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The Dilliger Escape Plan sind eine außergewöhnliche Band die mit ihrem neuen Album „Ire Works“ gerade ihr stärkstes Werk veröffentlicht hat. Nachdem die geplante Tour mit Meshuggah immer wieder verschoben wurde, fand sie nun doch endlich statt. Ich schnappte mir nach ihrer Show in Winterthur Dillinger Gitarrist und Hauptsongwriter Ben um mit ihm über das neue Album und die Arbeitsweisen der Band zu reden.

Die Tour mit Meshuggah ist nun endlich zustande gekommen.

Ja, wir versuchen schon ewig mit ihnen auf Tour zu gehen. Es ist zwar eine recht kurze Tour, aber es ist trotzdem super.

Wie läuft die Tour denn?

Sehr gut. Wir spielen zwischendrin immer wieder ein paar Festivals. Das ist sehr cool, denn es bedeutet immer eine Abwechslung. Man kann dann unterschiedliche Bands aller Art sehen. Mit Meshuggah und Between The Buried And Me zu spielen ist die perfekte Kombination. Jeder hat einen eigenen Stil aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten.

Tauscht ihr die Headliner Position?

Ja, ab und zu. In Polen werden wir wohl Headlinen. Aber im Grunde wollen wir, dass sie am Schluss spielen. Wir mögen es, früher zu spielen.

Hier auf der Show scheinen fast mehr von euren Fans anwesend zu sein.

Ja? Meinst du? Kann schon sein…

Euer neues Album „Ire Works“ ist wirklich stark geworden.

Danke. Es war sehr hart zu machen. Es erinnerte mich wieder an unser erstes Album „Calculating Infinity“. Damals gab es einige Schwierigkeiten. Unser damaliger Bassist wurde kurz vor den Aufnahmen gelähmt und unser Gitarrist stieg aus. Damals lag die ganze Last das Album zu schreiben und fast alle Instrumente selbst einzuspielen auf mir. Wir tourten viel mit dieser Platte und sie definierte unseren Sound. Bei „Ire Works“ war es ähnlich. Kurz vor den Aufnahmen stieg unser Drummer, der neben mir das einzige Originalmitglied war, sehr überraschend aus. Er hatte großen Einfluss auf unseren Sound. Ich stand also wieder unter dem Druck den hohen Erwartungen der Leute und uns selbst gerecht zu werden und ein Album zu machen. Dieser Druck hat im Endeffekt aber geholfen, ein gutes Album zu machen. Ich bin sehr zufrieden damit.

Konnten die anderen Mitglieder der Band dir nicht helfen diesen Druck von dir zu nehmen?

Doch, das taten sie auch. Aber bei Dillinger war es schon immer so, dass ich der Hauptsongwriter war. Nur so konnten wir über die Jahre und all die Besetzungswechsel unseren Stil und unsere Vision beibehalten. Das ist eigentlich eine coole Sache. Ich habe die volle Kontrolle darüber, was Dillinger sind. Ein Musiker kann fantastisch an seinem Instrument sein, aber um wirklich bei Dillinger mitreden zu können braucht man wohl die elf Jahre an Erfahrung, die ich damit habe. So kann man eine gewisse Richtung vorgeben und sich Stilelemente bewahren, die wahrscheinlich ihren Ursprung darin haben, dass ich ein…seltsamer Typ bin. Greg und Liam waren bisher erst auf einem anderen Album zu hören. Heute haben sie aber durch die ganzen Touren viel Erfahrung gesammelt. Ich war dieses Mal sehr damit beschäftigt die Grundstrukturen der Songs zusammen zu basteln und mit unserem neuen Drummer Gil zu arbeiten. Ich konnte deshalb den anderen nicht so viel Input liefern. Das war ein sehr interessanter Prozess. Obwohl ich zwar die Strukturen und die grobe Richtung der Songs vorgegeben habe, konnten sie ihre Parts selbst mit Leben füllen. Da hatte ich dieses Mal kaum meine Finger im Spiel. Sie hatten einige großartige Ideen auf die ich nie gekommen wäre. Das hat dem Album einige coole Aspekte verschafft und es auf das nächste Level gehoben.

Das Album war also stärker von der ganzen Band geprägt als bisher?

Ja auf jeden Fall. Wir haben die Songs bisher nie als Band geschrieben. Das ist sehr cool.

Das Album kam verglichen mit Miss Machine relativ schnell raus.

