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Ich kann mich noch gut an die Anfangstage von Fear My Thoughts aus Freiburg erinnern. Ende des letzten Jahrtausends, lange bevor Metalcore trendy war, machte die Band süddeutsche Jugendhäuser unsicher. Langsam aber sicher verbreitete sich in der Szene der gute Ruf der Band, die damals noch stark von Chaoscore Bands wie Converge oder Coalesce beeinflusst war. Von da an konnte man der Band förmlich beim Wachsen zuschauen. Die ersten beiden Platten wurden über das kleine bayrische Label Let It Burn veröffentlicht. Die Alben Nummer drei und vier erschienen schon bei den Metal(core) Spezialisten von Lifeforce. Spätestens jetzt war die Band auch überregional ein Begriff. Das neue Album ?Vulcanus? erscheint nun bei Century Media und markiert somit wieder einen deutlichen Schritt nach vorne. Doch nicht nur in geschäftlicher Hinsicht macht die Band riesige Schritte. Ebenso wie sich die Fanbase der Band stetig gesteigert hat, hat sich die Band auch musikalisch von Album zu Album weiterentwickelt. ?Vulcanus? zeigt die Band wieder deutlich ausgereifter und vielseitiger. Ich sprach mit Gitarrist Patrick Hagmann ausführlich über das neue Album und dessen Entstehung.

Wie würdest du euer neues Album in eigenen Worten beschreiben?

Als wir die Platte gemacht haben, hatten wir gemischte Gefühle. Einerseits standen wir voll hinter der Entwicklung die sich abgezeichnet hat, auf der anderen Seite waren wir uns aber nicht sicher ob wir das wirklich bringen könnten. Bei manchen Songs waren wir uns echt nicht sicher ob wir es wagen könnten mit so etwas anzukommen. Wir dachten, dass die viele Leute ein Problem mit der Platte haben werden. In der Tat ist es jetzt auch so, dass einige Leute ein Problem mit ihr haben. Aber mehr Leute als wir erwartet hätten, mögen das Album.

Das Album ist ein recht großer Schritt für euch.

Ja, obwohl wir all diese Einflüsse schon immer hatten und auch schon auf den alten Platten verbraten haben. Dieses Mal sind sie aber noch deutlicher. Auf all unseren Platten war aber der Rock Einfluss und auch die progressiven Elemente vorhanden. Vielleicht konnten wir das aber damals noch nicht so gut umsetzen wie wir es jetzt geschafft haben.

Die Platte ist einerseits komplexer aber andererseits auch zugänglicher. Wie habt ihr dieses Kunststück vollbracht?

Das war ein bewusster Schritt. Man kann natürlich nicht alles planen und so kommt vieles auch aus dem Bauch, aber wir waren uns im Vorfeld schon darüber klar, dass die Platte komplexer und auch tiefgründiger werden auf der anderen Seite aber auch gewisse Ohrwurmqualitäten haben sollte. Das war unser Anspruch an die Platte. Es war von Anfang an unser Wunsch so zu klingen, daran haben wir gearbeitet.

Habt ihr das Album also im Vorfeld schon geplant?

Na ja, wir sitzen da jetzt nicht an nem Reißbrett zusammen,aber wenn man im Proberaum zusammen ist und jammt kommen immer wieder Ideen der Art: ?Lass uns bei den neuen Songs etwas in dieser Richtung versuchen.? auf. Die finden dann entweder Zustimmung bei den Anderen oder nicht. So gesehen überlegen wir schon vorher was wir wollen.

Für eine Band die bereits ihr fünftes Album veröffentlicht hat seid ihr stilistisch noch immer sehr in Bewegung und entwickelt euch ständig weiter bzw. in eine neue Richtung.

