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Nachdem die Get Up Kids die letzten Shows ihrer vergangenen Tour abgesagt haben und ich dadurch die Gelegenheit verpasst hatte das Interview zu führen, ergriff ich selbige auf der zweiten Tour. Ich zog mich mit Sänger Matt (M) und Keyboarder James (J) zurück und befragte sie zum neuen Album, "Emo" und anderen Dingen. Die beiden erwiesen sich als echte Komiker die viele Flausen im Kopf haben und viel lieber herumalbern als ein ernsthaftes Interview zu führen. Es gab also viel zu lachen und nichtsdestotrotz ergab sich ein cooles Gespräch, das an manchen Stellen zwar etwas aus dem Ruder lief aber dennoch den einen oder anderen tieferen Einblick in die Get Up Kids ermöglichte. Viel Spaß...

Wie würdet ihr euer neues Album "On A Wire" in euren eigenen Worten beschreiben?

M: Quite Good.

J: Excellent. Es ist sehr gut gemacht und ausgeführt.

M: Das beste Album das man dieses Jahr kaufen kann. Oder jedes andere Jahr, bis wir ein neues Album machen.

M: Hey, du hast gerade einen Ring gemacht (...mit dem Rauch der Zigarette)

J: Hmm...das wollte ich gar nicht.

Wie habt ihr euch seit dem letzten Album weiter entwickelt?

M: Wir sind besser geworden.

J: Wir werden jetzt erwachsen, vielleicht. Wir haben unseren musikalischen und sexuellen Höhepunkt erreicht.

M: Ja, ab jetzt geht es Berg ab.

J: Nein, nein, erst beim nächsten Album. Das nächste wird der Meilenstein. Da werden wir dann bei "Top Of The Pops" sein. Dann wird es eine dieser Geschichten geben in der wir uns auflösen und dann wieder zusammen kommen. So kann man seine Popularität erhalten. Einmal im Jahr eine Reunion machen. Jeder von uns wird dann auch Nebenprojekte haben mit denen wir Get Up Kids Songs spielen.

M: Das könnten wir eigentlich gleich machen.

Die neuen Songs sind wesentlich ruhiger als die älteren.

J: Sie sind nicht wirklich ruhiger, sie rocken immer noch ziemlich.

M: Du wirst es nachher auf der Bühne sehen. Die Songs sind ruhiger aufgenommen als sie eigentlich sind. Das Album sollte einfach anders klingen, das ist eine ganz neue Erfahrung. Die Songs rocken Live wesentlich mehr.

J: Die Tempi der Songs sind zwar langsamer, aber schnellere Songs bedeutet nicht gleichzeitig dass sie auch heavier sind. Egal wie du unsere älteren Sachen nennen willst, Pop-Punk oder wie auch immer, die neuen Sachen sind anders.

Wie hat sich das entwickelt?

M: Wir wollten einfach nicht zweimal das gleiche machen. Unser nächstes Album wird sicherlich wieder anders klingen wie "On A Wire".

J: Wir haben schon so viele Songs die schnell sind. Wir wollten auch einfach unser Set abrunden mit langsameren Songs. Wir alle wollten als Musiker neue Dinge ausprobieren und in eine neue Richtung gehen. Wir sind alle talentiert genug um uns nicht auf eine Sache zu limitieren. Warum sollten wir das also tun?

M: Sind wir wirklich alle so talentiert wie du sagst?

J: Die meisten.

M: Ahh...OK.

J: Mit uns meinte ich eigentlich nur Matt und mich.

Ich schaue kurz in meine Unterlagen und suche die nächste Frage....

M: du wolltest uns gerade sagen wie toll wir sind...

Hmm... das seid ihr tatsächlich, aber damit werde ich euch später voll heulen.
Wie sehr haben die Erwartungen der Fans und anderer Leute euch beim Songwriting beeinflusst?

