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With Full Force XI Roitzschjora Fluggelnde @ HELLDRIVER MAGAZINE Live-Review
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With Full Force XI /

02.07.2004, Roitzschjora, Fluggelände

Es hatte sich nicht viel verändert im Gegensatz zum letzten Jahr, im Prinzip alles beim alten, außer, dass die Aus- bzw- Eingänge etwas ungeschickter gelegt waren und die Hauptbühne etwas merkwürdig dimensioniert war: Höher als breit... hab ich so jetzt auch noch nicht gesehen. Eine coole und oft auch (unfreiwillig) lustige Sache war die Karaoke-Bühne direkt vor dem Haupteingang. Die wurde sehr euphorisch aufgenommen und war ein weiterer Beweis dafür, dass manchen Leuten wirklich gar nichts peinlich ist! Größter Haken war das wechselhafte Wetter, das eigentlich fast immer windig bis stürmisch und meist auch bewölkt war. Besonders der Wind trug nicht wirklich zu nem guten Sound bei...(tj)

Freitag 02.07.04

Zeltbühne

SIDEKICK

Freitag Mittag, 14.00 Uhr, gerade erst in Roitzschjora angekommen und schon ist das erste Bier verschüttet, weil man wie aus heiterem Himmel im Monster-Moshpit vor der Hardbowl-Bühne den Arsch voll bekommt. SIDEKICK sahen sich einem (für die Uhrzeit) erstaunlich vollen Zelt gegenüber, hatten aber keine Hemmungen die ganze Menge ordentlich zu rocken...Stuttgart Style! Vom neusten Release „Words And Action“ bis hin zu den Klassikern „End Racism“ und „Rawpack“ verfehlte kein Song seine Wirkung und überall waren Pick-Up- und Gorilla-Moves zu sehen. Frontmann Jogges wurde einige Arbeit abgenommen, da sich das Publikum äußert textsicher präsentierte. Mit legerer Bühnenpräsenz und einer im Ganzen wirklich guten Leistung konnten die Stuttgarter Jungs die HC-Heads aus dem ganzen Land begeistern. Einen besseren Opener hätte sich das 11. WFF kaum wünschen können. (cj)

MAROON

MAROON hatten durch die vorangegangene SIDEKICK-Show eine bereits gut angewärmte Zuhörerschaft, als sie kurz vor 15 Uhr die Hardbowl-Stage betraten. Dank fettem Sound und dem stimmgewaltigen Shouter gelang es ihnen auch gleich das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Obwohl ihre derben Mosh-Attaken - zumindest anfangs - ordentlich einschlugen, kam es mir so vor, als ob die fünf Jungs aus Nordhausen gegen Ende hin etwas lahm wurden. Vielleicht hätte dem Set auch ein bisschen mehr Abwechslung gut getan, denn man konnte mit der Zeit einige Leute Richtung Hauptbühne abwandern sehen. Allerdings spielten MAROON am gleichen Tag noch ein weiteres großes Festival in ihrer Heimatstadt und waren mit den Gedanken vielleicht schon dort... wobei ich denke, wenn man schon zwei Auftritte an einem Tag spielt, muss man auch doppelt so gut sein. (cj)

E-TOWN CONCRETE

Die New Yorker E-TOWN CONCRETE sollten wohl das Bindeglied zwischen den vorangegangenen Metal-Bolzern MAROON und den darauf folgenden Punk’n Roll-Bands bilden. Diese Platzierung erwies sich für sie aber als weniger geeignet. Ihre Mischung aus HC und HipHop gefällt mir persönlich auf Tonträger eigentlich recht gut, an diesem Tag vermisste ich allerdings die Härte und die Spielfreude die ihren Sound so typisch machen. Der restlichen Zuhörerschaft ging es wohl ebenso, denn wirklich abgegangen ist niemand und trotz strömendem Regen verließen viele den Schauplatz. Die für E-TOWN ungünstige Running Order kann dafür aber nicht als Ausrede herangezogen werden, denn spielerisch waren die Jungs sicherlich schon mal besser. Dass der Frontmann auf die nicht so begeisterten Fans auch noch leicht beleidigt reagierte, war für mich der endgültige Anstoß, ebenfalls die Szenerie zu räumen. (cj)

MISCONDUCT

Nach E-Town Concrete betraten Misconduct die Zeltbühne und konnten schon deutlich mehr Zuhörer für sich gewinnen. Die Schweden spielten hauptsächlich Song ihrer neuen Platte „United As One“ die deutlich melodischer sind als ihre älteren Sachen welche die Band immer wieder einstreute. Das Publikum dankte es ihnen mit einem für diese Zeit schon ordentlichem Pit. Die Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und ihr melodischer Hardcore irgendwo zwischen frühen 59 Times The Pain, Ignite und New Yorker Oldschool funktionierte auch live bestens. Beendet wurde der Auftritt von einer Punk/Hardcore-Coverversion des Bob Marley Songs „Iron, Lion, Zion“. (rg)

DONOTS

Die Donots sind Live immer ein Garant für gute Laune. Auch wenn die Band mit ihrem Chart tauglichem Pop-Punk auf dem Festival etwas deplatziert wirkte gab die Band ihr Bestes um das aufgrund des Regens gut gefüllte Zelt zum Kochen zu bringen. Sie taten dies mit einer Mischung aus neuen Songs vom aktuellen Album „Got The Noise“ und den bewährten Hits von „Pocketrock“ und „Amplify The Good Times“. Die Gesichter der Anwesenden gaben ein gemischtes Bild wieder. Von teilnahmslos dreinschauen bis begeistert mitsingen war alles dabei. Insgesamt kann die Band wohl mit ihrem Auftritt zufrieden sein, da sie besonders im vorderen Bereich des Zeltes ordentlich abgefeiert wurden. (rg)

