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CATARACT gibt es inzwischen seit knapp sieben Jahren (1998), im Jahr 2001 fand der erste und einzige Line Up Wechsel der Band statt. Du hast den damaligen Sänger Mosh ersetzt. Wie kam es dazu?

Ich kenne, um ganz am Anfang anzufangen, Simon, Ricky, Mosh und Gregor schon bevor es CATARACT gab. Eigentlich war es so, dass Simon mich als er die Band gegründet hat gefragt hat, ob ich Sänger machen möchte in der Band. Damals hatte ich noch meine eigene Band, gerade erst gegründet gehabt, die hieß, bzw. heißt noch immer DARK DAY DUNGEON. Ich wollte dann ein Studium anfangen in einer anderen Stadt und eigentlich ist das ganze an mir ein wenig vorbeigerauscht. Dann haben die Mosh gefunden, mit dem Mosh angefangen, und ich war dann eben bei DARK DAY DUNGEON zwei, drei Jahre. Dann 2001 hatte Simon als guter Freund der Band gemerkt, dass es mit der Band nicht mehr so passt, dass ich nicht mehr happy war mit der Band. Das war dann der Zeitpunkt, ein wenig in mir rumzustöbern, ob ich Lust hätte bei CATARACT einzusteigen, weil sie mit dem Mosh halt von der Distanz her- er hat in Würzburg gewohnt- die konnten nicht proben, und wenn sie am Wochenende spielen, also die probten immer am Wochenende, und wenn sie am Wochenende spielten, dann konnten sie gar nicht proben. Das heißt, sie haben monatelang nicht geprobt mit Sänger und das ist nicht von Vorteil für eine Band. Dann hat mich Simon über Wochen hinweg immer wieder ein wenig drauf hingewiesen und dann schlussendlich gefragt, ob ich einsteigen will und dann war´ s für mich eigentlich klar, dass ich da einsteige, denn für mich war CATARACT die Band in der Schweiz zu der Zeit und von dem her war das kein Thema für mich.

Euer erstes Album GOLEM (2000) erschien bei FERRET MUSIC, einem amerikanischen Label. Etwas untypisch für eine europäische Hardcoreband. Kannst Du mir erklären, wie es zu der Zusammenarbeit mit FERRET kam?

Ja, das war zwar vor meiner Zeit, aber ich war damals auch im Studio, als das Album aufgenommen wurde. Ich war auch in den Staaten im Studio beim Mischen und so dabei. Ich denke es liegt daran, dass der Simon auch extrem viele Kontakte in den USA hat. Das heißt er macht, also der Ricky auch...die beiden sind jetzt halt schon über 30 und machen seit sie 13, 14 sind Musik. Die kennen extrem viel Leute von früher, die haben Bands gesehen, von denen wir nur träumen, sind halt so die Kontakte die in der Hardcoreszene entstehen, und auch ein wenig aufrecht erhalten. Und ich denke das ist genauso, als der Carl von Ferret damals mit NORA auf Tour war in Europa glaub ich, die kannten sich halt und haben dann mit CATARACT zusammen gespielt und so ist dann der Kontakt zustande gekommen eigentlich. Das ist glaub ich so das Ding.

Euer zweites Album erschien bei LIFEFORCE und nun ?With Triumph comes loss? bei METALBLADE - wohl Traum jeder Band, bei solch einem professionellen Label zu landen. Wie sind die auf Euch aufmerksam geworden?

METALBLADE? Das liegt eigentlich auch an der Vergangenheit von der Band. Wie gesagt Ricky und Simon hatten damals schon mit MINE den Kontakt mit CENTURY MEDIA oder NUCLEAR BLAST, die waren kurz davor eigentlich da einzusteigen, dann ist der Sänger ausgestiegen. Von dem her hatten die schon immer Kontakt und dazu kommt auch, dass wir extrem viel also nicht nur im Hardcorebereich spielen, sondern im Metalbereich und auch da ein wenig die Kontakte pflegen. Ich denke das Hauptding war, dass wir extrem viele Liveshows spielen, das heißt wir haben uns seit Anfang echt immer wieder den Arsch abgespielt, genau - überall gespielt. Jedes Konzert, ob es jetzt ein Festival war oder irgend ein Squadscheiß, egal. Wir haben überall gespielt. Und wir haben auch immer extrem viel Kohle draufgelegt. Ich denke das macht sich jetzt bezahlt. Wir haben uns nun ein wenig einen Namen als gute Liveband gemacht, weil wir eben soviel gespielt haben, und dadurch sind auch METALBLADE eigentlich auf uns aufmerksam geworden.