J: Es sind vielmehr wir selbst die sich gegenseitig beeinflussen. Dieses Mal hat jeder Material für das Album geschrieben. Wir sind immer mindestens vier Stunden am Tag zusammengesessen und haben an dem Material gearbeitet. Wenn wir schreiben zeigt jeder seine Ideen und wir beraten dann zusammen ob etwas gut oder schlecht ist und was man damit machen kann. Wir haben an allem zusammen gearbeitet.

M: Man kann nicht wirklich Songs für andere Leute schreiben. Du musst das tun was in dir in dem Moment richtig erscheint. Wie man die Leute später dazu bringt die Songs auch zu mögen ist eine andere Sache. Das ist eher eine Aufgabe für das Marketing und Management. Alles was wir tun, ist Songs schreiben und sie aufnehmen.

J: Wir tun noch das selbe was wir immer getan haben.

M: We didn´t give a shit then. Why should we give a shit now. (..im derbstem Ganster-Slang)

Wie haben die Fans darauf reagiert?

M: Entweder sie lieben es oder sie hassen es. Es gibt nur eine sehr kleine Grauzone dazwischen. Die Leute denken entweder, dass es eine großartige Sache ist, dass wir uns weiterentwickelt haben und heute etwas neues machen. Oder die Leute sagen "Das ist scheiße. Ich mochte deren erstes und zweites Album mehr".
Das verstehe ich aber nicht. Ein Hauptargument für jemanden es nicht zu mögen ist immer der Vorwurf, dass zu viele langsame Songs darauf sind. Das ist aber ein Haufen Scheiße, weil die Songs erstens von den Beats her gesehen gar nicht so viel langsamer sind und wir zweitens schon immer Songs dieser Art auf unseren Alben hatten. Auf "Something to write home about" sind auch nur drei echte Punk Songs.

J: Anstatt nur ein "Valentine" auf dem Album zu haben, sind auf dem neuen eben acht "Valentines". Was eigentlich gut sein sollte, da die Kids die langsamen Songs immer mochten.

M: Ich denke, dass die Leute die düsteren Songs als "langsame" missverstehen. Das ist einfach nicht der Fall.

J: Die Songs sind besser komponiert als die Alten. Wir haben viel mehr über sie nachgedacht. Ich will dich jetzt nicht mit Musiker-Geschwätz langweilen, aber beispielsweise die Fortführung der Akkorde und etliche andere Dinge sind recht kompliziertes Zeug. Es weicht stark von dieser 1-2-3-Pop-Punk-Formel ab. Wir fühlen uns heute wesentlich stärker als Songwriter. Mache Kids wollen das aber nicht, sie wollen lieber die 1-2-3-Pop-Punk-Formel. Das ist aber auch OK, jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und seinen eigenen Geschmack.

Haben Veränderungen in eurem Privatleben das Album beeinflusst? Ich weiß, dass einige von euch geheiratet haben und Matt Vater geworden ist.

M: Dein Privatleben hat eigentlich immer Einfluss auf das was du schreibst. Die Antwort ist also "Ja". Allerdings war das schon immer so und es ist deshalb nichts anderes.

J: Ich habe mir ein neues Keyboard gekauft. Das hatte eigentlich viel mehr Einfluss auf das Songwriting, denn ich hatte auf einmal tausend neue Sounds.

Wie war die Arbeit mit Scott Litt als Produzent? Er ist schließlich ein großer Produzent.

M: Er ist eigentlich ein recht kleiner Kerl.

J: Ja, und dünn. Aber er macht jeden Tag Krafttraining, vielleicht wird er mal größer.

M: Es war eigentlich ganz cool. Wir haben uns in einem Haus in Conneticet aufgehalten und uns nur auf das Album konzentriert.

Aber gab es Unterschiede in der Arbeitsweise?

M: Wir haben noch nie zuvor mit einem Produzenten gearbeitet. Das war natürlich ein Unterschied.

J: Wir können das erst beim nächsten Album vergleichen.

M: In ein paar Jahren werden wir eine bessere Antwort für dich haben.

Warum habt ihr denn so lange für das Album gebraucht?