BEATSTEAKS

Auch eher eine Fehlplanung war wohl, dass die Beatsteaks im Zelt fast zeitgleich mit Life of Agony auf der Hauptbühne auftraten. Der Auftritt der Berliner begann mit einem Introsong vom Band während auf der Bühne nur ein kleiner Stern an der Bassbox leuchtete. Mit dem Ende des Intros entrollte sich unter der Lichttraverse von einem Spot beleuchtet ein kleines Smacksmash-Transparent und los gings! Die ganze vordere Hälfte des Zeltes hatte sofort die Arme oben und war fortan Wachs in Sänger Arnims Händen. Gibts eine deutsche Band, die im Moment mehr Liebe und Sympathie bekommt als die Berliner? Und das mal völlig zu recht, denn die Jungs arbeiten schon seit Jahren an ihrem Ding und jetzt, wo sie nach drei Independent-Alben den Major-Deal bei der WEA gelandet haben, fahren sie verdient die Ernte ein. Die ersten drei Songs kamen dann auch direkt vom aktuellen Album („Big Attack“, „Ain’t complaining“, „Monster“): Fünf riesige Old-school-Glühbirnen dienten als einzige Bühnendeko. Die Band war perfekt aufeinander eingespielte und mehr als gutgelaunt, sogar die mehrstimmigen Gesänge kamen astrein. Der Gitarrist glänzt mit kurz angespieltem Danzig-Riff und später sogar einer längeren Referenz an den 3. Mann! Das Publikum gab alles, von Klatschen, Hüpfen, Singen über Crowdsurfen bis hin zum Scheibenwischer-Winken war alles dabei. Arnim, der seit dem neuen Album auch live oft die Gitarre umschnallt, grinste über beide Backen und sagte das nächste Lied folgendermassen an: Das nächste Lied ist für den besten Sänger der Welt! - klar, da konnte nur „Hello Joe“ für Joe Strummer gemeint sein! Später wurden dann kurzerhand Passagen aus Iggy Pops „Passenger“ und RATMs „Bullet in the Head“ in alte Songs eingebaut. „Hand in Hand“ mit Griechenland wird Europameister-Ansage (der alte Prophet!). Es folgte ein Manowar-Song! ... und ein Drummer aus dem Publikum, der nach ordentlich getaner Arbeit mit dem Surfbrett-Ritt auf den Leuten belohnt wurde! Sympathische und vor allem glaubhafte „Wir sind nur so gut wie unser Publikum“-Geste. Als Abschlusshammer dann „Let me in“ bei dem der Sänger gegen Ende und anch entsprechenden Aufforderungen tatsächlich vom linken Boxenturm ins Publikum gesprungen ist!!! (tj)

Danach „durfte“ ich den größten Haken am WFF miterleben: die (seit Jahren!) viel zu enge Schleuse zwischen Zelt und Hauptbühne. Nach der formidablen Beatsteaks-Show strömte quasi das komplette Zelt vor die Hauptbühne, wo als nächstes Hatebreed spielten. Dummerweise war der Durchgang viel zu eng, zudem hatte irgendein Schlaukopf auch noch ein Werbeauto in den Weg der Massen gestellt und so kam es wie es kommen musste: es kam zu wüstem Gedränge und panikartigen Ausbrüchen mehrerer Leute um mich herum, die dann sofort von irgendwelchen Dumpfbacken zu Randale und Zerstörung genutzt wurde. So hab ich gesehen, wie irgendwelche Deppen völlig grundlos einen riesigen Sonnenschirm, unter dem die Massen durchströmten, zerstört haben. Und als Gipfel der Schlauheit war dieses Jahr auch noch innerhalb dieser Schleuse der Backstage-Eingang für die V.I.P.s installiert... Bitte liebes WFF-Team, diesen Engpass nächstes Jahr unbedingt entzerren! Ihr habt doch so ein riesiges Gelände, einfach ein, zwei Stände in einen anderen Bereich umsetzen und schon ist die Lage viel entspannter! (tj)

Mainstage

SOILWORK

So hatten auch Soilwork durch den starken Wind einen eher bescheidenen Sound, war in etwas so, als ob jemand die Lautstärke ständig rauf und runter dreht. Man kann sich allerdings nur freuen für die Band. Denn es hat wohl endlich Geld von der Plattenfirma bekommen: der Sänger hatte ausnahmsweise mal nicht sein rotes (Ferrari? Marlboro?) Hemd an! Der derbe Thrash der Anfangstage blitzte ab und an noch durch, mittlerweile ist die Band aber zu einer durchaus massenkompatiblen Angelegenheit geworden, die auch sehr gut auf derartige Festivals passt. (tj)