Wie viel Konzerte habt ihr so im Jahr gespielt? Kannst Du mir einen Durchschnitt nennen?

Ich denke so 60, 70 Konzerte sind das im Jahr. Ein, zwei Touren im Jahr und dann halt jedes Wochenende. Also das war krass nach der Platte ?With Triumph Comes Loss?, die ist im September rausgekommen. Das erste freie Wochenende war im Januar, diesen Januar. Das heißt wir haben eigentlich September, Oktober, November, Dezember jedes Wochenende gespielt. Das ist jetzt so, und wir machen das gerne. Das ist eigentlich auch so unser Ding.

Ist bei Euch ein Traum dadurch wahr geworden?

Also ich denke wir sind dem Traum ein Stück näher gekommen. Aber ich muss klarstellen, unser Ziel ist es nicht 100%ig von der Musik leben zu können, also was heißt da unser Ziel? Es ist unser Ziel, aber wir geben nicht alles rundherum auf, um dieses Ziel zu erreichen, und es macht uns Spaß. Wir sind fünf gute Freunde, wir sind gerne zusammen im Bus, touren gerne, wir sind gerne das ganze Wochenende zusammen auf Shows, haben immer extrem Party und das ist eigentlich das wichtigste. Alles andere kommt...wenn´ s kommt, kommt´ s und sonst ist es uns eigentlich egal. Es ist nicht so, dass wir jetzt so erzwungener maßen diesen Durchbruch schaffen wollen, oder was auch immer, was andere Bands versuchen und irgendwie alles rundherum aufgeben. Wir sind da ein wenig realistischer, es ist einfach: wenn´ s klappt, dann klappt´ s und sonst egal. Also wir haben ne gute Zeit und das ist das wichtigste.

Wie ist es eigentlich seit der letzten Platte? Habt ihr gemerkt, dass sich seitdem Euer Publikum verändert hat? Ihr seid jetzt auch auf einem größeren Label und daher werden auch mehr Leute auf Euch aufmerksam...

Ja, das merkt man ganz krass. Also erstens mal haben wir mehr Leute auf den Konzerten, sogar in der Schweiz. Früher haben wir ab und zu mal in der Schweiz gespielt, aber war wirklich nie was cooles dabei. Das ist irgendwie seit der Releaseparty. Da waren so viele Leute da. Jetzt ist das immer so, auch wenn wir in der Schweiz spielen und extrem viele Leute auch in Deutschland. Auch auf der Tour mit MAROON hat es sich gezeigt, dass wir am Dienstag vier, fünfhundert Leute ziehen. Das ist echt in Orten, in Städten, von denen ich noch nie etwas gehört habe, Marburg oder so was, wo ich noch nie war, wovon ich noch nie gehört habe, dass da überhaupt ne Show ist.... Und da kommen dann einfach 400 Leute an einem Dienstag und da dachte ich mir ?pf?. Man merkt da auch, dass es andere Leute gibt. Es gibt da die Hardcoreleute, die kommen immer noch, aber es gibt auch viele Metallleute, die jetzt dann auf unsere Shows kommen und das finde ich ganz cool.

Wie steht es um die Schweizer Hardcoreszene im Moment? Kannst Du mir ein wenig beschreiben, was da vor sich geht?

Die Schweizer Hardcoreszene ist eigentlich so: also ich bezeichne sie als ?klein und fein?. Sie ist auch wie in ganz Europa, so ein wenig am Wachsen mit den ganzen Metalcoresachen denke ich, aber auch die ?Oldschoolecke? ist extrem am Wachsen, v.a. in Luzern gibt es ganz viele neue junge Kids, die voll so auf Oldschool stehen und das find ich ganz, ganz klasse. Auch in Zürich und Zug, wo ich herkomme gibt es viele neue Kids. Früher war es so: nach unseren Generation kam ein Loch von vier, fünf Jahren. Da war einfach nichts mehr, einfach keine Konzerte mehr, keine Bands mehr. Und jetzt ist es echt so, dass die Bands wie Pilze aus dem Boden schießen, von überall. Aus der italienischen Ecke, von der französischen Schweiz überall gibt es neue Bands, gute Bands.