M: Weil wir auf Tour keine Songs schreiben. Wir müssen uns jedes Mal Zeit zum schreiben frei nehmen. Es dauert acht Monate um ein Album zu schreiben und zwei Monate um es aufzunehmen. Dann braucht das Label noch mal vier Monate um es zu veröffentlichen. Das sind dann rund eineinhalb Jahre die es dauert um ein Album fertig zustellen von dem Tag an dem man mit schreiben anfängt und dem Veröffentlichungsdatum. Aber das nächste Album wird nicht so lange auf sich warten lassen. Wir haben bereits zehn Songs geschrieben und wollen im April ins Studio gehen.

In welche Richtung gehen die Songs?

J: Sie sind wieder düster, aber auch heavier.

M: Viele der Songs sind wütender und heavier.

J: Das ist was passiert wenn man älter wird. Es ist viel einfacher wütend zu sein, denn man muss sich jetzt mit Steuern, Banken und damit herum schlagen, dass dir das Wasser abgestellt wird. Man ist einfach angepisst. Das bezieht sich aber auf die Musik, nicht auf die Texte.

Nachdem ihr "Something to write home about" veröffentlicht hattet, haben euch die Medien gern als die neuen Anführer von der "Emo-Bewegung" bezeichnet...

J: Ach du meinst "Guff"

Guff?

J: Ja, guff. Auf deutsch

M: Sag mal "emotional" auf deutsch.

J: Ich habe den Zettel verloren, aber was auch immer "emotion" auf deutsch heißt, wir haben es zu "guff" umbenannt.

Ihr meint wohl "Gefühl"

J: Ja, genau. Wir sagen einfach "guff".

Wie fühlt ihr euch als mit diesem "Emo" Begriff?

M: Die Leute nennen uns "Emo" seit 1995. Jedes Genie im Musikbusiness stellt uns jährlich die Frage "Ihr seid also Emo. Was ist Emo?"

J: Als ich noch in einer Hardcore Band gespielt habe, machten wir uns immer über Emo-Kids lustig. So ist dieser Begriff auch entstanden. Es war ein Diss für alle diese Kids mit Brille, die heulen. What a emo fuck. Es war nicht dazu gedacht ein Genre zu benennen. Irgendwann wurde es dann aber das tolle Schlagwort, Emo-Bands waren geboren und sie wurden dann als das neue große Ding vermarktet. Ich gebe da eigentlich einen Scheiß drauf.

Um was geht es denn bei den Texten auf "On a Wire"?

M: Stuff.

Aha

M: Was glaubst du denn um was es geht?

Hmm...es sind offensichtliche Beziehungstexte drauf und ich glaube du schreibst auch über Erwartungen anderer Leute.

M: Auf der Platte geht es viel um Selbstzweifel. Viele Zweifel. Es gibt auch Lösungen dazu. Am Ende der Platte stellt sich heraus, dass du nur das tust, was du tun willst.

Auch beim Titeltrack?

M: Ja, sicherlich. Ich überlasse es eigentlich immer gern dem Hörer die Texte zu interpretieren. Ich will niemandem vorschreiben was er in den Texten sehen soll.

J: Es geht da um viele persönliche Geheimnisse.

M: Nein, das stimmt nicht mal. Die Texte sind gar nicht so persönlich. Ich weiß auch nicht. Ich bin kein Schreiber. Ich bin ein Songschreiber.

J: Dafür schreibst du aber recht gute Texte.

M: Ich weiß auch nicht wie ich das was ich zu sagen habe anders erklären soll als wie ich es schon getan habe. Diese Frage ist immer sehr schwer für mich. Ich weiß einfach nicht wie ich antworten soll. Ich mag es aber es den Hörern zu überlassen sich eigene Gedanken zu den Texten zu machen.

J: Jeder kann in die Texte Dinge hinein interpretieren die für ihn selbst von Bedeutung sind und zu seinem Leben passen. Das finde ich sehr cool.

M: Wenn man Songs über Beziehungen schreibt, kann sich fast jeder damit identifizieren. Das ist ein konstantes Thema im Leben.

J: Egal ob Mann-Frau, Mann-Mann, Frau-Frau...

M: Mann-Junge.

J: Ja, egal was..

