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Mit ihrem neuen Album  „The Human Romance“ haben Darkest Hour einmal mehr ein großartiges Metal Album veröffentlicht, das sowohl bei Fans des melodischen Death-Metals als auch bei Thrash und Hardcore Fans auf viel Gegenliebe stoßen sollte. Ich telefonierte mit Sänger John im Rahmen ihrer Europatour. Leider war die Verbindung äußerst schlecht und John steckte der Geräuschkulisse nach zu urteilen mitten im Trubel einer Tour. Um die Situation noch weiter zu verkomplizieren litt John unter einer Erkältung. Die Vorzeichen für das Interview waren also alles andere als optimal. Dennoch beantwortete der sympathische  und für gewöhnlich auch gesprächigere Frontmann einige Fragen zum neuen Album.

Hallo John. Wie läuft die Tour bisher?

Wir sind im Moment in Wien auf unseren knapp dreiwöchigen Europatouren. Es ist schon eine Weile her seit wir hier als Headliner waren. Es läuft sehr gut. Es ist ja auch unsere 15-jährige Jubiläumstour und wir spielen Songs von allen unseren bisherigen Alben. Die Shows sind sehr gut besucht und die Stimmung ist super.

Spielt ihr auch schon Songs vom neuen Album?

Nein, wir haben gestern zum ersten Mal einen der neuen Songs gespielt. Es war einer der Songs, den man auf unserer Webseite anhören kann „Your Everyday Disaster. “ Die Leute schienen es zu mögen und die Kommentare waren positiv. Ich denke, die beiden Vorabsongs zeigen die ganze Bandbreite des neuen Albums. „Your Everyday Disaster“ ist eher der klassische Darkest Hour Song, „Savour The Kill“ hingegen ist eher einer der langsameren Songs.

Wie würdest du das neue Album charakterisieren?

Das neue Album ist deutlich melodischer und majestätischer als das letzte Album, das sehr roh und aggressiv war. Wir gehen wieder mehr in die Richtung von „Undoing Ruin“, versuchen aber gleichzeitig uns weiter zu entwickeln.

Habt ihr euch ein bestimmtes Ziel gesetzt als ihr die neuen Songs geschrieben  habt?

Jeder einzelne von uns hatte seine Ziele und Vorstellungen von dem Album. Wir haben versucht das alles zu kanalisieren und im Endeffekt einfach gute Songs zu schreiben. Das ist im Grunde schon alles.

Habt ihr beim Songwriting einen anderen Ansatz gewählt?

Eigentlich war es sehr ähnlich wie immer. Es gibt ein Riff und wir kommen alle zusammen und spielen damit herum. Unser Drummer Ryan legt oft die Grundstruktur auf der wir alle aufbauen. Der Entstehungsprozess der Songs läuft bei uns immer sehr demokratisch ab.

Die neuen Songs klingen in meinen Augen sehr viel konzentrierter und auf den Punkt gespielt.

Ja, das stimmt schon. Wenn man so lange wie wir zusammen Songs schreibt, wird man mit der Zeit immer besser. Zumindest manche Bands werden es. Ich denke das ist ein sehr natürlicher Prozess.

Wie viel von dem Material hattet ihr bereits fertig als ihr ins Studio gegangen seid und was ist erst im Studio entstanden?

Eigentlich waren alle Songs schon komplett fertig als wir ins Studio gingen. Wir haben sicherlich noch hier und da etwas verändert. Nichts Drastisches, aber Kleinigkeiten wie Breaks oder die Länge einzelner Parts.  Wir haben alle Songs bereits in unserem Proberaum einmal aufgenommen und dann später noch einmal in einem Studio zur Vorproduktion. Erst dann haben wir sie für das Album eingespielt. Die Songs wurden also insgesamt dreimal aufgenommen. Das hat uns enorm dabei geholfen, die Songs kontinuierlich zu verbessern. Man kann sie sich einfach anhören und eine Weile reflektieren. Da fallen einem immer noch Änderungen ein.