Ja, das stimmt. Wir haben versucht Miss Machine auf Tour zu schreiben, während wir uns vor Ire Works extra frei genommen hatten. Das war wichtig für uns da wir erst mal unsere Bandsituation in den Griff bekommen mussten. Wir hatten das Drummer Problem und brauchten auch einen neuen Gitarristen. Das gab uns aber auch mehr Freiraum um uns wirklich auf das Songwriting zu konzentrieren. Ich hatte zwischendrin auch noch die Operation am Fuß. Nach der Operation konnte ich einige Monate nicht wirklich Gitarre spielen. Das gab mir die Gelegenheit mich mehr mit elektronischen Dingen zu befassen. So konnte ich auf eine andere Art kreativ werden. Einer der Songs wurde auch am Klavier geschrieben.

Als euer Drummer euch verlassen hat, wart ihr kurz davor ins Studio zu gehen, richtig?

Ja, wir waren kurz davor und hatten das Studio schon gebucht. Es ist wirklich schwer, Fragen zu diesem Thema zu beantworten weil ich selbst noch so wenig darüber weiß. Ich verstehe immer noch nicht was in seinem Kopf vorging. Ich kann dir nur erzählen wie es abgelaufen ist. Er hat bereits bei Coheed & Cambria gespielt und es war klar, dass er wohl auch auf deren Album spielen würde. Als wir eines Tages probten, habe ich danach bei ihm angerufen um einen neuen Termin zu vereinbaren. Als er sich nicht mehr gemeldet hat, habe ich wieder angerufen. Danach habe ich nur noch von seinem Anwalt gehört ich solle doch seinen Klienten nicht belästigen. Das wars. Ab dann verhandelten wir nur noch über Anwälte. Es war wirklich sehr seltsam. Wir waren nie die besten Freunde, aber wir haben kreativ sehr gut zusammen gearbeitet. Im Endeffekt haben wir aber nun einen Drummer mit dem wir sehr zufrieden sind und mit dem wir sehr gut befreundet sind. Wir sind heute besser als wir jemals waren. Wir sind Feuer und Flamme, jeder der uns gesehen hat wird mir zustimmen. Ich hoffe, dass er glücklich ist. Die Umstände der Trennung waren nicht so toll, aber eigentlich hat es etwas Positives. Jeder ist glücklicher so wie es jetzt ist.

Wie habt ihr euren neuen Drummer gefunden?

Wir waren uns nicht sicher ob wir überhaupt jemanden finden würden, der in diese Schuhe passt. Wir haben mit verschiedenen Leuten gesprochen. Einer aus Schweden Morgan Agren, er hat schon auf Frederiks (Meshuggah) Soloplatte gespielt. Er ist ein fantastischer Drummer. Aber er wollte nicht in die Staaten kommen sondern wollte, dass wir nach Europa kommen. Weiterhin haben wir mit Sean Reinert, der bei Cynic gespielt hat, gesprochen. Aber es hat aufgrund verschiedener Umstände nie funktioniert. Ich habe schließlich meinen Gitarrentechniker angerufen um mit ihm die Drums zu programmieren. Wir haben Tag und Nacht Drums programmiert. Wir haben das noch nie zuvor gemacht, aber wir wollten dass es so organisch wie möglich klingt. Wir haben jeden einzelnen Snare und Kickdrum Schlag einzeln bearbeitet um die volle Kontrolle über die Dynamik zu haben. Wir haben Samples der linken und rechten Hand einzeln benutzt und permanent die Tempi variiert. Es sollte nicht wie ein Computer klingen. Viele Bands tun das heute und das hört man auch. Wir waren schon fast fertig. In der Zwischenzeit hat uns ein Freund aber Gil empfohlen. Er kannte uns gut und wusste was der Drummer drauf haben muss, also haben wir ihm vertraut. Wir haben Gil also die programmierten Drums geschickt. Er meinte dann, dass er das schon hinbekommt. Er war aber in Kalifornien und wir in New York. Er hat uns was über das Telefon vorgespielt, das klang schon ok, aber man kann das so schlecht beurteilen. Wir waren uns also nicht sicher und haben die Drums weiter programmiert. Als wir dann nach Kalifornien ins Studio gegangen sind, hatten wir die Einstellung, dass wir wohl einen Teil programmierte und ein Teil echte Drums auf das Album nehmen würden. Wir mussten es einfach so machen. Das Album sollte fertig werden. Wir haben dann drei Mal mit Gil geprobt und am Ende hat er alles gespielt.

Hat er die Programme geändert?

Ja, er hat hier und da einige Fills und Grooves verändert. Einige Parts haben wir auch zusammen geschrieben. Das war cool. Da haben wir es auch wieder. Die Struktur und die Richtung waren vorgegeben, aber sein Input hat den Feinschliff besorgt und einige neue Aspekte hinzu gefügt.