M: Mann-Hund, Mann-Schaaf

J: Mann-Kuh

Auf dem Album ist das Song "Worst Idea". Was war eure schlechteste Idee?

M: Hmm...was war meine schlechteste Idee? Ich glaube ich habe gar keine. Ich halte es für sehr wichtig nichts zu bereuen? Ich denke man sollte seine Fehler erkennen und aus ihnen lernen, aber man sollte nichts was man getan hat bereuen. Meine Interpretation von diesem Song ist es, auch dann bestimmten Menschen treu zu bleiben und zu ihnen zu halten, wenn sie etwas dummes gemacht haben. Es geht mehr um Loyalität als um dumme Ideen.

Wie steht es mit dir James?

J: Ich möchte nicht einmal daran denken was meine schlechteste Idee war.

Komm schon.

J: Da habe ich zu viele.

Zum Beispiel?

J: Auf keinen Fall werde ich darüber reden. Ich habe so viel Scheiße gebaut. Aber es ist wie Matt gesagt hat, man sollte aus seinen Fehlern lernen. Manchmal dauert es etwas länger. Manchmal muss man den Fehler ein paar Mal über Jahre hinweg machen bis man schließlich daraus lernt. Vielleicht...

Gibt es einen Song den ihr mal geschrieben habt und absolut nicht mehr mögt?

M: Keinen Song den ich nicht mehr mag aber Songs von denen man schlicht die Schnauze voll hat. Ich denke dass fällt auch unter die "nichts bereuen"-Kategorie. Auf "Four Minute Mile", unser erstes Album, gebe ich heute eigentlich nichts mehr. Wenn ich jetzt die Gelegenheit hätte es noch mal neu zu machen, würde es ganz anders klingen. Ich habe diese Gelegenheit aber nicht, also muss ich es akzeptieren. Die Leute scheinen es zu mögen. Wir spielen heute nur noch "Amy" und manchmal "No Love" von diesem Album. Genau, und diesen Füll-Song spielen wir auch manchmal.

J: Ich habe nie den Titel von diesem Song gekannt.

M: Wir brauchten damals einen Füller und haben dann kurz diesen Song geschrieben.

Warum kommt ihr eigentlich so selten nach Europa?

M: So selten? Wir waren doch erst im August hier?

Ja, aber davor wart ihr selten hier und im August habt ihr die Tour abgebrochen.

J: Wir haben nur drei Shows abgesagt.

M: Es gab da einen Konflikt im Zeitplan aufgrund schlechter Kommunikation. Wir haben die Shows in der Schweiz, in Amsterdam und die beiden in Italien abgesagt. Wir hatten sie aber bereits Monate zuvor abgesagt, es war also nicht erst in letzter Minute. Nur leider wurde das nicht richtig weitergeleitet. Die Veranstalter haben das erst erfahren als wir bereits in Europa waren. Da mussten ein paar Köpfe rollen.

J: Bei unserer ersten Show in Deutschland hieß es auf einmal wir sollten zwei Shows am selben Tag spielen. Wir hatten eine davon aber schon vor zwei Monaten abgesagt, nur wusste niemand etwas davon. Das war der Auftritt in Köln im Rahmen der Popkomm. Es war cool, dass wir es schließlich doch gespielt haben, da die ganzen Kids auf uns gewartet haben.

M: ...aber es hätte eigentlich gar nicht stattfinden sollen. Wir können einfach keine zwei Shows an einem Tag spielen, weil ich sonst meine Stimme verliere. Die zweite Show ist auch niemals so gut wie die erste.

J: Außer es ist drei Uhr morgens und die Leute sind betrunken und kümmern sich nicht darum.

Ich war bei dieser Show.

M: Haben wir sehr müde gewirkt?

Eigentlich nicht. Aber ich war sehr müde weil schon sechs Band vor euch gespielt haben.

M: Ja, stimmt. Die Kids schienen ebenso müde zu sein wie wir. Es war eigentlich schon cool. Aber um deine Frage zu beantworten, wir haben alle Familien und deshalb können wir nur noch kürzer auf Tour gehen und auch nur dorthin wo es auch Sinn macht zu spielen. Unser Album kam in Europa erst im August heraus. Deshalb spielen wir nur dort wo das Album erschienen ist um es zu promoten.