DEATH ANGEL

Nach den Schweden waren also Death Angel an der Reihe. Eingeleitet wurde ihr Auftritt durch eine Ansage von Rock Hard-Götz, der Hinweise der Veranstalter verlas und mit den folgenden Worten schloss: „Viel Spass mit den Abräumern des Jahres: DA!!“
Sänger Mark Osegueda stürmt, ganz in schwarz gekleidet, an die Bühenkante. Über die ihnen zugestandenen 40 Minuten Spielzeit wird er sich nach und nach seiner Lederjacke und dem aufgeschlitzen Stoffetzen, den er wohl T-Shirt nennen würde, entledigen. Auffällig auch der Drummer mit fast waagrechten Toms! Später bedankt sich der Sänger artig, dass sie das Festival spielen können. Danach gabs dann mit „Thicker than Blood“ und „The Devil incarnate“ zwei Songs vom aktuellen „The Art of Dying“-Album. Der krönende Abschluss und Höhepunkt war jedochs „Seemingly endless Time“ vom Klassiker „Act III“. Mit den Worten „We wish you a beautiful weekend, thanks for lending us your ears, your time and your heart!“ verabschiedet sich die Band und hinterlässt einen guten, aber nicht den überragenden Eindruck, den sie bei den gemeinsamen Konzerten mit Testament hinterließ. (tj)

HYPOCRISY

Nach dem ich von Caliban im Zelt nur noch den Schlussakkord mitbekommen habe was mich ordentlich ärgerte, eröffneten auf der Hauptbühne gerade die schwedischen Death Metal Götter Hypocrisy ihr Set. Der Himmel war zu diesem Zeitpunkt schon gefährlich düster und öffnete dann auch pünktlich während dem ersten Song seine Pforten. Der Sound hatte durch den begleitenden Wind arg zu leiden, dennoch spielte die Band souverän ihr Set das sowohl aus alten als auch neuen Nummern bestand. Nach drei Songs wurde der Regen allerdings unerträglich und wechselte zu den Donots ins Zelt. Als der Regen aufhörte begab ich mich wieder zurück und konnte mir noch das Ende des Auftritts ansehen, der von dem mächtigen „Roswell 47“ beendet wurde. Was ich von der Band gesehen habe war absolut überzeugend. (rg)

LIFE OF AGONY

Es war noch richtig hell (und damit für mein Verständnis viel zu früh), als das obligatorische „River Runs Red“ kurz vor 21 Uhr aus den Boxen hämmerte und das LIFE OF AGONY-Set erdbebenartig eröffnete. Die vier New Yorker Protagonisten lieferten ab dem ersten Akkord ein Wahnsinns-Konzert ab. Mr. Caputo wirkte dank 70er-Sonnenbrille und tänzelnden Bewegungen noch mehr wie eine Diva als sonst...seine musikalische Performance ließ aber absolut keinen Zweifel aufkommen, ebenso wenig wie die seiner drei Mitstreiter. Obwohl die Sound-Verhältnisse hier vor der Hauptbühne nicht so toll waren, gab es für die Menge kein Halten mehr und wer nicht im wahrhaft gigantischen Pit abging, sang die bestens bekannten Hits aus vollem Hals mit. Man scheint sich im Hause LOA wieder auf die alte Härte besonnen zu haben, denn nicht nur dass die Hälfte der Stücke vom ersten Album stammte, auch der erste der zwei neuen Songs, die es als Schmankerl obendrauf gab, erinnerte stark an die River Runs Red-Zeiten. Der Zweite präsentierte sich überraschend rockig, aber keinesfalls weniger gut...im Gegenteil! Das Auditorium bekam hier nicht nur einen der besten Auftritte des ganzen Festivals zu sehen, sondern auch noch ordentlich Vorfreude auf das hoffentlich bald erscheinende neue Album mit auf den Weg!!! (cj)

HATEBREED

Hatebreed konnten sich in diesem Jahr eine besonders gute Spielposition als Co-Headliner auf der Hauptbühne sichern. Erst eine Woche zuvor hatte ich die Band im kleinen 500 Mann Club gesehen den sie fest im Griff hatten. Jetzt auf der großen Festivalbühne sah die Sache nicht viel anders aus. Das Publikum klebte an den Lippen von Frontmann Jamie und feierte die Band ab. Hatebreed waren auch die erste Band auf der Hauptbühne die einen absolut Makellosen Sound hatten. Da der Headliner Slipknot sich verspätete konnten Hatebreed ihr Set noch etwas ausbauen und spielten über eine Stunde. Der Auftritt war gut gefüllt mit Hits von allen Alben. Sing-Along Monster die „Live For This”, “I Will Be Heard” oder “Hollow Ground” ebenso wie Knaller vom “Satisfaction Is The Death Of Desire” Album wie “Before Dishonor” und “Last Breath”. Kein Wunsch blieb offen. Abgerundet wurde die Show von der äußerst energischen und tighten Performance der Protagonisten und coole Ansagen von Jamie. Sicherlich einer der Höhepunkte des Festivals. (rg)