Es muss schwer für euch gewesen sein Drums zu programmieren wenn ihr selber nicht Schlagzeug spielt.

Ganz so ist es nicht. Ich spiele selbst auch Drums. Das ist eigentlich auch das einzige Instrument für das ich auch Unterricht hatte. Ich habe etwas Jazz und afrikanische und lateinamerikanische Rhythmuslehre belegt. Viele unserer Songs sind stark rhythmusbasiert. Ich schreibe auch viele Songs zuerst an den Drums. Ich kann zwar nie im Leben so spielen wie Gil, aber ich kenne mich schon etwas aus. Man kann keine Drums programmieren wenn man nicht selbst weiß wie ein Schlagzeug funktioniert.

Woher bekommt ihr eure Ideen?

Eigentlich von überall. Heute ist es so, dass wir so etwas wie eine Dillinger Formel gefunden haben, von der wir wissen, dass sie für uns funktioniert. Vieles sind glückliche Zufälle, die zu unserer Signatur geworden sind. Einfach die Art wie wir die Dinge angehen und strukturieren. Manchmal verarbeiten wir aber auch Einflüsse von außerhalb und formen daraus unser eigenes Ding. Auf dem neuen Album ist beispielsweise ein Part der ziemlich verrückt, schnell und abgefahren klingt. Aber in Wirklichkeit ist es ein simpler Latin Rhythmus. Wir haben lediglich die Zeitsignatur etwas geändert, es etwas schneller gespielt und dreschen es auf dem China-Becken. Jetzt klingt es schnell und aggressiv. Wir machen vieles auf diese Art.

Wie war das als ihr angefangen habt? Damals gab es keine Bands die geklungen haben wie ihr.

Auch wir hatten unsere Einflüsse. So beginnt jede Band. Bei uns war es einfach die Kombination der unterschiedlichen Dinge. Wir standen auf Punk und Hardcore aber auch extremen Metal und Fusion Jazz. Wir haben versucht aus all diesen Einflüssen einen Sound zu kreieren, und haben nicht versucht diese Einflüsse in unseren Sound einzubauen. Das hat uns sehr geholfen unseren Weg zu finden. Nur weil wir eine Fusion Band aus den 70ern oder eine brutale Metal Band oder Black Flag mochten, haben wir nie versucht so zu klingen wie sie. Wir wollten all das in einen Sound verbinden.

Damit habt ihr wohl das ganze Chaoscore/Techmetal Genre erfunden.

Naja, es gab sicherlich schon vor uns verrückte Bands. Ich fühle mich immer etwas seltsam wenn die Leute sagen, dass wir das erfunden haben. Ich wurde ja schließlich auch von Bands beeinflusst. Aber gut, rückblickend nach elf Jahren haben wir wohl doch etwas damit zu tun gehabt.

Wie war das bei euch in euren Anfangstagen? Ich kann mir vorstellen, dass ihr in diese extreme Metal Ecke gestellt wurdet.

Ja, das war seltsam. Es gab damals nicht besonders viel Crossover. Alles war sehr klar definiert. Insbesondere hier in Europa. Als wir das erste Mal nach Europa kamen, waren wir mit einer Band unterwegs die mehr in die Hardcore Ecke gestellt wurde. Sie waren auf einem Hardcore Label, wir waren auf einem Metal Label und waren härter. Ihre Fans hatten kurze Haare und keine schwarzen Shirts, während unsere Fans lange Haare trugen und schwarze Shirts an hatten. Als wir dann auf die Bühne gingen und sie sahen, dass wir normale Typen mit kurzen Haaren sind, hat sie das wohl etwas geschockt. Ich habe Psychologie studiert und war ein ganz normaler Typ. Was Dillinger von Anfang an geholfen hat unseren eigenen Sound zu finden, war die Tatsache, dass wir niemals eine Erwartungshaltung an die Band hatten. Wir hätten nie gedacht, dass wir es schaffen könnten. Unsere Musik war darum auch nicht auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten. Wir wollten einfach nur coole Musik machen, die uns selbst gefällt. Vielleicht mal vor ein paar Kids spielen. Die Musik war für uns ein Ventil um unseren Frust über die Schule abzulassen. Irgendwann haben wir dann gemerkt, dass es ganz gut läuft. Wir konnten touren und bekamen all diese Chancen. Daraus hat sich dann ein Beruf entwickelt. Das ist der einzige Rat den ich geben kann. "Do it because you love it, don´t try to make it". Anders wird man nie etwas von echtem Wert erschaffen.

