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Tierisch den Hintern versohlt bekommen!

Am frühen Abend Ende Februar erreiche ich (TJ) telefonisch den Waterdown-Bassisten Chris tian (C). Das neue Album war zu der Zeit gerade frisch und obwohl er zu der Zeit bestimmt viele Interviews gegeben hat, ist er sehr freundlich und vor allem froh, dass es sich nicht um ein E-Mail-Interview handelt, die mag er nämlich gar nicht. Was wir beide zu Anfang des Gesprächs nicht wussten: es würde eines der längsten Interviews ever werden, ein interessantes Gespräch über die jüngere Vergangenheit, Freundschaft, ihr Label aber auch über eher Privates, aber lest selbst.

TJ: Auch wenn Du das wahrscheinlich in jedem Interview serviert bekommst: Kannst Du noch mal kurz was zum Ausstieg von Eurem ehemaligen Sänger Marcel Bischoff sagen? Wie kam es dazu?

C: Ich würd sagen, dass sich das über die Jahre schon abgezeichnet hat. Wir haben uns halt nicht so wirklich verstanden, also wir und er. Er hat irgendwann auch gesagt, dass er das nicht mehr weitermachen möchte. Er hat das auch nicht damit begründet, dass er uns scheiße fände oder so, sondern damit, dass er son bisschen Zukunftsangst hat und sich sein Leben nicht verbauen will. Er hatte keine Ausbildung oder ähnliches und fand, dass es an der Zeit war sich anders zu orientieren. Als es dann soweit war, haben wir uns direkt entschieden nicht aufzuhören, sondern weiter zu machen und haben erst mal verschiedene Leute getestet um zu schauen, ob wir jemand finden können, der die Position übernehmen kann. Das hat leider nicht funktioniert, obwohl wir fast 20 Leute gecheckt haben. Die haben entweder unseren musikalischen Anforderungen nicht entsprochen, oder passten eben menschlich nicht zu uns. Und das ist ne immens wichtige Sache, wenn Du dann nämlich später mit jemand fünf-sechs Wochen in nem Van unterwegs bist, der nicht zu den anderen passt, mit dem es nicht klickt und den man vielleicht auch noch in irgendeiner Form nicht mag, dann funktioniert das halt nicht. Dann macht die komplette Geschichte auch keinen Spaß mehr und das sollte sie unbedingt, denn deswegen machen wir das ja auch hauptsächlich. Weil wir es eben super geil finden auf Tour zu gehen und Shows zu spielen. Somit waren wir sehr vorsichtig und haben nicht den erstbesten genommen, sondern genau gekuckt, ob das passt, oder nicht. 2004 haben wir dann irgendwann entschieden, dass wir vorerst mal zu fünft weitermachen und schon mal Songs schreiben, weil wir irgendwie weiterkommen mussten. Da hat sich dann auch schon abgezeichnet, dass die Songs sowieso alle härter werden, als das was wir vorher gemacht haben. Da haben wir dann kurzfristig sogar darüber nachgedacht zu fünft weiter zu machen. Axel und ich teilen uns irgendwie die BackingVocals und der Hauptfokus wäre aber bei Ingo und dem Geschrei gewesen. Letzten Endes haben wir dann aber im Januar letzten Jahres das Glück gehabt auf ner Show hier in Osnabrück zufällig den Zacken mit seiner Band bei ner Show zu sehen. Vom Sehen kannten wir den schon sehr lange, er war immer auf den gleichen Shows wie wir und wir wussten, dass er ein netter Typ ist, hatten aber vorher gar keinen Plan, dass der so gut singen kann. Tags drauf haben wir ihn dann mal angerufen und gefragt, ob er nicht mal mit uns proben will - und er wollte! Und dann hat sich das alles so ergeben. Wir haben ihn dann ein paar Monate getestet, ihn beschnuppert und versucht rauszukriegen, ob wir da ne gemeinsame Zukunft sehen, aber auch um ihm die Möglichkeit zu geben zu testen, ob er mit uns klar kommt und ob er da Lust drauf hat, sich diese fünf Idioten ans Bein zu binden. Der nächste Schritt waren dann Demoaufnahmen bei uns im Proberaum, wo wir mittlerweile auch die Möglichkeit haben aufzunehmen. Danach haben wir mit ihm ne Tour in England zusammen mit Pennywise und Stretch Arm Strong gespielt und es war einfach alles total super. Und seitdem geht's uns gut!

TJ: Das war dann wohl einer der glücklichsten Tage im letzten Jahr, als dann klar war, dass es der Zacken wird, oder?

