. .
  • Darkest Hour

    Bilder/slide/darkestHour2014_slide.jpg

    Mit ihrem selbstbetitelten Album gehen Darkest Hour neue musikalische Wege. Die Scheibe ist sicherlich eine der interessantesten der ... more

    Darkest Hour
  • Mantar

    Bilder/slide/mantar_slide.jpg

    Mantar sind das erste deutsche Signing von Svart Records. Ihr Debüt „Death By Burning“ ist in der Szene eingeschlagen ... more

    Mantar
  • Beastmilk

    Bilder/slide/beastmilkslide.jpg

    Mit ihrem Album „Climax“ haben die Finnen von Beastmilk eine echte Überraschung vorgelegt. Von null auf wow sozusagen. ... more

    Beastmilk
  • Sahg

    Bilder/slide/sahg_slide.jpg

    Die Norweger von Sahg haben mit ihrem vierten Album “Delusions Of Grandeur” ein rundum starkes Werk in Sachen Prog-Metal ... more

    Sahg
  • Dave Hause

    Bilder/slide/DaveHauseSlide.jpg

    Dave Hause Dave Hause ist derzeit in aller Munde. Der Ex-Frontmann von The Loved Ones hat sich in den letzten ... more

    Dave Hause

Tue Madsen gehört in diesen Tagen ohne Zweifel zu den gefragtesten Produzenten in Europa. Seine druckvollen und dennoch sehr organisch klingenden Produktionen verliehen in der Vergangenheit Bands wie Heeaven Shall Burn, Ektomorf, The Haunted, Destiny, Mnemic, Maroon, Cataract oder Born From Pain den letzten Schliff. Grund genug einen Blick hinter die Fassaden des Antfarm Studios zu blicken und ein Interview mit dem Meister himself zu führen. Das folgende Interview entstand per Email.

Kannst du dich erstmal vorstellen und etwas zu deinem Werdegang sagen?

Ich habe damit angefangen die Demos meiner eigenen Band (www.grope.dk) zu produzieren, das war 1994. Sie klangen beschissen aber das hat mich an die Materie heran geführt. Ich habe dann ein paar Sachen für andere Bands gemacht und angefangen im Borsing Recording Studio zu arbeiten. Das produzieren hat mir immer mehr Spaß gemacht, ich verstand damals aber noch überhaupt nichts davon. 1999 habe ich mir dann mein ersten Protool Setup gekauft. Das war der Beginn meines eigenen Studios.

Wie bist du dazu gekommen für andere Bands zu arbeiten?

Sie haben meine Arbeit für Grope gehört und mich einfach angeheuert. Es hat damals mehr als Freundschaftsdienste angefangen.

Wann und warum hast du beschlossen das Antfarm Studio zu gründen?

Das war 1999. Im Grunde habe ich es deshalb gemacht weil ich es dämlich fand für ein Studio bezahlen zu müssen wenn ich doch mein eigenes haben könnte. Das gab mir die Möglichkeit bessere Deals mit den Bands zu machen. Ich konnte so Alben billiger produzieren bei gleich bleibender Qualität. Ich dachte immer, dass es am wichtigsten ist viel Zeit zu haben.

Was war deine erste Produktion und was war deine erste größere Produktion?

Mein erstes Album war für Autumn Leaves. Meine erste größere Arbeit war für die dänischen Indie-Stars Luksus. Ich weiß auch nicht, jedes Mal wenn ich was Neues mache, scheint es noch größer zu sein. Die Alben mit Mnemic war eine ziemlich große Sache denke ich. Ich bin sehr stolz auf diese Platten. Aber gleichzeitig denke ich, dass die neue No Turning Back eine großartiges Stück Hardcore Kunst ist. Es geht nicht darum welcher Style eine Produktion hat, es kommt nur drauf an wie gut sie ist. Geld und Zeit hat damit absolut nichts zu tun.

Bist du immer ein Fan von den Bands die du produzierst oder magst du zumindest ihre Musik?

Nein. Aber meistens ist es so, dass ich während der Produktion beginne die Band zu mögen. Es gab bisher nur sehr wenige Bands die ich überhaupt nicht mochte. Im Grunde sind die einzigen Platten die ich höre die, die ich selbst mache. Nur meine Bands sind geil?.haha. Nein, im Ernst, ich denke dass viele der Bands mit denen ich gearbeitet habe ihre beste Arbeit gemacht haben und ich hatte nur Glück ein Teil davon zu sein.