SLIKNOT

Mit etwa fünfzigminütiger Verspätung gegenüber der im Programm angegebenen Zeit und zwei Intros gingen Slipknot endlich auf die Bühne. Der Grund dafür war dem Grossteil der Leute wohl nicht bekannt und umso verwunderlicher war es, dass es nicht zu Unmutsäusserungen a la Pfeiffkonzert oder gar Gegenstände gen Bühne werfen kam. Die Band war nämlich spontan am selben Tag für David Bowie beim dänischen Roskilde-Festival eingesprungen und erst kurz vor dem Auftritt per Jet eingeflogen worden. Schon nachmittags war eine sehr hohe Slipknot-Shirt-Dichte zu beobachten und so war es natürlich kein Wunder, dass sie euphorisch empfangen wurden, der von mir erwartete Überausbruch blieb aber aus - vielleicht waren doch schon viele Maggots bei den Metallica-Shows vor ein paar Wochen. Los gings auf jeden Fall mit dem Opener des Debuts und „The Blister exists“ vom aktuellen „Vol. 3“-Album. In der Folge spielten sie die zu erwartenden Hits, der Funke sprang aber zu keiner Zeit richtig über. Und das lag gar nicht mal daran, dass sie erschöpft wirkten (ganz im Gegenteil, die Meute ging mal wieder ab wie nichts gutes!) sondern wohl eher an der Soundqualität. Die war nämlich eher bescheiden, was teilweise bestimmt auch am Wind lag, dann doch oft auch nach Unvermögen oder no Control des Mischers klang. So fehlten z.B. über weite Strecken die doch recht wichtigen Percussionparts und das änderte sich auch nicht, wie sonst bei Festivals üblich, nach dem zweiten oder dritten, sondern blieb bis zum letzten Song so! Schade auch, das wird im September bei den Shows mit Slayer sicher besser! (tj)

Samstag 03.07.04

Zeltbühne

SWORN ENEMY

Irgendwie brauchte das ganze Zelt inklusive Band, Techniker und Publikum etwas Anlauf um halbwegs auf Touren zu kommen. Der anfänglich heftig schräge Sound besserte sich zum dritten Song hin deutlich und SWORN ENEMY hatten die HC-Crowd dann auch besser im Griff. Die wilden Kung Fu-Moves des Bassisten, die er gelegentlich in seine Show mit einstreut, stellten aber die einzigen optischen Höhepunkte des Sets dar. Bei Shouter und Gitarrist ging wenig bis gar nix, obwohl es vom Musikalischen her bei keinem etwas zu meckern gab. Allerdings wirkte sich diese Bewegungsfaulheit auch auf die Zuhörer aus und das Pit hielt sich in überschaubaren Grenzen. Das kalte Pisswetter war dann wohl auch der Hauptgrund, warum die meisten Leute im Hardbowl-Zelt ausharrten. SWORN ENEMY hatten während ihrer Europatour definitiv bessere Auftritte. (cj)

DISCHARGE

Tja, langsam wird’s ein Running-Gag, aber Discharge haben auch dieses Jahr wieder kurzfristig abgesagt! (tj)

BORN FROM PAIN

Als Born From Pain im Zelt die Bühne betraten war dieses bereits mehr als gut gefüllt. Dies lag zu einem gewissen Teil bestimmt am schlechten Wetter zu einem weitaus größeren aber sicher an der Popularität der Band. Diese ließen sich auch nicht lange bitten und machten den Anwesenden mit ihrem brutalem Metalcore Brett ordentlich Feuer unterm Hintern. Songs vom aktuellen Album „Sands Of Time“ das stilistisch an Hatebreed erinnert und die metallischeren Songs von „Reclaiming The Crown“ wurden vom Publikum bestens aufgenommen. Die Niederländer waren wohl eine der Bands mit der höchsten Windmühlen-Dichte im Pit. Fett. (rg)

IGNITE

Ignite aus Orange County hatten dieses Jahr die Eher als Hauptband auf der Zeltbühne zu spielen. Und das obwohl das letzte Album der Band „A Place Called Home“ bereits vier Jahre auf dem Buckel hat. Warum die Band dennoch diesen guten Spielplatz mehr als verdient hatten, stellten sie in den 40 Minuten Spielzeit die ihnen zustand eindrucksvoll unter Beweis. Eine ausgewogenen Mischung aus den mitreißenden Sing-Along Nummern ihrer frühen Tage und den poppigen aber nicht weniger mitreißenden Songs der letzten Platte brachten das Zelt zu einem Stimmungshöhepunkt. Dass die Band auf fast jeder Tour einen neuen Gitarristen dabei hat ist inzwischen auch nichts neues. Dieses Mal jedoch hatte die Band einen Typ dabei dessen Zuhause man eher in einer Haarspray-Metal Band vermutet hätte. Spielerisch gab es jedoch nichts auszusetzen. Sänger Zoli glänzte neben seinem charismatischem Gesang durch coole Ansagen. Höhepunkt der Show war wie so oft das obligatorische Cover von „Sunday Bloody Sunday“. (rg)


Mainstage

EKTOMORF

Folkloreartiges schallt über das Gelände, wohl ein Roma-Intro zu dessen Klängen die Ungarn von Ektomorf nach und nach auf die Bühne kamen. Direkt beim ersten Song „I know them“ bildete sich gleich eine braune Staubwolke über den ersten Reihen und die Leute waren trotz der frühen Stunde (kurz vor drei Uhr) schon fleissig am Mitsingen und -hüpfen - Respekt! Weiter gings mit „Destroy“, ebenfalls vom letzten, gleichnamigen Album. Die vier zeigen sich wie immer als Killer-Live Band trotz nach wie vor hohem Copy-Faktor. Danach gabs mit „You Leech“ einen Song von „I scream up to the sky“. Der neuer Gitarrist hat sich mittlerweile auch live sehr gut ins Line-Up integriert, hat aber nicht die Bühnenpräsenz seines Vorgängers. Es folgten noch „A.E.A.“ und „Gipsy“. Nachdem sich Sänger Zoly mehrmals bei den Fans bedankt hat und erzählt wie viel das alles für sie bedeutet, da sie aus einem sehr kleinen und armen Land kommen gibt’s den Hit vom Vorgängeralbum: „Fire“ als vorletzten Song bevor es dann an der Zeit war die Bühne für Chimaira zu räumen. (tj)

