
Nahemah - The Second Philosophy
Wir Deutschen kennen Spanien zumeist nur als Urlaubsland und verbinden es meist mit Sonne, Sangria und Strand. Aus der dortigen Metalszene kennt man hierzulande bestenfalls Moonspell und Alastis. Mit Nahemah aus Alicante gesellt sich nun eine weitere Band der härteren Gangart in den Kreis der Bands as Spanien denen man unbedingt Gehör schenken muss. Nahemah existieren seit 1997 und veröffentlichten 1999 und 2002 je ein Album. Ihr aktuelles Werk erscheint nun mit einem Abstand von fast fünf Jahren bei Lifeforce. Das Warten hat sich offensichtlich gelohnt, denn die Platte ist schlicht atemberaubend. Die Band kreiert eine absolut eigenständige Mischung aus Metal, Noisecore und Artrock. Ein Werk wie „The Second Philosophy“ bekommt man nicht alle Tage zu hören, die Platte strotzt nur so vor Kreativität und Ideenreichtum. Die Labelinfo redet von einer Mischung aus Opeth, Dark Tanquility und Mogwai. Während ich mit den Mogwai und Opeth Vergleichen noch konform gehe würde ich statt Dark Tranquility eher Bands wie Neurosis oder Cult Of Luna referenzieren. Im Grunde sind die Vergleichsspiele jedoch müßig und spiegeln lediglich die Hilflosigkeit wieder den Stil von Nahemah mit Worten zu beschreiben. „The Second Philosophy“ beinhaltet zehn teils überlange Songs die mal düster, mal nachdenklich, mal melodisch aber immer fordernd daherkommen. Hier mischen sich tonnenschwere Gitarrenwände mit verspielten, progressiven Melodien, verschobene Keyboardsounds treffen auf majestätische Arrangements und fieses Grunzen auf melodischen Gesang. Die Band erschafft eine dichte und vor allem spannende Atmosphäre. Kein Song gleicht dem anderen und immer wieder kann man neue Feinheiten entdecken. Da verirrt sich schon mal ein Saxophon in schleppende Mahlriffs. Ein Muss für jeden der es etwas anspruchsvoller mag. (rg)