Kannst Du mir da ein paar Namen nennen?

Also momentan finde ich, ist die absolut beste Schweizer Band SOLID GROUND. Die stampfen echt alles in Boden. Das ist echt der absolute Hammer! Das sind auch ein wenig ältere Jungs, seit Ewigkeiten dabei und machen ihr Ding, echt Hammer Liveband! Super! Und dann jetzt meine Ex-Band DARK DAY DUNGEON, die haben jetzt ne neue Platte draus auf LET IT BURN. Dann gibt es DESPISE aus dem Französischen Teil der Schweiz, dann gibt es FIVE DAYS RAIN aus Zug, wo ich herkomme, ganz, ganz junge Kids. Es gibt noch etliche andere Bands, die ihr unbedingt auschecken solltet.

?With Triumph comes loss?- kannst Du mir ein paar Worte zum Inhalt der Platte sagen? Gibt es da Dinge, die Dir persönlich wichtig sind? Hast Du den Anspruch den Kids eine Message mitzugeben?

Ich will jetzt nicht auf die einzelnen Themen eingehen, aber im Großen und Ganzen geht es die ganze Platte durch um uns und um die Menschheit. Und zum Titel: ich persönlich hab das Gefühl, dass wenn man etwas erreicht... (überlegt)... wenn man etwas erreicht, muss man irgendwas, oder irgendjemand die Priorität nehmen. Das heißt, wenn man den Triumph erreichen will, dann verliert man irgendwo anders. Das heißt zum Beispiel, im ganzen ökonomischen Sinn, das bedeutet Wirtschaft und so....da sind wir extrem stolz drauf, dass wir hier Wirtschaftsystem, die ganze Kapitalismussache haben, dass es Wohlstand und Reichtum bringt. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Millionen von Leuten, die vor Hunger sterben oder an irgendwelchen Krankheiten. Das ist so wie der Preis, den man da bezahlen muss für den Triumph, sagen wir mal so. Für mich ist es eigentlich gar kein Triumph, sondern es ist sich selbst ein wenig verleugnen. Das heißt man hat für sich das Gefühl, man hat etwas Gutes erreicht, aber eigentlich auf der anderen Seite geht es doch kaputt. Ich denke diese Welt ist momentan so, dass sie eigentlich so läuft. Das ist einfach bei fast allem so, dass die Menschheit auch das Gefühl mit Technik und die ganze Wissenschaft, mit den Errungenschaften haben sie immer das Gefühl, ?ja ihr entdeckt etwas neues?, aber da ist immer irgendetwas, was dann rückwirkend irgendwie scheiße ist.

Bist Du der Meinung, dass sich im Moment eine Art ?Depression? durch die Menschheit zieht? Oder besser noch gesagt durch die Gesellschaft? Oder werden die Menschen dadurch eher kreativ und sagen: ?Okay, wir versuchen da was zu verändern!? Du hattest heute auch das Thema ?Technik? angeschnitten. Meiner Meinung nach hat sich die Gesellschaft so entwickelt, dass der Mensch immer danach schaut, wie er Dinge fortschrittlicher machen kann, aber hat dabei zuwenig mögliche Konsequenzen bedacht. Denkst Du, dass eine Umkehr noch möglich ist, oder steuern wir, jetzt mal plakativ gesagt, auf ein Ende zu?

Also ich denke nicht, dass Umkehr noch möglich ist, ich denke es ist zu spät. Man kann sicher einige Sachen eindämmen, aber ich denke man müsste das ganze von Grund auf verändern. Darum geht es auch in einigen Texten. Das heißt, man muss von ganz Anfang an, v.a. bei er Erziehung darauf achten, dass gewisse Werte in die ganze Erziehung einfließen und nicht nur wie gesagt, wichtig der Job, wichtig dass Du Kohle hast usw. Die ganzen materiellen Werte werden v.a. im Westen extrem hochgeschätzt, und das ist finde ich das Falsche, dass es v.a. in der Erziehung vermittelt wird. Es muss anfangen, denn wenn jetzt Leute die 30, 40 sind oder irgendwelche Wirtschaftssysteme zu ändern einfach so, das geht nicht, sondern das muss von unten kommen, denke ich. Darum ist es auch wichtig, sprich in Drittweltländern, dass man da den Leuten eine Chance gibt, dass sie eigene Bildung haben, dass sie selbst entscheiden können: ?was ist gut für mich??, und nicht irgend einem System aufgedrückt bekommen wie ein Stempel.