CHIMAIRA

Deren Sänger forderte gleich zu Anfang das Publikum: „Full Force get those fukin horns in the sky“. Die Band legte sich trotz Tageslicht ordentlich ins Zeug, permanentes Bangen aller Bandmitglieder! Der Keyboarder hatte ein kabelloses Mikro um die Back-ups mitzusingen. Der 3. Song war dann von der ersten CD („Pass out of Existence“) bevor der Titeltrack „The impossibility of reason“ nachgelegt wurde. Es folgte „Eyes of a criminal“ bevor ein eingespielter Intropart mit Klavier in die Single („Down again“) überging. Und natürlich brachte Sänger Mark Hunter wieder seine von den Roadrage-Shows bekannte „Metal moses“-Nummer und teilte die Massen... (tj)

Die erste Band die ich mir an diesem Tag angeschaut habe waren Chimaira die wohl als Vertreter der „New Wave Of American Metal“ durchgehen und irgendwo in der Schnittmenge von Neo-Thrash und Hardcore anzusiedeln sind. Die Band bot Songs von ihren beiden Alben mit Bevorzugung von Songs der aktuellen Scheibe „The Impossibility Of Reason“. Der Sound war zu diesem Zeitpunk schon wesentlich besser als bei den meisten Bands am Vortag, obwohl der Wind kaum abgenommen hat. Besonders viele Schaulustige konnten Chimaira zwar noch nicht anlocken, diejenigen die dort waren hatten allerdings sichtlich Spaß. Kein Wunder, die Songs der Band haben großes Potential und funktionieren bestens im Festival Kontext. Vor allem wurden sie sehr tight dargeboten. (rg)

THE BONES

Nach der Moshkante von Chimaira betraten die schwedischen Rocker von The Bones die Hauptbühne. Die Band die normalerweise jeden Club in eine schwitzende Sauna verwandelt hatte es auf dem With Full Force recht schwer. Die Band tat zwar ihr Bestes mit ihren Songs die stilistisch zwischen Motörhead und Social Distortion angesiedelt sind für Bewegung vor der Bühne zu sorgen, konnten aber nicht wirklich punkten. An den Songs und der Darbietung hat es nicht gelegen, dass der Funke nicht wirklich überspringen wollte. Vielleicht am Sound oder an der Distanz zwischen Band und Publikum. The Bones sind eben doch eher ne Band für den Club, denn den haben sie im Griff wie kaum eine andere Rock´n Roll Band. (rg)

ILL NINO

Am Samstag Nachmittag hatten alle Bands auf der Hauptbühne mit schlechtem Sound zu kämpfen (was wohl zu einem guten Teil dem heftigen Wind anzurechnen war); für ILL NINO waren die Bedingungen allerdings mit Abstand am schlechtesten: Die einzelnen Songs waren kaum zu identifizieren, da aus den Boxentürmen nichts als Matsch herauswummerte. Dazu wurde der Regen immer stärker, sodass bis auf wenige kleine Gruppen das komplette Publikum das Weite bzw. Schutz vor dem Unwetter suchte. Absolut beschissen – für alle Beteiligten! Was blieb ILL NINO nun anderes übrig, als allen Widrigkeiten zu trotzen und ihr Set sichtlich angepisst, aber dennoch engagiert herunterzurocken. Schade für die Jungs, denn das wäre unter den entsprechenden Umständen bestimmt ein geiler Auftritt geworden... (cj)

SIX FEET UNDER

Es dauerte eine ganze Weile bis sich die vier Death-Metal-Helden auf die Mainstage bequemten; als sie aber erstmal da waren ging es rund. Daran konnten auch diverse Regenschauer und die gerade wohl etwas indisponierten Full Force-Tontechniker nichts ändern. Rings um mich herum wurde wild gebangt, gemosht und die Mähne geschüttelt! SIX FEET UNDER räumten mit ihrer gewohnt statischen Bühnenshow ziemlich ab und machten absolut keine Gefangenen... und Chris Barnes grunzte natürlich alles an die Wand! Auf der Setlist standen fast nur Hits, allerdings vermisste ich das speziell für die deutschen Fans aufgenommene „Bringer des Blutes“ (mit deutschen Lyrics) und das übermächtige „Torture Killer“. Schade, dennoch konnten SFU auf der ganzen Linie überzeugen und wurden ihrem Status als Co-Headliner vollauf gerecht. (cj)

FEAR FACTORY

Fear Factory hatten auf der Hauptbühne wieder mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Der Regen hielt fast das halbe Set der Amis über an. Was ich dann aber noch mitbekam war ein schöner Durchschnitt durch fast Alben der Band. Von dem schwachen „Digimortal“ hat die Band keinen Song gespielt, was vermutlich niemand der anwesenden Vermisst hat. Stattdessen wurden mehr Songs der Hit Platte „Demanufacture“, „Obsolete“ und der neuen Keule „Archetype“ dargeboten. Sänger Burton war stimmlich bestens auf dem Damm und auch die übrige Band spielte überaus tight. Besonders Raymond, die Maschine an den Drums, ist immer wieder ein Spektakel für sich. Es ist wirklich schön, diese schon tot geglaubte Band wieder so frisch und voller Energie auf der Bühne zu sehen. (rg)