Das passiert aber eigentlich gar nicht unbedingt bewusst. Bei uns kommen immer neue Dinge hinzu. Wir entwickeln uns als Musiker weiter und nehmen alle möglichen Dinge auf. Wir versuchen ständig uns zu verbessern. Unser Drummer ist beispielsweise auch an der Jazz Hochschule und will sich ständig weiterentwickeln und auch unser Sänger nimmt seit einem Jahr Gesangsunterricht. Auch der Rest saugt alles was an Einflüssen gibt in sich auf. Für uns ist es langweilig uns zu wiederholen. Für manche Bands wie AC/DC, Iron Maiden oder Motörhead ist es gut, dass sie immer dasselbe machen. Wer weiß, vielleicht passiert uns das auch einmal. Bis jetzt haben wir aber vor jeder Platte Bock auf etwas Neues. Das kommt einfach so. Wenn ein Album erschienen ist und man die Songs schon so oft gespielt hat, brauchen wir einfach wieder etwas Frisches. Vielleicht haben wir nach diesem Album keinen Bock mehr auf Metal.

Inwiefern lasst ihr euch beim Platten machen auch von äußeren Einflüssen, z.B. dem Erwartungsdruck von Label und Fans, beeinflussen?

Ein gewisser Druck sitzt uns schon im Nacken. Vielleicht beeinflusst uns dieser auch unterbewusst, sicherlich aber nicht bewusst. Es ist nicht so, dass wir unbedingt noch einen Hit für das Label schreiben wollen, Songs kürzen oder zu verrückte Arrangements rausschmeißen weil uns dieser Druck im Nacken sitzt. Wenn wir uns da hätten beeinflussen lassen, wäre das Album sicherlich anders ausgefallen. Wir sind uns schon darüber bewusst, dass von Seiten des Labels oder auch der Fans gewisse Erwartungen da sind. Wir lassen uns dadurch aber nicht limitieren.

Wie entstehen bei euch die Songs?

Markus und ich, also die Gitarristen, schreiben oft einzelne Riffs zuhause. Keine ganzen Songs. Ich mach seit ca. zwei Jahren auch viel am Computer. Ich nehme Songideen, also auch ganze Arrangements, im Rechner auf und programmier auch das Schlagzeug dazu. Damit komm ich dann in den Proberaum oder schick es den anderen per Mail. Wenn es ihnen gefällt probieren wir es dann zusammen aus. Unser Drummer ist sehr kreativ, wenn ich eine Idee für einen Beat habe, kann es gut sein, dass er sie komplett umwirft und etwas viel geileres macht. Es kommt aber selten vor, dass Songs wirklich durchs jammen entstehen. Das passiert schon auch, beispielsweise beim Titeltrack der neuen Platte, ist aber eher die Ausnahme.

Ihr habt den Anteil elektronischer Elemente noch mal deutlich erhöht. Diese übernimmt wieder Kim Olesen. Wer ist das denn?

Das ist der Gitarrist von Anubis Gates, einer dänischen progressive Power Metal Band. Er ist aber auch Keyboarder in verschiedenen anderen Projekten. Er ist mit Jacob Hansen befreundet. Als wir damals Hell Sweet Hell aufgenommen haben, wollten wir unbedingt mehr Keyboards auf dem Album haben. Wir kannten aber leider niemanden der spielen kann und haben deshalb den Jacob Hansen gefragt ob er jemanden kennt. Er hat dann sofort Kim Olesen vorgeschlagen. Kim ist ein absoluter Musik-Nerd. Er kam dann ins Studio und wir haben gemeinsam die Parts ausgearbeitet. Inzwischen hat sich eine echte Freundschaft entwickelt, er ist ein echt cooler Typ.

Die Keyboards kommen also erst im Studio dazu.

Nein, wir überlegen uns schon beim Schreiben der Songs wo Keyboards passen könnten. Wir haben ein kleines Casio-Keyboard im Proberaum mit dem wir experimentieren. So sammeln wir Ideen. Das sind aber alles nur Basisideen die ich dann dem Kim schicke. Er übernimmt sie dann und verfeinert sie, hat aber auch eigene Ideen. Er kennt die Songs aber schon als Demos.

Es ist als nicht so, dass ihr einen Band-Fremden einfach mal machen lasst.

Nein, auf keinen Fall. Wir sitzen da im Studio zusammen und arbeiten das gemeinsam aus.

