibe. Es war meistens so weil niemand anderes etwas geschrieben hat. Ich war aber schon immer offen für Beiträge der anderen. Am Anfang hat Jimmy sehr viele Ideen beigetragen, die auf „Obedience Thru Suffering“ gelandet sind. Die anderen Jungs haben alle eine Stimme in der Band. Ich bin kein Kontrollfreak. Ich sehe die Band nicht als allein meine. Ich mag es sehr, Ideen von anderen aufzugreifen und etwas Gemeinschaftliches zu erschaffen. Es ist viel Verantwortung alles allein zu machen und braucht auch viel Zeit. Mit anderen geht es oft viel schneller weil man sich gegenseitig hoch schaukelt. Oft ist es so, dass jemand eine gute Idee hat, die ich zwar so nicht schreiben würde, aber an sich eine gute Idee ist, dann versuche ich sie aufzunehmen und sie in meinem Stil wiederzugeben.

Wie entscheidest du, für welche deiner Bands du eine Songidee verwenden wirst?

Meistens ist es so, dass wenn ich mich daran mache Riffs zu schreiben, ich bereits im Vorfeld eine der Bands im Hinterkopf habe. Ich bin dann mental  in der jeweiligen Welt der Band. Es kam aber schon vor, dass Riffs, die eigentlich für Down bestimmt waren, am Ende bei Crowbar oder Kingdom Of Sorrow gelandet sind und andersrum. In 90% der Zeit entstehen die Ideen aber für eine spezifische Band.

Was bedeutet der Titel der Platte für dich?

„Sever The Wicked Hand“ steht dafür, sich von allem Negativen im Leben zu trennen.  Für mich persönliche bedeutete es, mich meinen Alkohol und Drogen Problemen zu stellen und wieder die Kontrolle zu erlangen. Es war Zeit mein Leben zu ändern. Für mich war die böse Hand die Hand, die das Bier zum Mund geführt hatte oder das Röhren zur Ase geführt hat um das Koks zu schnupfen. Der Titel ist aber eine Metapher und kann für alles Negative stehen, dem man sich stellen muss. Wenn man in einer schlechten Beziehung steckt, die einen fertig macht, beende sie. Die Menschen haben alle möglichen Arten von Süchten die sie nicht kontrollieren können. Es geht darum, es nicht zuzulassen, dass eine Sache dein Leben kontrolliert. Jeder hat selbst die Kontrolle über sich, nicht etwas von außerhalb. Keine andere Person und keine Substanz.  Das Album handelt davon, mit sich selbst ins Reine zu kommen, alles Negative abzuschütteln und weiter in eine positive Zukunft zu gehen.

Ist dir aufgrund deiner persönlichen Krise, für die das Album steht, dieses Album wichtiger als frühere?

Das ist eine gute Frage, aber ja, du hast Recht. Das Album ist auf jeden Fall sehr viel persönlicher als alle anderen. Ich habe schon sehr oft über die Probleme mit Alkohol und Drogen gesungen. Ich und im Prinzip alle meiner Freunde haben immer wieder mit diesen Problemen gekämpft und versucht die Oberhand zu gewinnen. Die Texte zu diesem Album wurden erst geschrieben als ich aufgehört hatte zu trinken. Ich wollte einen klaren Kopf haben und mich wieder in den Zustand versetzen in dem ich als Teenager war, als ich angefangen habe Musik zu machen. Ich wollte damals Musik machen weil ich Musik liebte und nicht um mich zu betrinken und high zu sein. Musik machte mich glücklich und nahm mich mit auf eine Reise, sie machte mich zu dem was ich bin. Es war also leicht, die Entscheidung zu treffen damit aufzuhören, es wirklich zu schaffen wieder die Kontrolle zu erlangen dauerte einige Jahre. Ich sage auch dauernd, dass ich keinesfalls ein Aushängeschild dafür geworden bin, nüchtern zu sein. Ich predige nichts und ich hebe nicht den Zeigefinger. Es ist einfach eine persönliche Entscheidung. Mein Leben ist heute besser als es in den letzten 20 Jahren je war. Das fühlt sich sehr gut an. Das Album ist definitiv sehr viel persönlicher. Vor allem deswegen weil ich das durchziehe worüber ich schreibe. Anstatt so leben zu wollen wie ich es schreibe. „Fixation“ von unserem selbstbetitelten Album handelt beispielsweise auch vom Alkohol. In dem Song geht es aber nicht darum die Kontrolle darüber zu erlangen, er handelt eher davon damit zu ringen. Auf dem Album geht es darum die Kontrolle darüber zu haben. Ich will gar nicht sagen, dass ich nie wieder trinken werde, aber im Moment trinke ich nicht und ich habe zum ersten Mal seit einer langen Zeit die Kontrolle über etwas was mich schon so lange verfolgt.