AGNOSTIC FRONT

Die alten Haasen von Agnostic Front sind inzwischen wohl so was wie eine Hausband des With Full Force Festivals. Schließlich spielen sie nun schon etliche Jahre in Folge. Ihre Anhängerschaft freut sich darüber ebenfalls alle Jahre wieder. So war auch in diesem Jahr bei ihrem Auftritt der Platz vor der Hauptbühne gut gefüllt. Etwas war in diesem Jahr nun doch anders als in den letzten, die Band hatte ihr neues Album „Another Voice“ am Start mit dem sie zurück zu ihren „One Voice“ Zeiten gehen wollen. Die Songs klangen schon mal ganz gut und überhaupt erschien die Band wesentlich tighter zu spielen als beim letzten Mal als ich sie gesehen habe. Neben den neuen Songs beherrschten alte Gassenhauer wie „One Voice“, „Victim In Pain“ oder „Friend Or Foe“ das Set. Das obligatorische „Gotta Go“ ist immer wieder für einen kalten Schauer, der mir auch diesmal über den Rücken ging, gut. Agnostic Front hatten die große Bühne und das Publikum fest im Griff. (rg)

DIMMU BORGIR

Puhh, diese Band hab ich nun schon ca. 100-mal gesehen und immer stellt sich derselbe Effekt ein. Obwohl ich die Songs der Band auf Platte im Grunde schätze fange ich mich in der Hälfte des Sets tierisch an zu langweilen. Bei Black Metal passiert mir auf der Bühne einfach zu wenig. Sicher, musikalisch ließ die Band wie immer keine Wünsche offen. Sie spielten ein Set mit allen Hits von allen Alben, das Konzert war von einen gewaltigen Lichtshow untermalt, es wurden alle Klischees erfüllt und angesichts der technischen Leistung der Herren kommt man ins staunen. Aber wie gesagt, der Funke ist nicht so richtig übergesprungen. Jedenfalls nicht zu mir, die schwarz gekleideten und bemalten Dimmu Borgir Jünger hatten sichtlich Spaß und moschten was der Schädel hergab. Ich hab mich aber frühzeitig ins Zelt begeben. (rg)


Sonntag 04.07.04

Zeltbühne

ADJUDGMENT

Am Sonntag hatten AdjudGement um 13.00 Uhr die Ehre den Tag auf der Zeltbühne zu eröffnen während auf der Hauptbühne die Slayer Coverband „Hans Martin Slayer“ Songs wie RaininG Blood“ oder „Angel Of Death“ intonierten widmeten sich Adjudgement modernem New-School Hardcore. Erinnerungen an Snapcase und Unbroken wurden wach. Die Band klang frisch und absolut motiviert. Das Zelt war zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht besonders voll, aber den Anwesenden hat Adjudgement sichtlich gefallen. Mir auch. (rg)

STREET DOGS

Die Street Dogs aus Bosten bestehen aus ehemaligen Mitgliedern der Dropkick Murphys und gehen stilistisch in die selbe Richtung, allerdings ohne die ganze Dudelsack Scheiße. Die Street Dogs bieten Streetpunk vom feinsten. Genau das gab es dann auch bei ihrem Auftritt auf der Zeltbühne. Obwohl sie gleichzeitig wie Heaven Shall Burn auf die Bühne mussten haben sich doch einige Fans im Zelt eingefunden. Ich selbst habe es aber aus diesem Grund leider nur zu den letzten Songs geschafft. Was ich da aber gehört habe hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Band hatte das Publikum fest im Griff und sorgte für gute Stimmung. (rg)

TERROR

Der Auftritt von Terror war einer auf die ich mich im Vorfeld des Festivals am meisten gefreut hatte. Die Band gehört seit der Veröffentlichung ihrer EP zu meinen absoluten Faves im Hardcore Bereich. Leider war es mir bis dahin nicht vergönnt die Band auf der Bühne zu sehen. Jetzt endlich war es so weit. Terror machten ihrem Ruf als exzellente Live Band auch alle Eher. Sie spielten fast alle Songs der EP und ein paar neue Songs vom bald erscheinenden Album. Über die gesamte Spielzeit hinweg gab sich die Band sehr bewegungsfreudig und schaffte es ein atemberaubendes Energielevel auf der Bühne und im Publikum aufzubauen. Sehr geile Show die leider viel zu schnell vorbei war. Terror war für mich eine der besten Bands des Festivals. (rg)

BLOOD FOR BLOOD

Die Unruhestifter aus Boston ließen recht lange auf sich warten, was daran lag, dass die Band erst kurz vor ihrem Auftritt auf dem Festival ankam. Die wartenden Fans zettelten derweil Blood For Blood Sprechchöre an was die Vorfreude noch steigerte. Schließlich betrat die Band dann die Zeltbühne und lies sofort ein Kracher nach dem anderen auf das Publikum los. Sowohl Songs vom aktuellen Album „Serenity“ als natürlich auch Songs vom Debüt und „Outlaw Anthems“. Der massive Sänger Buddah ist immer wieder ein imposante Erscheinung auf der Bühne. Das Zelt flippte während der Show komplett aus und beim abschließenden „Goin' Down The Bar“ erreichte die Stimmung ihren Siedepunkt. (rg)


