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Down /

02.04.2008, Stuttgart, LKA

Windig und nasskalt empfängt Stuttgart die amerikanische Southern Metal-Supergroup, aber da das Anfang April an sich kein Wunder und die Show auch kein Open-Air sein sollte, ist das an sich auch egal. Schon nachmittags fanden sich die ersten (oft weitgereisten) Fans an der Halle ein, weitgestreute Süddeutsche Kennzeichen - es waren sogar ein paar aus der Schweiz zu sehen - und auch ein paar Franzosen erkundigten sich eher nervös, ob es denn noch Karten an der Abendkasse gäbe. Gab es, denn ausverkauft war es mit nichten. Es war aber auf jeden Fall angesagt, den Infos auf den Karten bzw. auf der Clubhomepage Glauben zu schenken, 19 Uhr Einlass, 20 Uhr Beginn, so wars denn auch! Allerdings nicht im üblichen Sinn Beginn mit einer oder mehreren Vorbands, heute gabs nen Vor-FILM! Der dauerte ne satte Stunde und war eine Mischung aus (wegen der Frisuren und Klamotten oft unfreiwillig) amüsanten Musikclips von Bands, die die Jungs von Down verehren, unter anderem gabs Ted Nugent, Rainbow, die Scorpions, AC/DC und natürlich Black Sabbath zu sehen. Dazwischen dann immer wieder selbstgefilmte Passagen aus dem Bandleben: im Proberaum, im Hotel, im Bus, in Bars (Kirk singt Karaoke, Pepper spuckt Leute im Vorbeigehen an), beim Sightseeing in Paris, im Flugzeug etc.. Besonders die Hotelszene bei der neben Down auch Mike „Puffy“ Bordin (Ex-Faith No More-, jetzt Ozzy- und ab und an auch Black Sabbath-Drummer), Zakk Wylde (Ozzy- und Black Label Society-Gitarrist) und Robert Trujillo (Ex-Suicidal Tendencies-, Ex-Ozzy- und jetzt Metallica-Bassist) zu sehen sind, ist sehr funny. Die meisten der Herren sind strunzbesoffen und nachdem Kirk den ein oder anderen Balkonstuhl aus dem ca. vierten Stock in den darunter verlaufenden Fluss gepfeffert hat, versucht Wylde am Ende eine riesige Zimmerpalme samt Topf über das Geländer zu wuchten – wovon ihn Puffy dann gerade noch abhalten kann. Pepper ist in dem Film mehrmals mit einem Hut zu sehen und in der Montur hat er mich total an Jack Nicholson erinnert, aber das ist ja auch so ne übercoole Sau, passt ja. Wenig überraschend auch die Szene, in der Jimmy Bower stolz wie ein Kind, das zu Weihnachten wirklich alle Geschenke von seiner Liste unterm Baum gefunden hat, nur dass das eher Geschenke vom „Baum“ waren, nämlich ne Tüte mit allerfeinsten grünen Rauchwaren, „Hail The Leaf“, oder was?

Der Vorfilm endete mit dem kompletten und wirklich sehr gelungenen Video zu „On March The Saints“. Danach fiel die provisorische Leinwand, die vor die Bühne gezurrte gewesen war und Down starteten mit „Underneath Everything“ von ihrem Debutalbum in ein fulminantes Set. Die knapp 1000 Anwesenden fraßen Anselmo & Co. nur zu gerne aus der Hand, der wiedererstarkte Fronter legte sich aber auch richtig ins Zeug. Tigerte meist am vorderen Bühnenrand entlang, gestikulierte wild mit den Armen, feuerte das Publikum während und zwischen den Songs an mitzugehen, klatschte permanent Leute in den vorderen Reihen und auch Crowdsurfer, die im Graben landeten, ab. Bei einem kurzen Gitarrenduell zwischen Windstein und Keenan sprang er sogar mal kurz in den Graben und suchte den direkten Kontakt. Dem Mann gehts wieder gut, keine Spur mehr vom zugedröhnten, rumprolenden und Bierbecher ins Publikum pfeffernden Stiernacken aus Panteratagen. Nach der Show erschien er völlig überraschend sogar zu einem Meet & Greet für einige glückliche Fans, die sich selig grinsend mit der Metallegende fotografieren und sich ihre CDs unterschrieben ließen. Aber zurück zur Show: die erstreckte sich mit einer kleinen Unterbrechung über fast 120 Minuten – und das ist im Vergleich zu so manch anderen Bands, die kaum die 60 Minuten-Marke erreichen, wirklich beachtlich – das relativiert dann auch den vermeintlich recht hoch angesetzten Eintrittspreis von ca. 27 Euro. Wobei: ein paar Tage später spielen an selber Stelle Coheed & Cambria mit Oceansize für gerade mal 18 Euro. Löcher gabs keine im Set, eher schon Überraschungen, so spielten die Jungs tatsächlich einen Song, den sie am Tag zuvor in München zum ersten Mal überhaupt in der Setlist hatten. „In The Thrall Of It All“ wurde von Anselmo dann auch entsprechend angekündigt, wobei er darauf verwies, dass eventuelle Verspieler ausschließlich Jimmy Bowers Schuld seien. Und wenn er den Text verhauen sollte, sei das auch Jimmys Schuld! Der arme Kerl... er sah schon nach wenigen Songs aus als ob er gleich kollabieren würde, klatschnass klebten ihm die Haare am Kopf, er hatte aber trotzdem ständig ne Fluppe im Mundwinkel. Die gespielten Songs (siehe unten) waren gut über die drei bisherigen Alben verteilt, „NOLA“-Songs waren natürlich in der Überzahl, aber auch vom zweiten Album wurden fast so viele Songs wie vom aktuellen „Over The Under“-Album gespielt. Unterm Strich eine sehr sympathische Show ohne jeglichen Schickschnack (wenn man mal von der dekorativen Boxenwand im Bühnenhintergrund absieht, da war natürlich nicht mal die Hälfte angeschlossen), dafür mit perfektem Sound, einer sichtlich perfekt eingespielten und vor allem spielfreudigen Band und einem Phil Anselmo, der sich stimmlich und vom Engagement von seiner besten Seite zeigte. Auch die Merchpreise waren sehr fair, 20 Euro für ein T-Shirt und 45 Euro für nen coolen Ziphoodie. Dann wollen wir mal hoffen, dass sie tatsächlich im Sommer für ein paar Festivals zurückkommen!

Setlist:

Underneath Everything
The Path
Hail The Leaf
Lifer
Lysergik Funeral Procession
Three Suns And One Star
Pillars Of Eternity
Mourn
Ghosts Along Mississippi
Learn From My Mistakes
N.O.D.
Beneath The Tides
In The Thrall Of It All
Losing All
Eyes Of The South

Doob Interlude

New Orleans Is A Dying Whore
Stone The Crow
Jail
Bury Me In Smoke

 

Thomas Jentsch

(tj)

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