James schielt in meinen Fragenkatalog..

.

J: Hey, stell mal diese Frage.

Echt? Ich wollte sie eigentlich auslassen.

J: Nein frag, die ist lustig.

OK. Wer ist Hannah und wonach sollte sie aushalten? (Von dem Song "Hannah hold on")

Gelächter....

J: Hannah und "hold on" passt einfach gut zusammen. Es gibt keine Hannah und sie soll auch nach nichts aushalten. Aber, ich habe einen Kumpel dessen Frau Hannah heißt. Ich habe ihm erzählt, dass wir einen Song über seine Frau geschrieben haben. Er konnte es gar nicht glauben. Ich habe gesagt, dass es stimmt und Matt einen Song über seine Frau geschrieben hätte. Es fragte warum er das getan hat. Ich antwortete, dass ich es auch nicht wisse, aber habe vermutet, dass er vielleicht heimlich in sie verliebt sei. Er war völlig außer sich und wollte den Titel wissen. Als ich es ihm gesagt habe ist ihm fast der Kragen geplatzt. Natürlich habe ich es später aufgelöst. Das war lustig. Mit dem Song ist es ein bisschen wie bei "Amy".

M: Amy ist eigentlich auch niemand.

J: Aber unser Van hieß doch so.

M: Ja, aber erst nach dem Song.

Ihr gebt euren Vans Namen?

M: Dieser hatte einen Namen.

J: Wir hatten Amy eine ganze Weile. Sie hatte eine Stoßstange aus Holz. Amy war gut zu uns.

M: Du hast doch gar nie mit Amy getourt.

J: Doch natürlich. Ich habe Merch aus ihr heraus verkauft auf der Warped Tour. Bevor ich der Keyboarder war, war ich der Merch-Guy.

M: Hast du nie als Musiker mit ihr getourt?

J: Nein, aber ich habe sie selbst ein paar Mal gefahren um euch an Tankstellen Kaffee zu holen.

M: Wir mussten sie nur deshalb aufgeben, weil sie Starb als mein Bruder mit ihr zum Drogen kaufen gefahren ist.

Gibt es eine lustige Tourstory??

M: Nein.

J: Wenn du lustige Tourgeschichten hören willst, dann musst du mit den Jungs von Koufax reden. Die haben die besten Geschichten.

M: Mal sehen, was ist auf dieser Tour passiert.?? Joey hat im Bus in eine Tüte geschissen und sie aus dem Fenster geworfen. Die Tüte landete in einem Baum wo sie hängen blieb. Irgendwo in Deutschland hängt jetzt eine Tüte Scheiße im Baum. Wir sind aber eigentlich nicht so lustig.

J: Auf dieser Tour ist noch nichts erzählenswertes passiert. Wir waren sehr beschäftigt und hatten kaum Zeit um Dummheiten zu machen.
Wir waren kürzlich auf dem Weg zu einer In-Store Show in einem Taxi.

M: Diese Geschichte ist nicht lustig.

J: Du hast vielleicht recht. Da war jedenfalls diese alte Lady, die schon ziemlich gebrechlich war und sie lief an uns vorbei. Alex hat die Tür aufgerissen und sie angeschrieen. Sie hat dann dumm geschaut....stimmt, das ist nicht lustig.
Ich habe heute Matts Hintern gesehen, das war lustig.

Das war lustig?

J: Es war nicht lustig, es war ehrlichgesagt sehr süß. Wir haben nichts zu erzählen. Es gibt zwar immer etwas lustiges auf jeder Tour...

M: ...aber das kann man der Öffentlichkeit nicht zumuten.

J: ..nein, ich meinte eher, dass es nur wirklich lustig ist, wenn man dabei war. Meistens ist es auch nur lustig für uns.

M: Heute mussten wir zu einem McDonalds gehen.

