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Nach dem letzten Album von Hatesphere haben vier Fünftel der Band beschlossen selbige zu verlassen. Gitarrist Pepe hat im Alleingang die Band wieder aufgebaut und es tatsächlich geschafft das neue Hatesphere Album nicht nur mit dem typischen Sound der Dänen auszustatten, sondern „To The Nines“ auch zu einem richtig dickem modernem Thrash Monster zu machen. Ich traf mich auf der aktuellen Tour mit ihm um über die neuen Hatesphere zu sprechen.

Wie läuft denn die Tour bisher?

Ganz gut eigentlich. Mache Shows waren richtig gut. Einige waren vielleicht nicht unbedingt so gut besucht, aber in Punkto Stimmung, sowohl unter uns als auch im Publikum, gab es ein paar sehr gute Shows. Ich will dir jetzt nicht erzählen, dass wir jeden Abend 1000 Leute ziehen, denn das tun wir nicht. Es ist immer ein Auf und Ab. Aber alles in Allem sind wir zufrieden. Es ist gerade keine gute Zeit um zu touren. Es sind so viele Bands unterwegs und die Kids haben nicht mehr so viel Kohle und müssen sich genau überlegen wo sie hin gehen.

In den letzten Jahren gab es einige riesige Veränderung in der Band. Schließlich haben innerhalb kürzester Zeit alle vier Mitglieder außer dir die Band verlassen. Was ist passiert?

Wir hatten zwei Wochen nachdem wir das letzte Album fertiggestellt hatten ein Bandmeeting. Mikeal, Anders und Hendrik beschlossen da die Band zu verlassen. Nicht weil etwas Schlimmes passiert ist, sondern weil sie sich alle stärker auf ihre Familie und ihren Job konzentrieren wollten. Ich kann das auch verstehen. Man verbringt so viel Zeit auf Tour, ist weg von seiner Familie, tut im Grunde nichts und verdient kaum Geld. Irgendwann muss man sich entscheiden was man will. Will man auf Tour sein, oder will man zuhause sein. Alle drei haben sich gleichzeitig entschieden die Band zu verlassen. Sie hatten viel Spaß daran zu spielen, aber sie konnten einfach nicht mehr so lange weg von zuhause sein.

Dann hat schließlich auch euer Frontmann Jacob das Handtuch geworfen.

Ja, das war sehr hart. Als die drei anderen die Band verlassen haben, waren Jacob und ich uns eigentlich einig mit der Band weiter zu machen. Wir waren uns auch darüber einig, dass diese Band viel auf Tour gehen muss. Ansonsten fehlt uns einfach die Basis.  Auf einmal wollte Jacob dann aber doch nicht mehr auf Tour gehen. Das kam für mich sehr überraschend und war entsprechend frustrierend. Wir hatten sehr viele Pläne und Touren geplant, die wir alle absagen mussten. Ich habe ihn darum gebeten, zumindest die Tour mit Dimmu Borgir und Amon Amarth noch mitzuspielen, aber als wir in Polen mit Behemoth gespielt haben, hat er die Band verlassen. Das war 10 Tage vor der Dimmu Borgir Tour. Es war also zu wenig Zeit und wir mussten die Tour absagen. Das war scheiße. Wir hatten dann zwei Monate Zeit um einen Ersatz zu finden.

Das war sicher schwierig?

Ja, das war es. Wir hatten aber schon den Rest der Band ersetzt zu diesem Zeitpunkt. Ich war also nicht mehr ganz alleine. Jacob hat mich angerufen, als wir gerade das Wacken Open Air gespielt hatten. Das war eine großartige Show und ich konnte nicht verstehen, dass er zu diesem Zeitpunkt aussteigen wollte. Das war eine sehr schwere Zeit für mich. Ich habe fast mein ganzes Leben in dieser Band gespielt. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und habe am nächsten Morgen beschlossen, das ich die Band nicht auflösen will. Sie ist einfach zu gut um alles hin zu schmeißen. Ich wusste, dass die neuen Mitglieder alle toll und motiviert waren. Ich wollte immer, dass die neuen Hatesphere mindestens genauso stark sind wie die alte Band. Wenn ich nicht geglaubt hätte, dass das so sein kann, hätte ich auch nicht weiter gemacht. Ich wusste einfach, dass diese Band noch so viel Musik zu bieten hat. Ich war auch etwas trotzig. Nur weil Jacob die Band verlassen hat, wollte ich nicht aufhören. Wir brauchten nur einen Sänger. Wir haben die Suche begonnen und zum Glück jemanden aus Dänemark gefunden. Es waren viele potentielle Sänger aus ganz Europa da. Aus Deutschland, Schottland und Italien. Ich finde, er füllt die großen Schuhe, die Jacob hinterlassen hat, sehr gut.

Wie fühlt sich die neue Band an?

Es ist natürlich eine andere Band. Seitdem die Band in dieser Form zusammen ist, läuft alles sehr natürlich. Vor allem ist dieses Lineup auch sehr viel entspannter. Die Atmosphäre ist viel sorgenfreier. Alle sind hoch motiviert und haben frische Energie. Es macht mehr Spaß mit diesen Jungs auf Tour zu sein. Die Stimmung ist einfach besser. Die alte Band war zwar auch gern auf Tour, hatte aber immer Probleme von zuhause weg zu sein.

Wie habt ihr es geschafft den typischen Hatesphere Sound beizubehalten?

Der Hauptgrund ist wohl, dass ich bisher schon immer den Großteil der Songs geschrieben habe. Das war auch bei dem neuen Album so. Unser Gitarrist Jacob hat auf dem neuen Album einen Song geschrieben und zu ein paar anderen wichtige Inputs geliefert. Ich weiß einfach wie Hatesphere klingen müssen und habe das Album natürlich entsprechend gelenkt. Trotzdem finde ich, dass wir einen neuen Touch haben. Die neuen Mitglieder bringen ihre eigenen Ideen ein, was sich auch auf die Songs auswirkt. Hatesphere in einer neuen Dimension.

