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Mastodon / Dozer / Extol /

22.02.2005, München, Backstage

ca. 120 Leute, 15 Euro AK

Die Norweger Extol begannen ihr Set gegen 20.40 Uhr. Äußerlich erinnerten die dürren Mannen mit ihren Mittelscheiteln und bunten Kleidern eher an die Hippie-Ära, sie boten in der Folge dann aber eine sehr strange Mischung aus Frickelcore, Prog-artigem und fetten Groove-Passagen. Streckenweise mit bis zu drei Gesängen! Volle Punktzahl für den Drummer, der ein eigenwilliges Set spielte (2 recht kleine Bass-Drums, 1 Hänge- und 2 Stand-Toms, wenig Becken) und ein Groover vor dem Herrn war. Der letzte Song war dann der Höhepunkt, wenig von dem doch recht anstrengenden Jammer-Gesang, in der Mitte ein extrem ruhige Passage und dann ein furioses Finale, das besonders den Drummer erneut sehr gut aussehen ließ.

Um 21.25 Uhr hiess es dann Bühne frei für Dozer. Die vier sympathischen Schweden, allesamt mit Vintage-Instrumenten bewaffnet (Firebird, SG, Rickenbacker), eine Bass-Drum in Kyuss-Ausmassen (REAL Big!) und als Krönung sah der zweite Gitarrist nicht nur aus wie Jack Black, er ging auch so ab - School of Desert-Rock! Sofort herrschte Stimmung vor der Bühne und im gesamten Innenraum, fast jeder wippte mit. Man hätte es gar nicht mehr für möglich gehalten und auf der Rechnung gehabt, eine unglaublich fette Interpretation eines lang bekannten Genres, die vor allem eins machte: SPASS! Der Sänger/Gitarrist (im coolen Zeke-Shirt) fungierte als souveräner Steuermann während seine drei Mitstreiter sich voll in die Riemen legten und fast die ganze Zeit Vollgas gaben (der Drummer riss sich schon nach dem ersten Song das Shirt vom Leib), wenn sie nicht grade mittels einer ruhigen Passage die Spannung steigerten um dann nur umso intensiver weiterzurocken. Sogar ein brandneuer Song wurde gespielt. Feines Detail: der ab und an smart eingesetzte Effekt auf dem Gesang. Und im Gegensatz zum Vortag (Cult of Luna), passte heute auch der Sound – und wie der passte!

Nach Discomucke in der Umbaupause (Electric Light Orchestra!) dann gegen 22.35 Uhr das Intro. Meeresrauschen, was denn auch sonst! Und zwar nicht so sanftes Karibikplätschern, richtig fettes Klatschen, Gischt ect.. Was folgte war nur schwer in Worte zu fassen. Die thematische Dominanz des Elementes Wasser beim neuen Album war aber sehr naheliegend. Man wurde durch stürmische See mitgerissen, durch Strudel, in Wellentäler und Wirbel, wurde zwischen mächtigen Brechern fast zerquetscht, unter Wasser gezogen, dass man kaum noch wusste wo oben und unten ist und im nächsten Moment wieder auf Wellenkämme in schwindelerregende Höhe gerissen: one Hell of a Ride! Auf jeden Fall eins der intensivsten Live-Konzerte, das ich je erlebt habe, das wird auf lange Zeit unerreicht bleiben. Wer die Band kennt, weiss, dass sie auch technisch-spielerisch in der obersten Liga rangiert, und da stand die Live-Umsetzung den Alben in nichts nach! Und besonders der Schlagzeuger leiste schier Übermenschliches. Die Band spielte sich in Ekstase und wirkte als müsste sie jeden einzelnen Song einer ganzen Heerschar an inneren Dämonen abtrotzen, alle drei Saiteninstrumentalisten schrien sich die sprichwörtliche Seele aus dem Leib, die Gesichter teilweise zu fast unmenschlichen Fratzen verzerrt, zwischen den Songs aber grinsend vom einen zum anderen Ohr. Es war ein stetes Wechselbad zwischen ungläubigen Staunen ob der Präsenz, Perfektion und schieren Macht des Vierers und hemmungslosem Bangen. Als Zugabe gabs nach einem mehr als befriedigenden Set mit einem Dutzend Songs, eine Melvins Cover-Version: „The Bit“, dem ersten Song von deren 96er Album „Stag“. Wehe, wenn die Band das Versprechen in ein paar Monaten (Festivals?) zurückzukehren nicht wahr macht!

Setlist Mastodon:

Hearts alive
I am Ahab
Sea Beast
Island
Crusher Destroyer
Megalodon
Blood and Thunder
Behemoth
Mother Puncher
Aqua Dementia
Iron Tusk
March of the Fire Ants

The Bit

(tj)

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