Wie ist das heute für euch, da es euer Job ist?

Es ist sehr schwierig geworden. Die Industrie ist an einem schwierigen Punkt. Obwohl wir das nie geplant hatten, ist die Band nun unser Job, unsere Karriere geworden. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Es ist ziemlich beschissen sich Gedanken über Plattenverkäufe machen zu müssen um Support vom Label zu bekommen damit wir die Flugtickets nach Europa bezahlen können. Es ist aber auch eine interessante Herausforderung.

Wie trennt ihr den kreativen Aspekt vom Geschäftlichen?

Das ist gar nicht so einfach. Ich bin auch der Manager der Band. Wir hatten von Anfang an über alle Entscheidungen die volle Kontrolle. Das ist sicherlich etwas auf das ich auch stolz bin. Aber es ist auch eine Notwendigkeit. Damit die Kohle reicht, können nur so wenige Leute wie möglich aus dem Pot nehmen. So musste es von Anfang an sein. Ich erinnere mich daran, dass ich die Flüge für unsere erste Europa Tour von meiner Kreditkarte bezahlt habe und nur hoffen konnte, dass wir genug verdienen werden um es abzahlen zu können. Ich weiß nicht mal, ob es geklappt hat. Das macht uns aber auch resistenter gegenüber den Problemen der Musikindustrie. Viele Bands, für die es bisher gut lief und immer Geld hatten, haben jetzt plötzlich keins mehr und sind auf sich selbst angewiesen. Sie haben keine Ahnung was sie tun sollen, weil sie es noch nie gemacht haben. Wir sind daran gewöhnt.

Ich finde es interessant wie gut ein melodischer Song wie „Black Bubblegum“ in den Dillinger Kontext passt. Wie schafft ihr das?

Als wir „Miss Maschine“ heraus gebracht haben war das erst unser zweites Album. Wie du vorhin schon richtig festgestellt hast lagen gut fünf Jahre zwischen unserem ersten und unserem zweiten Album. Wir waren während dieser Zeit viel auf Tour. Viele Leute kannten unseren Sound also von „Calculating Infinity“ und würden sowas auch weiter von uns erwarten. Wir wussten also, dass wir auf „Miss Machine“ neue Akzente setzen mussten und die Richtung dafür vorgeben, was für eine Art von Band wir in Zukunft sein wollten. Schließlich wollten wir noch länger in dieser Band spielen und nicht immer gleich klingen. Es musste also klar werden, dass wir eine vielseitige Band sind. Niemand von uns hört immer nur Metal. Es gibt Millionen unterschiedliche Arten schnell und vertrackt zu spielen. Ich möchte kein Album hören, bei dem jeder Song gleich klingt. Ich will nicht Slayer oder The Offspring sein. Daran ist nichts falsch, aber für mich persönlich wäre das nichts. Ich will nicht in einer Band spielen die immer gleich klingen muss wenn sie keine Fans verlieren will. Das mussten wir mit „Miss Machine“ rüber bringen. Wir sind mit dem vielen Touren schon zu weit gegangen, aber jetzt war es Zeit die echten Fans von den Mitläufern zu trennen. Darum haben wir auf dem Album so viele unterschiedliche Dinge eingebaut. Bei „Ire Works“ war es dann an der Zeit zu machen was wir auf dem ersten und zweiten Album gemacht haben, aber es einfach besser zu machen. Songs wie „Black Bubblegum“ neben Songs wie „Fix Your Face“ zu stellen ist vermutlich die größte Herausforderung für Dillinger Escape Plan. Hoffentlich folgen die echten Fans dieser Dynamik.

Wie wird der Song von den Fans aufgenommen?

Ziemlich gut. Viele Leute fahren sogar mehr auf diese Songs ab als auf das härtere Zeug. Wir haben wohl auch einige alte Fans deswegen verloren, aber sie wurden durch neue ersetzt. Meine Lieblingsbands hatten immer diese Vielfalt. Bands wie Faith No More oder King Chrimson, hatten in der einen Minute immer dieses abgefuckte Zeug und in der n ächsten sehr melodische Sachen. Es geht einfach darum, zu dem zu stehen was wir sind. Unsere erste EP hat damals ein Freund auf seinem Label heraus gebracht. Der erste Song darauf, also der erste Song den jemals jemand von uns gehört hat, war ein melodisches Latin Instrumental. Erst der zweite Track wird dann heftig. Jemand der diese Band also von Anfang an kennt, würde auch sowas von uns erwarten.

Ihr habt den Song auch bei der Conan o Brien Show gespielt. Wie war das?