C: Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass die glücklichen Tage, seit wir ihn gefunden haben, gar nicht mehr aufgehört haben! Der passt einfach wie Arsch auf Eimer und hat genau den gleichen beschissenen Humor wie wir alle und ist auf der Bühne auch echt ein Tier. Er kann im Gegensatz zu Marcel auch nicht nur melodische Parts singen, sondern hat auch ne gnadenlos harte Schreistimme. Eine Schreistimme passt auch ganz gut zu Ingos und das passte dann auch wieder ganz gut zu unserem Vorhaben die neue Platte definitiv härter zu gestalten, so war in den Stimmen schon von Anfang an ziemlich viel Power und Rotz. Auch die Reaktionen, die wir bekommen seit die Platte dann fertig war und das Material verschickt wurde, sind bis auf ein, zwei mittelmäßige Besprechungen - Verrisse waren seither gar nicht dabei - äußerst positiv. Und die Shows machen sehr viel Spaß und die Leute, die da sind, gehen auch ziemlich drauf ab.

TJ: Ihr habt in der Übergangsphase der Sängersuche dann ja trotzdem Supportshows für Anthrax, Blink182 und Sick Of It All gespielt und die Shows dann mit Aushilfssängern absolviert...

C: Ja, genau. Da hat dann der Chris toph von Mournful, die sich ja jetzt auch aufgelöst haben, ausgeholfen. Die Jungs kennen wir schon Jahre und haben die auch früher gerne mal auf ne Tour mitgenommen und versucht denen so viele Shows wie möglich zu besorgen. Als dann eben diese Angebote kamen "Wollt ihr vor Blink spielen?" und wir einfach keinen Sänger mehr hatten, haben wir uns eben gesagt "Hey, ich würde mich totärgern, wenn ich nicht versucht hätte, das irgendwie zu lösen". Wir haben dann eben Chris toph gefragt, ob er Bock hat die Shows als Gastsänger zu bestreiten. Es war aber auch nie der Plan ihn bei Mournful rauszueisen, denn dafür mögen wir die Jungs ja viel zu gerne.

TJ: Du als Journalist kennst bestimmt das Phänomen, kaum ist ein neues Album da, ist der Vorgänger plötzlich nicht mehr das Gelbe vom Ei und das neue Album ist das Optimale. Was ist bzw. war also das Gute an "The Files You Have On Me"?

C: Das Gute? Es sind einige richtig gute Songs drauf. Ich finde, dass es für den musikalischen Bereich eine relativ innovative Platte ist, weil es eben nicht klingt wie alle anderen Bands. Ich find die Produktion ziemlich dick...

TJ. Das war auch live eingespielt, oder?

C: Genau, und dafür klingts echt dick. Man hat aber beim live einspielen einfach geringere Möglichkeiten fett zu blasen, als wenn man es nacheinander macht. Es sind definitiv gute Texte drauf, und ja... das sind so die positivsten Sachen. Ich weiß jetzt aber auch tausend Sachen, die ich jetzt nicht so gut finde an der Platte. Letzten Endes liegt das aber auch mit daran, dass es bei uns während der Aufnahmen schon gut kriselte. Somit ist die Platte bei uns eben etwas negativ besetzt. Und so glücklich wie mit der neuen jetzt, sind wir mit "The Files..." nie gewesen.

TJ: Ich glaube ich hab damals im Review geschrieben, dass es eine experimentelle Fortsetzung des Debuts ist. Für mich waren da echte Überraschungen drauf, wenn ich an "Decaffinated" denke, das ist ja an sich fast ein reiner Popsong.

C: Genau.

TJ: War das damals das Ziel die Grenzen der Band zu pushen, sich weiterzuentwickeln oder war das auch Einfluss des Produzenten?

C: Beides nicht! Der Produzent, also damals Uwe Sabirowsky, hat uns ins Songwriting überhaupt nicht reingeredet und wollte uns auch gar nicht in eine andere Richtung bewegen. Er hat einfach das genommen, womit wir angekommen sind und hat versucht daraus dann das Beste zu machen. Wir hatten aber in der Band ziemlich lange schon das Bedürfnis sagen zu können "Wir machen einfach, was wir wollen und scheißen auf alle Grenzen und Stilistiken und packen alles auf ne Platte, was WIR cool finden!" Das ist aber meiner Meinung nach nicht erst auf der "The Files..." so, sondern auch schon auf dem Debut. Grundsätzlich ist es aber einfach so, dass sich uns so Livefavoriten herauskristallisiert haben, und das waren komischerweise immer die Songs, die mehr nach vorne gingen. Diese ruhigeren Sachen spielen wir halt einfach nicht so gerne, es hat eben einfach nicht die gleiche Energie. Aus dieser Feststellung haben wir für die neue Platte eben einfach beschlossen, dass wir jetzt nur noch "Livesongs" machen.

TJ: Wenn Du sagst, Ihr seid bei "The Files..." mit zu 100% fertigen Songs ins Studio gegangen, wie war das dann jetzt bei "All Riot"?

C: Naja, ganz so wars dann auch nicht. Wir waren nicht vollkommen fertig, sondern haben im Studio noch viele Texte gemacht, wo vorher eben nur Gesangslinien da waren und "Xerox" ist im Studio auch noch mal ziemlich stark verändert worden. Aber da hat Uwe nicht gesagt "Der Song ist Scheiße", sondern er hat irgendwann mal in den Raum geworfen, dass er da einen anderen Beat hören würde. Und dann haben wir noch mal gedoktert und gedoktert und gedoktert und schließlich kam das raus, was man dann auf der Platte gelandet ist.