Warst du dir immer darüber im Klaren, dass du ein Problem hast?

Ja, absolut. Ich hab es nie abgestritten. Ich war nie davon überzeugt, dass es ganz normal ist jeden Samstag besoffen zu sein und Koks zu ziehen oder nach jeder Show bis morgens um neun durchzuzechen. So war es nie. Ich war mir immer darüber im Klaren, dass es scheiße ist und dass ich etwas ändern muss. Es zu sagen und zu wollen ist eine Sache, es aber dann wirklich zu tun eine ganz andere. Sollte ich jemals wieder trinken, dann nur sehr vorsichtig. Weil ich eben weiß, wo es enden kann. Ich habe viele Freunde die heute trocken sind und es toll finden. Die wollen gar nicht mehr trinken.  Das ist toll. Andere Freunde, die Therapien gemacht haben, sind heute in der Lage es zu kontrollieren und auch gelegentlich zu trinken. Ich weiß noch nicht wie ich es handhaben werde. Bier war mein Hauptproblem. Es ist legal, überall erhältlich und sozial voll akzeptiert. Alles was man tut kann man mit einem Bier machen. Ihr in Deutschland wisst da ja Bescheid, schließlich ist Deutschland das Bier-Land schlechthin. In New Orleans dreht sich alles darum Spaß zu haben. Musik, Essen, Trinken, Party, Unterhaltung. Es ist also akzeptiert, dass Bier dein Problem ist. Ein Junkie der sich Heroin spritz ist hingegen nicht akzeptiert. Darum hat es so lange gedauert davon los zu kommen. Wenn ich mit meinem Auto beim Tanken bin, steht da sicherlich eine Bierwerbung herum. Man kann nirgendwo hingehen ohne mit Bier konfrontiert zu werden. Von Kokain und Heroin kommst du zwar nicht einfach runter, aber man kommt einfach davon weg. Man hängt einfach nicht mehr mit diesen Leuten herum, löscht die Nummer des Dealers und geht nicht mehr an Orte wo es Dealer gibt. Kokain aufzugeben war relativ einfach, Bier war sehr viel schwerer. Jetzt habe ich es im Griff und es fühlt sich sehr gut an.

Gab es einen bestimmten Punkt in deinem Leben an dem du beschlossen hast das Trinken aufzugeben oder war es eher ein Prozess?

Eine Mischung aus beidem. Es gab zwar einen bestimmten Moment aber es war auch ein Prozess. Ich wusste seit Jahren, dass ich damit aufhören musste. Ich war mir dessen bewusst, habe mich aber trotzdem immer wieder selbst belogen indem ich mir sagte: „Vielleicht ist es gar nicht so schlimm.“ Die Menschen um einen herum können dir immer wieder sagen, dass es schlimm ist und dass du aufhören musst. Aber eine Sucht kann man erst dann aufgeben wenn man selbst realisiert, dass es keinen anderen Weg gibt. Erst wenn man richtig die Schnauze voll hat, klappt es auch. Ich werde in zwei Monaten 46 Jahre alt. Ich habe heute einen anderen Blickwinkel auf das Leben als ich ihn als Teenager hatte. Irgendwann hat es bei mir einfach Klick gemacht.

Gibt es auf dem neuen Album einen bestimmten Song der dir besonders wichtig ist?

Eigentlich nicht. Der Grund warum ich dieses  Album so mag ist, dass es das ganzheitlichste Album ist, das Crowbar je gemacht haben. Das Album ist dazu gedacht, am Stück gehört zu werden. Vom ersten Ton des Openers bis zur letzten Note im zwölften Song. Es ist ein Werkstück. Es ist  eine therapeutische Reise durch die Probleme des Lebens. Für mich war das Schreiben der Texte wirklich sehr therapeutisch. Deshalb habe ich keinen bestimmten Lieblingssong. Als wir die Songs geschrieben haben, fanden wir einen Song geiler als den anderen. Ich habe mir das Album selbst nun schon gut einen Monat lang nicht mehr angehört. Das mache ich bewusst nicht, weil ich mir die Zeit nehmen will um es am Stück zu hören. Als ich ein Kind in den 70ern und frühen 80ern war, haben Musiker immer ganze Alben gemacht die zusammen gehörten.  Die Platten waren auf Vinyl und man musste sich die Zeit nehmen um es anzuhören. Man konnte sich von der Musik mitnehmen lassen. Diesen Effekt wollte ich wieder erreichen. Heute mit dem ganzen digitalen Zeug, MP3 und iPods tendieren die Leute dazu, sich nur einzelne Songs heraus zu picken. Sie kennen dann oft nicht einmal mehr den Titel sondern nur noch die Nummer. Man kann heute so einfach Songs verschiedener Bands durcheinander hören und sich alles so zusammen mixen wie man will. So geht diese Erfahrung ein Album am Stück zu hören immer mehr verloren. Ich höre mir die Songs gerne am Stück an.

