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As I Lay Dying / Heaven Shall Burn / Evergreen Terrace / Agents Of Man / Neaera / End Of Days /

28.09.2005, Stuttgart, Universum

Ein mehr als fettes Package, das sich da für ein paar Wochen durch Europa kämpft. Ob sechs Bands am Abend nicht doch etwas zu viel sind, war die Frage, die sich viel im Vorfeld gestellt haben, andererseits werden viele erst später gekommen sein und die ersten Bands somit verpasst haben... Der Eintritt war mit 17 Euro an der Abendkasse sehr fair und das setzte sich auch bei den Shirtpreisen so fort, da war man ab 12 Euro dabei. Das ohnehin nicht sehr große Universum in Vaihingen war mit ca. 550 Besuchern fast an der Grenze der Belastbarkeit, erschwerend kam dazu, dass der Club wirklich sehr verwinkelt und unübersichtlich ist, was sicher dem ein oder anderen den Abend verdorben haben dürfte, der nicht im Vorderen Teil vor der Bühne stand.

Los gings dann pünktlich um 19.30 Uhr mit End Of Days . Der 5er aus Bottrop gab sich trotz der undankbaren Opener-Position redlich Mühe die wenigen Zuschauer an der Bühne mit Grindcorepassagen, lecker Breakdowns und gutem Sound zu unterhalten. Drummer Frank Knöfler bewies mit seinem Evildead-Shirt Geschmack und war auch sonst mehr als respektabel bei der Arbeit. Die Band spielte ausschließliche Songs vom aktuellen Album „Dedicated to the Extreme“. Basser Olli Sarkander spielte sämtliche seiner Parts mit den Fingern, was man bei der Art Musik auch eher selten sieht. Beim vorletzten Song entledigte sich Sänger Kevin dann auch seines Morbid Angel-Shirts, es sollte ja auch jeder sehen wieviel Zeit (Muckis) und Geld (Tattoos) er da investiert hat. Ziemlich genau um 20 Uhr war Schluss.

Nach einer zügigen Umbaupause – die Bands spielten über die gleiche Backline und tauschten am Schlagzeug nur Fussmaschine und Snare aus – gings schon gegen 20.15 Uhr mit Neaera weiter.

Das „The rising Tide of Obliveon“-Album war schon sehr beeindruckend und so war ich doch recht gespannt, was die Jungs aus Münster live so bieten würden. Sänger Benjamin Hilleke erschien im The Crown-Shirt, was auch gut passte, denn das klang schon deutlich mehr nach Schweden-Death. Zu den powervoll gekeiften Passagen kamen gelegentlich auch gesprochene. Hier waren dann auch schon mehr Leute vor der Bühne und auch erste Ansätze von Lightshow zu erkennen. Den ersten Pit des noch jungen Abends gabs dann auch schon beim zweiten Song. Soundtechnisch war das Ganze leider eine mittlere Katatstrophe, Bass und Schlagzeug (bis auf die Becken) waren kaum hörbar, und so hatte der Drummer auch deutlich zu kämpfen und holperte bisweilen etwas. Die Gitarristen bangten was die kurzen Haare hergaben, bewegten sich aber ansonsten nicht viel, somit war der Sänger Benny Hillekes ganz klar der Aktivposten der Band. Auch seine Growls kamen mehr als souverän. Die Gitarristen glänzten mit schlau eingesetzten Solo- und Tappingparts. Nach 25 Minuten, die viel zu schnell vorbei waren, räumten die fünf jugendlichen Herren die Bühne. Später hörte ich dann von ihnen, dass sie überhaupt nicht glücklich mit ihrem Auftritt waren und mit argen Soundproblemen zu kämpfen hatten – so schlecht wars aber dann doch nicht!

Die ersten drei Bands wechselten sich gemäß dem Rotations-Prinzip jeden Abend ab, heute waren Agents Of Man als dritte Combo des Abends an der Reihe und starteten ihr Set gegen 20.50 Uhr. Auch die Amerikaner nutzten das gleiche Equipment wie die ersten beiden Bands und nach einem schnellen Line-Check gings auch gleich los - das sparte Zeit und die war bei sechs Bands im LineUp ein wertvolles Gut. Nach kurzem Intro, das wenn ich mich nicht ganz täusche aus dem Jodie Foster Film „Contact“ stammte, legten das Quintett los. Zwei BackUp-Vocals, Basser Mike Cools (Habe ich den beim WFF nicht auch bei Merauder zocken gesehen?) erscheint im Suicidal Tendencies-Shirt und mit Fender-Bass zur „Arbeit“ und ist fleißig am Pirouetten drehen und Kung Fu-kicken. Einer der Gitarristen ist Linkshänder und feuert gleich beim ersten Song ein Solo ins Volk. Der zweite Song kommt dann mit walzender Doublebass, viel souverän dargebotener Melodie im Refrain und als Lohn direkt einem fetten Moshpit. Die Band hing sich ordentlich rein, die Musiker sprangen und bewegten sich gar mehr als so mancher Bundesligamillionär. Die Bühne war der Band auch sichtlich zu klein und so kickte der Basser z.B. bei "Blood Money" direkt nen Beckenständer um. Es folgte ein Song gegen korrupte Politiker und große Konzerne, garniert mit dem immer wieder gern genommenen "Fuck George Bush" - man fragt sich ja schon wer den eigentlich gewählt hat... Der Drummer war trotz (oder gerade wegen?) seines Übergewichtes ein präzises Groovemonster und Poser vor dem Herrn. Letzter Song dann "No Tomorrow" und um 21.20 Uhr war der Spaß auch schon wieder vorbei - die haben sicher ein paar neue Fans dazugewonnen!