TJ: So ne Meinung von außerhalb der Band kann ja auch ganz hilfreich sein. Wenn man nämlich Ewigkeiten im Proberaum an so nem Song bastelt und dann ins Studio geht, kann es ja schon hilfreich sein, wenn einem dann mal jemand eine objektive Kritik gibt und man noch mal hinterfragt, ob dieser Part jetzt wirklich dreimal wiederholt werden muss, oder ob man das Schlagzeug nicht auch prima in Halftime setzen kann...

C: Das ist auf jeden Falls sehr wichtig und wertvoll. Eigentlich hätten wir ja mit Uwe auch ne komplette Vorproduktion machen sollen, da sind wir uns dann aber selbst im Weg gestanden, weil wir das zeitlich nicht auf die Reihe bekommen haben. Auf der neuen Platte ist das aber ganz anders gelaufen, weil der Knollmann (Ingo Knollmann, Sänger der Donots, Anmerk. D. Verf.) eben schon ein Dreivierteljahr vorher immer bei uns im Proberaum abgehangen hat und wir mit ihm auch ne volle Vorproduktion gemacht haben. D.h. wir haben jeden Song von allen Seiten analysiert und zwar von Bandseite, quasi mit dem inneren Auge, aber eben auch mit Ingo als jemand von außen. Ich glaube das ist auch der Grund dafür, dass die Platte, zumindest meiner Meinung nach, homogener wirkt, als die letzte.

TJ: Im Studiotagebuch hab ich gelesen, dass Du als Basser Guidespuren gemacht hast - das ist doch sonst auch eher ein Gitarristenjob.

C: Nur für den Schlagzeuger. Während er seine Tracks eingespielt hat, hab ich ihm zur Seite gestanden und wurde dabei nicht aufgenommen...

TJ: Ich weiß schon, was ne Guidespur ist, aber das macht doch üblicherweise der Gitarrist, oder?

C: Ja, wir machen das deshalb, weil Phillip, unser Drummer, und ich so kleine Rhythmusfetischisten sind. Deswegen machen wir auch nicht unbedingt immer das, was die Gitarren machen, da orientiert er sich dann eben auch mehr an mir als an den Gitarristen.

TJ: Im Studiotagebuch hab ich auch gelesen, dass ab und an jemand zu Gast war, der mitgefilmt hat. Da hiess es, dass das dann als Bonusmaterial aufs neue Album kommt, aber ich zumindest hab keins gefunden...

C: Das haben wir einfach zeitlich nicht geschafft, bzw. er, der Timo hat das nicht rechtzeitig fertig bekommen. Aber wir werden das anderweitig verwerten...

TJ: DVD...

C: Genau, entweder DVD, oder wir stellens auf die Homepage, oder dritte Möglichkeit: wir basteln aus dem Video ein zweites Video. So als Mischung aus Live- und Studioaufnahmen.

TJ: "This record is made by true friends. Everyone involved is in our hearts and will always be a part of waterdown. We would have never gotten on our feet again without you." So stehts im Booklet Eurer neuen CD. Das sind große Worte und so was muss man ja erst mal sacken lassen, nachdem mans zum ersten Mal gelesen hat. Das führt mich zu mehreren Fragen. Wie definierst Du "Freund"?

C: Generell oder jetzt speziell in diesem Fall?

TJ: Jetzt schon in diesem Fall...

C: Für mich bedeutet Freundschaft in diesem Fall, dass ich mich 100%ig auf den anderen verlassen kann. Dass ich auch von meiner Seite keine Sekunde zögern würde, jedem anderen aus dieser Band in jeder Situation zur Seite zu stehen. Wir sind durch diese fast zwei Jahre, wo wir so orientierungslos waren ohne Sänger, an nem Punkt angekommen, wo wir uns einfach wieder nur getroffen haben, um miteinander Musik zu machen und Spaß zu haben, weil das nämlich das beste ist, was wir haben. Dadurch sind wir dann so dermaßen eng zusammengewachsen, wir kennen uns jetzt ja auch alle, mal abgesehen von Zacken, schon viel länger als es die Band gibt. Und es war nun auch mal so, dass alle, die an der Platte beteiligt waren, Freunde von uns sind. Das Bandfoto, hat eine Fotografin gemacht, die wir alle schon seit zwölf Jahren aus der örtlichen Disco als Freundin kennen, und die erst in den letzten Jahren zur Fotografin geworden ist. Ingo Knollmann, der ja der Sänger der Donots ist, ist z.B. mit unserem Drummer schon in die Grundschule gegangen und ist seit zwölf Jahren mein allerbester Freund. Und aufgenommen haben wir das Album im Studio unseres Livemischers Sascha und sind eben nicht in irgendein großes Studio gegangen, sondern in sein kleines in Münster. Eben einfach auch deswegen, weil wir gesagt haben, wir ziehen das jetzt nur mit Freunden durch. Mit Leuten, denen wir vertrauen und von denen wir wissen, was die machen. Gemischt wurde es dann letztlich von Vincent Sorg, der im Principal Studio als Produzent tätig ist und normalerweise halt so Sachen wie die Guano Apes macht. Aber eben auch aus Ibbenbüren, aus dieser Klitsche um Ingo Knollmann und unseren Schlagzeuger Phillip kommt und mit denen zusammen zur Schule gegangen ist. Das ist halt alles so... (sucht das richtige Wort, Anmerk. d. Verf.)... Inzest! (lacht, Anmerk. d. Verf.). Und das meinten wir mit "True Friends".