Wie würdest du diese neue Dimension beschreiben?

Das neue Album ist brutaler als das alte. Und das, obwohl unser neuer Bassist mit brutaler Musik eigentlich überhaupt nichts am Hut hat. Unser Drummer ist allerdings ein Death-Metal Fanatiker. Ich weiß nicht genau wie es entstanden ist. Wir alle waren wohl sehr frustriert und es lastete dieser Druck auf uns. Wir mussten uns beweisen als die neuen Hatesphere. Das hat die Platte vielleicht so aggressiv gemacht.

Ihr habt mit Napalm Records auch ein neues Label. Wie kam es dazu?

Wir waren zuvor bei SPV. Die waren am Anfang ein sehr gutes Label. Schließlich haben sie aber überhaupt nicht mehr auf unsere Anrufe reagiert und zeigten keinerlei Interesse mehr an uns. Als die ersten drei Mitglieder uns verließen und wir Ersatz hatten, war es ihnen im Grunde egal. Als dann aber Jacob aufhörte hatten sie auf einmal Vorbehalte. Sie fanden es total schlimm, dass der Hauptsongwriter die Band verlassen hatte, sagten sie. Aber das stimmte nicht, ich war er Hauptsongwriter und noch immer in der Band. Sie hatten offensichtlich keine Ahnung was bei Hatesphere abging. Wir haben es eine Weile versucht und sind auf Tour gegangen und haben ihnen Demos der neuen Songs gezeigt. Wir haben keine Reaktion von ihnen bekommen. Wir wussten aber, dass wir ein sehr wichtiges Album machen mussten. Schließlich wollten wir aus dem Vertrag herauskommen und uns ein Label suchen, das wirklich hinter uns stand. Dann wollten sie uns auf einmal wieder haben, schließlich haben sie uns dann aber doch gehen lassen. Wir hatten dann noch zwei Monate, bevor wir ins Studio gehen sollten. Wir haben uns bei unterschiedlichen Labels beworben. Napalm Records waren am begeistertsten von uns und schienen es wirklich ernst zu meinen. Ich kenne das Label noch von früher, als es ein absolutes Underground Label war, inzwischen ist es aber wirklich ernst zu nehmen, mit Vertrieb in den USA und allem drum und dran. Sie haben tolle Bands unter Vertrag, also haben wir beschlossen bei ihnen zu unterzeichnen. Sie arbeiten sehr professionell. Das ist es was Hatesphere brauchen, ein Label das wirklich hinter ihnen steht.

Wofür steht der Titel „To The Nines“ der Platte?

Unser Bassist hat die Texte zu dem Titeltrack geschrieben. Als er uns erklärte wofür der Titel stand war es absolut offensichtlich. „To The Nines“ ist ein Sprichwort, das bedeutet Perfektion zu erlangen. Die neun ist die höchste Ziffer. Nach dem höchsten zu streben ist auch genau das, was wir mit unserer Musik machen wollen. Wir mussten durch viele Veränderung, aber wir streben immer noch nach dem Besten. Das ist es was Hatesphere immer getan haben.

Wovon handeln die Texte der Platte?

Sie sind sehr viel persönlicher. Unser Sänger und Bassist schreiben die Texte zusammen und sie arbeiten sie sehr viel genauer aus. Früher haben wir immer die kompletten Songs zuerst geschrieben und unser Sänger hat dann seine Texte dazu geschrieben oder von Freunden bekommen. Wir wussten erst wie genau die Vocals klingen werden, als er sie im Studio aufgenommen hat. Jetzt jedoch proben wir mit Vocals. Das gab es vorher nie. Das ist absolut neu für mich. Wir wissen schon vor dem Studio wie es klingen wird. Die Texte sind sehr viel persönlicher und nicht mehr so Metal-typisch. Das gibt es sicherlich auch noch. Aber insgesamt sind sie persönlicher.

Ihr habt den dänischen Grammy gewonnen. Wie war das für dich?

Wir waren gerade auf Tour mit Dismember und konnten nicht bei der Zeremonie sein. Deshalb haben wir eine Videobotschaft aufgenommen. Wir haben das „Hard Rock Album Of The Year“ gewonnen. Irgendwie ist das cool, aber im Grunde weiß die Jury überhaupt nicht wovon sie redet. Wir haben auch die Danish Metal Awards gewonnen. Es ist immer gut wenn jemand sagt, dass das was du tust cool ist. Aber wir kümmern uns nicht allzu sehr um den Grammy.

Was hörst du dir persönlich gerade an?

Ich höre zurzeit wieder alten Classic Hard Rock. So bin ich ursprünglich zu härterer Musik gekommen. Mit Bands wie Def Leppard, Motley Crüe oder Firehouse. Dann wurde es immer härter mit Pantera, Metallica, Sepultura, Death, Napalm Death und so weiter. Ich habe völlig vergessen wie die alten Sachen waren. Ich habe jetzt wieder angefangen all das Hard Rock Zeug anzuhören. Auch Bands wie Europe.

Wie bitte? Europe soll cool sein? The Final Countdown?

Ja, im Ernst. The Final Countdown ist scheiße, aber die Hard Rock Alben die sie danach gemacht haben sind wirklich geil.

Hast du noch letzte Worte?

Ich finde es cool, dass die Leute noch immer zu unseren Shows kommen und uns supporten. Auch nach der Umbesetzung. Vielen Dank dafür.

Rolf Gehring

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