Hat sich dieser Aufwand im Endeffekt also gelohnt?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin der Meinung, dass die neuen Songs das Beste sind, was wir je gemacht haben.

Du hast vorhin gemeint, dass die neuen Songs eher an „Deliver Us“ anknüpfen. Seid ihr im Nachhinein noch mit „The Eternal Return“ zufrieden?

Ja, absolut. Ich finde, es ist ein starkes Album. Die Band steckte damals in einer recht düsteren Phase. Damals ist unser Vertrag mit Victory ausgelaufen und sowohl wir als auch sie wussten, dass wir nicht verlängern werden. Es war also klar, dass sie nicht mehr viel in das Album investieren würden. Ich finde, wir haben diese düstere Phase eingefangen und sie auf dem Album verarbeitet.

Gab es irgendwelche besonderen Inspirationen für das neue Album?

Als es daran ging die Texte zu schreiben, habe ich mir all diese Bilder rausgesucht, die für mich eine starke Aussagekraft haben. Diese Bilder habe ich mir dann beim Schreiben angeschaut und meine Inspiration daraus gezogen. Eines der Bilder ist schließlich das Cover geworden. Ich denke, es reflektiert sehr gut den Titel und die Stimmung auf der Platte.  Das Bild zeigt zwei Skelette, die sich umarmen. Ich fand, das war ein sehr starkes Bild.

Wie hast du diese Bilder gefunden?

Ich habe einfach wilde Sätze und Themen, über die ich schreiben wollte, in eine Suchmaschine eingegeben und die Bilder die ich gefunden habe verwendet.

Was bedeutet der Titel für dich?

Auf dem Album geht es viel um menschliche Verhaltensweisen. Warum wir uns so verhalten wie wir es tun. Beispielsweise warum wir uns gegenseitig umbringen aber auch wie sich die Menschheit entwickelt hat. „The Eternal Romance“ ist einfach ein starkes Sinnbild dafür.

Ziehst du auch irgendwelche Schlussfolgerungen?

Nein, das nicht. Soweit bin ich noch nicht.

Ihr habt mit Peter Wichers als Produzent gearbeitet. Wie war die Arbeit?

Das war sehr spannend. Peter ist ein großartiger Gitarrist und hat dafür gesorgt, dass unsere Jungs ihre Sachen absolut tight einspielen. Brian McTernan hat das Album abgemischt. Das war eigentlich ein echtes Dreamteam.

Wenn man sich eure Produzenten der letzten Zeit anschaut, dann stößt man auf recht bekannte Namen wie Devin Townsend, Brian McTernan und Frederik Nordström. All diese Produzenten sind recht unterschiedlich. Trotzdem habt ihr es immer geschafft den typischen Darkest Hour Sound zu bewahren. Wie kommt das?

Ein guter Produzent sollte erkennen was die Essenz einer guten Band ausmacht und dafür sorgen, dass das gut klingt. Wir hatten nie einen Produzenten der zu viel reinreden und uns ändern wollte. Wir respektieren es natürlich sehr, wenn der Produzent Ideen einbringt. Es ist immer gut jemanden zu haben der mit dem Blick eines Außenstehenden auf die Sachen schaut.  Wir wissen aber eigentlich immer sehr genau wie wir klingen wollen. So wird da nie viel geändert.

Der logische Schritt wäre dann ja dazu überzugehen selbst zu Produzieren.

Wir haben darüber nachgedacht und vielleicht machen wir das in der Zukunft auch mal.

Ihr habt Victory Records verlassen. Gab es dafür einen bestimmten Grund?

Unser Vertrag ist einfach ausgelaufen. Als wir bei ihnen unterschrieben haben, waren wir noch sehr jung und wussten nicht genau was wir taten. Wir haben bei Victory für fünf Platten unterschrieben. Die waren jetzt zu Ende und es war einfach Zeit zu wechseln. Sie wussten auch schon, dass wir nicht mehr bei ihnen bleiben wollten.
Ihr habt jetzt in den Staaten bei E1 und in Europa bei Century Media unterschrieben. Wir werden sehen was passiert. Bisher läuft es sehr gut.