TJ: Dieser Abschlusssatz "We would have never gotten on our feet again without you.", das klingt dann aber schon nach Beinahe-Ende.

C: Nee, das nicht. Aber letzten Endes muss man schon ganz deutlich sagen, wenn wir beispielsweise die Unterstützung von Ingo nicht gehabt hätten, der uns wirklich in so vielen Bereichen geholfen hat und auch nie irgendwas bekommen hat, wie z.B. Spritgeld oder so was, das war einfach pure Freundschaft, dann wär das alles nichts mehr geworden. Wir hatten für das Album auch ein deutlich geringeres Budget als für die letzte. Victory hat einfach gesagt "Hey, Ihr wart jetzt drei Jahre weg und wir wissen nicht, ob sich das Album überhaupt so verkauft, wie Euer letztes und deswegen bekommt Ihr jetzt auch nicht mehr so viel Geld um die neue zu machen." Und da haben sie schon recht, wir haben so lange nichts mehr gemacht und sind wohl bei vielen Leuten einfach nicht mehr präsent.

TJ: Naja, da kommen dann aber noch andere Sachen dazu, Verkäufe sind heutzutage ja eh nicht mehr das selbe, wie noch vor zehn, fünfzehn Jahren.

C: Klar, aber im Vergleich zu anderen Indie oder auch Majorlabels, geht Victory eben gerade richtig, richtig gut. Das liegt dann aber weniger an Europa, sondern eher daran, dass die eben den US-Markt was Hardcore und Emo angeht so dermaßen dominieren, da macht man sich hier gar kein Bild drüber. Ich mein, die haben ne eigenen Fernsehsendung! Victory-TV. Hawthorne Heights haben in den USA über 700.000 Platten verkauft und sind damit halt Platin. In den ganzen letzten Jahren hatten die immer mindestens einen Act, der Gold oder Platin bekommen hat: Thursday, Taking Back Sunday... Silverstein sind auch nahe dran. Also denen geht's schon richtig gut. Aber trotzdem sind sie halt vorsichtig, wenn's darum geht bei so "Wackelkandidaten", wo man nicht weiß, obs funktioniert, oder nicht - und das waren wir in dem Fall einfach.

TJ: Ich hab im Internet nur gelesen, dass Ihr von den ersten beiden Alben 45.000 Stück verkauft hat und da dachte ich, dass ein Label heutzutage glücklich ist mit solchen Zahlen.

C: Da wären wir bei anderen Labels wahrscheinlich echt gut dran, aber bei Victory rangieren wir damit dann eben eher auf den hinteren Plätzen. Wir verkaufen dann eben logischerweise in Europa mehr als die meisten Ami-Bands, die sie rausbringen - also mal abgesehen von den großen Bands, die sie haben. In den USA haben wir halt einfach keine Sonne, weil wir eben nicht wie die anderen Bands, die sie unter Vertrag haben, nicht zehn oder elf Monate im Jahr auf Tour gehen. Und das ist dann auch der Schlüssel zum Erfolg von Victory, die schicken halt alle ihre Bands wirklich das komplette Jahr auf Tour, die machen nichts anderes als jeden Abend live zu spielen. Und die verkaufen darüber dann eben so viel CDs. Das ist dann auch wieder ein Unterschied, wenn ich zu nem europäischen Label ginge und sagen würde "Wir haben zu unserem Debutalbum drei Monate in dem Jahr getourt" dann würde jeder sagen "Boah Alter, Respekt!", Victory sagen dann "Drei Monate? Ist ja wohl ein Witz!"

TJ: "Was, nicht mal die Wohnung gekündigt?"

C: Genau, genau das ist die Attitüde. Thursday z.B. haben alle ihre Wohnungen geschmissen als die die "Full Collapse" rausgebracht haben. Und wenn sie dann mal zu Hause waren, haben sie bei Freunden auf dem Sofa gepennt. Ich seh das jetzt auch bisschen anders als damals, damals war ich noch etwas jünger, und hab das noch nicht gepeilt und nicht gewusst, dass das der Grund ist, warum die so groß werden und auch musikalisch so fit sind und die meisten europäischen Bands eben in die Tasche stecken.