Was denkst Du, welche Werte soll man Kindern vermitteln?

Das ist ne ganz schwierige Frage. Sicher das ganze mit der Umwelt. Das ist etwas, was ich extrem wichtig finde, dass man den Kindern mitteilt, dass alles was man zerstört....also es muss für die Ewigkeit dauern. Das heißt wenn ich jetzt was zerstöre, dann haben alle Leute die nachher, oder Deine Kinder und die Kinder Deiner Kinder, die haben das dann nicht. Genau, das geht was verloren, was extrem wichtig ist. Das Grundprinzip ist der Respekt zwischen verschiedenen Menschen. Ich meine damit, dass man einfach akzeptieren muss, dass es verschiedene Menschen gibt. Das finde ich extrem wichtig, dass man das einfach akzeptiert und damit toleriert. Das heißt, wenn jetzt jemand anders ist, dann soll er anders sein, aber man muss ihn nicht deswegen verurteilen.

Ich wollte auch noch etwas auf das Thema ?Hardcoreszene? eingehen, da in letzter Zeit ja immer wieder wild über Themen wie ?Integrität? innerhalb der Hardcoreszene diskutiert wird, es wird über Werte geredet, besonders Bands, die kommerzielle Wege gehen (sage ich jetzt mal vorsichtig) werden von vielen angeprangert. Es gibt immer noch einige Bands die sagen ?Nö, wir machen keine CD, es muss Tape sein, weil das ist Punkrock, das ist Hardcore!? Wie siehst Du das?

Also ich denke, die Bands, die das machen wollen, die sollen das machen. Und wie gesagt, ich finde es wichtig, dass jeder das macht, was er will. Für mich ist das eigentlich Hardcore. Es hat überhaupt nichts zu tun mit kommerziell oder nicht kommerziell, mit auf CD oder auf Platte, oder auf Vinyl oder was für Shows Du spielst, sondern für mich war Hardcore immer, das zu machen, was Du willst, also das zu machen, was ich Bock drauf hab und wie ich das mache das ist echt grob genommen meine Entscheidung . Das ist echt das, was Hardcore immer für mich war: das zu machen, was ich will oder was wir wollen. Und ich kann es teilweise verstehen, aber ich denke das sind Leute, die extrem engstirnig sind. Das heißt also, als ich 17 war, da war ich auch so: als ich 17 war, war ich Straight Edge, und ich... ich bin noch immer Straight Edge, aber für mich war jeder, der nicht Straight Edge war scheiße....das sind halt so ein wenig pubertäre Auswüchse. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll, es ist halt so, dass man dann ein wenig engstirnig wird, mit Scheuklappen und alles andere ist sekundär, und nur das Ziel wichtig. Das war für mich auch so und wenn Du ein wenig älter wirst, dann wirst Du ein wenig offener, für verschieden Sachen, aber wenn Du immer noch das machst, was Du willst, bist Du mehr Hardcore als jeder andere.

Du hast vorher ?Pubertät erwähnt. Mich interessiert, wie bist Du zu Hardcore gekommen? Wie bist Du aufgewachsen?

Also ich kam eigentlich aus einer süditalienischen Familie, das heißt für mich, mein Leben, meine Eltern sind in den 70er Jahren, 60er Jahren in die Schweiz ausgewandert um Geld zu verdienen, weil Italien ein sehr, sehr armes Land war, also v.a. Süditalien. Ich bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen. Das heißt zuhause die süditalienische, nicht streng katholisch, aber so ein wenig gläubig angehauchte Familie, war aber tagsüber bei einer Schweizer Familie, weil meine Eltern arbeiten waren. Da bin ich ein wenig zwischen Schweizer und italienischer Kultur hin und her geschwankt. Das hat mich auch sehr beschäftigt so mit 13, 14. Damals war ich ein wenig so wie in der Zwickmühle, es war eine so ganz, ganz komische Zeit.

Was hat Dich damals beschäftigt?