Wie bereitest du dich auf eine anstehende Produktion vor?

Ich höre mir die Songs gerne in einer rohen Version an. Dann weiß ich wo es hingehen soll.

Worauf konzentrierst du dich am Meisten bei einer Produktion?

Auf die Band selbst. Ich versuche mich immer möglichst auf das einzustellen was die Band will. Wenn ich in einem Punkt anderer Meinung bin, dann werde ich mit ihnen darüber streiten. Mein Ziel ist es, dass die Band das Studio mit etwas verlässt mit dem sie nicht gerechnet hätte. Die Band sollen mit mehr gehen wie sie gekommen sind. Ich will, dass sie ihre Grenzen sprengen.

Welchen Produzenten würdest du als Vorbild nennen falls es eins gibt?

Ich würde es nicht als Vorbild bezeichnen, aber ich mag die Arbeiten von Terry Date, Andy Wallace und Rick Rubin. Ich glaube sie machen Musik und Alben bevor sie Hits oder Geld machen und versuchen jemanden zufrieden zu stellen. Es scheint mir jedenfalls so. Es sollte immer darum gehen echte Musik mit echten Emotionen zu machen. Meine Favoriten sind diejenigen die in erster Linie Musik machen und nicht nur technischen Scheiß. Die Musik sollte immer an erster Stelle stehen.

Was sind deine liebsten Produktionen?

Hmm?. AC/DC ? Powerage, das erste Album von Snoop Dogg, Motley Crue ? Motley Crue und natürlich Slayer - Reign in Blood. Ich denke die Klassiker werden immer die wichtigsten für mich bleiben. Es ist einen Weile her seit ich von einer Produktion weggeblasen wurde. Aber jedes Mal wenn Terry Date etwas macht klingt es sehr geil.

Was wirst du in der Zukunft produzieren?

Viele coole Sachen. Aborted, das nächste Album von Ektomorf, Disbelief, Born From Pain und andere Sachen über die ich im Moment nicht reden kann. Ich bin über ein Jahr im Voraus ausgebucht, es gibt also viel Arbeit die jetzt schon auf mich wartet.

Hast du dich jemals geweigert mit einer Band zu arbeiten?

Nur aufgrund von fehlender Zeit. Aber ich wünsche mir ich hätte es ein paar Mal gemacht?haha. Niemand weiß etwas darüber, also hör auf zu spekulieren?.haha.

Welche Band zu produzieren wäre ein Traum für dich?

Am wichtigsten natürlich die Bands die meinen Stempel auf ihren Sachen haben wollen. Aber wenn ich ein Album höre das nicht so gut ist wie ich es erwartet hätte, denke ich mir immer: ?Was wäre wenn ich diese Platte produziert hätte?? Ich würde wirklich gerne Metallica wieder einen guten Sound verpassen. C.O.C. haben immer einen großen Platz in meinem Herz gehabt. Natürlich Slayer, Fear Factory, du kennst all die Namen?.Judas Priest.

Was hörst du dir persönlich gern an?

Alles, von Dolly Parton über Snoop Dogg bis Deicide. Wenn die Songs gut sind mag ich es.

Kannst du es überhaupt noch genießen Musik zu hören oder nimmst du die Produktion immer auseinander?

Ja und nein. Eine gute Produktion muss nicht unbedingt einen guten Sound bedeuteten. Ich liebe ?The Burning Red? von Machine Head, aber ihre anderen Alben klingen besser. Dieses war aber sehr mutig. Ich finde Ross Robinson ist wirklich sehr gut in so etwas. Es ist nicht das was ich mache, aber ich mag was er mit seinen Bands macht. Ich kann es nicht ausstehen wenn etwas einfach nur schlechte Handwerksarbeit ist. Das ist scheiße. Nichts sollte wie ein Demo klingen.

Spielst du selbst in Bands?

Ja, ich habe viele Jahre in Grope gespielt aber jetzt ist es sehr schwer noch Zeit dafür zu finden. Wir sind aber ziemlich gut. Unser Drummer spielt auch bei Hatesphere und unser Bassist bei Mnemic, also hat Grope gerade keine Priorität. Ich habe auch ein Projekt am Start namens Evil Morgan zusammen mit Reno Kiilerich von Dimmu Borgir, Bo Sommer von Illdisposed, Jacob Bredahl von Hatesphere und so weiter.