TJ: Naja, welch Wunder, wenn Du jeden Abend spielst, dann geht das eben irgendwann völlig automatisch und blind und dann kann man eben mehr in die Show investieren.

C: Genau! Es hat bei mir aber lange gedauert, bis ich das eingesehen habe und mich mit meiner europäischen Mentalität immer gefragt habe, warum wir das machen sollten, wo doch die anderen europäischen Bands - wenn überhaupt - höchstens so viele Shows gerissen haben, wie wir. Inzwischen würd ich denke ich, wenn Victory uns das Angebot für so ne ausgiebige Tour machen würde, zugreifen.

TJ: Echt, wär das drin mit Eurem Umfeld und eventuellen Jobs?

C: Das ist dann eben das Ding. (lange Pause, Anmerk. d. Verf.) Es ist halt die Frage, was Du irgendwann im Leben mal auf Deiner "Vertane Chancen"-Seite stehen haben willst wenn Du 50 bist.

TJ: Ja klar, wenn alle in der Band da an einem Strang ziehen. Aber wie Du sagtest, Ihr habt jetzt ein ideales Bandgefüge und Ihr liebt Euch alle gar fürchterlich, dann lass mal so Sachen wie Familie ins Spiel kommen...

C: Klar, logisch. Es ist aber eben auch nicht so, dass man zur Veröffentlichung des neuen Albums automatisch jegliche Jobs schmeißen muss, um auf Tour zu gehen. Dazu muss es ja auch erst mal entsprechende Angebote geben! Im theoretischen Bereich ist es schon so, dass wir alle sagen, dass wir die Jobs schmeißen würden um mit dieser Band auf Tour zu gehen. Und wenn es dann tatsächlich funktionieren würde, davon leben zu können, anstatt zwei Fulltime-Jobs zu machen - denn das haben wir alle, wir müssen schauen, dass wir uns über Wasser und die Band am Laufen halten, dann würden wir schon gerne eins davon knicken, und idealerweise eben nicht die Band! Aber wir sind wirklich meilenweit davon entfernt, davon leben zu können. Wenn wir auf Tour sind, dann können wir uns von den Einnahmen irgendwie über Wasser halten, wenn wir aber zu Hause sind, dann haben wir halt keine Kohle. Also noch mal, rein utopisch, wenn uns jemand sagen würde "Jungs, wie siehst aus? Ihr kriegt jetzt drei Monate nen Slot auf der "Vans Warped"-Tour und anschließend zwei Monate einen auf der "Taste Of Chaos", die irgendwie erst in den USA und dann noch Japan und Europa stattfindet" - ich würde meinen Job sofort schmeißen, sofort!

TJ: Naja, da sind wir wieder bei dem, was Du vorher gesagt hast, was werfe ich mir sonst später jahrelang vor...

C: Genau, ich hab mir irgendwann eh zur Lebensmaxime gemacht, dass Geld mir relativ egal ist, ich kann nämlich sowieso nicht damit umgehen. Ich muss nicht irgendwann ein Haus kaufen, ein dickes Auto fahren oder ne eigene Familie ernähren - zumindest momentan nicht. Das was mich glücklich macht, ist eben Musik und auf Tour gehen. Und wenn das irgendwie funktionieren könnte, und ich das nicht machen würde - boa!

TJ: Stichwort Label, wenn ich recht informiert bin, läuft der Deal mit Victory doch über drei Alben und ist somit erfüllt - wie geht's denn dann weiter?

C: Das lassen wir erst mal auf uns zukommen. Wir müssen jetzt erst mal unseren Drang mit dem Album rauszugehen befriedigen. Es bedeutet uns so viel, dass es jetzt endlich wieder los geht. Wir gehen jetzt erst mal in England zwei Wochen auf Tour und im April geht's dann durch Europa. Hoffentlich dann auch Japan und soviel wie geht USA.

TJ: Deinen Thankslist-Beitrag zum aktuellen Album beginnst Du mit einem Joke. Du bedankst Dich scheinbar enthusiastisch bei Gott und Jesus, drehst dann aber doch noch ab - kleiner Seitenhieb?

C: Klar. Das hat einfach damit zu tun, dass wir als Band in den USA Erfahrungen mit " Chris ten-Kids" gemacht haben. Und das sind einfach die intolerantesten Vollidioten, die man sich vorstellen kann, also total reaktionäres Scheiß-Volk. Meine persönliche Einstellung ist halt einfach, ich glaub nicht an irgendein höheres Wesen. Aber ich toleriere jeden, der nen anderen, oder überhaupt nen Glauben hat, solange er mich damit nicht total volllabert, bzw. mich abkanzelt, weil ich anders als er denke. Das geht mir erstens auf den Sack und zweitens ist es halt so, dass ich es total lächerlich finde, dass nachdem Bands wie Underoath oder Creed groß geworden sind, plötzlich in den USA so ne Riesenwelle losgebrochen ist und sich plötzlich alle Bands so verlogen auf Gott berufen. Klar mag Religion in den USA noch nen wesentlich größeren Stellenwert haben, als in Europa. Da gibt es dann eben auch viel mehr Leute, die diesen fundamentalen Glauben haben...