Die zwei verschiedenen Kulturen...also es waren eigentlich belanglose Dinge, oberflächliche Dinge eigentlich, wie Sonntag in die Kirche gehen, oder sich anders anziehen. Ich war nicht der typische Italiener, weil ich bei einer Schweizer Familie aufgewachsen bin, aber ich war trotzdem Italiener. Und die Italiener, alle meine Cousins, meine italienischen Freunde, die waren alle so der 08/15 Italiener: Technomusik, schöne Klamotten, Autos. Ich war damals 15, aber trotzdem es waren so die Dinge, die mich nie interessiert haben. Ich hatte nie Gel in den Haaren...das sind einfach Kleinigkeiten. Als 13, 14 Jähriger denkst Du Dir auch irgendwie, ich will das nicht, aber alle verlangen das von Dir, und da bist Du dann so irgendwie zwischen zwei Stricken. Der eine zieht auf die eine Seite, die Kultur, und die andere auf die andere. Und das ist eigentlich so die Zwickmühle, in der ich drin war. Und ich denke da auch, dass als ich mit 13,14 dann in die Hardcoreszene kam, ich dann halt meine zweite ?Familie? gefunden habe, eigentlich durch Zufall... denn beim Skaten haben halt alle meine Freunde angefangen harte Musik zu hören , sind dann auf die ersten Konzerte gegangen.

Wie war das damals? Gab es damals ein prägendes Erlebnis für Dich, das Ihr gesagt habt, so wir sind jetzt ne Hardcorecrew?

Ja, da wo ich herkomme, aus Zug, da waren wir so zehn bis zwölf Leute, die angefangen haben Konzerte zu machen. Das war, ich tippe jetzt mal, so `95, `94. Da war ich eben 15, ja 14. Haben dann angefangen zusammen Konzerte zu machen und dann auf jedes Konzert zu gehen, scheißegal wo und die ganze Zeit zusammen halt und einfach halt immer wieder die gleichen Leute auf den Konzerten zu sehen. Es war halt echt sowas wie ne große Familie und das ist das, was mich am Hardcore immer so extrem...ja, das ist das was mir gefehlt hat, als 15jähriger und das hab ich echt gebraucht und ich bin auch froh darüber echt.

Hat es Dir damals auch schon so Werte vermittelt? Du hast das praktisch bei Deiner Familie vermisst, also quasi so ne Orientierung?!

Ja, also im Nachhinein, wenn ich jetzt- als ich bin jetzt 26- und ich bin eigentlich extrem stolz auf meine Familie und ich bin froh in so einer Familie groß geworden zu sein, aber als 15jähriger war es extrem schwer, zwischen den zwei Kulturen. Da fand ich mich irgendwie auf Hardcoreshows. Da konnte ich sein, wie ich wollte, ich konnte mich kleiden wie ich wollte, ich konnte die Musik hören, die ich wollte und ich war einfach akzeptiert. Das ist einfach das coole an dem ganzen Hardcoreding. Das schätze ich eigentlich heute noch. Damals war halt die Hardcoreszene auch in der Schweiz sehr, sehr klein und da habe ich alle Leute kennen gelernt, die mir heute wichtig sind. Das heißt meine ganze Band, den Pat und auch die Leute in Deutschland hab ich eigentlich durch Hardcore kennen gelernt. Das ist auch etwas , über das ich jetzt extrem froh drüber bin, dass ich fast in jeder Stadt in Europa jemanden kenne, nur wegen Hardcore eigentlich. Also wegen der Musik, die ich höre und spiele, kenn ich in jeder Stadt irgendjemand oder ich kann fast auf der ganzen Welt irgendwo hinreisen und irgendjemand kenn` ich da oder kann ich kontaktieren. Das ist das geilste. Nur wegen der Musik und das ist echt faszinierend.

Ich muss jetzt noch einmal weit ausholen. Und zwar noch mal zurück zur Hardcoreszene: wir sind jetzt im Jahr 2005, Hardcore und Metal rücken immer näher zueinander. Kannst Du Dir Hardcore im Jahre 2015 vorstellen? Und wie sieht das aus?

(Lacht) Yo, das ist ne schwere Frage, oh Mann (lacht) !

Denkst Du, dass Metal und Hardcore noch mehr zusammenrücken?