Mainstage

HATESPHERE

HATESPHERE wären wenn, dann nur als Zuschauer auf dem Full Force gewesen; als aber klar war dass EXHUMED nicht spielen würden, sprangen die Dänen (die gerade mit CROWBAR auf Tour waren) natürlich gerne ein... Weil man als Band solche Chancen nutzen muss, ging man äußert engagiert zu Werke und feuerte gleich von Beginn an ein regelrechtes Trash-Feuerwerk ab! Alsbald entwickelte sich ein - für die ungenehm frühe Uhrzeit (13.45) - monströses Moshpit und auch die weiter hinten stehenden konnten nicht anders als heftig zu bangen. Die wohl nicht mehr ganz nüchternen Skandinavier räumten voll ab und bereiteten den Anfang eines genialen Sonntag Nachmittags! Neben einigen alten Songs stellte das letzte Album „Ballet of the Brute“ den Hauptanteil der Setlist. Diese Mischung kam beim Publikum bestens an und so änderten auch ein paar technische Probleme nichts daran, dass HATESPHERE eine echte Bereicherung für das WFF-Line-Up waren. (cj)

Unverhofft kommt oft und so war ich sehr erfreut zu hören, dass Hatesphere kurzfristig für Exhumed einspringen. Die Band war im Vorfeld entsprechend aufgeregt, da es der größte Gig ihrer Karriere sein würde. Spätestens seit der Tour im Vorprogramm von The Haunted hatte ich die Dänen in mein Herz geschlossen. Was sich auf der neuen CD beim ersten Höreindruck vielleicht über die ganze Distanz etwas eintönig anhört zündet live zu wahren Granaten. Sänger Jacob (mit neuem schicken Iro-Haarschnitt im Suff vom Drummer von Dimmu Borgir erhalten) gab trotz anfänglicher dünner Publikumsdichte (es dachten wohl die meisten, dass Exhumed spielen würden) alles. Er ist ohnehin einer der versiertesten Shouter, wechselt mühelos zwischen Hardcore-Shouts und Death-Growls und ist der geborene Fronter – man sah ihn somit auch seltener an seinem angestammten Platz in der Mitte der Bühne, sondern oft im Graben und auf den Seitenflügeln herumtoben. Nach kurzer Zeit füllte sich der Platz vor der Bühne mehr und mehr und die Anwesenden standen auch nicht nur beobachtend dabei, sondern ließen sich vom Sänger und seiner tighten Band (allen voran Drummer Anders) zum Mitmachen anstacheln. Unbemerkt vom Publikum aber frenetisch von den dänischen Kollegen von Mnemic am Bühnenrand bejubelt, kehrte Jacob später neben dem Drumriser kurz sein Innerstes nach Aussen (er kotzte!) und machte danach weiter, als wäre nichts gewesen! Die folgenden Songs wurden gespielt: Release, Vermin, Insanity, Bloodsoil, Disbeliever, Downward, Lowlife und 30sec. vom Opener des neuen Albums „Ballet of the Brute“ (Deathtrip), denn dann wurde ihnen von der Bühnencrew der Saft abgedreht! Allerdings völlig zu recht, denn nach Downward war ihnen noch ein Song angezeigt worden und sie starteten nach Lowlife trotzdem noch einen weiteren... und bei Festivals hat man eben wenig Spielraum. (tj)

HEAVEN SHALL BURN

Für Heaven Shall Burn war der Auftritt auf dem With Full Force eine Art Heimspiel. Schließlich kommt die Band aus der Gegend und hat schon im letzten Jahr rundum überzeugt. Dieses Mal hatten die Jungs allerdings noch ihr neues Album „Antigone“ im Gepäck. Von diesem wurden dann auch sogleich etliche Songs gespielt. Aber auch die Knaller von „Whatever It May Take“ und der Split mit Caliban wurden nicht ausgespart. Der Mix aus Death Metal und Hardcore kam auch beim Publikum sehr gut an. Heaven Shall Burn verfügten, wie übrigens die meisten Bands an diesem Tag, über einen gelungenen Sound. So wurde ihr Auftritt bereits ein Höhepunkt am noch frühen Mittag. (rg)


CROWBAR

“This is CROWBAR from N’Orleans…”. Darauf schien nicht nur ich sehnsüchtig gewartet zu haben, denn ein vielstimmiges Gejohle war die Antwort auf die Ankündigung von Kirk Windstein, dem Frontmann der ’Schwersten Band der Welt’. Sie machten diesem Titel dann auch alle Ehre und ein herunter gestimmtes Doom-Soundgewitter walzte über die staubige Wiese vor der Mainstage. Es war nicht nur beeindruckend, dass sie live ebenso mächtig wie auf Platte klingen, sondern vor allem mit wie viel Hingabe die vier schwergewichtigen Jungs aus Louisiana zu Werke gehen. Kirk und seine Kollegen spielten wie im Rausch und suchten immer wieder den Blickkontakt untereinander. Das Publikum konnte die enorme Energie und Spielfreude, die in diesem Auftritt steckte förmlich spüren! Schade dass man das eigentliche Line Up für diese Europatour (deren Höhepunkt das WFF darstellte) nicht zusammen brachte und mit Ersatzleuten unterwegs war. Diese waren aber weit mehr als nur ’Ersatz’, denn die ganze Combo präsentierte sich als geschlossene Einheit und rockte von vorne bis hinten durch! Neben einem neuen Song - der übrigens richtig fett ist - wurden fast ausschließlich Klassiker ausgepackt und ich vermisste eigentlich nur “Broken Glass“. Obwohl es auch einige Zuhörer gab, die mit diesem trägen Sludge Metal Inferno offensichtlich wenig anfangen konnten, waren CROWBAR mit Sicherheit eine der besten Bands des diesjährigen With Full Force Festivals! “...fuckin’ right, Baby!“ (cj)