Das war eines der Highlights unserer Kariere. Wir sind alle Fans der Show. Für diese Show ausgewählt zu werden beweist, dass Dillinger alles erreichen können. Wir sind anders als andere heavy Bands. Wir können Dinge tun, die Andere nicht können. Wir können vor Publikum spielen, das andere Bands nie erreichen kann. Darum haben wir auch Angebote von Bands wie System Of A Down angenommen. Obwohl wir wussten, dass es sehr schwer für uns werden würde und die Fans uns wahrscheinlich nicht akzeptieren würden. Das war eine gute Herausforderung. Wir mögen es mit unterschiedlichen Bands auf Tour zu gehen. So haben wir das schon immer gemacht. Wir haben uns nie auf diesem traditionellen Metal Pfad bewegt. Das war sicher nicht immer leicht, aber es hat uns auch zu dem gemacht was wir sind.

Wie war die damals Tour mit System Of A Down?

Es war cool. Gregs erste Tour. Wir waren damals an einem Punkt an dem wir in unserer Welt immer mehr Aufmerksamkeit bekamen und schon recht etabliert waren. Unsere Shows waren gut besucht und die Kids sind nur wegen uns gekommen. Wir haben also wieder nach einer Herausforderung gesucht. Das erinnert uns daran warum wir da sind. Sich permanent bemühen zu müssen und um die Aufmerksamkeit der Kids zu kämpfen. Wir wollten schon immer einen Eindruck hinterlassen. Liebe oder Hasse uns, aber du wirst uns auf jeden Fall bemerken. Die System Of A Down Tour war ein gutes Bespiel dafür. Jeder der da war wusste wer wir sind, ob er uns mochte oder nicht.

Ich habe nach der Tour einige schlimme Verrisse über euch gelesen.

Das ist witzig. Insgesamt haben wir recht positive Reviews für diese Tour bekommen, allerdings schlechte Reaktionen vom Publikum. „Die Leute haben sie gehasst, aber sie waren total cool.“ Journalisten wollen immer schlauer sein als die Kids und etwas kennen was sie nicht kennen. Das hat uns in dieser Hinsicht geholfen. Aber klar, es gab natürlich auch schlechte Reviews. System Of A Down waren damals die größte Rockband. Es war interessant zu sehen wie sie damit umgingen. Es war einfach interessant Teil von so etwas Großem zu sein und nur zu beobachten. Es war ein Einblick in eine andere Welt an die wir nicht gehöhnt sind.

Wovon handeln eigentlich eure Texte.

Ire Works ist das erste Album auf dem ich keine Texte geschrieben habe. Wie gesagt, haben die anderen dieses Mal viele eigene Sachen eingebracht. Ich kann deshalb keinen allzu persönlichen Kommentar abgeben. Was ich sagen kann ist, dass unsere Texte viel von dem Frust handeln der damit verbunden ist, eine Band wie diese zum Funktionieren zu bringen. Einige der Dinge, die dich motivieren in einer aggressiven Band zu spielen, sind die Umstände die durch die Band erst entstehen. Beispielsweise die Beziehungsprobleme, die sich ergeben, kein stabiles Zuhause zu haben, keinen Ort wo man seine Sachen haben kann, rund um die Uhr mit anderen zusammen zu sein. Viele der Texte handeln davon.

Hast du eine Exit-Strategie für die Band?

Daran arbeite ich noch. Wahrscheinlich werde ich Pizza ausliefern. Ich habe mir in einem Second Hand Laden ein T-Shirt von einem Pizza Laden gekauft das ich manchmal an habe damit die Leute sich daran gewöhnen können. Es wird meine Uniform.

Hast du schon eine Vorstellung wie das nächste Album klingen wird?

Ich arbeite an ein paar Beat und Rhythmen, die sehr interessant klingen. Sie sind sehr aggressiv, aber auch progressiv. Wir werden sehen was dabei heraus kommt. Es ist noch nichts konkret.

Fängst du direkt nach der Vervollständigung einer Platte an, neue Songs zu schreiben?

Nein, wenn ein Album fertig ist, kann ich für gewöhnlich nicht einmal daran denken auch nur einen Dillinger Song zu schreiben. Ich habe vor kurzem einige Remixes für andere Bands gemacht. Das hilft mir dabei meinen Kopf frei zu bekommen und mich wieder neu inspirieren zu lassen. So langsam bekomme ich aber wieder das Jucken neue Songs zu schreiben.

Hast du noch letzte Worte?

Ich möchte mich einfach nur für das Interesse bedanken und mich dafür entschuldigen, dass ich nach Pisse stinke.

Ja, das tust du wirklich.

Rolf Gehring

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