Dennoch habt ihr ein Video eines einzelnen Songs gemacht. Ist das ein Wiederspruch?

Nein, überhaupt nicht. Natürlich können wir kein Video vom ganzen Album machen. Wir haben uns einen Song ausgesucht, den wir für repräsentativ für das Album hielten. Auf „Sever The Wicked Hand“ sind eigentlich alle Elemente enthalten, die Crowbar in der Vergangenheit ausgemacht haben. Wir wollten den Fans keinen Song geben der zu seltsam klingt, schließlich ist die Single immer der erste Kontakt mit dem neuen Album. „The Cemetary Angels“ ist einfach ein Killer Song der alle Elemente des Albums wiederspiegelt. In meinen Augen hätte es aber auch fast jeder andere Song sein können.

Würdest du „Sever The Wicked Hand“ als ein Konzeptalbum bezeichnen?

In vielerlei Hinsicht ist es eins. Ich möchte es trotzdem nicht zu so bezeichnen. Es handelt im Grunde von den Hochs und Tiefs im Leben und den Reisen des Lebens, die man immer wieder durchmacht. Es soll auch anderen zeigen, dass sie nicht die einzigen sind die Probleme haben. Das Leben ist einfach so. Ich persönlich bin kein trübseliger Trauerklos. Ich mag es, Spaß zu haben und Witze zu machen. Aber auch ich habe meine düsteren Tage und schwierigen Zeiten. Ob man jetzt Depressionen hat, es einen Todesfall gab oder man einfach nur Probleme mit der Freundin hat. Das Leben ist wie eine Achterbahn.  Davon handelt die Platte und auch insbesondere davon, mit diesen Zeiten umzugehen und weiter zu machen.

Ich fand das Album für ein Crowbar Album verhältnismäßig positiv. Kannst du das unterschreiben?

Ja, das stimmt. Das ist wirklich ein guter Punkt, den ich schon öfter gehört habe. In der Vergangenheit waren die Themen immer sehr ähnlich bei Crowbar, auch bei diesem Album. Der Unterschied und der Grund warum das Album so viel positiver erscheint, ist aber, dass ich heute nicht mehr nur darüber rede und mir Luft mache sondern darüber rede wie man Kontrolle über die Probleme erlangt. Dadurch kommt auch eine sehr viel stärkere Emotionalität rüber. Zusätzlich bin ich im Moment einfach an einem deutlich positiveren Punkt in meinem Leben.

Du hast bereits erwähnt, dass der Hurrikan Katrina euch damals hart getroffen hat.

Ja. Der Hurrikan hat die Stadt und das Leben hier für eine Weile stark geprägt. Glücklicherweise habe ich nichts direkt abbekommen. Ich habe nichts verloren und auch niemanden der mir nahe Stand hat es schwerer getroffen. Das war natürlich Glück.

Wie hast du den Hurrikan erlebt?

Ich war zuhause bei meiner Mutter, die damals krank war und leider auch ein Jahr später gestorben ist. Ich war bei ihr und in ihrem Teil der Stadt ist eigentlich so gut wie nichts passiert. Ich dachte eigentlich, der Hurrikan sei gar nicht so schlimm gewesen bis ich am nächsten Tag zu meiner Großmutter gefahren bin. In der Stadt selbst hatten wir keinen Strom und konnten deshalb erst dort die Nachrichten anschauen und erfuhren was passiert war. Meine Verwandten, die auch dort gewesen sind, dachten schon wir seien ertrunken. Wir hatten wirklich sehr viel Glück, nichts Schlimmeres abbekommen zu haben.

Wie ist es für dich auf Tour zu sein und danach nach Hause zu kommen und wieder der Familienvater zu sein?

