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Katatonia / Messenger /

10.05.2014, München, Freiheiz

Gerade mal zehn Konzerte haben die Schweden unter dem Banner “Unplugged & Reworked“ im Mai 2014 angesetzt, schön dass auch Süddeutschland mit einem Auftritt bedacht wurde. München bedeutet zwar über zwei Stunden Anreise, aber die nimmt man für einen derart besonderen Anlass dann gerne mal in Kauf.

In Bochum und Berlin fanden die Konzerte sogar in Kirchen statt, in München wurde das noch recht neue Freiheiz als Veranstaltungsort ausgewählt. Und das bewies sich auch direkt als gute Wahl. Ich würde tippen, dass der imposante Ziegelbau früher eine eisenverarbeitende Fabrik beherbergt hat (im Deckenbereich konnte man noch entsprechende Hebeeinrichtungen sehen), mit der toll ausgeleuchteten Höhe und durch die Reihenbestuhlung kam auch fast Kirchenstimmung auf.

 

Pünktlich um 20.30 Uhr betraten Messenger die Bühne. Die fünf Londoner wurden von Katatonia extra für diese Konzerte als Vorgruppe ausgewählt und allein dafür gebührt den Schweden schon mal Dank. Denn was auf dem Svart-Records Debut „Illusory Blues“ Ende März noch etwas unspektakulär erschien, entfaltete live dank der virtuosen Spielfreude und sympathischen Art der Band sehr schnell seine Faszination – und dabei hat die Band erst im Frühjahr 2012 zusammengefunden! Dezent und unaufdringlich angeproggter ruhiger Rock mit gekonnten Tempowechseln und vielen Details. Schlagzeuger Jaime Gomez Arellano saß mit seinem stylishen orange-transparenten Drumkit ganz außen und seitlich gedreht am linken Bühnenrand, neben ihm dann der etwas abwesend wirkende Bassist bevor dann in der Mitte der lockige Sänger/Gitarrist Khaled Lowe die allermeisten Blicke auf sich zog. Neben ihm Gitarrist Barnaby Maddick, der zudem oft für perfekten zweistimmigen Gesang sorgte. Rechts außen dann das “Wunderkind“ in der Band: Dan Knight. Den hielt man anfangs nur für den Keyboarder, später spielte er dann aber auch noch Gitarre, sang ab und zu und bediente bei einem Song sogar noch eine Lap Steel Gitarre. Lowe bedankte sich mehrfach beim Publikum, wunderte sich aber auch, dass das so ruhig war (ich vermute mal, dass das an der Bestuhlung lag), forderte aber dazu auf, sich nach der Show am Merch im Vorraum zum Kennen lernen zu treffen. Checkt die Band!

Setlist Messenger:

1. Somniloquist
2. The Return
3. Midnight
4. The Perpetual Glow of a Setting Sun
5. Dear Departure

Nach einer ca. 30minütigen Umbaupause hatte sich die Bühne beträchtlich verändert. Kein Schlagzeug weit und breit, ein Meer aus Kerzen und 5 Stühle, Notenständer und ein paar Instrumente. Kein Backdrop, keinerlei sonstige Aufbauten, dank der tollen Architektur und den Kerzen war aber mit dem Dimmen des Lichts direkt eine sehr schöne Atmosphäre aber auch eine angespannte Erwartung ob des Kommenden im Saal. Die fünf Musiker nahmen ihre Plätze ein, ich erkannte aber nur drei von ihnen. Den Ausstieg von Per “Sodomizer“ Eriksson hatte ich im Februar mitbekommen, für ihn war heute Bruce Scord (The Pineapple Thief, Wisdom Of Crowds) mit an Bord, der sich neben seiner Gitarre auch noch um Keyboards und Samples kümmerte. Total entgangen war mir aber der Ausstieg des Schlagzeugers Daniel Liljekvist, der nun wahrlich nicht leicht zu ersetzen sein dürfte… Für Percussionbegleitung ist auf der Tour JP Asplund dabei. Sänger Renkse machte dann auch bald eine wehmütige Bemerkung zur veränderten Besetzung und gestand, dass die Band im Unplugged-Umfeld immer noch recht nervös ist – es war die vierte Show auf der Tour. Was der Performance aber bereits ab dem Opener “In The White“ in keinster Weise anzumerken war! Ganz im Gegenteil, Basser Niklas Sandin saß tiefenentspannt und ohne jegliches Material auf dem Notenständer am linken Bühnenrand und sorgte souverän für die Tieftonbasis. Jonas Renkse brillierte nicht nur dank seines typischen und weitestgehend ohne Schwächen performten Gesang, sondern kümmerte sich an der einzigen E-Gitarre auf der Bühne auch um charakteristische Leads. Der Bogen der dargebotenen Songs wurde erfreulich weit gespannt und umfasste keinesfalls nur die nahe liegenden Songs von „Dethroned and Uncrowned“. Da ging es teilweise weit zurück, „Day“ war 1997 letztmals live zu hören und stammt immerhin von „Brave Murder Day“ aus dem Jahre 1996 (der Gesang auf der EP kam damals übrigens von einem gewissen Mikkael Akerfeldt)! “Gone“ und „“The One You Are Looking For Is Not Here“ gabs auf der Tour sogar als Livepremieren! Und auch “A Darkness Coming“ fand sich erstmals seit 2004 wieder im Set. Manche Songs, wie etwa „Teargas“, gerieten im Unplugged-Rahmen erstaunlich kurz, gewannen aber oft sogar noch an Intensität. Mit ca. 350 Anwesenden war das Konzert keinesfalls ausverkauft, man sah am Ende aber nur selig lächelnde, zufriedene Gesichter. Bei den ersten Stationen der Tour dauerte das Vergnügen wohl nur 70 Minuten, in München waren es dann schon über 80 und die Setlist wurde mit dem Fortschreiten der Tour wohl noch länger. Mittlerweile hat die Band auch angekündigt die London-Show mitzuschneiden und später als DVD zu veröffentlichen – die gute Nachricht für alle, die es nicht zu einer der “Unplugged & Reworked“-Shows geschafft haben!

Setlist Katatonia:

In The White
Ambitions
Teargas
Gone
A Darkness Coming
One Year From Now
The Racing Heart
Tonight’s Music
Sleeper
Undo You
Lethean
Day
Idle Blood
Unfurl
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Omerta
The One You Are Looking For Is Not Here

Fotos: Cindy Kay

(tj)

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