Setzt ihr das auch Live um?

Das machen wir nun schon seit über einem Jahr. Lediglich werden diese dann von unserem Drummer abgerufen von einem Sequenzer. Wir hatten uns überlegt einen echten Keyboarder für die Auftritte zu engagieren. Das Problem war aber, dass wir erstens niemanden kannten und es außerdem auch ein größerer organisatorischer sowie sozialer Aufwand ist.

Wie kam es denn zu den Gastauftritten von Schmier und Mike von Destruction?

Unser Drummer Norman kommt ursprünglich aus Weil. Er hat dort noch einen Proberaum in dem er mit seiner alten Band schon geprobt hat. Da seine alte Band und Destruction gut befreundet waren, proben Destruction heute in diesem Proberaum. Daher kennen auch wir die Jungs. Schmier wurde so auch etwas Fan von uns und kam auch zu unseren Shows wenn wir dort gespielt haben. So entstand irgendwie mal die Idee, dass er was zu unserer nächsten Platte beitragen könnte. Er hat dann auch gleich den Mike mitgebracht für einen Gitarrenpart. Sie sind dann in Basel in ein Studio gegangen wo sie zum Rohmix unserer Aufnahmen ihre Parts eingespielt haben. Die beiden Jungs auf dem Album zu haben ist für mich eine großartige Sache. Destruction waren eine meiner Haupteinflüsse am Anfang. Als ich Mike zum ersten Mal live gesehen hatte, beschloss ich mit 14 das Gitarre spielen anzufangen.

Es hat auch etwas Symbolisches. Man hat die alte und neue Metalschule auf einer Platte.

Ja, genau. Das dachte ich mir auch. Es gibt da eine Verbindung.

Es ist für Fear My Thoughts auffällig dass ihr bei jedem Labelwechsel einen stilistischen Quantensprung vollzieht. Wie erklärst du dir das?

Das ist absoluter Zufall. Es ist nie bewusst gewesen, dass wir irgendwie dachten wir müssen auf einem neuen Label auch anders klingen. Wir haben immer unser Bestes gegeben. Ich glaube nicht, dass der Labelwechsel eine Rolle spielt. Wir hätten auf Lifeforce sicherlich dieselbe Platte gemacht. Einige der Songs waren schon vor Vertragsunterzeichnung fertig.

Ihr musstet im Sommer euren Auftritt beim Summer Breeze absagen weil es wohl Probleme im Studio gab. Was genau war los?

Wir hatten den Auftritt eigentlich fest eingeplant und laut Plan hätten wir mit den Aufnahmen fertig sein sollen. Leider ist der Matze, unser Sänger, krank geworden. Er hatte eine Sommergrippe und die Gesangsaufnahmen haben sich entsprechend nach hinten verschoben. Wir hätten also Aufnahmezeit verloren, da der Summer Breeze Auftritt direkt während den Gesangsaufnahmen gewesen wäre. Außerdem musste der Matze seine Stimme schonen. Da wäre der Auftritt extrem gefährlich gewesen. Wir werden aber 2007 auf jeden Fall dort spielen.

Dieser ?core? Zusatz bei euch kann man endgültig streichen. Wie siehst du das?

Ach das ist das alte Thema. Wir haben uns eigentlich nie als Metalcore Band gesehen. Das sagt wahrscheinlich heute jede Band von sich, aber wir haben wirklich nie den Sound den man so als Metalcore bezeichnet gemacht. Wir kommen aus der Hardcore Szene und auch aus der Metal Szene. Unser Drummer hat überhaupt keine Ahnung von Hardcore. Auf unseren ersten Platten waren wir nicht von Metalcore beeinflusst, eher von Krachbands wie Converge oder so. Später waren wir eher vom klassischen Metal beeinflusst. Keiner in der Band hört Metalcore. Ich mag Unearth, vor allem weil sie spielerisch sehr gut sind, aber das ist eher eine Ausnahme. Wir sind mit vielen Bands aus diesem Genre gut befreundet wie Caliban, Maroon, Heaven Shall Burn oder Neaera, einfach weil es nette Leute sind und wir viel mit ihnen spielen. Rein geschmacklich ist das aber gar nicht so unser Ding. Manche der Bands finde ich vor allem live sehr gut, Heaven Shall Burn machen beispielsweise einfach alles platt, aber auf Platte gebe ich mir das eigentlich nicht.