Nur 20 Minuten später gings auch schon mit Evergreen Terrace weiter. Die brachten zur Abwechslung eigene Becken mit, benutzen sonst aber auch das gleiche Equipment. Los gings hier mit nem "Paradise City"-Intro, das dann von der Band weiter gespielt wurde und direkt in den ersten Song über ging. Hier gabs von der ersten Minute an nen Pit und sogar erste Diver. Der Sänger sah aus wie ein unterernährter 17jähriger, kreischte aber wie ein Großer während der Gitarrist sehr überzeugend die melodischen Sachen erledigte. Dass ihre Mucke derart in die Beine ging kam der Band natürlich sehr zu gute. Zweiter Song "Give‘em the Sleeper" vom aktuellen Album „Sincerity is an easy Disguise“. Der Basser und Gitarrist waren viel am Springen, der Sound leider etwas schwammig. Mit z.B. "In my dreams I can fly" waren auch alte Songs, in dem Fall von „Losing all Hope is Freedom“, am Start. Zwischendurch gabs kurz technische Probleme mit der Hi-Hat, was aber schnell geregelt war. Nach der launigen U2 Cover-Version: "Sunday Bloody Sunday" gabs dann noch ein Song bevor gegen 22.15 Uhr Schluss war.

Und obwohl diesmal auch Gitarren-Topteile getauscht wurden, ging es pünktlich um 22.35 Uhr mit Heaven Shall Burn weiter. Und die wurden offensichtlich sehnsüchtig erwartet, denn beim orchestralen Intro gabs direkt schon Applaus. Sänger Marcus Bischoff (im Priest-Painkiller-Shirt) ließ sich dann auch schon beim ersten Song kurz vom Volk auf Händen tragen. Die Show der Veganer wurde, wie auch die von Neaera, mitgefilmt. Beim zweiten Song "World of Silence" drehte das Publikum dann völlig durch, und so waren teilweise gar mehr Diver als Musiker auf der kleinen Bühne. Die Band lief zur Höchstform auf, spielte sich in einen wahren Rausch und beim dritten Song war sogar der Gitarrist (unabsichtlich?) kurz unten beim Publikum! Danach gabs mit "No one will shed a Tear" einen frischen Track von der Split-CD mit Caliban. Später dann "Voice of the Voiceless" mit taktsicherem Publikumsklatschen im Mittelteil - geil! Danach kurze Vorstellung des neuen Gitarristen Alex bevors mit "The seventh Cross" (von der ersten Split-CD mit Caliban!) weiter ging. Es folgten "Bleeding to Death" und "To harvest the Storm". Als Zugabe brachte "Unleash Enlightment", ebenfalls von der aktuellen Caliban-Split, dann einen Hammer-Gig gegen 23.35 Uhr zum Abschluss. Ich hatte die Band seither nur bei großen Festivals wie dem WFF und Summer Breeze gesehen. Da waren sie ja schon cool, aber was die Jungs hier boten war der Wahnsinn! Ob der Headliner das toppen würde?

Der liess zunächst mal mächtig lange auf sich warten. Denn im Gegensatz zu allen anderen Bands, wurde hier komplett ein eigenes (Doublebass-)Drumkit aufgebaut. Deswegen gabs natürlich ne entsprechend längere Umbaupause und einen extremst spannenden (gähn!) Schlagzeug-Soundcheck. Los gings dann doch schon 40 Minuten nach Heaven Shall Burns letztem Ton, um 0.05 Uhr. Dann stiefelte endlich ein Gitarrist fürs Intro alleine auf die Bühne und nach und nach kamen die anderen nach so dass As I Lay Dying endlich loslegten. Trotz gemütlichem Soundcheck war der erste Song soundtechnisch gerade mal fürn Arsch, denn es war kaum Gesang zu hören, dafür gabs aber massenhaft Rückkopplungen. Selbst beim zweiten Song wars immer noch munter am Koppeln. Immerhin doch schon beim vierten Song "Distance is Darkness" hatte der Mischer dann alles unter Kontrolle und die Band mutierte zur überpräzisen Plättungsmaschine. Immer wieder gabs souveräne Breakdowns und besonders Drummer Jordan Mancino agierte sehr imposant. Er spielte nicht nur perfekt, er sah dabei auch noch locker und entspannt aus und ließ ab und an auch noch die Matte rotieren. Auf "Empty Hearts" folgte "Elegy" mit fetter Klatscheinlage. Und trotzdem am Bühnenrand Metal Blade-Gründer und u.a. Slayer-Entdecker Brian Slagel stand, wirkten die Kalifornier irgendwie seltsam lustlos, kein Vergleich zum Siegeszug beim diesjährigen Rock Im Park-Auftritt! Die „Wall of Death” gehört scheibar schon fast zum guten Ton und würde vom Publikum begeistert zelebriert. Nach "Forever", der Hymne von „Frail Words collapse“, war dann um 0.45 Uhr, nach nur 40 Minuten Spielzeit, auch schon Schluss. Die Luft war nach den vorigen Songs auch zunehmend raus, das Publikum war nach der Masse Bands auch mehrheitlich am Ende und so wars dann wohl auch besser so. Obwohl es trotz der Zugabe schon mächtig kurz war für ne Headlinershow, hätten sie mal lieber den Soundcheck weggelassen oder über ein gemeinsames Schlagzeug gespielt. Aber AILD sind ja auch als einzige Band auf der Tour nicht im Bus mitgefahren, sondern haben in Hotels übernachtet...

Tagessieger somit deutlich Heaven Shall Burn vor den überraschenden Agents Of Man. Insgesamt wars – vorausgesetzt man war von Anfang an anwesend – schon eine Band zu viel, der Preis war aber sehr fair, kann man also auch nicht meckern!

(tj)

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