J: Ja, wegen mir. Ich wollte unbedingt Junk-Food essen. Als ich den McDonalds gesehen habe, musste ich unbedingt hin.

M: Er ist den ganzen Weg in die Schweiz gekommen nur um bei McDonalds zu essen.

Habt ihr schon mal überlegt was ihr nach den Get Up Kids machen wollt?

M: Nein.

J: Ich auch nicht wirklich. Ich denke nicht so gerne an die Zukunft, das nervt.

M: Wenn man im Musikgeschäft ist, muss man sowieso ungefähr ein Jahr im voraus planen. Ich kann dir sagen was wir im nächsten Jahr machen werden.

Was sind denn eure Zukunftspläne?

J: Ein Album schreiben, noch mehr auf Tour gehen.

M: Dann möchte ich ein bisschen weniger auf Tour gehen und mit meinem Baby spielen.

J: Ich werde mit meinem Hund spielen. Ich möchte außerdem ein international bekannter DJ werden.

M: Wir wollen auch Spielzeugpuppen von uns auf den Markt bringen.

J: Ich würde gern den Flugschein machen, aber meine Frau lässt mich nicht. Ich darf mir auch kein Motorrad kaufen, deshalb muss ich beim Go-Kart bleiben.

M: Wir sollten uns Harleys kaufen.

J: Ja, das hätte ich auch gern.

M: Wir könnten dann damit auf die Bühne fahren. Hahaha.

J: Ich würde auch gern eine große Metallica-Style-Drei-Jahres-Tour machen. Mit den Get Up Kids wird das sicherlich nicht klappen. Aber das wäre ein Traum.

M: Warum? Bist du nicht gerne zu Hause?

J: Doch, aber ich mag es zu reisen. Das macht Spaß. Wir werden dafür bezahlt in Hotel zu übernachten und Bier zu trinken. Wenn ich zu Hause bin muss ich das Bier bezahlen.

M: Dann mach das bitte mit einer Reggie Tour (Anm. d. Verf.: Reggie and the Full Effect ist James zweite Band). Aber nicht länger wie ein Jahr.

J: Ja, nur so lange, dass wir ein Homevideo machen und veröffentlichen können, wie Metallica. Was auch immer Metallica gemacht haben will ich auch machen. Denn ich will Metallica sein.

M: Du willst ein Volldepp sein?

J: Ja, ich will jeden verklagen der mir nicht passt.

M: Und das Beste an der Musik ruinieren.

J: Ich mag einfach den Tourplan von ihnen, der war unglaublich.

M: Ich würde wie sie, ein Jahr frei nehmen und gar nichts machen.

J: Das war als sie abgefuckt haben. Sie hätten sehr erfolgreich sein können....wenn sich nicht dieses Jahr frei genommen hätten und nicht dieses Garage Day Re-Revisited Album veröffentlicht hätten, wären sie heute immer noch so groß. Im Ernst. Sie wären wie Guns´n Roses. Aber das ist nicht mein Problem, ich kenne Metallica nicht persönlich. Bringt uns das jetzt mehr Seiten in deinem Magazin ein??

Was ist eigentlich mit der neuen Reaggie Platte?

J: Das neue Album kommt im Februar raus und es ist verdammt geil. Ich werde damit größer als Metallica werden.

M: Du wirst vor allem fetter als Metallica werden.

J: Ja genau, ich werde mir einen dicken Wanst anfuttern.

Habt ihr zum Abschluss noch etwas zu sagen?

M: Fuck

J: Off

M: Fu

J: ck you.

J: Das haben wir immer im Schulbus in den Staaten gespielt. Der eine beginnt mit dem Schimpfwort und der andere bringt es zu Ende. So konnten einen die Lehrer nie wegen Schimpfwörtern drankriegen.

J: Di

M: ck

J: Komm mach mit. Fu

Ck

J: Cool, wir haben uns gerade ein Schimpfwort geteilt.

Das macht ihr in eurer Freizeit?

J: Ja, wir sind total interessant. Vielen Dank für das Interview

M: Vielen Dank

Ich muss mich bedanken.

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

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Review: There Are Rules, 2011 (rg)