Trotzdem ist mir in den Texten eine klare Hardcore Referenz aufgefallen. In ?Lost In Black? kommt die Passage ?Life Love Regret? vor. Da ich weiß, dass du ein großer Fan von Unbroken bist, taucht die Stelle sicher nicht zufällig auf.

Das kommt tatsächlich von mir. Wir hatten bei dem Song ein bisschen mit dem Text zu kämpfen. Unser Sänger hat da Zeilen gesucht und da hatte ich die Idee, dass das an dieser Stelle gut passen könnte. Alle in der Band, abgesehen von unserem Drummer, kennt Unbroken und kennt auch diese Zeile. Es war schon bewusst.

Hat die Platte ein thematisches Konzept?

Das würde zu dem Titel eigentlich gut passen. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen ein Konzeptalbum zu machen. Uns ist dabei aber aufgefallen, dass wir uns dann schon am Anfang des Songwritings genau auf gewisse Dinge festlegen müssen. So beispielsweise die Texte und die Songreihenfolge. Da bleibt wenig Raum für Entwicklungen. Deshalb haben wir die Idee wieder verworfen. Es gibt bei dem Album eigentlich kein textliches Konzept. Es handelt von den Dingen über die der Matze immer schreibt. Einerseits Politik, andererseits aber auch sehr persönliches Zeugs.

Das Artwork hat nicht mehr wie bisher Peter Hoffmann sondern Marc Krämer gemacht. Wie kam das?

Das hat nichts damit zu tun, dass wir den Peter Hoffmann nicht mehr wollten oder mit seiner Arbeit unzufrieden gewesen sind. Im Gegenteil. Der Marc ist aber ein guter Freund von uns und hat auch schon T-Shirt Designs für uns gemacht. Er wollte schon länger auch mehr für uns machen. Da wir seine Sachen immer geil fanden haben wir ihn bei dieser Platte rangelassen. Das Artwork ergibt zusammen mit dem Booklet eine wirklich geile Sache.

Von dem Album wird es auch eine limitierte Version. Wie wird diese sich von der regulären unterscheiden?

Es ist eben ein Digipack mit einem Studioreport-Video drauf. Es gibt noch einen Extra Song, dieser wird allerdings nur auf der Japan Version vorhanden sein.

Wie sehen denn eure Zukunftspläne aus?

Das ist eine gute Frage. Im Januar gehen wir erstmal drei Wochen auf Tour zusammen mit Kataklysm, Neaera und Quo Vadis. Im Herbst wollen wir wieder auf Tour gehen, das ist aber noch nicht Spruchreif. Ansonsten werden wir im Sommer Festivals spielen. Im März und April werden wir Konzerte mit Mercenary spielen. Mit denen haben wir uns auf der gemeinsamen Tour mit The Haunted angefreundet. Sie haben uns dann eingeladen auf ihrer Headlinertour ein paar Shows mitzuspielen. Die Tour mit The Haunted war cool, da wir gut hineingepasst haben. Ich denke wir sind so melodisch wie Mercenary, haben aber auch den aggressiveren Part von The Haunted. Das war ein interessantes Paket.

Ist das Ausland für euch ein Thema?

Ja, es gibt da schon Vorschläge das zu machen. Vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr. Wir haben da schon bock drauf. Aber die Konditionen müssen stimmen. Gerade in den USA werden kleine Bands nicht immer gut behandelt. Da geht es nicht darum viel Kohle zu verdienen, aber wir wollen auch nicht so viel drauf legen müssen. Zumindest Essen und ein Schlafplatz sollten drin sein.

Hast du noch letzte Worte?

Nein, besser nicht. Da bin ich immer schlecht drin.

Das Interview wurde von Rolf Gehring geführt.

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