Also ich denke nicht. Ich spreche jetzt von den Szenen: die Hardcorementalität und die Ideologie vom Hardcore wird denke ich nie mit der Ideologie vom Metal zusammen kommen, musikalisch ganz klar. Für mich ist es heute so, dass die Ideologie vom Hardcore besteht, einfach mit der Metalmusik. Also für mich persönlich ist CATARACT klar eine Hardcoreband, die eigentlich Metal spielt. Aber es ist mir wichtig, dass wir ne Hardcoreband sind, denn ich will ja mit der Musik etwas aussagen und ich denke nicht, dass auch in 2015, dass Metalbands...es gibt Metalbands, die irgendwas vertreten oder irgendwas aussagen, aber die meisten Metalbands, die...also sprich echt nicht musikalisch, aber auch von der Szene ?Metal? sagen gar nichts aus, die machen einfach harte Musik und ich denke nicht, dass sich das verbinden wird, weil also das sieht man auch an Konzerten, Metalleute sind total anders als Hardcoreleute. Das ist einfach so.

Was sind da die größten Unterschiede?

Also das, was ich beim Metal nicht so mag, ist das ganze ?Oh, ihr seid ne Band, oh Autogramm, oh ...?...es ist etwas, was ich immer so cool fand am Hardcore: Bühne, Leute vor der Bühne, das war ein Ding, das ist das geile. Die Band ist Teil vom Publikum, das Publikum ist Teil der Band, alles zusammen. Da brauchst Du kein Backstage, da brauchst Du scheißegal, da musst Du Dich nicht verstecken können. In der Metalszene ist es echt so, dass Du wenn Du mit Backstage hast, da kannst Du Dich zurückziehen, da kommt nicht irgendwie jemand, der Dich nachher wie ein betrunkener Metaller, der dich die ganze Zeit voll labert über irgendwelche Sachen und das ist eigentlich das, was ich an Hardcoreshows schätze und dass man wirklich ein...eben das ganze , die Band so als weit wegsehen mag ich nicht, auch das ganze, wenn vor der Bühne so ne Abschrankung ist und so, mag ich überhaupt nicht. Ich mag so große Festivals überhaupt nicht. Ich weiß, dass man diese Festivals halt spielen muss, und ich spiel sie auch, aber ich mag lieber Konzerte wie heute, wo die Bühne so klein ist. Am liebsten nur ganz wenig, oder gar nicht und die Leute direkt...ist viel persönlicher irgendwie und Du merkst wirklich die Energie wie sie rüberkommt und wieder zurück und bei großen Metalkonzerten ist es halt nicht so. Da gilt es halt Musik spielen und dann weiter.

Du hast vorher was gesagt, dass ihr ne Message habt. Kkannst Du das kurz zusammenfassen? Oder ist die Frage zu weitreichend?

Ich denke es ist recht weitreichend, also mit den Texten. Ich kann kurz nur was zu den Texten sagen. Das sind eigentlich Sachen, die mich persönlich oder jemand von der Band persönlich beschäftigen. Das sind Sachen, die einerseits persönlich sind, andererseits auch mit gesellschaftlichen Dingen zu tun haben, Sachen über die wir uns Gedanken machen. Ich will nicht sagen, dass wir eine Grundmessage haben, aber ich denke schon, dass wir ein wenig mehr auf unsere Welt achten sollten. Das ist eigentlich so das Grundding. Es ist ein wenig plakativ, aber ich denke das ist das, was ich persönlich in meinen Texten verarbeite und auch...ich finde es also auch wichtig, dass die Leute das, wenn sie wollen, es geht immer drum, wenn jemand das will, dann meine Gedanken halt das weiterführen halt preisgeben und die Leute auch Gedanken darüber machen. Das heißt ja nicht, dass sie die gleichen Meinungen haben müssen wie ich, das ist nicht wichtig.

Auf Euren Konzerten ging es in letzter Zeit einige Male heiß her und ihr musstet teilweise Shows unterbrechen, weil sich die Leute die Köpfe eingeschlagen haben...also Trier glaube ich inzwischen sogar schon zum zweiten mal. Wie geht´ s Euch damit? Kannst Du Dir erklären, warum das so ist? Mit Sicherheit macht ihr brutale und aggressive Musik, aber da seid ihr ja nicht die einzigen. Und jeder der Euch persönlich kennt, weiß dass ihr sehr liebe Menschen seid und Ihr seid ja jetzt auch nicht so, dass Ihr propagiert, kommt schlagt Euch gegenseitig die Fresse ein....