Das geht immer schneller. Die Zeit, die ich brauche um von Sänger und Gitarrist von Crowbar auf den Familienmenschen umzuschalten, ist heute relativ kurz geworden. Wenn ich Samstagabend aus Europa zurückkomme, nehme ich mir den Sonntag zum relaxen. Ich schau dann Football oder so.  Ab Montag gehe ich dann aber schon zu meinem normalen Tagesablauf über. Ich bin dann wieder der Vater und ein normaler Typ der ein Haus hat, einkaufen geht und den Rasen mäht. Ich mache das jetzt schon so lange, dass es mir inzwischen recht leicht fällt.

Das Artwork zum Album hat Mike von Killswitch Engage gemacht. Wie kam das zustande?

Mike und die anderen Jungs bei Killswitch sind große Fans von Crowbar. Er hat mich einmal gefragt ob wir nicht ein paar Shows mit ihnen machen wollen. Selbstverständlich hatten wir Bock drauf und er hat nebenbei noch bemerkt, dass er nebenher auch noch als Graphikdesinger arbeitet und wenn wir mal ein Artwork bräuchten, auf ihn zukommen sollten. Ich habe mich daran erinnert und ihn für das Album angerufen. Ich finde das Ergebnis wirklich toll.

Es schaut sehr anders aus als eure bisherigen Artworks.

Das war auch die Idee. Ich habe ihn einfach machen lassen und wollte nicht zu viel rein reden. Es ist ein anderer Look, was ich cool finde. Für Crowbar ist das Album wie eine Wiedergeburt, es ist ein neuer Anfang. Es illustriert den Titel sehr gut.

Jamey Jasta ist im Moment euer neuer Manager. Ich hatte vor einer Weile ein Interview mit ihm zu Kingdom Of Sorrow, in dem er nicht müde wurde zu erwähnen wie geehrt er sich fühlt mit dir zu arbeiten. Wie ist die Zusammenarbeit für dich?

Es ist großartig. Jetzt, wo er uns managt haben wir eine Geschäftsbeziehung, aber wir haben natürlich auch eine Freundschaft. Wir telefonieren manchmal zehnmal am Tag. Wir treiben uns gegenseitig in den Wahnsinn. Einige unserer Telefonate sind persönlich, andere sind geschäftlich. Wir sind beide erwachsen und können Freundschaft und Geschäft ganz gut trennen. Es gibt auch nie Streit oder so.

Arbeitet Jamey anders als andere Manager es würden, weil er selbst in einer Band aktiv ist?

Wir hatten in der Vergangenheit nie ein echtes Management und ich habe im Grunde alle selbst gemacht. Jetzt, wo ich mit dem Trinken aufgehört habe und mit einem klaren Kopf an die Sache heran gehe, lerne ich so viele neue Dinge. Jamey ist ein großartiger Geschäftsmann. Er denkt und kreiert so viele Gelegenheiten das neue Album und Crowbar zu promoten. Das hat mich auch zu einem Businesssüchtigen gemacht. Ich stehe manchmal um vier Uhr morgens auf um meine Emails zu checken und bei Century Media in Deutschland anzurufen. Ich arbeite im Grunde nun in jeder freien Stunde. Jamey hat mir klargemacht wie wichtig jede Kleinigkeit sein kann. Insbesondere in dem Zustand, in dem die Musikindustrie heute ist, ist es wichtig immer am Ball zu bleiben. Das ist wohl das wichtigste was er mir beigebracht hat. Wie wichtig es ist, konzentriert zu sein und das Ganze wirklich ernst zu nehmen.

Wie lange wirst du dich nun auf Crowbar konzentrieren können bevor du dich wieder Down oder Kingdom Of Sorrow widmen musst?

Wir spielen Ende März ein paar Shows mit Down. Mein Plan ist es, alle drei Bands gleichzeitig zu betreiben. Das funktioniert auch recht gut. Ich kann heute an Crowbar Songs arbeiten, morgen zu Jimmy und Pepper gehen um zu jammen und mir gleichzeitig die neuen Ideen von Jamey anhören.  Es ist ziemlich hektisch, aber so ist mein Leben im Moment. Ich mache das jetzt schon so lange, ich glaube ich kann damit umgehen.

Hast du noch letzte Worte?

Ich möchte allen Crowbar Fans in Deutschland und überall auf der Welt danken, die uns so lange die Treue gehalten haben. Wir sind sehr glücklich mit dem neuen Album und wir hoffen, dass ihr alle es auch mögt und uns weiterhin unterstützt. Wir versuchen, bald überall auf der Welt zu touren.

Rolf Gehring

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