TJ: ... der in den Staaten ja dieser Tage schon eine fast perverse Dimension annimmt. Stichwort Evangelikaner, die leugnen die Evolution und streichen sie auch aus den Schulbüchern. Und in manchen Firmen wurden schon Leute wegen ihres nicht-christlichen Glaubens diskriminiert etc.

C: Was dann eben nichts anders als Rassismus auf einer anderen Ebene ist! Genau darum geht's es mir damit auch einfach. Letzen Endes also einfach nur ein "Fickfinger" in die Richtung der Leute, die Intoleranz predigen und all der Kommerzwichser, die auf den fahrenden Zug aufspringen.

TJ: Fand ich sehr sympathisch, genauso bedankst Du Dich u.a. bei Takeshi Kitano (Zatoichi, Battle Royal, Takeshis Castle, Dichter, Moderator u.a., Anmerk. d. Verf.)...

C: ... einer meiner großen Helden. Wie viele Stunden verstörter Unterhaltung der mir schon geschenkt hat. Ich steh tierisch auf seine Filme! Ich hab den auch mit Absicht quasi in einem Atemzug mit Timo, unserem Film-Mann, gegrüßt. Der hat mich nämlich vor einigen Jahren in dieses Japan-Filmgenre eingeführt und mir da viele Sachen gezeigt. Ich hätte da ja noch diverse andere Namen anfügen können, aber letztlich ist Kitano schon mein Favorit.

TJ: Mir geht's da ähnlich und ich hab lange gar keine Verbindung zwischen den vielen coolen Filmen gesehen und dieser Spielshow, die ja lange auf DSF kam: "Takeshis Castle". Erst dann hab ich mal angefangen zu googeln und gesehen, wie vielseitig der ist, was der alles macht...

C: Wahnsinn! Sänger, Dichter, Drehbuchautor, Schauspieler, Moderator - der Hammer! Und die Sachen haben ja vor allem alle Hand und Fuß und sind trotzdem komplett gegensätzlich.

TJ: Eure Release-Party war ja vor kurzem ein voller Erfolg, Ihr musstet wohl sogar Leute wieder nach Hause schicken...

C: Das war ja auch wieder so ne Sache, mit der wir so gar nicht gerechnet haben. Die Scheune in Ibbenbüren fasst ca. 400 Leute und nachdem wir jetzt so lange weg waren, haben wir gedacht, dass vielleicht so 200, 250 Leute kommen und wären damit auch schon zufrieden gewesen. Um 20.20 Uhr waren wir aber schon komplett ausverkauft und es ging einfach nichts mehr und wir mussten leider ca. 150 Leute wieder wegschicken. Anschließend haben wir dann erfahren, dass wohl tatsächlich Leute quer durch Deutschland gefahren sind um dann vor verschlossenen Türen zu stehen. Das ist natürlich bitter und so was tut mir sehr leid.

TJ: Ich hatte auch kurz mit dem Gedanken gespielt, denn ich hab Euch erst einmal live gesehen. Das war beim With Full Force im Zelt und das war eher suboptimal. Kannst Du Dich noch an die Show erinnern?

C: Ja klar, war nicht so doll. Aber jetzt mal im Ernst, wir haben zu der Zeit eigentlich nie richtig coole Shows gespielt, und das was wir in der aktuellen Besetzung machen, spielt da schon in ner ganz anderen Liga... Das liegt aber jetzt gar nicht mal unbedingt nur an Marcel, das liegt auch an dem momentanen Gefüge in der Band. Ich glaube man merkt uns einfach an, dass wir das ideale LineUp gefunden haben und bisher waren wirklich alle Shows, die wir in neuer Besetzung gespielt haben, ob nun bis unters Dach ausverkauft in Ibbenbüren oder vor nur 20 Leuten in Rotterdam, alle Shows waren der absolute Wahnsinn und die Leute sind mit dem breitesten Grinsen auf dem Gesicht nach Hause gegangen. Und wir ballern denen bei ner 70minütigen Headlinershow schon gut die Hälfte des Sets über neue Songs vor den Latz! Es ist auch alles aus dem Programm geflogen, wo irgendeiner in der Band gesagt hat, dass er da nicht mehr so den Bock drauf hat.

TJ: Ingo hat sich dann wohl so verausgabt, dass er während des Sets tatsächlich gekotzt hat - das nenn ich mal Engagement!

