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München Backstage @ HELLDRIVER MAGAZINE Live-Review
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Aereogramme /

24.05.2003, München, Backstage

Was ein Wetter, richtiges "Kaiser-Wetter" und dann noch ein lang ersehntes Konzert von Aereogramme in München!
Ich hab noch nie ein derart Ameisen-befallnes Gebiet gesehen, wie die Brücke vor dem Backstage. Also da hat man ja schon fast an ein paar Horror-Filme denken müssen, so hats an dem Grünstreifen gewuselt, fies...
Das Interview vor der Show verlief schon sehr locker und aufschlussreich, das neue Backstage ist ähnlich idyllisch wie das alte auch mit nem schnuckligen Biergarten ausgerüstet und da haben wir uns auch erst mal reingesetzt und es uns gut gehen lassen bis dann um 21.15 die ersten Bässe aus dem kleinen Club bollerten. Beim Reinlaufen war ich dann erst mal überrascht über die vielen Besucher, denn ich hatte den Eindruck, dass kaum jemand Notiz von den Schotten nimmt, aber man lässt sich ja gern eines Besseren belehren...
Der Club ist das reinste Schmuckstück! Ist die grössere Halle nebenan einfach nur funktional und gut für Konzerte geeignet, so hat der kleine Club richtig Charakter! An der einen Wand die Bar, die Bühne diagonal ins Eck eingepasst. Gegenüber und an der Seite der Bühne ein paar Stufen, so dass man eigentlich fast überall gut gesehen hat und als Krönung sogar noch ne Empore über der Bar. Farblich ist der ganze Club in rot gehalten. Seitlich an der Bühne hats sogar rote Samtvorhänge und hier und da ein paar Lichterketten. So n bisschen Saloon-/Puff-Style.
Kein Wunder, dass Craig beim Interview den Namen der Vorband nicht wusste, muss man auch nicht unbedingt kennen. Die hatten zwar ein Backdrop, aber das hatten sie so schlau über den Monitorboxen drapiert, dass man es erst nicht lesen konnte, weil es auf dem Boden hing. Der Bandname war glaub ich irgendwas mit Dong oder Bong... Sie waren auf jeden Fall zu dritt, der Drummer hatte kein einziges (!) Tom, der Sänger dafür ne Wollmütze auf - und es war draussen schon sauna-heiss. Sie haben auch keinen Meter zu Aereogramme gepasst, sind aber trotzdem tapfer von den Anwesenden geduldet worden, am Anfang wars auch noch ganz ok. Da haben sie mich streckenweise etwas an Muse erinnert, etwas extrovertierter Sänger und andere Herangehensweise. Bemüht war dann schon der Song im Walzerrythmus, danach wurds dann aber wieder etwas jazziger bevor es (Überraschung!) etwas nach den Chili Peppers klang. In den Biergarten zurückgetrieben haben sie uns dann mit nem belanglosen Fun-Punk-Song, der mich an Glow, Bananafishbones und Konsorten erinnerte und dann schon lieber Ameisen-Attack!
Nach ner kurzen Umbaupause gings dann auch los und von Anfang an hatten die vier putzigen Schotten leichtes Spiel mit den etwa 250 Anwesenden. Putzig deshalb, weil die Herren alle bekennende Voll-Barträger sind und irgendwie aussahen wie Nikolaus Wichtel aus der Verpackungsabteilung im Sommerjob. Der Drummer strahlte die ganze Zeit über, als hätte er gerade eben sein Drum-Kit unterm Weihnachtsbaum ausgepackt und könnte es vor Glück immer noch nicht fassen. Iain auf der linken Seite, der den Laptop (ganz unprätentiös auf nem Stuhl, mit nem Handtuch gepolstert, aufgebaut) und die Gitarre bediente, hatte eine im Mundwinkel angewachsenen Zigarette, die ihn den ganzen Gig über begleitete und wirkte sehr selbstversunken aber auch sehr hingebungsvoll. Ab und an sang er Backup oder besorgte die Scream-Parts, als Filmfreak und Soundtrack-Tüftler hat das EraserHead-Shirt natürlich nicht überrascht. Basser Campbell zeigte dem Publikum über die erste Hälfte des Gigs eher seine orangene (weil Jägermeister-Shirt) Rückseite, stand viel vor seiner Box, hat sich aber auch sehr gefreut, dass die Band so freundlich empfangen und aufgenommen wurde. Sänger Craig beherrschte die rechte Seite und kommunizierte zwischen den Songs auch mit dem Publikum und war streckenweise fassungslos, dass es so ruhig zwischen den Songs war. Einmal meinte er, dass in Holland immer ein Betrunkener in der ersten Reihe rumkrakeelt, mindestens einer... das erzeugte dann zwar ein paar Lacher, aber es blieb eine ganz spezielle Atmosphäre im Club, die ich so noch nie erlebt habe. Es schienen alle um mich herum einfach nur glücklich das erleben zu können, es gab kein Geschrei, Gemurmel oder Geschubse; alle waren ergriffen von diesen vor Emotionen strotzenden Melodien und den ab und an ausbrechenden Krach-Kaskaden. Die allermeisten haben Passagen mitgesungen und über die Dauer des Konzerts eine Art beseeltes Lächeln um die Mundwinkel gehabt Die Band verstand es meisterlich die besten Songs der beiden Alben live umzusetzen und brachte im Zugabenblock sogar eine überraschende Coverversion unter: "Snake" von PJ Harvey. Nach etwa eineinhalb Stunden erklang dann das finale "Shouting for Joey" und setzte den Schlusspunkt unter einen perfekten Auftritt einer absoluten Ausnahmeband, Neurosis meets Sigur Ros, unfassbar gut!


(tj)

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