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Stuttgart Die Röhre @ HELLDRIVER MAGAZINE Live-Review
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Farmer Boys /

22.12.2008, Stuttgart, Die Röhre

Manchmal kommen sie wieder... so hieß doch mal ein Werk von Stephen King, oder? Passt in diesem Fall auf jeden Fall prima, denn nach über vier langen Jahren hatte wohl kaum noch jemand ernsthaft mit erneuten Aktivitäten im Farmer Boys-Lager gerechnet. Umso entzückter war wohl nicht nur ich, als ein paar Monate vor dem Jahreswechsel plötzlich eine Show-Ankündigung auf der Homepage des Stuttgarter Traditionsclubs Die Röhre erschien. Zwei Tage vor Weihnachten gab’s also für viele der Anwesenden in der restlos ausverkauften Röhre eine mehr als willkommene verfrühte Bescherung. Auf der Karte war zwar etwas von Farmer Boys + Guests zu lesen, es dürfte aber wohl die wenigsten gestört haben, als um 21.40 Uhr unter dramatischer Filmmusik, ordentlich Nebel und von hinten angestrahltem Schlagzeug keine Vorgruppe, sondern gleich die Hauptattraktion selbst die Bühne betrat.

Lange nicht gesehen, und trotzdem gleich wieder erkannt! Klar, nach vier Jahren gab’s natürlich ein paar optische Veränderungen, z.B. Sänger Matze mit schulterlangen, leicht gewellten Haaren, Drummer Till dafür gänzlich ohne Haare, der Rest der Mannschaft hatte sich aber an sich kaum verändert und kam äußerlich genauso daher wie vor Jahren. Was alle gemein hatten, war ein ins Gesicht gemeißeltes Grinsen, es fühlte sich offensichtlich sehr gut an, nach all den Jahren mal wieder ein proppenvolles Haus in der Heimat zu rocken. Das Publikum fraß der Band vom ersten Ton an aus der Hand - was an sich auch nicht überraschte nach der langen Abwesenheit und dem ausverkauften Haus – und das unterm Strich gesehen auch völlig zu Recht. Die Musiker zeigten sich auch erstaunlich tight, da wurde offensichtlich nichts verlernt, auch wenn die Songs streckenweise nicht ohne sind und seit der letzten Show ne Menge Wasser den Neckar runtergeflossen ist. Zudem waren sie mit immenser Spielfreude dabei, Bassist und Gitarrist waren viel in Bewegung und auch mal am Kreuzen und selbst Keyboarder Hummel war recht engagiert dabei. Wo dann früher gerne mal der Fronter schuld an einer schlechten B-Note war, weil er eben stimmlich nicht immer überzeugt hat, glänzte Meister Sayer rein gesanglich gesehen absolut. Er verpatzet zwar ein paar Einsätze, aber das war fast schon charmant und im Fall der ersten Zugabe „Never Let Me Down Again“ hat er seinen Lapsus sogar amüsant gerettet als er ein paar Takte zu früh mit „I’m Taking A Ride With My Best Friend“ ansetzte, seinen Fehler bemerkte und ein „doch nicht“ hinterher schob. Aber wir wollen das Pferd ja nicht von hinten aufzäumen, los ging’s mit „When Pigs Fly“ und im Publikum gab’s - zumindest in den vorderen Reihen, keine Ahnung, wies weiter hinten aussah und abging – kein Halten mehr. Es wurde gebangt, gemosht, gehüpft, außer natürlich bei den ruhigeren Nummern – mitgesungen wurde aber immer lauthals und inbrünstig. In Sachen ruhigere Nummern muss hier besonders das Duo in der Mitte des Sets, bestehend aus „Where The Sun Never Shines“ und „If You Ever Leave Me Standing“, genannt werden, dass wirklich für Gänsehaut galore sorgte. Besonders die Twin Peaks-Ballade „Where The Sun Never Shines“ hatten wohl nur wenige auf der Liste, kam aber super, schade dass das abschließende Sample, wie mans vom Album kennt, fehlte. „If You Ever Leave Me Standing“ wurde vom Sänger natürlich in Richtung VfB Stuttgart angesagt (“Der nächste Song ist für den schönsten Verein der Welt”), was im Publikum auch für entsprechenden Applaus sorgte. In der Folge übertrieb der Fronter es dann wie üblich ein bisschen mit seiner Fanliebe und wiederholten Schmähungen in Richtung Hoffenheim, aber auch das kommentierte er mit einem Augenzwinkern und dem Hinweis, dass er ja seit jeher für schlechte Ansagen bekannt ist. Faszinierend auch seine aktuelle Ähnlichkeit mit dem momentanen Dortmund-Trainer, wenn man sich ne Brille dazu gedacht hat, sah der Sänger mit seinem Dreitagebart tatsächlich etwas nach Kloppo aus! Als es langsam schon aufs Finale zuging und die Jungs einen ihrer vielen Hits „Prized“ anstimmen wollten, kündigte der Fronter wortreich und beharrlich „Stay Like This Forever“ an und es dauerte dann auch etwas, bis ihn die Band „überstimmt“ hatte, was ihn, ob seines Fehlers, minutenlang Schmunzeln ließ. „Stay Like This Forever“ gabs dann im Anschluss bevor das reguläre Set mit den beiden Monsternummern “The End Of All Days” und „Here Comes The Pain“ ein Ende fand. Das Publikum brüllte die Fünf aber schnell wieder auf die Bühne, wos das oben schon erwähnte Depeche Mode-Cover „Never Let Me Down Again“ als ersten Nachschlag gab bevor die Show mit „When A Chicken Cries For Love“ nach ca. 100 Minuten final zu Ende ging. In der Folge standen Großteile der Band an der Bühnenkante und schüttelten sichtlich ergriffen Hände, am Schluss steht aber vor allem ein großes Fragezeichen, denn weder auf der jüngst wieder aktivierten Homepage noch bei der Show gibts Hinweise auf eine wie auch immer geartete Zukunft der Band. Gitarrist Alex Scholpp ist mit diversen Bands und Projekten (u.a. Gitarrist bei Tieflader und Tarja Turunen) genauso wie Bassist Toni Ieva (Brainstorm und Stereo.Pilot) ganz gut ausgelastet, vielleicht finden sie ja trotzdem ne Möglichkeit – die Reaktionen an diesem Abend zeigten auf jeden Fall eindrucksvoll, dass die Band auch nach vielen Jahren Absenz noch geliebt wird. Ein neues Album irgendwann und hier und da mal ne Show und/oder ein Festival, das sollte doch gehen! Wie auch immer: Hammergeile Show! Bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder über vier Jahre dauert, bis man die Buam zusammen auf ner Bühne sieht.

Setlist:
When Pigs Fly
Farm, Sweet Farm
Like Jesus Wept
Once And For All
The Good Life
A New Breed Of Evil
Where The Sun Never Shines
If You Ever Leave Me Standing
Turn The World To Ice
We Sow The Storm
The Other Side
Barnburner
Prized
Stay Like This Forever
The End Of All Days
Here Comes The Pain

Never Let Me Down Again
When A Chicken Cries For Love

 

Thomas Jentsch

(tj)

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