C: Naja, der Laden war halt so voll und es war dermaßen heiß. Ich hab keine Ahnung worans lag, er sagt ihm ist das Essen nicht so bekommen, aber das haben wir alle gegessen und bei uns wars nicht so. Er hat nach Dreiviertel der Show eine Pause machen müssen, weil ihm schwarz vor Augen und sehr schlecht wurde. Da mussten wir dann improvisieren und haben Chris toph von Mournful auf die Bühne geholt und etwas Dönkes gemacht. Ingo ist dann von der Bühne und hat draußen gekotzt. Dann ist er noch mal wiedergekommen, hat nen neuen Versuch gestartet, ist aber wieder zusammengeklappt und wieder von der Bühne gegangen und dann haben die Leute "Ingo"-Sprechchöre gestartet während er draußen gekotzt hat - was er nachher dann als einen der surrealsten Momente seines Lebens bezeichnet hat. Er hats dann aber durchgestanden und das komplette Programm, das wir geplant hatten, durchgezogen.

TJ: Als Journalist weißt Du ja selbst wies ist, oft steht zwischen den Zeilen viel mehr als die eigentlichen Worte verraten. Wenn man eine Band scheiße findet kann man - wenn man will - trotzdem diplomatisch von nem "interessanten Album" schreiben. Wenn man jetzt aber fies sein wollte - und ich hab ein paar Reviews in die Richtung gelesen - könnte man schreiben, dass Ihr jetzt wos grade angesagt ist den Emofaktor reduziert und die Metalparts in den Vordergrund stellt...

C: Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass ich diesen "Metalcore"-Vorwurf absolut überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wenn Du Dir Bands aus diesem Genre anhörst, die klingen nicht wie wir!

TJ: Naja, aber was ist denn Metalcore. Das ist ja auch nur wieder so ne Fahne, die man eben gerade rumschwenkt, mit Emo war das doch ähnlich.

C: So gesehen, waren wir meiner Meinung nach auch nie ne Emo-Band. Aber klar, wir sind jetzt härter, also sind wir ne Metalcore-Band, pfff... ich weiß auch nicht. Für uns war das klar, dass kritische Stimmen kommen. Erstens wegen des neuen Sängers und das immer, bei jeder Band dazu führt, dass Leute sagen, dass sie es vorher aber cooler fanden. Zweitens haben wir die Bandbreite, wie ich ja vorher gesagt habe, einfach nicht mehr und uns absichtlich diesmal vorher um einen roten Faden bemüht haben. Da war uns aber auch direkt klar, dass das nicht nur auf Gegenliebe stoßen wird, denn ein paar Leute haben bestimmt gerade das an uns gemocht. Wir haben aber genau das gemacht, was wir wollten und was wir zu der Zeit empfunden haben. Wenn die Leute, da nicht mitgehen wollen, dann müssen sie eben die alten Platten hören oder sich ne andere Band suchen, die ihre Bedürfnisse eher befriedigt.

TJ: Ich meine ja nur, weil Du vorhin erwähnt hast, dass bisher eigentlich nur positiv über das Album berichtet wurde. Ich denk, da werden schon auch noch kritische Stimmen dazu kommen...

C: Klar, sicher, aber wir haben noch keinen Verriss! Kritische Stimmen bleiben nach der Zeit und nach der Kurskorrektur ja nicht aus. Und auch wenn Leute bemängeln, dass sie die Emo-Parts gemocht haben und sie vermissen, schreiben sie jetzt trotzdem nicht, dass sie das Album deswegen Scheiße finden. Und ich finde, wenn ich das jetzt mal selbstbewusst sagen darf, ich krieg ja auch viel Alben von anderen Bands geschickt, das ist definitiv ne gute Platte! Auch wenn ich jetzt nicht dabei wäre und das Album auf den Tisch bekommen würde, könnt ich sie nicht verreißen, denn es ist einfach ne gute Platte!

TJ: Das Artwork bricht ja auch mit Traditionen, im Gegensatz zu den beiden ersten Alben ist es nicht mehr von Limbert Fabian / Eric Deleporte und farblich und vom Motiv ja auch ganz anders gelagert. War das gewollt, als Hinweis, dass sich hier einiges geändert hat?

C: Ja. Genau, cool dass Dir das aufgefallen ist, das entspricht wieder dem roten Faden, den ich jetzt schon mehrmals erwähnt habe. Bei den ersten Platten konnte man rein vom Artwork auch nicht ahnen, was das für ne Band ist.

TJ: Was ja an sich cool ist, wenn man nicht gleich mit Zaunpfahl winkt und Metal schreit...

C: Ja klar, wenn man das dann aber lange so gemacht hat und dann auch zum ersten Mal ein Album hat, auf dem kein einziger Text von Beziehungen handelt und somit kein einziger "Emo-Text" zu finden ist, sondern wirklich alle Texte so aggressiv sind wie die Musik. Zuerst hatten wir sogar nen Entwurf, den wir selbst gemacht haben, der dem entsprochen hat, was Du gerade gesagt hast, dass eben niemand, echt niemand getippt hätte, dass die Platte so ist, wie sie klingt. Letzten Endes haben wir uns diesmal gesagt, dass wir wollen, dass die Leute das Album ansehen und erwarten, dass sie tierisch den Hintern versohlt bekommen!