Wie würdest du deine Produktionen gern noch verbessern?

Ich weiß nicht. Das ändert sich die ganze Zeit. Ich möchte einfach nicht das gleiche zweimal machen.

Wie versuchst du deine Arbeit zu verbessern und wo holst du dir die Ideen dafür?

Ich probiere ständig neue Sachen aus und versuche immer der Band gerecht zu werden. Und wenn sie mich dann inspirieren kämpfe ich hart mit ihnen um meine Ideen. Ich weigere mich eine Idee aufzugeben die niemand zuvor gehört hat. Wenn es nötig ist, setzte ich sie alleine um. Wenn sie dann das Ergebnis wirklich hören und die Bedeutung der Idee verstehen, dann dürfen sie die Idee erst ablehnen. Dann tun sie dies jedoch nur noch selten. Ich bekomme Ideen durch die Bands. Dinge die ich glaube zu hören, aber gar nicht da sind. Dann gehören sie vielleicht dorthin. Ich mag keine ängstlichen Leute. Es geht hier um Musik, sie muss erforscht werden.

Würdest du sagen, dass es einen typischen Antfarm Sound gibt? Wenn ja, wie würdest du ihn beschreiben?

Ich hoffe nicht, dass es einen typischen Antfarm Sound gibt. Mein Ziel ist es jedes Mal etwas Neues zu machen. Aber natürlich mag ich gewisse Dinge auf meine Art.

Siehst du ein Problem darin, dass derzeit viele Band in dein Studio kommen und dann sehr ähnlich klingen? Wie versucht du dieses Effekt zu vermeiden?

Ich finde ich nehme viele wirklich unterschiedliche Bands auf. Mann kann Ektomorf, The Haunted, Mnemic, Heaven Shall Burn, Gobsquad, Blunt usw. nicht wirklich miteinander vergleichen. Manche Bands klingen ähnlich aber dann gibt es wieder Bands die mit den anderen überhaupt nichts gemeinsam haben.

Wie groß ist dein Einfluss auf ein Album? Arbeitest du nur am Sound oder gibst du den Bands auch Ratschläge bezüglich des Songwritings?

Das ist sehr unterschiedlich. Wenn ich ein Problem sehe, versuch ich sie zu lösen. Ganz egal ob es ums komponieren, spielen oder sonst was geht. Aber manchmal hat man eine fertige Band hier und alles was man tun muss ist, sie richtig aufzunehmen.

Findest du eigentlich noch die Zeit zum schlafen? Du produzierst derzeit ja wirklich viele Bands.

Nein, es ist jetzt gerade zwei Uhr am morgen und ich muss morgen früh raus für Metal. Ich bin die ganze Zeit sehr beschäftigt und außerdem über ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Kannst du dich an Produktionen erinnern die etwas Spezielles für dich waren?

Die beiden Mnemic Alben waren etwas sehr spezielles. Wir hatten die Zeit die wir brauchten um etwas Einzigartiges zu erschaffen und sie scheuten nicht davor zurück neue Sachen zu probieren. Das hat viel Spaß gemacht. Das Ektomorf Album war auch etwas Spezielles. Ich wurde Vater während dieser Produktion. Wir hatten eine gute Zeit zusammen, sehr familiär.

Was kannst du zu der Tatsache sagen, dass in vielen modernen Produktionen Computer oft dazu benutzt werden die schwachen Fähigkeiten der Musiker zu kaschieren. Findest du das unehrlich?

Ja, absolut, aber man kann echte Kunst nicht faken. Man kann keinen schlechten Drummer in einen guten verwandeln. Auch nicht mit Computern. Man kann ihm zwar helfen nicht ganz so scheiße zu klingen wie er in Wahrheit würde, aber wenn man ein gutes Album machen will, muss man auch gut spielen können. Das ist das Wichtigste. Man kann viele Dinge zu Recht biegen, aber nichts klingt so gut wie wenn man es gleich richtig spielt. Der Sound zählt nichts, wenn du schlecht spielst. Aber der Computer kann dennoch oft eine große Hilfe sein.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Noch mehr großartige Platten mit großartigen Bands machen. Hoffentlich mal etwas wichtiges.

Letzte Worte?

Ich hoffe ihr alle mögt was ich mache und werdet es auch weiterhin mögen. Seid aufgeschlossen!

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

Dieser Artikel wurde 1041 mal gelesen