Dann war es Zeit für die Heavy-Weights aus New Orleans: Crowbar. Wobei Bandkopf und –Vater Kirk Windstein im Line-Up ja die einzige Konstante ist, er hat auch für diese Tour wieder eine feine Schar „All-Stars“ um sich geschart: am Schlagzeug Tommy von Soilent Green, den Bass bedient Pat von Goatwhore und die zweite Gitarre spielt Stephen von Black Label Society (wo er allerdings Bass spielt). Los gings mit „Self-Inflicted“ und überraschenderweise war auch das Publikum vom ersten Ton an richtig begeistert dabei, was bei Kirk zu niegesehenen Ausbrüchen führte: er sprang tatsächlich mehrmals während des Sets in die Luft! Weiter gings mit „I am forever“ vom „Broken Glass“-Album gefolgt von u.a. „The lasting dose“ und einem neuen Song, der auf dem nächsten Album „Life’s blood for the downtrodden“ enthalten sein wird. Diese wird laut Kirk 2005 auf Candellight Records erscheinen. Es folgten „High-rate Extinction“, „Planets collide“ (mit Backup-Vocals von Mighty von Redrum Inc. und Jacob von Hatesphere), „All I had I gave“ (wieder Mighty mit am Mikro). (tj)

SHADOWS FALL

SHADOWS FALL sahen sich einer schon gut gefüllten Festivalwiese gegenüber, als sie kurz nach 16 Uhr die Mainstage betraten. Bereits ab dem ersten Song hatte der Fünfer aus Massachusetts eine amtliche Mosh-Meute vor sich und wusste diese auch mit einem erstklassigen Set zu rocken. Einen Großteil der Songs lieferte das letzte Album “The Art Of Balance“, allerdings spielten sie auch einige ganz alte Sachen, die ebenfalls bestens abgingen. Frontmann Brian Fair lieferte einen sehr überzeugenden Auftritt mit viel Körpereinsatz ab und hatte die Leute bestens im Griff. Außerdem mischte man den fünf Amis einen mehr als ordentlichen Sound zusammen, und somit war dies neben Crowbar und Soulfly eine der besten Shows auf der Hauptbühne an diesem Sonntag. (cj)

TURBONEGRO

Da ich mir TURBONEGRO gelegentlich ganz gerne anhöre, sie aber noch nie live gesehen habe, war ich ziemlich gespannt, als die sechs Nordländer die Mainstage enterten. Bereits 10 Minuten später hatte ich aber scheiß Laune und war ziemlich enttäuscht! Neben einer lähmend statischen Bühnenshow war das Musikalische ebenfalls nicht so berauschend. Dazu kam dann auch noch, dass die skandinavischen Klänge ordentlich verzerrt und undifferenziert aus den Boxen schallten...mit anderen Worten: Der Sound war Müll! Bis auf die Mädels und Jungs von der Turbojugend, die sich trotz allem die Laune nicht verderben ließen, war das für viele andere im Auditorium – einschließlich mir – ein wenig gelungener Zeitvertreib. Vielleicht lag es an den (von mir) zu hoch angesetzten Erwartungen, aber die Norweger rockten an diesem Tag einfach nicht! (cj)

MONSTER MAGNET

Monster Magnet zogen auf der Hauptbühne zur besten Sendezeit die volle Rock´n Roll Show ab. Mit einer gesunden Mischung aus alten und neuen Songs heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Dieses schien aber größten Teils schon bei Turbonegro die Rock´n Roll Vollbedienung bekommen zu haben und reagierte eher zurückhaltend. Darüber hinaus wurde auf einer Leinwand gerade das Finale der Fussball Europameisterschaft übertragen, was der Band weitere Zuschauer kostete. Dave Wyndorf und seine Truppen ließen sich davon aber nicht beirren und gaben ihr Bestes um zumindest ein paar Zuhörer zu überzeugen. (rg)

SOULFLY

Die Hauptband am Sonntag waren Soulfly die Truppe um ex-Sepultura Frontmann Max Cavalera. Dieser hatte mal wieder das komplette Lineup ausgetauscht und neue Farbe in seine Rastas gebracht. Auch er verspätete sich ein bisschen, was aber aufgrund des EM Finales sicher von vielen eher begrüßt wurde. Schließlich legte die Band ein Set hin, das aus neuen und alten Soulfly Songs sowie einigen Sepultura Songs bestand. Dabei war auffallend wie gut sich Sepultura Songs wie „Mass Hypinosis“ oder „Innerself“ mit neuen Soulfly Songs vom aktuellen „Prophecy“ Album vertragen. Auch wenn ich immer noch zu den Leuten gehöre die sich Sepultura in der Originalbesetzung zurück wünschen haben mich Soulfly an diesem Abend endgültig davon überzeugt, dass sie eine ernstzunehmende Band sind. Die Höhepunkte im Set waren nämlich nicht nur die Sepultura Kracher „Roots Bloody Roots“ sondern auch Soulfly Songs wie „Eye For An Eye“ oder „Porrada“. Ein schöner Abschluss für ein rundum gelungenes Festival. (rg)

(rg)

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