TJ: Weil Du gerade auch die Texte ansprichst: Bei vielen der Texte kann man heraushören, dass sie nach wie vor sehr engagiert sind, bei manchen hat man eine Ahnung worum es sich dreht, bei wenigen kann man aber eine direkte Botschaft herauslesen. Bei "Moshpit Etiquette" dagegen ist völlig klar worum es geht, und ich hab mich sehr gefreut, dass offensichtlich nicht nur ich mich frage, was denn der Scheiß nun wieder soll?

C: Genau das ist auch exakt der Grund. Wie viele Leute kennst Du, die sich darüber aufregen und sich fragen, was das denn wohl für Vollidioten sind. Deswegen macht es oft auch keinen Spaß mehr auf Shows zu gehen, weil nämlich vorne fünf Idioten meinen sich produzieren zu müssen. Und das denken auch die allermeisten Bands, nur wagt es eben keiner das auszusprechen.

TJ: Habt Ihr auch schon negative Reaktionen auf den Text bekommen?

C: Null! Alle Leute, die dazu bisher was gesagt haben, haben einfach nur zugestimmt und sich gefreut, dass endlich mal jemand was sagt.

TJ: Beim Anfang von "My Hoplessness and me" hab ich spontan gedacht "Huch, kommt jetzt ne Scorpions-Coverversion" und im Mittelteil die Snare-Passage, ist das ne Metallica/St.Anger-Referenz?

C: Nee... bzw. ja! Also, das was Du mit St. Anger meinst, hat aber für uns ne andere Bedeutung. Hör Dir mal die "Progression Through Unlearning" von Snapcase an. DAS ist die Snare, die wir wollten. Die St. Anger-Snare finden wir etwas zu krass, obwohl ich die Art, dieses metallische Ping, schon sehr geil finde.

TJ: Und der Scorpions-Ansatz zu Anfang?

C: Das ist schon so gewollt und ist bis zu einem gewissen Grad einfach Kokettieren mit der eigenen musikalischen Sozialisierung. Wir sind alle jetzt um die 30 oder auch drüber und hören seit wir zwölf sind alles was irgendwie mit harten Gitarren zu tun hat. Deswegen steht das auch so explizit in meiner Dankesliste: Hardcore, Punk und Metal gleichwertig. Wir waren nie so Szenekids, die sich auf einen Bereich beschränkt haben, sondern haben uns immer das rausgefischt, was wir am geilsten fanden.

TJ: Was war dann Deine erste Show?

C: Meine erste Show? Das war Black Sabbath.

TJ: Oh Gott, kanns denn geiler sein?

C: Es war allerdings Black Sabbath mit Tony Martin, die "TYR"-Tour war das in Osnabrück. Sobald ich zum ersten Mal harte Gitarrenmusik gehört habe, war ich dann auch drauf. Und um ganz ehrlich zu sein, waren das sogar die Scorpions!

TJ: Meine erste harte Platte war auch von den Scorpions, "Worldwide Live" als Klappcover mit Poster und das Bild im Inneren hat mich sehr beeindruckt, die Jungs irgendwo in Japan auf der Bühne und bis an den Horizont Zuschauer...

C: Und bei mir war diese Scorpions-Einstiegsdroge nach ca. zwei Wochen gegessen und danach hab ich nie wieder Scorpions gehört, weil ich dann nämlich von nem Freund Metallica und Slayer überspielt bekommen habe!

TJ: Das war bei mir ganz ehrlich!

TJ: So, ich weiss, dass Ihr zumindest auf der Playstation Fußballfans seid...

C: Genau. Pro Evolution Soccer 4 war letztes Jahr bei uns im Tourbus der Renner.

TJ: Habt Ihr Euch den Juni und die WM dann extra freigehalten? Was glaubst Du, wer wird Weltmeister?

C: Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass mein Interesse in den letzten Jahren und wenn wir da ne coole Tour spielen könnten... also es ist schon noch da, aber ich würd mir nicht zutrauen jetzt wirklich alle Mannschaften bewerten zu können. Was ich halt so aus den letzten Jahren sagen kann, ist dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Deutschen es schaffen, auch wenn ich die herbe Kritik an diesem jungen Team nicht so ganz nachvollziehen kann. Da sind jede Menge Spieler dabei, aus denen richtig was werden könnte und wer weiß, was die in ner Tourniersituation reißen können. Letzten Ende glaube ich dann schon, dass es Brasilien schon machen wird. Holland könnte auch so ein Geheimfavorit sein. Ich denke auch nicht, dass dieses Jahr ein Team aus Afrika überraschen könnte.

TJ: So, das wars denn auch, ich wünsch Euch viel Spaß und Erfolg mit den Shows zum neuen Album und vielleicht sieht man sich ja mal, take care!

C: Ja danke, machs gut!

Das Interview wurde von Thomas Jentsch geführt.

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