Ich hab keine Ahnung warum das so ist. Ich weiß es nicht. Jedes mal, wenn ich daran denke pisst es mich extrem an, weil das letzte Mal in Trier war halt echt so, dass wir mit diesem besoffenen GI einen recht schweren Stand hatten. Das war eigentlich der Hauptgrund, aber es ist ja klar, wenn du brutale Musik machst, dann ist es ein wenig das Risiko und ich denke, also oft ist es eigentlich so, dass die zwei Welten, wie wir gesagt haben, die Hardcore und die Metalleute aufeinanderprallen an einem Konzert und die Metaller wollen einfach den Kopf schütteln und die Hardcoreleute sind so nen bischen mehr aktiv, das heißt ein bisschen mehr Bewegung und die einen dann noch anfangen zu kick boxen und dann eben noch ein paar Besoffene, dann geht´ s recht schnell. Also ich finde es extrem schade und ich finde es ist einfach wichtig, dass die Leute sich gegenseitig beachten...jeder soll so tanzen wie er will, aber man soll sich einfach gegenseitig respektieren und ich finde es schade, wenn man wegen dem Konzerte unterbrechen oder absagen muss..

Irgendwelche Zukunftspläne für 2005? Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass ihr im Sommer ein paar Konzerte mit AMON AMARTH und IMPIOUS spielen werdet....gibt es sonst noch was aus dem Nähkästchen für unsere Leser?

Wir werden sicher die Festivals spielen, also Open Airs, das heißt With Full Force, Wacken Open Air, was gibt´ s noch? Dour Festival, Open Air Grainichen in der Schweiz, Fury Fest, Pressure Fest, noch ein paar andere Festivals, und dann im August mit AMON AMARTH eine Woche unterwegs, dann sind wir noch in Athen das erste Mal, ja eine Show. Ganz lustig, mit STRETCH ARMSTRONG fliegen wir da runter für dieses Festival. Da bin ich extrem gespannt darauf. Dann ist es so, dass ich persönlich Prüfung hab an der Uni im Oktober, das heißt ich studiere noch, eigentlich studiere ich weniger, weil ich überhaupt keine Zeit habe momentan, aber es eigentlich mein letzter Prüfungstermin den ich hab, und den muss ich wahrnehmen, sonst hab ich vier Jahre für die Katz studiert und demnach ist es im Herbst dann etwas ruhiger. Wir sind jetzt dran, haben schon drei neue Songs und ich denke so auf Ende Jahr machen wir eine neue Platte fertig und im Januar gehen wir dann ins Studio.

Weißt Du schon wo?

Wir gehen wieder in die ANTFARM, nach Dänemark, das war extrem gut letztes mal, und ja ich denke dann Frühling wird die neue Platte kommen. Wir haben schon einige, aber nicht sichere Pläne für 2006, so zwei drei Touren, die uns anstehen, aber wissen noch nichts genaues.

Gibt es Länder, die ihr gerne mal bereisen möchtet? Wie wäre es mit Japan oder Australien?

Also Japan, Australien stehen auf dem Menüplan 2006, ob es wahr wird weiß ich nicht, aber es ist jedenfalls geplant: Auch USA ist geplant, mit wem und wann wissen wir aber noch überhaupt nichts. Aber dieses mal glaub ich, ist nicht definitiv, aber diese Hell on Earth Tour, hätten wir dieses Jahr mitspielen sollen, aber da Meister Fedi eben Prüfungen hat, geht das leider nicht, und da sind wir für nächstes Jahr glaub ich dann dabei, aber das ist auch noch nicht definitiv.

Ein paar abschließende Worte...

Ich find´ s einfach super, dass uns so viele Leute unterstützen, v.a. aus der Hardcoreszene. Das finde ich super und das ist mir extrem, extrem wichtig, weil sonst hätte es für mich keinen Sinn mehr. Das ist eigentlich das, was ich sagen wollte.

Okay, dann danke ich Dir für das Interview.

Danke Dir.

 

Das Interview wurde von Cornelia Schmitt geführt.

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Interview: Ausführliches Interview mit Gitarrist Simon und Drummer Ricky zur neuen Platte (2004)
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Review: With Triumph Comes Loss, 2004 (rg)
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