Habt ihr euch durch die größeren Labels unter Druck gesetzt gefühlt?

Nein, eigentlich nicht. Wir haben ihnen das komplette Album geliefert und sie fanden es gut. Glücklicherweise wollten sie nichts mehr daran ändern.

Es gibt euch jetzt schon seit 15 Jahren. Auf welche besonderen Momente blickst du am liebsten zurück?

Das coolste daran so lange unterwegs zu sein sind all die coolen Freunde die wir in der Zeit überall auf der Welt kennengelernt haben. Wir sind noch immer mit den Leuten, die wir auf unserer ersten Europatour kennengelernt haben, in Kontakt und sie kommen noch zu unseren Shows.

Während eurer Karriere ist die Musikindustrie in die Krise gerutscht. Wie hat sich das auf Darkest Hour ausgewirkt?

Naja, das betrifft sicherlich jede Band. Durch das Internet, was die Krise sicherlich mit ausgelöst hat, wird aber auch vieles sehr viel einfacher für die Bands. Früher musste man Stunden am Telefon verbringen um Shows zu buchen. Heute läuft das Meiste über Email. Man kann seine Band besser promoten. Wir können so auch Kids erreichen, die im Nirgendwo in Iowa leben und eben keinen coolen Plattenladen um die Ecke haben. Normalerweise hätten sie keine Chance unsere Musik zu bekommen. Das ist ziemlich cool. Die Welt wird sich immer ändern und man muss mit der Veränderung einfach klar kommen. Erst hatte man Vinyl, dann Tapes, dann CDs und heute ist eben alles auf einer kleinen Box. Ansonsten hatte die Krise auf uns eigentlich kaum direkte Auswirkungen. Wir waren nie eine Band, die viel Geld durch Plattenverkäufe gemacht hat. Wir mussten schon immer viel touren um von der Band leben zu können. Um von Verkäufen leben zu können, muss man schon ziemlich viel verkaufen. Ein Label muss immer erst das Geld das sie in dich investieren wieder einnehmen. So sieht man von den Verkäufen nur selten etwas.

Habt ihr für das Album mehr Songs geschrieben als es dann auf das Album geschafft  haben? Was passiert mit den übrig gebliebenen?

Ja, das gibt es eigentlich immer, dass es ein paar Tracks nicht auf das Album schaffen. Es gibt immer Songs, die man besser findet als die anderen. Wenn man einmal alle am Stück hört, kann man erst entscheiden welche man verwendet und welche man aussortiert. Die Gesamtheit der Platte muss einfach eine Einheit ergeben. Manchmal gibt es Songs, die wir als Bonustracks für Japan oder so verwenden.  Es ist aber auch schon vorgekommen, dass wir weiter an diesen Songs gearbeitet haben und sie dann in veränderter Form auf dem nächsten Album erschienen sind.

Was sind eure Zukunftspläne?

Wir touren hier jetzt noch eine Woche, danach machen wir eine Woche Pause und starten eine Tour in den USA. Danach wissen wir noch nicht genau was passieren wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir wieder irgendwo touren werden. Schließlich ist dann gerade das Album erschienen. Wir werden versuchen möglichst viele Leute zu erreichen.

Werdet ihr euch auch wieder in Deutschland blicken lassen?

Aber natürlich. Wir werden immer in Deutschland touren. Wir haben ein gutes Drittel unserer Karriere in Deutschland gespielt. Ihr seid immer sehr gut zu uns gewesen!

Hast du noch letzte Worte?

Hört euch unsere neue Platte an. Wir haben zwei neue Tracks auf unserer Webseite. Wir sehen uns auf Tour.

Rolf Gehring

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